15.09.2026 -- 233.026// Zuwachs zum 31.08.2026: 2.885

Alexander Igorewitsch, 19 Jahre
Roman Dmitrijewitsch Eifert dürfte der jüngste russische Gefallene im Krieg gegen die Ukraine sein mit gesichert russlanddeutschen Wurzeln. Roman wurde am 03. Oktober 2007 geboren und wuchs im Dorf Selenaja Poljana mit knapp 400 Bewohnern im Bezirk Kljutschewski in der Region Altai auf. Im Oktober wurde er 18 Jahre alt und im selben Monat verpflichtete er sich freiwillig beim russischen Militär. Bereits am 10. Januar 2026 war er tot und wurde noch im selben Monat bestattet. Leider gibt es keine weiteren Informationen über Roman.

Alexander Igorewitsch, 19 Jahre
Alexander Igorewitsch Dongak wurde am 21.06.2006 Dorf Bischiktig-Chaja in der russischen Teilrepublik Tuwa geboren. „Er war ein bescheidener, respektvoller, hilfsbereiter, freundlicher, fleißiger und stets lächelnder Sohn“, schreiben seine Eltern. Diese Charaktereigenschaften dürften eher unwahrscheinlich sein - solche jungen Leute ziehen nicht mit 18 Jahren in den Krieg. Sein Tod wurde am 20.01.2026 öffentlich gemacht.
Wladimir Nikolajewitsch, 22 Jahre
Wladimir, der ganze Stolz seiner Eltern, hatte es mit 22 Jahren schon zum Leutnant der russischen Armee gebracht. Nur - da ständig auch Offiziere an der Front getötet werden, bekommt man das Offizierspatent beschleunigt, um die Lücken aufzufüllen. Doch jetzt ist auch Wladimir schon wieder tot und sein Platz muss wieder aufgefüllt werden. Am 25. Januar 2026 wurde er in seiner Heimatstadt in der Oblast Irkutsk begraben. Wladimir Nikolajewitsch Dmitrijew wurde am 02.02.2003 in Ust-Ilimsk geboren.

Ai-Chan (Kartoschka) Romanowitsch, 25 Jahre
„Der tapfere Verteidiger des Volkes, Ai-Chan (Kartoschka) Romanowitsch Mongusch (Kriegername „Alasch“), wurde am 20. November 2000 in Kyzyl-Orda als zweiter Sohn einer besonderen, goldgelben Familie geboren. Am 3. Juni 2025 unterzeichnete er mutig einen Militärvertrag für den Frieden und die Ruhe seines Volkes und verließ seine Heimat Tuwa, um in den verfluchten Krieg zu ziehen. Am 1. Januar 2026, während er seine heilige Pflicht erfüllte, das Vaterland verteidigte und seine militärische Mission erfüllte, starb er in seiner Jugend, im Beisein seiner geliebten Eltern, Geschwister, Freunde, Kinder, Verwandten und Freunde. Mit tiefer Trauer geben wir seinen Tod bekannt.“ (Link)

Juri Antonowitsch Stepanow, 22 Jahre alt
Meldung des Telegram-Kanals „Die Toten aus der Republik Sacha (Jakutien) vom 19.01.2026
Daniel Sergejewitsch, 19 Jahre
Wir wissen nicht, was Daniel angestellt hat. Sein Urteil haben wir nicht gefunden, vermutlich weil es unter das Jugendstrafrecht fällt. Aber Daniel wurde am 26. März 2023 aus der Haftanstalt IK-53 in Werchoturje, Oblast Swerlowsk zum Kriegsdienst entlassen. Er hatte einen Vertrag mit dem russischen Militär abgeschlossen und anstatt der Haftstrafe die Todesstrafe bekommen. Drei Monate später war er tot. Erst im März 2024 wurde öffentlich nach ihm gesucht.. Daniil Sergejewitsch Schischkin wuchs in Jekaterinburg auf.
Jewgeni Alexejewitsch, 19 Jahre
Jewgeni war von Kopf bis Fuß auf Militär eingestellt. Sogar in der Schule trug er Tarnfleck. Im Frühsommer des Jahres 2025 beendete er die Schule. Ob er einen Vertrag während des Wehrdienstes abgeschlossen hat oder sich gleich freiwillig gemeldet hat, war nicht zu erfahren. Am 17. Januar 2026 wurde er begraben. Jewgeni Alexejewitsch Alimpiew, geboren am 18.06.2006, wuchs in der Stadt Morosowsk in der Oblast Rostow auf.

Denis Leonidowitsch, 20 Jahre
Karaidel heißt ein Dorf in Baschkortostan mit mehr als 6.000 Bewohnern. Den Namen könnte man auch in Bayern oder Österreich verorten, aber er setzt sich zusammen aus basckirisch kara & idel, also schwarzer Fluss. Denis Leonidowitsch Akbuljakow, 28.03.2005 - 19.11.2025, wuchs in Karaidel auf, ging dort zur Schule und brach die berufliche Weiterbildung ab. So musste er im Frühjahr 2023 seinen Wehrdienst ableisten und drei Wochen später unterschrieb er einen Zeitvertrag. Danach wurde es düster: Aus gesundheitlichen Gründen, sagt der Nachruf, wurde er im Jahr 2025 an die Front verlegt. Dort wurde Denis zunächst ein Held, weil er trotz Verwundung zehn Tage in seiner Stellung verblieb, bis er evakuiert wurde. Dafür gab es einen Orden. Kaum gesund, musste er gleich wieder an die Front. Als Mitglied einer Drohneneinheit wurde er getötet.

Sergej Anatoljewitsch, 19 Jahre
Der junge Tuwiner Olimpi Orlanowitsch Baikara, 09.03.2006 - 02.02.2026, wurde an der Front getötet. Er wäre ein bescheidener, respektvoller, freundlicher, hilfsbereiter, fleißiger und stets lächelnder Sohn gewesen, der im Rahmen jener besonderen Militäroperation für die friedliche Zukunft unseres Landes heldenhaft getötet wurde, schreiben seine Eltern im Nachruf. In der Aufzählung der Eigenschaften des Sohnes fehlt der Begriff - intelligent. Denn mit etwas mehr Intelligenz hätte Olimpi erkennen müssen, dass es bei jenem Krieg eben nicht um jene friedliche Zukunft von Tuwa oder ganz Russland geht, sondern um die Eroberung eines fremden Landes. Aber wahrscheinlich ging es ihm nur um das viele Geld, das man im Kriegsdienst verdienen kann.

Kirill Wjatscheslawowitsch, 18 Jahre
„Kirill wollte unbedingt kämpfen“, schreibt die Autorin des Nachrufs zusätzlich in einem Kommentar. Kirill wuchs bei den Großeltern auf und wollte sich beweisen. So blieben ihm nach seinem 18. Geburtstag 111 Tage bis zu seinem Tod. Kirill Wjatscheslawowitsch Guliajew, 01.09.2007 - 20.12.2025, lebte in der Kleinstadt Ostaschkow in der Oblast Twer.
Sergej Anatoljewitsch, 19 Jahre
Zwei Jugendliche waren in der Kleinstadt Alexandrowsk-Sachalin auf der Insel Sachalin in eine Garage eingebrochen. Um den Einbruch zu verschleiern, zündeten sie die Garage einfach an. Dadurch fakelten sie ein älteres Auto und eine weitere Garage ab. Im Mai 2025 wurden die zwei Schlingel schließlich gesamtschuldnerisch zum Schadensersatz von rund 430.000 Rubel (etwa 4.700 €) verurteilt. Eine Gefängnisstrafe gab es bereits zuvor. Beide waren zum Zeitpunkt der Tat minderjährig, allerdings war Sergej Anatoljewitsch Kateba zum Termin des Gerichtsverfahrens inzwischen volljährig. Deshalb wurde sein Name auch öffentlich genannt. Man kann annehmen, dass die Behörden Sergej mit Nachdruck von den Vorzügen des Vertragsdienstes beim Militär überzeugt haben. So käme er frei und könne seine Schulden bezahlen. Tatsächlich war es dann die Todesstrafe. Sergej Anatoljewitsch Kateba, geboren am 04. September 2006 in Alexandrowsk-Sachalin, wurde am 12. Januar 2026 in seiner Heimat bestattet.
Ratmir Saybulatow, 19 Jahre
Ratmir hatte Pech mit seiner Familie und geriet in die Fänge des kosakischen Jugendklubs „Die Bande“. Dort gibt ein Kriegsveteran aus dem Afghanistankrieg den Jugendlichen „Halt und Orientierung“. Was so viel wie militaristische Erziehung bedeutet. So wundert es auch nicht, dass Ratmirs Lebensweg nach seinem 18. Geburtstag direkt zum Militär und von dort in den Tod führte. Ratmir Saybulatow wurde am 20.01.2006 in der Stadt Semiluki in der Oblst Woronesch geboren.

Wjatscheslaw Denisowitsch, 18 Jahre
„Slawa starb für das Vaterland. Wir sind stolz, wir erinnern uns und wir trauern“, schreibt die örtliche Gedenkgruppe für Militärangehörige. Und weiter: „Slava wäre am 10. Januar 19 Jahre alt geworden, aber er wird es nicht mehr. Gedenken wir derer, die ihr Leben für unseren gemeinsamen Frieden gaben.“ Alles völlig falsch. Slawa starb nicht für das Vaterland, er gab auch nicht sein Leben für den Frieden - sondern für den Krieg. Er wurde getötet in einem Krieg, den Russland vor knapp vier Jahren begonnen hat und jetzt kein Ende findet - weil das Kriegsziel nicht erreicht wurde, weil viel zu viele russische Bürger verwundet und getötet wurden, weil Billionen Rubel in diesem Krieg sinnlos verheizt wurden und weil die Regierung den Russen deshalb unbedingt einen Sieg verkaufen will. Wjatscheslaw Denisowitsch Tschugurajew wuchs in der Siedlung Oktjabrskoje (Oktober) im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen auf.

Efim Alexandrowitsch, 19 Jahre
Telegram-Kanal „Die Toten aus Sacha“ am 06.01.2026:
Efim Alexandrowitsch Kladkin
Status: Verstorben
Geburtsdatum: 07.01.2006
Todesdatum: 29.08.2025
Geburtsort: Dorf Ytyk-Kjuel, Tatinskij Ulus
Todesort: Kursker Gebiet
Dienstart: Vertragsdienst (unterzeichnete einen Vertrag während des Wehrdienstes)
Kinder (Anzahl): Keine
Friedlicher Beruf: Schlosser

Danila Alexejewitsch, 19 Jahre
Mit 15 Jahren hat Danila in einem regionalen Wettbewerb der Berufsschulen den ersten Preis im Bereich Sanitär- und Heizungstechnik gewonnen. Seine Fertigkeiten in diesem Beruf wird er nicht ausüben können. Am 8. März 2025 wurde er irgendwo an der Front in der Ukraine getötet. Danila Alexejewitsch Schukow wurde am 29.06.2005 in der Kleinstadt Gorochowez im Osten der Oblast Wladimir geboren. Am 8. Januar 2026 wurden seine Überreste in seiner Heimat bestattet.

Dmitri Wjatscheslawowitsch, 19 Jahre
Dmitri Wjatscheslawowitsch Karpow stammt aus Lyskowo, einer Kleinstadt in der Oblast Nischni Nowgorod. Er hatte sich freiwillig zum Kriegsdienst verpflichtet und war kaum an der Front, da war er auch schon tot. Doch mit dieser beschämenden Tatsache will sich in Russland niemand befassen. Ganz lakonisch schreibt der örtliche Fernsehsender: „Seine Karriere als Verteidiger endete am 20. April 2025“. Dimitri wurde am 04.03.2006 geboren, meldete sich am 29.01.2025 freiwillig und war nach weniger als drei Monaten tot.

Dmitri Igorjewitsch, 20 Jahre
Dystopische Zeichnungen, Superhelden und Mangas waren Dimitris Welt noch vor drei Jahren. Und wahrscheinlich ist er in der Realität niemals angekommen. Dimitri lebte in der ukrainischen Stadt Donezk, die seit 10 Jahren von Russland besetzt ist. Auch er zog in den Krieg gegen sein eigenes Land und verlor. Dimitri Igorewitsch Murzenko, 19.05.2005 - 02.10.2025.

Maxim Sergejewitsch, 19 Jahre
„Ohne Maxim geht gar nichts! Es ist wunderbar, wenn es Menschen gibt, die etwas finden, das sie lieben, egal wo sie leben. Und noch schöner ist es, wenn ihre Kreativität das Leben anderer bereichert oder es ihnen zumindest schöner macht. Hier geht es um Maxim Kalinin, einen jungen Aktivisten aus dem Dorf Leontjewski... Heute studiert Maxim im zweiten Jahr an der Turinsker Multidisziplinären Technischen Schule (TMT). Sein Schwerpunkt liegt auf digitaler Informationsverarbeitung. Nach seinem Abschluss wird er seinen Wehrdienst ableisten. Seinem Land etwas zurückzugeben, ist ihm ein wichtiges Anliegen, und so ist es kein Wunder, dass Maxim zum Vorsitzenden des bürgerschaftlichen und patriotischen Bereichs der Studierendenvertretung gewählt wurde“, schrieb die Turinsker Regionalzeitung am 16.11.23. Zurückgeben konnte Maxim dann doch nichts. „Militärpatriotisch“ vorprogrammiert, unterschrieb er einen Vertrag mit dem Militär. Maxim Sergejewitsch Kalinin wurde am 19.10.2005 im kleinen Dorf Leontjewskoje in der Region Swerdlowsk geboren und am 04.01.2026 dort begraben. Katja, seine große Liebe, hat ihren Status auf VKontakte auf „aktive Partnersuche“ umgestellt.

Alexej Witaljewitsch, 19 Jahre
Des Geldes wegen ist Alexej in den Krieg gezogen. Das kann man aus seinen Abonnements auf VKontakte schließen. Natürlich ist die Sache schief gegangen, am 3. Juni 2025 zog er los, am 30.12.25 meldete seine Schwester seinen Tod. „Ich schreibe einen Abschiedsbrief, in dem ich allen meine Liebe ausdrücke“, hinterließ er als Motto auf seinem Status. Damit meinte er sicher nicht die ukrainischen Menschen, die er in deren Land töten wollte. Alexej Witaljewitsch Poroschin wuchs in einem Dorf mit dem schönen Namen Schangaly in der Oblast Archangelsk auf.
Artem Wladimirowitsch, 19 Jahre
Aus dem kleinen Dorf Koregino in der Oblast Kostroma kam Artem Wladimirowitsch Saweljew. Obwohl noch keine 20 Jahre alt war er schon verheiratet und hatte ein einjähriges Kind. Am 17. Februar 2025 schrieb er, dass sein Militärvertrag gerade erst begonnen hätte. 41 Tage später war er tot. Sein Kind wird keine Erinnerung an den Vater haben.

Oleg Anatoljewitsch Ganzurow, geboren am 9. Mai 1991, stammte aus dem kleinen Dorf Bolschoi Lug (Große Wiese) in Burjatien. Nach seinem Wehrdienst blieb er bei der Armee und stieg auf bis zum Leutnant mit einer stolzen Sammlung Orden. Seine kriegerische Laufbahn wurde am 22.07.2026 beendet. Natascha schreibt dazu in einem Kommentar:
Alles schön und gut, alles klar, Medaillen, alles wie es sein soll …, aber der Verdienst gebührt gerade den Jungs, die er wissentlich in den sicheren Tod geschickt hat – solche Kommandeure darf es nicht geben! Die Jungs, die er dorthin geschickt hat, können bis heute nicht evakuiert werden, und das dauert, nur mal kurz, ein halbes Jahr und länger …, und hier wurden sie so schnell evakuiert, dass er noch nicht einmal Zeit hatte, „verdorben“ zu werden, während die Angehörigen der einfachen, gewöhnlichen Soldaten warten müssen – vielleicht wird ja etwas von eurem Bruder, Ehemann oder Sohn zurückgebracht! Früher oder später kommt alles wie ein Bumerang zurück – möge er im Jenseits für die zahlreichen Leben Rechenschaft ablegen!

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Die Rekrutierung von Zeitsoldaten für den russischen Angriffskrieg ist straff organisiert. Jede Region hat eine bestimmte Quote an neuen Freiwilligen zustellen, die von der Zentralregierung festgelegt wird. Die Regionalregierungen wiederum geben diese Quoten weiter und schreiben den Bezirken und Städten vor, wie viele Freiwillige diese akquirieren müssen. Die Höhe der ausgelobten Antrittsprämie richtet sich danach, wie schwierig es für die Regionalregierungen ist, neue Zeitsoldaten zu gewinnen.
Der russische Exilpolitiker Andrej Piwowarow berichtet nun, dass ihm 61 Gerichtsurteile vorliegen, in denen Regionalbeamte bestraft wurden, weil sie die gesetzten Quoten nicht erfüllen konnten. Eines der Beispiele handelt vom stellvertretenden Verwaltungsleiter der Großstadt Newinnomyssk in der Region Stawropol. Die Stadt konnte nur 80% der Quote an Freiwilligen erfüllen, der Beamte erhielt deshalb Ende des Jahres 2025 vom zuständigen Friedensrichter eine Geldstrafe von 30.000 Rubel (etwa 300 €).
Wir haben die Liste der russischen Regionen mit den Prämien für den Abschluss von -unbefristeten- Zeitverträgen mit dem Militär aktualisiert.
Seit unserer letzten Veröffentlichung Ende Juli haben einige Regionen ihre Antrittsprämien angepasst. Wenn eine Region Probleme hatte, ihre von Moskau vorgegeben Quoten zu erreichen, wurden die Zahlungen erhöht. Im Fall dass eine Region ausreichend Zeitsoldaten stellen kann, wurden die Zahlungen reduziert. Wir haben die Veränderungen in der Liste mit einem Sternchen (*) markiert.
In der Summe sind die bezahlten Prämien weiter angestiegen. Im Juli zahlten die Regionen im Durchschnitt 2.167.000 Rubel als Prämie, Anfang September 2026 erhöhte sich der Durchschnittsbetrag auf 2.339.000 Rubel.
Neu dabei sind Sonderzahlungen, die manche Regionen für Drohnenpiloten ausloben. Die Regionen Inguschetien, Kaliningrad, Pskow und die Stadt Sewastopol auf der Krim weisen diese Extrazahlungen aus. Eine besondere Pointe setzt die Region Komi - die Zeitsoldaten erhalten extra 100.000 Rubel bei Rückkehr, wohl wissend, dass nicht viele lebend von der Front nach Hause kommen werden.
Die russischen Behörden versuchen auf allen Ebenen zu verhindern, dass Informationen über Kriegstote das Land verlassen. Seit Beginn des russischen Krieges verschicken russische Bürger aus den verschiedensten Regionen Fotos und Videoaufnahmen über neue Kriegsgräber. Und zwar nicht an Geheimdienste, sondern zu den Telegram-Kanälen, die solche Informationen sammeln. Solch offene Info-Kanäle werden natürlich auch von den Geheimdiensten aller Länder gerne besucht, auch wenn diese mit Agententätigkeit nichts zu tun haben.
Nachstehend eine Presseerklärung des Regionalgerichts Jaroslawl vom 08.09.26:
Neuigkeiten vom 8. September 2026
Ein Einwohner von Jaroslawl, der Informationen über tote Soldaten weitergegeben hatte, wurde wegen Hochverrats verurteilt.
Das Regionalgericht Jaroslawl verurteilte heute einen 48-jährigen Einwohner wegen Hochverrats (Artikel 275 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation).
Das Gericht stellte fest, dass der Angeklagte Nikolai Schtscherbakow ab Oktober 2024 regelmäßig den Gedenkfriedhof aufsuchte und dort heimlich die Gräber von Militärangehörigen fotografierte und filmte. Der in Jaroslawl lebende Mann übermittelte die gesammelten Informationen anschließend per Instant Messenger an Vertreter der ukrainischen Geheimdienste.
Kriminelle Aktivitäten wurden von Beamten der FSB-Direktion für die Region Jaroslawl identifiziert und gestoppt.
Mit Urteil des Gerichts wurde Shcherbakov N. des Hochverrats (Artikel 275 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation) für schuldig befunden und zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren in einer Strafkolonie mit strengem Regime verurteilt, gefolgt von einer Freiheitsbeschränkung von 1 Jahr und 6 Monaten.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Im Herbst 2022 hat die russische Armee 300.000 Reservisten für den Krieg in der Ukraine eingezogen. Diese mobilisierten Soldaten sind jetzt viereinhalb Jahre im Dienst in einem Krieg, bei dem kein Ende in Sicht ist.
Bei vielen Meldungen über im Krieg gefallenen Soldaten können wir nicht erfahren, ob der Kriegstote ein freiwilliger Zeitsoldat, ein Mobilisierter oder ein Berufssoldat war. Trotzdem finden wir jeden Tag Meldungen, die den Status des Gefallenen nennen. Und da sind einige mobilisierte Reservisten darunter.
Deshalb stellt sich die Frage, wie viele der mobilisierten Männer noch im Kriegsgebiet vorhanden sind? Janis Kluge, von der Stiftung Wissenschaft & Politik, hat dazu eine Antwort geliefert. Anhand der Zahlungen im Bundeshaushalt für die mobilisierten Soldaten, konnte er ihre Anzahl berechnen. Von den knapp 300.000 mobilisierten Männern waren im Juli 2024 noch 246.303 vorhanden, im Juli 2025 waren noch 168.594 verblieben. Neuere Zahlen gibt es noch nicht. Setzt sich der Schwund fort, so dürften aktuell nur noch etwa 100.000 Mobilisierte im Dienst sein.
Diese Mobilisierten wurden im letzten Jahr häufig unter Druck gesetzt, in einen Zeitvertrag zu wechseln (siehe hier). Der weit größere Teil wurde getötet oder ist kriegsuntauglich, also physisch oder psychisch schwer verletzt.
„Dies ist eine sehr ernste und verantwortungsvolle Angelegenheit. Wir unternehmen gemeinsam mit Ihnen und den Bürgermeistern der Gemeinden auf allen Ebenen größte Anstrengungen, diese Aufgabe mit Würde zu bewältigen“, sprach der Gouverneur von Irkutsk, Igor Kobzew (Foto links), zu den Parlamentariern der Regionalversammlung. Er meinte damit die Erfüllung der Quote an Freiwilligen für den Kriegsdienst, die der Region Irkutsk von Moskau auferlegt wurde. Auf seinen Antrag hin wurden die Prämien von 2,1 Millionen Rubel auf 1,8 Millionen reduziert. Verurteilte und Angeklagte erhalten eine Million Rubel und neu eingeführt wurde die Zahlung von 900.000 Rubel für Ausländer und Statenlose.
Der eingebrachte Gesetzesentwurf wurde überarbeitet und in zweiter Lesung angenommen. Die Behörden gehen wohl davon aus, dass sie ihre Vorgaben hauptsächlich durch die Strafverfolgungs- und Ausländerbehörden abdecken können. Das spart Geld.
In der russischen Teilrepublik Inguschetien im Kaukasus überbringt der Ministerpräsident die Beileidsbekundigungen für die im Krieg gegen die Ukraine getöteten Inguschen persönlich. Mitte August hatte er vier Familien aufzusuchen.
Laut Wladimir Slasteinin, dem Ministerpräsidenten, nehmen insgesamt mehr als zweitausend Einwohner Inguschetiens an den Kampfhandlungen bei der russischen Armee teil. Wir haben bisher 290 Kriegstote registriert, die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen.
Der Telegram-Kanal „Fortanga“ schreibt zu den Kriegsversehrten:
Mehrere hundert Menschen erlitten schwere Verletzungen. Allein im Jahr 2025 wurden in Inguschetien 464 Teilnehmer an den Kampfhandlungen behandelt. Die genaue Zahl der Verletzten und derjenigen, die im Laufe der Kampfhandlungen eine Behinderung erlitten, wird nicht genannt. Die Verwundeten erhalten nicht immer die ihnen zustehenden Prothesen und sind gezwungen, sich bei verschiedenen Behörden zu beschweren.
Eine Gruppe Lehrer hatten die Möglichkeit zu einer Audienz bei Wladimir Putin. Ein Mann berichtet von einem Ausflug zum Nordpol und auf Rückfrage berichtet er, zwei Eisbären gesehen zu haben. Das findet Wladimir interessant und erzählt, dass Orcas Eisbären in Stücke reißen und vertilgen würden (dafür konnte der Verfasser keine Belege finden). So wäre das Leben, meint Wladimir, der Stärkere frisst den Schwächeren, die Nahrungskette eben. Das sollen die Lehrer ruhig ihren Schülern beibringen. Und deshalb würde Russland ja auch die „Spezielle Militäroperation“ durchführen.
Jabloko ist die einzige Partei in Russland, die sich gegen den Angriffskrieg gegen die Ukraine ausspricht. Sie wurde durch Beschluss eines Moskauer Gerichts, von den kommenden Parlamentswahlen ausgeschlossen. Geklagt hatte die linksnationalistische Partei „Rodina“, die sich selbst nationalkonservativ nennt. Soviel zur allgemeinen Verwirrung.
In ihrer Klage warf Rodina der Partei Jabloko Uhrheberrechtsverletzungen vor. So hätte Jabloko ohne Genehmigung Zeilen aus dem Antikriegslied „Es soll immer Sonnenschein geben“ und die Zeile „Wenn es doch nur keinen Krieg gäbe“ aus Alexander Wolodins Theaterstück „Fünf Abende“ verwendet, sowie Umfragedaten des Lewada-Zentrums zitiert. Es gibt in der Klage weitere Vorwürfe ähnlicher Qualität.
Bliebe zum Schluss noch zu erwähnen: Der Sohn des Komponisten des Liedes „Es soll immer Sonnenschein geben“ hatte der Partei ganz offiziell die Erlaubnis zur Nutzung gegeben.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat Russland 43,5 Tonnen Gold verkauft. Aber es hat noch reichlich Reserven, Anfang Juli sollen sich noch 2.282 Tonnen Gold in den staatlichen Tresoren befunden haben. Trotzdem bedeutet dieser Verkauf den größten Rückgang der Goldreserven in den letzten 25 Jahre.
Der Goldverkauf dient in erster Linie der Deckung des russischen Haushaltsdefizits, der Staat muss immer höhere Ausgaben für den Krieg gegen die Ukraine finanzieren. Allerdings dürfte jenes verkaufte Gold meist im Land geblieben sein. In unsicheren Zeiten heben die Russen gerne ihre Rücklagen vom Konto ab und kaufen dafür Gold.
Die Kleinstadt Bad Ems liegt an der unteren Lahn und nur wenige Kilometer von der Stadt Koblenz entfernt. Bad Ems hatte seine Glanzzeit im 19. Jahrhundert. Es war die Kurstadt und Sommerresidenz von bedeutendem Adel und angesagten Künstlern. So führte zum Beispiel die Emser Depesche zum Französisch-Deutschen Krieg 1870/71.
Auch der russische Zar Alexander der II. verbrachte den Sommer gerne in Bad Ems. Dort unterzeichnete er am 30. Mai 1876 den „Emser Erlass“. Damit verbot er die Einfuhr und Veröffentlichung von Schriften in ukrainischer und belarussischer Sprache im Russischen Kaiserreich und stellte Zuwiderhandlungen unter Strafe. Eine kaiserliche Kommission hatte festgestellt, dass die Verwendung der ukrainischen Sprache staatsgefährdend wäre.
Dieses russische Überheblichkeitsdenken gegenüber den „Kleinrussen (Ukrainer)“ wirkt bis heute nach. Auf ihm basiert auch der propagandistische Überbau, mit dem der „Putinismus“ den russischen Angriffskrieg begründet.
Foto: Silin2005 -- Lizenz: Gemeinfrei -- Die Plakette wurde nach dem russischen Angriffskrieg 2022 von Unbekannten entfernt.
Wir hatten bereits über die Aussage der russischen Militätbloggerin Agnes Becker berichtet, die in ihrem Telegramkanal eine angeblich unabhängige Studie zitiert hatte. Danach würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Am letzten Mittwoch bestätigte der CIA-Direktor John Ratcliff diese Aussage:
„Unsere Erkenntnisse decken sich mit einigen Berichten aus offenen Quellen, die Sie möglicherweise im Zusammenhang mit der Ukraine gesehen haben: Die durchschnittliche Lebenserwartung eines russischen Rekruten, der derzeit auf dem Schlachtfeld in der Ukraine eintrifft, wird auf 20 bis 30 Minuten geschätzt.“
Durch den Einsatz von Drohnen mit KI-Unterstützung steigen jedoch die Verlustzahlen auch weit hinter der Front. Im folgenden Video sieht man solch eine Drohne, die zielgerichtet einen russischen Militärlaster ausschaltet. Vermutlich handelt es sich um die in Deutschland hergestellt HX-2 der Rüstungsfirma Helsing.
Die Kleinstadt Tschulym liegt etwa 130 km westlich der Hauptstadt Nowosibirsk. In der Stadt und im dazugehörigen Bezirk leben rund 20.000 Menschen - Tendenz rückläufig. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt, etwa ein Drittel aller Erwerbstätigen arbeiten in diesem Bereich.
Ein Denkmal erinnert an die Toten aus den sowjetischen und russischen Kriegen. Im Krieg in Afghanistan sind zwei Soldaten aus dem Bezirk getötet worden, in den Tschetschenienkriegen wurden acht Männer getötet und im aktuellen Krieg gegen die Ukraine wurden bisher 113 Namen eingraviert.
Setzt man jene 113 Kriegtoten ins Verhältnis zur Bevölkerung, so würde jene Region an zweiter Stelle aller russischen Regionen in unserer entsprechenden Tabelle stehen.
Peter Frankopan ist Professor für Weltgeschichte an der Universität Oxford. In einem Essey über Wladimir Putin zitiert er den exilrussischen Telegram-Kanal „Astra“. Astra selbst zitiert in einem Beitrag eine/n Z-Blogger/in „Agna Becker“ der/die den Telegram-Kanal „Haus unter Lorbeeren“ betreibt. Agna Becker wiederum zitiert „unabhängige Studien von 'N' “ und damit kommen wir zur eigentlichen Nachricht.
Nach dieser Studie würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Laut der selben Studie betrage die „durchschnittliche Lebenserwartung“ eines Soldaten von der Zeit seiner Ankunft auf dem Übungsplatz bis zu seiner Abreise in den Kampfgebiet von zehn Tagen bis zu drei Wochen.
Ganz unrealistisch sind diese Aussagen nicht, wie unsere vielen Beispiele über Kurzzeitsoldaten zeigen. Wir haben Agna Becker angeschrieben und um einen Link auf die Originalveröffentlichung gebeten. Eine Antwort ist nicht zu erwarten.
„Ich freue mich auf meinen Tod“ ist der Titel einer bekannten Kantate von Johann Sebastian Bach. Die ist dem Autor spontan zum unten veröffentlichten - KI-generierten - Video eingefallen. In diesem werden 46 russische Soldaten vorgestellt, die alle aus der Großstadt Artjom oder deren näheren Umgebung in der Region Primorje stammen. Zur Erinnerung - die Region Primorje liegt im Fernen Osten Russlands. Die Soldaten im Video werfen ihre Waffen weg, lachen dabei und schreiten ins Nirwana.
Wieviel sinnvoller wäre es gewesen, wenn all diese Soldaten sich diesem verbrecherischen Krieg verweigert und gemeinsam ihre Waffen niedergelegt hätten? Sie wären zumindest lebend nach Hause gekommen. So dürfte auch diese KI-generierte Schmonzette keine Hilfe und Trost für ihre Angehörigen darstellen.
Im ersten Quartal 2026 floss beinahe jeder zweite Rubel aus dem russischen Staatshaushalt in das Militär. Das berichtet ein Mitarbeiter der deutschen Stiftung Wissenschaft und Politik in seinem aktuellen Rundschreiben. Ganz genau betragen die militärischen Ausgaben inzwischen 46% des gesamten russischen Haushalts.
Am 01.08.1914 ist Deutschland in den Ersten Weltkrieg eingetreten, am 11. November 1918 unterzeichnete eine deutsche Delegation den Waffenstillstand. Berechnet man die Zeitspanne des Krieges, so kommt man auf 1.564 Tage Krieg.
Am 24.02.2022 begann die zweite russische Invasion der Ukraine. Bis zum heutigen Tag gerechnet sind das inzwischen 1.570 Tage Krieg, der Konflikt dauert also inzwischen länger als der Erste Weltkrieg - trotz zwischen 300.000 und 500.000 russischen und vermutlich 100.000 ukrainischen Kriegstoten, all den Kriegsversehrten und unermesslicher Zerstörung der Lebensgrundlage der Menschen in der Region. Und noch immer ist kein Ende in Sicht.
Und zur Erinnerung: Die erste russischen Invasion in der Ukraine fand bereits im Jahr 2014 statt, als Russland die Krim gewaltsam annektierte und russische Geheimdiensttruppen in den Donbass einsickerten.
Das Dorf Uinskoje liegt in der russischen Region Perm mit etwa 4.000 Bewohnern. Vermutlich wurde in diesem Dorf ein Versuchsballon gestartet. In einer Information auf der VKonatkte-Seite der „Verwaltung des Stadtbezirks Uinsky“ wurde eine Anzeige der Verwaltung veröffentlicht. Danach werden Frauen in der Region Perm für den Kriegseinsatz rekrutiert. Die Behörden versprechen ein Gehalt von 210.000 Rubel pro Monat und einen Bonus von 1,5 Millionen Rubel für die Unterzeichnung eines Vertrags mit dem russischen Verteidigungsministerium. Der Vertrag soll eine Laufzeit von einem Jahr beinhalten. (Allerdings können solche Verträge laut einem Erlass des Präsidenten so lange verlängert werden, solange die Mobilisierung nicht aufgehoben ist.)
Laut dem Informationstext können nur Frauen zwischen 18 und 35 Jahren einen Vertrag als Drohnenpilotin unterzeichnen, Frauen unter 45 Jahren dürfen sich für Positionen als Fahrerin für humanitäre Hilfstransporte bewerben.
Die Informationsseite wurde inzwischen gelöscht. Allerdings ist es uns gelungen, noch einen Screenshot der betreffenden Anzeige zu sichern (Original, deutsche Übersetzung.).
Die russische Zensur verbietet die genaue Berichterstattung über die vielen ukrainischen Drohnenangriffe auf Erdölraffinerien und Militärstützpunkte im ganzen Land. Die örtlichen Medien berichten deshalb nur sehr zögerlich über die Resultate und zitieren lieber staatliche Erfolgsmeldungen, dass wieder eine Vielzahl von Drohnen abgeschossen wurden.
In den Kommentaren zu den Berichten der großen lokalen Medien ließen die Bürger ihrer Wut freien Lauf und verspotteten Behörden und Regierung. Wir haben mehrfach solche Kommentare veröffentlicht.
In den letzten Tagen gab es erneut Drohnenangriffe auf die Region Krasnodar und St. Petersburg. Wieder wurde im Raum Krasnodar eine Erdöl verarbeitende Anlage in Brand gesetzt und bei St. Petersburg wurde ein Munitionslager angegriffen. Es kam zu Explosionen, die Bevölkerung in der Nähe wurde evakuiert.
Leserkommentare zu den Berichten von Fontanka in St. Petersburg sind jetzt nicht mehr möglich, die Funktion wurde deaktiviert.
Die russische Staatsbank hat eine neue Tabelle über ihre Währungsreserven bis einschließlich 1. Mai veröffentlicht. Danach verkauft die Zentralbank seit Jahresanfang monatlich eine beträchtliche Menge an Gold - insgesamt knapp 28 Tonnen.
Russland dürfte durch den Verkauf etwa 3,7 Milliarden Euro eingenommen haben. Das russische Staatsvermögen wird aber nur zu einem geringen Teil, wenn überhaupt, bei den Bürgern ankommen. Der Staat benötigt die Einnahmen, um seinen Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren.
„Udmurtien gegen Koruption“ ist ein Telegram-Kanal, über den wir auch Meldungen über russische Kriegstote aus der russischen Teilrepublik Udmurtien beziehen. Der Gründer des Kanals, Iwan Elisejew, hatte bis zum Jahr 2021 das regionale Büro Alexej Nawalnys geleitet. Ende 2021 verließ auch Elisejew Russland, um einer Verhaftung zu entgehen.
„Udmurtien gegen Koruption“ wurde inzwischen in das russische Register der „ausländischen Agenten“ aufgenommen. Iwan Elisejew wurde aktuell vom russischen Innenministerium zur Fahndung ausgeschrieben.
Am 13. und 14. Mai startete Russland den größten Drohnenangriff auf Kiew und die gesamte Ukraine. Moskau setzte 1.567 Drohnen und 56 weitere Raketen ein. Allein in Kiew wurden 24 Menschen getötet.
Zwei Tage später griffen ukrainische Drohnen zum ersten Mal in großem Umfang die Region Moskau an. Ziele waren eine Erdölraffinerie und Betriebe mit militärischer Produktion. Mindestens drei Menschen wurden getötet.
Zum Bericht des Moskauer Internetportals MSK1 über die Schäden, gab es auch einige interessante Kommentare:
Das WZIOM ist ein staatliches Meinungsforschungsinstitut in Russland, das größte seiner Art im Land. Es veröffentlicht regelmäßig Untersuchungen über die Beliebtheitswerte des Präsidenten, der russischen Regierung und der Stimmung im Land. Im April 26 berichtete das Institut, dass die Zustimmungswerte zur Amtsführung des Präsidenten auf 65,6% gefallen wäre. Dem Ministerpräsidenten und seine Regierung bescheinigte das Institut Zustimmungswerte von 44,3%, bzw. 39,7%. Für eine deutsche Regierung wären das beruhigende Werte, im autoritären Staat Russland geht so etwas nicht.
Im Mai 2026 änderte WZIOM dann die Methodik - und siehe da, die Werte für Putin wurden besser. Zitat:
Laut den Ergebnissen einer gemeinsamen Umfrage unter Russen lag die Zustimmungsrate für die Leistung des Präsidenten im Zeitraum vom 4. Mai bis 10. Mai 2026 bei 66,8 %. Die positive Bewertung der Arbeit des Premierministers und der russischen Regierung in der vergangenen Woche betrug 42,2 % bzw. 38,9 %.
Damit kann Präsident Putin ganz gut leben und alle aktuellen politischen Probleme an seine Regierung adressieren.
Damit alles passt, hat WZIOM diesmal seine Methodik verändert. Statt einer reinen Telefonbefragung der Bürger, ist man jetzt zusätzlich von Haustüre zu Haustüre gegangen und hat die Menschen direkt angesprochen.
Frage an unsere Leser: Würden Sie in einem autoritären Staat eine ehrliche Antwort geben, wenn ein Unbekannter vor ihrer Tür steht und Sie nach Ihrer Meinung zum Präsidenten befragt? Auch wenn der Frager versichern würde, alles bliebe anonym?