31.05.2026 -- 213.686// Zuwachs zum 30.04.2026: 7.376

Iwan Igorewitsch, 18 Jahre
Ein Jahr bevor der russische Angriff begann war Iwan Igorewitsch Mechaljew von zuhause ausgebüxt und wurde öffentlich gesucht. Damals war er 14 Jahre alt, geboren im Jahr 2006 und lebte in der geschlossenen Stadt Nowouralsk in der Oblast Swerdlowsk. Iwan wurde wieder eingefangen und meldete sich vier Jahre später freiwillig zum Kriegsdienst in der Ukraine. Am 17. Juni 2025 wurde er getötet.

Ilja Weniaminowitsch, 19 Jahre
In der Ukraine geboren, für Russland gestorben. Ilja Weniaminowitsch Makovoj wurde am 23. Juni 2003 in Sewastopol auf der Krim geboren. Nach seiner Ausbildung als Schweißer im Schiffsbau wurde er im Jahr 2023 zum Wehrdienst in der russischen Armee eingezogen. Während seiner Armeezeit verpflichtete er sich zum Vertragsdienst. Im Oktober 2023 erschien er nicht bei seiner Einheit und wurde Anfang Februar 2024 deshalb festgenommen. Vom Militärgericht bekam er eine Strafe von 5, 5 Jahren. Die saß er nicht ab, sondern schloss einen neuen Vertrag zum Kriegsdienst, den er nicht überlebte. Am 20.11.25 wurde er begraben.

Fjodor Allenowitsch, 22 Jahre
Kurzzeitsoldat Fjodor Allenowitsch Latschkow wurde am 7.3.2003 in Omsk geboren. Nach seinem Wehrdienst schloss er im Mai 2025 freiwillig einen Vertrag zum Kriegsdienst und war am 30. Juni 25 bereits tot. Die Partei „Einiges Russland“ verklärt sein Andenken:
„Er schonte sein Leben nicht, für jeden seiner Landsleute, für jeden von uns. Im blutigen Kampf gegen die Neonazis wurde er zu einem wahren Helden für alle Bewohner unserer Region, zu einem wahren Patrioten seines Landes. Unser Vaterland erlitt einen unersetzlichen Verlust, indem es einen verdienten Bürger der Region und einen wahren Patrioten Russlands verlor. Der Mut, die Selbstlosigkeit und der Patriotismus, mit denen Fjodor ausgestattet war, dienten nicht nur ihm persönlich, sondern leisteten auch einen enormen Beitrag zur Sicherheit und zum Wohlergehen unseres Landes. Seine Tapferkeit, seine Hingabe und seine Bereitschaft, sein Leben für andere zu opfern, sind der größte Akt der Tapferkeit.“
Stanislaw Sergejewitsch, 21 Jahre
Der Junge auf dem Foto ist Stanislaw Sergejewitsch Dergatschew, geboren am 20. Februar 2004. Das Foto wurde im Juni 2020 aufgenommen. Damals war Stanislaw Mitglied des militärisch-industriellen Komplexes KORSA, einer Abteilung der Jugendarmee Junarmija in der russisch besetzten Stadt Gorlowka in der Ukraine. „Im Klub erlernte er den gewissenhaften Umgang mit Waffen, taktisches Training und die medizinische Versorgung. Er zeichnete sich durch Disziplin, Verantwortungsbewusstsein und die ständige Hilfsbereitschaft gegenüber seinen Kameraden aus“, schreibt der Klub über sein ehemaliges Mitglied. Seine weiterer Lebensweg war damit vorgezeichnet. Stanislaw ging zum russischen Militär, bekam das Offizierspatent und beteiligte sich am Krieg gegen sein eigenes Land. Am 27. August 2025 war er tot.

Tembulat Aniuarowitsch, 21 Jahre
Tembulat Aniuarowitsch Pschichopow, geboren am 2. Mai 2003, war sicher kein lieber Junge. Tembulat kam aus der Stadt Nartkala in der russischen Teilrepublik Kabardino-Balkarien. In jungen Jahren war Tembulat bereits vorbestraft und Ende 2023 wurde erneut über ihn verhandelt. Tembulat hatte ein Smartphone im Wert von rund 500 € gestohlen. Er war geständig und bekam zwei Jahre und acht Monate Haft aufgebrummt. Auch Tembulat war ein wirklich dummer junger Mann. Er meldete sich freiwillig und am 8. April 2025 wurde die Todesstrafe vollstreckt.

Iwan Michailowitsch, 22 Jahre
Eine Sekundarschule in seiner Geburtsstadt Perwouralsk / Oblast Swerlowsk trägt jetzt den Namen von Iwan Michailowitsch Estechin (15.07.2001 - 05.12.2023). Iwan war angeblich dort Musterschüler, Kadett und wollte mal General werden. Im Jahr 2023 bekam er sein Offizierspatent, danach bildete er Nachwuchs in Wladiwostok aus und wurde schließlich als Panzerkommandant an die Front versetzt. Am 5. Dezember 2023 wurde seine Karriere- und Familienplanung obsolet.

Matwej Nikolajewitsch, gerade 19 Jahre
Wieder eine Waisengeschichte: Matwej Nikolajewitsch Kachalow, geboren am 2. Dezember 2005, lebte im Dorf Parabel in der Region Tomsk (VKontakte). Er wuchs bei seiner Großmutter und bei seiner Tante auf, später im Kinderhilfszentrum. Er wollte Koch werden, zunächst blieb ihm nur der Weg zum Sozialamt. Und weil nicht alles schon kompliziert genug wäre, schwängerte er auch noch ein junges Mädchen seines Alters. Auch er sah im Kriegsdienst in der Ukraine eine Lösung seiner Probleme. Sein Kind war gerade vier Monate alt, als Matwej am 6.12.2024 getötet wurde.

Wadim Olegowitsch, 21 Jahre
Mit 21 Jahren war Wadim bereits für die russische Gesellschaft ein Verlierer. Er war Waise, wuchs in einer Pflegefamilie auf. Und nach seinem Berufsschulabschluss bekam er keine feste Anstellung. So suchte er sein Heil im Kriegsdienst. Ohne militärische Ausbildung unterzeichnete er im September 2025 einen Vertrag und wie es sich für einen Verlierer gehört, war er bereits am 2. Oktober 2025 tot. Wadim Olegowitsch Uschakin, geboren am 13. September 2004, lebte im großen Dorf Onochoi in Burjatien.

Jan Stanislawowitsch, 18 Jahre
Jan Stanislawowitsch Morosow (07.12.2006 - 25.09.2025) wuchs in Korjaschma auf, einer Stadt in der Oblast Archangelsk. Er hatte Navigator in der Binnenschiffahrt gelernt, arbeitete aber in der Gastronomie. Ohne abgeleisteten Wehrdienst meldete er sich freiwillig zum Krieg und wurde getötet. Seine ehemalige Schule hat den lieben Kinderlein Grausliges im Nachruf zu erzählen: „ Er befreite russisches Territorium von ukrainischen Neonazis und NATO-Truppen, die täglich friedliche Städte und Dörfer beschossen und Kinder, Frauen und Alte töteten und verstümmelten."

Kirill Pawlowitsch, 18 Jahre
Ein aktuelleres Foto von Kirill haben wir nicht gefunden. Damals war er 11 Jahre alt und hat seinen VKontakte-Status danach nicht weiter gepflegt. Sieben Jahre später gibt es nur noch sein Foto auf seinem Grab. Kirill Pawlowitsch Osadtschi, geboren am 7. April 2007, wuchs in der Großstadt Selenograd auf, die zum Stadtgebiet von Moskau gehört. Am 31. August 2025 wurde er im Kriegsgebiet getötet.

Pawel Jegorowitsch, 20 Jahre
Telegramkanal "Die Toten aus Jakutien"

Denis Alexandrowitsch, 19 Jahre
Seine Mutter hat Denis gesucht, er wäre seit dem 30. Juli an der Front vermisst. Denis Alexandrowitsch Achmetow. geboren am 29.05.2006, lebte in der Erdöl-Großstadt Nojabrsk im „Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen". Seine Schule feiert & trauert um einen Helden zugleich: „Er war erst 19 Jahre alt. Er war Sohn, Bruder, Freund … Er war ein ganz normaler Mensch, doch in seiner Stunde der Prüfung wurde er zum Helden und gab sein Leben für sein Vaterland, für uns alle. Seine Tat ist unvergänglich, und sein Andenken wird für immer in unseren Herzen weiterleben. Wir verneigen uns tief vor dir, Soldat!"

Stanislaw Iwanowitsch, 18 Jahre
Nur acht Monate lang war Stanislaw achtzehn Jahre alt. Er hatte sich am 13. März 2025 freiwillig zum Militär gemeldet, nach dem 3. Mai konnte seine Mutter ihn nicht mehr erreichen. Stanislaw Iwanowitsch Tschistjakow, geboren am 1. August 2006. kam aus der Großstadt Orsk in der Oblast Orenburg.
Ignat Ruslanowitsch, 19 Jahre
„Prokudin, Staatsbürger der Russischen Föderation, mit unvollständiger Sekundarschulbildung, ledig, arbeitslos, gemeldet und wohnhaft unter der Adresse ... wird beschuldigt, eine Ordnungswidrigkeit gemäß Artikel 20.1, Teil 1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten der Russischen Föderation begangen zu haben", beginnt das Protokoll einer Gerichtsverhandlung vom Januar 2024 in der Großstadt Wolschki, Oblast Wolgograd. Ignat hatte betrunken in einem örtlichen Geschäft randaliert und wurde zu drei Tagen Ordnungshaft verurteilt. Die drei Tage saß der junge Mann auf einer Arschbacke ab, Besserung nicht in Sicht. Am 30. Mai 24 stand er wieder in einem ähnlichen Fall vor Gericht und wurde verurteilt. So landete Ignat als Freiwilliger im Krieg, Anfang September wurde er an der Front „entsorgt". Ignat Ruslanowitsch Prokudin, geboren am 01. Oktober 2005, getötet am 06. September 2024.

Wladimir Sergejewitsch, 22 Jahre
Das "Regionale Kinderkrankenhaus zur Behandlung von Tuberkulose" in Krasnokamensk/Transbaikalien hat sich einen Helden gebastelt. Wladimir Sergejewitsch Bylkow, geboren am 03.10.2002, hatte dort eine Ausbildung zum Krankenpfleger und Rettungssanitäter absolviert. Doch Wladimir wollte lieber Menschen töten, als junge Kranke zu behandeln und meldete sich am 15.10.2024 zum Kriegsdienst. Am 10.11.24 war er bereits an der Front, am 13.11.24 war er höchst wahrscheinlich tot. „Unsere 3. Kompanie erlebte zwei volle Siegestage. Am 11. November schlossen wir unseren Kampfeinsatz in zwei Stunden ab. Alle waren am 11. und 12. November am Leben. Es war der 13. November. Es gab einen erfolgreichen Angriff. Unsere Männer sind wahre Helden! Bitte leiten Sie dies an alle ihre Familien weiter", jubiliert das Krankenhaus in seinem Nachruf. Wladimir dagegen moderte noch ein ganzes Jahr in irgend einem Graben, bis er im Oktober 2025 geborgen werden konnte.

Iwan Stanislawowitsch, 18 Jahre
Als er noch ein paar Jahre jünger war, charakterisierte sich Wanja selbst so: "Ich spiele gerne Fußball, Minecraft und Basketball mit meiner Schwester. Ich bin ein fröhlicher und lebhafter Junge!!!" Sechs Jahre später, 18 Jahre alt, mutierte er dann zum Mari-Krieger, der für die russische Welt in den Krieg zog und in der Ukraine getötet wurde - heldenhaft versteht sich. Iwan Stanislawowitsch Jurtikow, geboren am 5. Januar 2007, getötet am 24. Oktober 2025, wuchs im Mari-Dorf Krjukowtsy mit weniger als 50 Bewohnern in der russischen Teilrepublik Mari El auf.

Kirill Olegowitsch, 18 Jahre
Kirill Olegowitsch Kalinin, geboren am 16.06.2006, wuchs in der Stadt Wjasniki in der Oblast Wladimir auf. Eine Berufsausbildung hatte er wohl nicht, er arbeitete in einer Molkerei. Ende 2024 reiste er wegen der höheren Antrittsprämie nach Tula und unterschrieb dort einen Militärvertrag. Im April 2025 wurde er an der Front vermisst, im Juni fand man seine Leiche in einem Graben, erst Ende Oktober wurde er begraben. Seine Stiefgroßmutter, die ihn groß gezogen hatte, bekommt keine Entschädigung, da sie nicht direkt mit ihm verwandt ist.

Ilja Wassiljewitsch, 18 Jahre
Am 2. August 2025 wurde Ilja 18 Jahre alt. Sehr kurz danach, im August unterzeichnete er einen Vertrag mit der russischen Armee. Ohne Ausbildung, ohne Lebenserfahrung, ohne Verstand ging er an die Front und wurde am 20. Oktober 25 bereits getötet. Ilja Wassiljewitsch Wassiljew kam aus er Kleinstadt Swenigowo in der russischen Teilrepublik Mari El und hatte seine Lehre zuvor abgebrochen. "Das Schicksal wollte es, dass Ilja bei der Erfüllung einer Kampfaufgabe in der Zone einer speziellen Militäroperation heldenhaft ums Leben kam", schrieb seine Schule. Als entbehrlicher Soldat war sein Tod zwangsläufig, das Schicksal war völlig unschuldig.

Anton Wladimirowitsch, 19 Jahre
Für Anton finden sich zahlreiche Traueranzeigen im Internet, aber leider bleibt unbekannt, ob er als Wehrpflichtiger oder als Freiwilliger getötet wurde. Anton Wladimirowitsch Smirnow wurde am 22. Januar 2006 im Dorf Beresowka in der Region Perm geboren und am 20.03.25 an der Grenze der Region Kursk getötet. "Anton Wladimirowitsch Smirnow glaubte fest an Russlands Zukunft, an seine Fähigkeit, jede Herausforderung zu meistern und einen starken und prosperierenden Staat aufzubauen. Er war ein Mann von starkem Willen und unerschütterlichem Charakter, für den Ehre, Pflicht und Vaterlandsliebe heilig waren", fabuliert der Nachruf.

Vitaly Gennadijewitsch, 18 Jahre
Vitaly kam aus dem Dorf Tirljansky im Osten Baschkortostans. Nach neun Schulklassen begann er keine Ausbildung, stattdessen bastelte er zuhause in der Garage an Autos und Motorrädern. Am 15. Februar 2025 wurde er 18 Jahre alt und er zögerte nicht lange - im April 25 schloss er einen Vertrag zum Kriegsdienst mit dem russischen Militär. Der dumme Junge wurde schnell verheizt, bereits im Mai war er tot. Für die Beerdigung ließ man sich mehr Zeit. Am 27. Oktober 2025 wurde er begraben. Vitaly Gennadijewitsch Swistunow, geboren am 15. Februar 2007, wäre war ein freundlicher Mensch, ein ergebener Freund und Kamerad, mitfühlend und konfliktscheu gewesen, schreibt der Nachruf.

Der Mann auf dem Foto scheint aus Stanley Kubriks Film „Clockwork Orange“ gefallen. Tatsächlich gehörte Michail Komarow zur Rollenspielszene der russischen Stadt Kirow. Wir haben noch ein zweites Foto mit ihm gefunden, das wohl eine Szene aus dem Film „Stalker“ nachstellt. Der Film basiert auf dem Buch „Picknick am Wegesrand“ von den Strugatzki Brüdern. Das Strugatzki-Buch hat er wohl nicht begriffen. Denn am Ende der Geschichte wünschte sich der Stalker Roderic keinen persönlichen Vorteil, sondern „Glück für alle, umsonst, niemand soll erniedrigt von hier fortgehen“. Michail aber zog freiwillig in den Krieg gegen die Ukraine, es wäre seine bewusste Entscheidung gewesen. Ende April 2026 wurde er in Kirow bestattet.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
17.04.2026
Sergej Jewgenjewitsch Jaschow, 32 Jahre alt
Status: Verstorben
Geburtsdatum: 03.08.1993
Todesdatum: 17.12.2025 (Beerdigung: 16.04.2026 in Ussuriysk)
Geburtsort: Olekminsk, Olekminsker Ulus
Todesort: Sewersk, Lugansk-Region
Dienstart: Vertragsdienst seit November 2025
Dienstort: Maschinengewehrschütze, 123. Motosturmbrigade
Kinder: 2
Die russische Staatsbank hat eine neue Tabelle über ihre Währungsreserven bis einschließlich 1. Mai veröffentlicht. Danach verkauft die Zentralbank seit Jahresanfang monatlich eine beträchtliche Menge an Gold - insgesamt knapp 28 Tonnen.
Russland dürfte durch den Verkauf etwa 3,7 Milliarden Euro eingenommen haben. Das russische Staatsvermögen wird aber nur zu einem geringen Teil, wenn überhaupt, bei den Bürgern ankommen. Der Staat benötigt die Einnahmen, um seinen Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren.
„Udmurtien gegen Koruption“ ist ein Telegram-Kanal, über den wir auch Meldungen über russische Kriegstote aus der russischen Teilrepublik Udmurtien beziehen. Der Gründer des Kanals, Iwan Elisejew, hatte bis zum Jahr 2021 das regionale Büro Alexej Nawalnys geleitet. Ende 2021 verließ auch Elisejew Russland, um einer Verhaftung zu entgehen.
„Udmurtien gegen Koruption“ wurde inzwischen in das russische Register der „ausländischen Agenten“ aufgenommen. Iwan Elisejew wurde aktuell vom russischen Innenministerium zur Fahndung ausgeschrieben.
Am 13. und 14. Mai startete Russland den größten Drohnenangriff auf Kiew und die gesamte Ukraine. Moskau setzte 1.567 Drohnen und 56 weitere Raketen ein. Allein in Kiew wurden 24 Menschen getötet.
Zwei Tage später griffen ukrainische Drohnen zum ersten Mal in großem Umfang die Region Moskau an. Ziele waren eine Erdölraffinerie und Betriebe mit militärischer Produktion. Mindestens drei Menschen wurden getötet.
Zum Bericht des Moskauer Internetportals MSK1 über die Schäden, gab es auch einige interessante Kommentare:
Das WZIOM ist ein staatliches Meinungsforschungsinstitut in Russland, das größte seiner Art im Land. Es veröffentlicht regelmäßig Untersuchungen über die Beliebtheitswerte des Präsidenten, der russischen Regierung und der Stimmung im Land. Im April 26 berichtete das Institut, dass die Zustimmungswerte zur Amtsführung des Präsidenten auf 65,6% gefallen wäre. Dem Ministerpräsidenten und seine Regierung bescheinigte das Institut Zustimmungswerte von 44,3%, bzw. 39,7%. Für eine deutsche Regierung wären das beruhigende Werte, im autoritären Staat Russland geht so etwas nicht.
Im Mai 2026 änderte WZIOM dann die Methodik - und siehe da, die Werte für Putin wurden besser. Zitat:
Laut den Ergebnissen einer gemeinsamen Umfrage unter Russen lag die Zustimmungsrate für die Leistung des Präsidenten im Zeitraum vom 4. Mai bis 10. Mai 2026 bei 66,8 %. Die positive Bewertung der Arbeit des Premierministers und der russischen Regierung in der vergangenen Woche betrug 42,2 % bzw. 38,9 %.
Damit kann Präsident Putin ganz gut leben und alle aktuellen politischen Probleme an seine Regierung adressieren.
Damit alles passt, hat WZIOM diesmal seine Methodik verändert. Statt einer reinen Telefonbefragung der Bürger, ist man jetzt zusätzlich von Haustüre zu Haustüre gegangen und hat die Menschen direkt angesprochen.
Frage an unsere Leser: Würden Sie in einem autoritären Staat eine ehrliche Antwort geben, wenn ein Unbekannter vor ihrer Tür steht und Sie nach Ihrer Meinung zum Präsidenten befragt? Auch wenn der Frager versichern würde, alles bliebe anonym?