31.03.2026 -- 199.201// Zuwachs zum 28.02.2026: 8.227

Artem Batyrbekowitsch, 19 Jahre
„Wer Angst hat, ist schon halb besiegt“, schreibt Artem auf seiner VKontakte-Seite. Hätte er nur Angst gehabt und sich deshalb nicht zum Krieg gemeldet, würde er heute noch leben. So starb Artem als ethnischer Kasache für die russische Welt. Artem Batyrbekowitsch Schenspajew (29.12.2005 - 25.05.2024) stammte aus der Stadt Kartaly in der Oblast Tscheljabinsk. Erst im August 2025 wurde sein Tod bekannt. Der Patch auf seiner Mütze bedeutet: „Mama sagte, ich solle es anziehen".
Denis Andrejewitsch, 19 Jahre
„Er sagte: ‚Mama, ich gehe auf einen Kampfeinsatz.‘ Seitdem habe ich nichts mehr von meinem Sohn gehört“, sagt Swetlana, die nach ihrem vermissten Sohn sucht. Im Untersuchungsgefängnis wurde Denis ein Vertrag als Freiwilliger untergeschoben, weil er sich so einer Verurteilung entziehen könne. Damit wurde aus einer eventuellen Gefängnisstrafe ein Todesurteil. Denis Andrejewitsch Talalajew, geboren am 11. September 2005 in Sergijew Possad, Region Moskau, hatte am 9.11.24 zuletzt mit seiner Mutter Kontakt, die Todesurkunde wurde zum 20.11. ausgestellt. Mitte Mai 25 hatte die Mutter Gewissheit.

Alexander Michailowitsch, 18 Jahre
Alexander war für den Wehrdienst untauglich, aber er wollte unbedingt Soldat werden. Meldet man sich als Freiwilliger für den Ukrainekrieg, dann nimmt das Militär jeden, der auf zwei Beinen laufen kann. Alexander erzählte erst einen Tag vor seiner Abreise von seiner Vertragsunterschrift, weil er die Reaktion seiner Familie geahnt hatte. Fünf Monate nach seinem 18. Geburtstag wurde er in seinem Heimatdorf begraben. Alexander Michailowitsch Gwosdew, geboren am 21. Februar 2007, lebte im großen Dorf Grigoropolis in der Region Stawropol.

Schamil Rinatowitsch, 18 Jahre
Schamil Rinatowitsch Auchatow wurde am 8. September 2006 im Dorf Kusbajewo in Baschkortostan geboren. Mit 12 Jahren kam er in ein Kinderheim, danach in eine Pflegefamilie. Als er sechzehn war, machte er eine Ausbildung zum Landwirt. Die machte er gut, gewann Preise und sogar ein Stipendium der Republik Baschkortostan. Doch seine Familie unterstützte seine Entscheidung, als Freiwilliger in den Krieg zu ziehen. "Jetzt bin ich ein Verteidiger der Heimat", schrieb er zum Abschiedsfoto mit der Familie. Er wurde verletzt und zeigte danach einige düstere Grafiken auf seiner VKontakte-Seite. Am 6. Juni 25 wurden diese Ahnungen wahr.

Stanislaw Romanowitsch, 19 Jahre
Stas, ein junger Kolyma-Bewohner wurde am 2. Juli 25 im Krieg in der Ukraine getötet. Er verpasste seinen 20. Geburtstag um 20 Tage. Über Stanislaw Romanowitsch Sodnajtis, geboren am 22.07.2005 in Magadan, war kaum etwas zu erfahren. Er legte nach Bedarf einen neuen VKontakte-Account an, den er danach kaum mehr bediente. Stas mit 12 Jahren, mit 14 Jahren und mit 18 Jahren.

Alexander Konstantinowitsch, 19 Jahre
Mit abgeknabberten Fingernägeln malte Sascha eine Nationalflagge unter seine Klassenarbeit. Leider wählte er den falschen Weg zur eigenen Identität. Am 25. Januar 2025 meldete er sich freiwillig zum Krieg in der Ukraine. Am 2. Mai brach er zu einem Angriff auf, von dem er nicht lebend zurück kam. So wurde er am 16. Mai bestattet. Alexander Konstantinowitsch Scherstobitow, geboren am 07. April 2006, wuchs in der Stadt Miass in der Oblast Tscheljabinsk auf.

Nikita Alexejewitsch, 18 Jahre
Nach dem Schulende hat Nikita eine Lehre als Holzschnitzer an der Hochschule für Traditionelle Künste der Völker Transbaikaliens angefangen. Als ältester Sohn einer großen Familie, bei der der Vater abhanden gekommen war, musste Nikita wohl Geld nach Hause bringen. So zog Nikita ohne militärische Kenntnisse im Februar 2025 in den Krieg, den er nicht überlebte. Nikita Alexejewitsch Nadmitow (07.11.2006 - 31.07.2025) wuchs im Dorf Iwolginsk in Burjatien auf.

Alexander Dimitriewitsch, 19 Jahre
Am 25. Mai 2024 ist das obige Foto entstanden. Christina und Alexander waren ein Paar, beide hatten gerade die finale Kadettenklasse in der Stadt Serow abgeschlossen. Christina geht es noch immer gut, sie posiert für Fotos gut geschminkt mit wechselndem Outfit auf ihrer VKontakte-Seite. Alexander dagegen ist in den Krieg gezogen und war nach einem halben Jahr tot. Alexander Dmitrijewitsch Lewschin, (06.04.2006 - 12.08.2025) wuchs in der Stadt Krasnoturjinsk in der Oblast Swerdlowsk auf. Am 2. September wurde er begraben.

Sergej Sergejewitsch, 23 Jahre
Sergej Sergejewitsch Mardaschew (05.04.2001 - 12.01.2025) wuchs in der Staniza Beisug in der Region Krasnodar auf. Im Jahr 2022 erwarb er sein Offizierspatent, wurde Leutnant, zog in den Krieg und wurde getötet. Er hätte sein Leben für die Zukunft des Landes und den Frieden in jeder Familie gegeben, fabuliert der Nachruf der örtlichen Internetzeitung. Jedoch wer den Frieden will, beteiligt sich nicht an einem Krieg im fremden Land.

Dmitri Romanowitsch, 19 Jahre
Dmitri Romanowitsch Gurtskaja, geboren am 31.10.2005, lebte in der Stadt Nischnjaja Tura, einer geschlossenen Stadt in der Region Swerdlowsk. Auch er nahm den Schnellzug in den Tod, am 24. März 2025 wurde er getötet und am 28.08. begraben. " Die Beisetzung erfolgt auf der Allee des Ruhms in Nischnijaja Tura. Dmitri bewies Mut und Heldentum und wurde für uns alle zu einem Beispiel für Standhaftigkeit und Willenskraft. Sein Beitrag zur Verteidigung des Landes ist unbezahlbar und wird für immer in die Geschichte eingehen", schreibt das Lokalblatt.

Aijat Gairatowitsch, 18 Jahre
Aijat Gairatowitsch Achmedow, geboren am 26. Mai 2006, nahm kurz nach seinem 18. Geburtstag den Expresszug in den Tod. Er meldete sich ohne jede militärische Erfahrung freiwillig - am 5. September 2024 war er tot. Zur Beisetzung saß er dann im Bummelzug, die fand erst am 18.08.25 statt. Aijat kam aus dem Dorf Dergatschi in der Region Saratow.

Danil Alexandrowitsch, 23 Jahre
Danil Alexandrowitsch Schilin, geboren am 25.10,2002, kam aus Magadan im fernen Osten Russlands. Mit seinen jungen Jahren hatte er schon sechs Gerichtsverfahren hinter sich gebracht. Wir haben keines der Protokolle gelesen, uns reichte eine Odnoklassniki-Nachricht vom 24. Januar 2023. Danach hat er zwei Mobiltelefone in einem Vorort von Magadan gestohlen. Solche Vergehen kommen in Russland kaum mehr zur Verhandlung, den Delinquenten wird statt Urteil und Strafe ein Militärvertrag angeboten. Danil wurde am 6. April 2025 im Krieg getötet.

Mark Dmitrijewitsch, 19 Jahre
Mark Dmitrijewitsch Guselnikow wurde am21. Januar 2006 in der Stadt Gussinoosjorsk in Burjatien geboren. Er zog mit seinen Eltern aber bald nach Krasnojarsk. Nach der Schule reichte es gerade zu einer Ausbildung als Schweißer, die er nicht abschloss. Im Juli 2024 meldete er sich zum Kriegsdienst in der Ukraine, eine militärische Ausbildung hatte er nicht. Er landete in einer Drohneneinheit in der Region Kursk. Dort wurde er am 5. August 25 getötet. (Link)

Ainas Ilgisowitsch, 18 Jahre
Bei all den sehr jungen Kriegstoten meint man, dass diese den Tiefpunkt einer inhumanen Gesellschaft darstellen. Weit gefehlt, es gibt immer noch schlimmere Fälle. Da wäre Ainas Ilgisowitsch Jumadilow, geboren am 04. November 2006, der im Dorf Inzer in Baschkortostan aufwuchs. Ainas war sicher nicht die hellste Kerze im Dorf. Nach der Schule machte er eine Ausbildung zum Schweißer. Zu der wird man verdonnert, wenn man dem Jugendlichen nichts Anspruchsvolleres zutraut. Ainas hat diese Ausbildung geschmissen. Am 4.11.24 wurde Ainas 18 Jahre alt und hat sich direkt danach zum Kriegsdienst verpflichtet. Militärische Kenntnisse und Erfahrungen hatte er nicht. Und am 13. Dezember 2024, also sechs Wochen nach seinem Geburtstag, war Ainas tot - gefallen in der Ukraine. Niemand hat den Jungen aufgehalten und niemand bedauert seinen sinnlosen Tod. Erst am 15.08.25 wurde er in seinem Dorf begraben.

Artur Ilnarowitsch, 19 Jahre
Artur Ilnarowitsch Gimakajew, auf dem Foto rechts, wuchs im großen Dorf Krasnocholmsky in Baschkortostan auf. Artur, geboren am 19. Juni 2006, gab auf seiner VKontakte-Seite an, für Adidas zu arbeiten. Er war ein junger Wehrpflichtiger, der in die Kampfhandlungen geworfen wurde. Sein Todestag wird nicht genannt, wir wissen deshalb nicht, ob er seinen 19. Geburtstag noch erlebt hat.

Roman Sergejewitsch, 19 Jahre
Roman war auch Teil der durch russische Propaganda hervorgerufenen Selbstüberschätzung. "Russland beginnt keine Kriege, es beendet sie", schrieb er auf seiner VKontakte-Seite am 25.03.25 bevor er in den Krieg zog. Beendet wurde Romans Leben, am 14.08.25 wurde er begraben. Roman Sergejewitsch Usow, geboren am 9. März 2006, wuchs in der großen Staniza Wysselki in der Region Krasnodar auf.

Maxim Alexandrowitsch, 19 Jahre
Die Verantwortung tragen Schule & Elternhaus: Maxim Alexandrowitsch Schuchanow, geboren am 11.10.2005, wuchs in Tscheljabinsk auf. Seine Mutter wird auf der Seite der Schule zitiert: " Er schloss neun Klassen ab und bekam eine Anstellung. Zur speziellen Militäroperation kam er auf eigenen Wunsch, nachdem er einen Vertrag unterschrieben hatte. Die Ausbildung des Bataillons dauerte nur vier Tage ... Ein Sturmgranatwerferbediener, ein Verstärkungsbataillon ... Er hatte noch nie einen Granatwerfer abgefeuert, es war das erste Mal, dass er einen in der Hand hielt. Am 18. Februar hatte mein Sohn seinen ersten Kampfeinsatz, und am 20. Februar konnte er seinen Kommandeur nicht kontaktieren und wurde als vermisst gemeldet."

Astemir Adiljewitsch, 19 Jahre
Astemir Adiljewitsch Otarbajew, geboren am18. Mai 2006, wuchs im Nogai-Dorf Kunbatar in der russischen Teilrepublik Dagestan auf. Die Nogaier sind eine turksprachige Ethnie, die sich als Nachfahren von Dschingis Khan begreifen. Astemir leistete seinen Wehrdienst, wurde zum Kriegsdienst "überredet" und getötet. Er hätte von einer schönen Zukunft geträumt, einer Familie und Reisen, erzählt seine Mutter. Doch die örtliche Presse will einen Helden aus ihm machen. Sein Mut würde künftige Generationen von Nogais inspirieren. "Patriotismus ist die Essenz der Natur der Nogai-Reiter", schreibt Autorin Galima.

Nikita Vitaljewitsch, 19 Jahre
Nikita, geboren am 5. April 2005, ist in der Siedlung Sosnowy Bor aufgewachsen, einer ehemaligen geschlossenen Militäreinrichtung nahe Ulan-Ude, der Hauptstadt Burjatiens. Die Siedlung ist heute öffentlich, aber das Militär ist noch immer da, folglich hätte sich Nikita und seine Familie mit den Gepflogenheiten des Militärs und den Konsequenzen eines Freiwilligenvertrages auskennen müssen. Trotzdem - im Mai 2025 unterschrieb Nikita Vitaljewitsch Ustinow einen Vertrag zum Kriegsdienst - am 7. Juni 25, wahrscheinlich bei seinem ersten Einsatz, wurde er in der Ukraine getötet. (Link)

Sergej Jewgenjewitsch, 20 Jahre
Sergej Jewgenjewitsch Kungurtsew, geboren am 21.06.2005, lebte in Jekaterinburg und war ein richtiger Schluri, spielsüchtig und pleite. Mit weit hergeholten Begründungen schaffte er es aber, mindestens drei Personen zu überzeugen, Geld auf sein Konto zu überweisen, das er dann umgehend an ein Online-Spielkasino weiterleitete. Rund 67.000 Rubel (ca. 710 €) ergaunerte er sich erfolgreich, handelte sich dafür vor Gericht am Ende des Jahres 2023 genau 480 Stunden Zwangsarbeit ein. Und natürlich musste er alles zurückzahlen. So machte er den nächsten Fehler, verpflichtete sich zum Kriegsdienst und wurde am 16.10.24 getötet.

In ein paar Sätzen kann man die Lebensgeschichte von Nikolai Petrowitsch Pychtin kaum erzählen. Nikolai, 51 Jahre, arbeitete als Schuhmacher für Bedürftige in der Stadt Tscheremchowo, etwa 75 km von Irkutsk entfernt. Hinter ihm lag eine Haftstrafe wegen Mordes und Raubes von 11 Jahren. Nach der Entlassung gab er an, er hätte zu Gott gefunden, änderte seinen Namen in „Geschenk Gottes (Dar Bog)“ und eröffnete eine Werkstatt zur Reparatur von Schuhen für Arme, Behinderte und Obdachlose. Im Winter konnten Obdachlose auch dort schlafen. Im Oktober 2023 unterzeichnete er freiwillig einen Vertrag und zog in den Krieg in die Ukraine. Nikolai sagte, als Christ müsse er dort sein, wo die Not am größten sei. Am 4. Juli 2025 wurde er getötet.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Überall in Russland wird Werbung für den Vertragsdienst beim russischen Militär geschaltet, denn Russland benötigt jeden Monat mehr als 30.000 frische Soldaten, um die Verluste an Verletzten und getöteten Soldaten an der Front in der Ukraine wieder wett zu machen. Die in den Anzeigen ausgelobten Beträge sind häufig reine Fiktion, sie entsprechen nicht den Vertragsbedingungen. Die hohen Summen bei Vertragsunterzeichnung gibt es nur in wenigen Regionen, der angegebene monatliche Verdienst wird nur dann bezahlt, wenn man an vorderster Front bei den Sturmtruppen aktiv ist. Ist der Soldat verletzt und befindet sich in Behandlung wird nur ein Bruchteil bezahlt. Zudem stellt die Armee nur eine bescheidene Ausrüstung, Schutzwesten, Brillen, Handschuhe usw müssen die Soldaten selbst bezahlen. Auch die Kommandeure verlangen einen großen Obolus für die Regimentskasse, weil sonst der Nachschub nicht gewährleistet wird.
Aktuell ist eine Anzeige aufgetaucht, die 17,5 Millionen Rubel für eine Vertragsunterzeichnung verspricht. 17,5 Millionen Rubel sind umgerechnet knapp 200.000 €, kaufkraftbereinigt sogar noch deutlich mehr. Bei solchen Summen kann man schon mal schwach werden und das Risiko eines Vertragsdienstes auf sich nehmen. Bei einem genaueren Blick auf die Details erfährt der Soldat, dass die vielen Rubel nur dann rollen, wenn er -vertragsgemäß- tot von der Front nach Hause kommt. Ein kriegsunterstützender Telegram-Kanal schreibt zur Anzeige: „In der Werbung wird der jährliche Verdienst zusammen mit der Sterbegeldversicherung angegeben. Könnte jemand Verantwortlicher diesen Werbetreibenden endlich eine Abfuhr erteilen?“
Innokentij Konstantinowitsch Rojew (Rufzeichen „Max“), 41 Jahre
Status: Gefallen
Geburtsdatum: 11.04.1984
Todesdatum: 08.08.2025
Geburtsort: Dorf Neryuktayinsk-1, Ulus Olekminsky
Sterbeort: Unbekannt
Dienstart: Zeitdienst seit Sommer 2025
Kinder (Anzahl): 3
Zivilberuf: Förster
Wohnte in: Pokrowsk, Hangalasski Ulus
Originalnachricht des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha“
Den Medien in Russland ist es verboten, über die Resultate ukrainischer Drohnenangriffe zu berichten. Es werden deshalb ausschließlich Erfolgsmeldungen veröffentlicht - wie zum Beispiel „42 Drohnen abgeschossen“. In der Nacht vom 3. auf 4. April 2026 gab es einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Chemiewerk in der Stadt Toljatti in der Region Samara. Um etwas über die Stimmung unter der Bevölkerung zu erfahren, lohnt es sich, die Kommentare zu den Presseberichten zu lesen:
Das russische Militär braucht dringend frische Zeitsoldaten, um die Verluste an der Front in der Ukraine auszugleichen. Für technikaffine junge Leute gibt es deshalb die Möglichkeit, als Drohnenpilot ausgebildet zu werden. Bisher wurden hauptsächlich junge Studenten, die über 18 Jahre alt waren, an den Hochschulen und Fachschulen gezielt angesprochen. In Wolgograd machen jetzt bereits einige Schulen Werbung zum Vertragsdienst als Drohnenpilot.
Spätestens mit 16 Jahren endet in Russland die Schulzeit, so auch in den beiden Sekundarschulen Nr. 57 und 83. in Wolgograd. Und doch fand sich auf den VKontakte-Seiten der beiden Schulen am 13. Februar 2026 eine Werbeanzeige für den Vertragsdienst in der russischen Armee, speziell als Drohnenpilot. Die Schule Nr. 57 hat die Anzeige inzwischen entfernt, auf den Seiten der Schule Nr. 83 ist die Anzeige immer noch zu finden.
Die Werbeanzeige der Schule Nr. 57, die Anzeige der Schule Nr. 83.
Kirill Dmitrijew ist der eigentliche Außenminister Russlands. Kirill wurde im Jahr 1975 in Kiew in der Ukraine geboren und war einer der ersten sowjetischen Austauschschüler in den USA. Dort erhielt er einen Universitätsabschluss und arbeitete anschließend als Investmentbanker in den USA und Europa. Im Jahr 2000 ging er zurück nach Russland und verwaltete große russische und ukrainische Vermögen. Aktuell ist er Wladimir Putins persönlicher Gesandter bei den Verhandlungen mit der Ukraine. Gute Ratschläge gibt er bei Twitter (X) gerne gratis. So schreibt er angesichts der Verwerfungen durch den US-amerikanischen Krieg gegen den Iran:
„Die EU warnt 15 JAHRE ZU SPÄT: Sie ist nicht auf einen „lang anhaltenden Energieschock“ vorbereitet. Die EU hat es versäumt, die Energieströme zu diversifizieren; sie ließ sich von russophober, grüner und woker Ideologie leiten. Immer noch nur Warnungen, keine wirklichen Lösungen. Nur Ideen: Preiserhöhungen an der Zapfsäule auf eine pro Tag begrenzen und Energieverbrauch senken.“
Kirill irrt wie meist, denn jene angeblich russophobe, grüne und woke Ideologie hat dazu geführt, dass Deutschland sich in Sachen Gas und Erdöl komplett von Russland unabhängig gemacht hat und nicht mehr erpressbar ist. Und zudem - je mehr grüne Energie in Deutschland selbst hergestellt wird, um so weniger sind wir von den aktuellen und zukünftigen Verwerfungen auf dem internationalen Energiemarkt abhängig.
Das russische Militär benötigt ständig neue Zeitsoldaten, um die großen Verluste an der Front zu ersetzen. Der Gouverneur der Region Rjasan, Pawel Malkow (Foto), verpflichtet jetzt Firmen, eine gewisse Quote ihrer Mitarbeiter an die Front abzustellen.
Der entsprechende Erlass sieht vor, dass Unternehmen mit einer Belegschaft von 150 bis 300 Mitarbeitern zwei Zeitsoldaten abstellen müssen, Firmen mit einer Belegschaft von 300 bis 500 Mitarbeitern müssen drei und Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen fünf Vertragssoldaten stellen.
Rechtliche Grundlage ist ein Erlass des russischen Präsidenten aus dem Jahr 2022, die den Leitern der Regionen die Befugniss erteilt, „Maßnahmen zur Deckung des Bedarfs“ der russischen Streitkräfte umzusetzen.
Meldung des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha“
Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Manturowo in der Region Kostroma Igor Leonidowitsch Ustuschanin schloss einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium, nachdem er wegen Korruptionsvorwürfen verurteilt worden war. Am 16.02.2026 wurde sein Tod gemeldet. Igor führte die Stadtverwaltung nur zwei Jahre lang.
Wie das Gericht feststellte, erhielt Ustuschanin persönlich von November 2021 bis März 2023 über einen bevollmächtigten Vertreter große Bestechungsgelder von drei Unternehmern. Die Gesamtsumme betrug 760.000 Rubel (etwa 8.100 €). Im Gegenzug ermöglichte er ihnen, immobiles Eigentum eines Werks zu demontieren.
Igor wurde zu einer Freiheitsstrafe von 8,5 Jahren verurteilt - in einer Kolonie mit strengem Regime. Statt die Strafe zu verbüßen unterschrieb er einen Zeitvertrag mit dem Militär und ging an die Front. Dort nahm Igor ein Video auf, in dem er erklärte, man habe ihn hereingelegt. Es sei ihm nicht gelungen, eine Überprüfung des Falls zu erreichen und seine Unschuld zu beweisen. Seiner Behauptung zufolge wurde er beseitigt, um die Stelle für eine andere Person freizumachen.
Der Getötete hinterließ eine Frau und fünf Kinder. Die Abschiedszeremonie fand am 17. Februar 2026 in der Stadt Manturowo statt.
Die St. Petersburger Internetzeitung „Fontanka“ berichtet, dass Ilja Remeslo sich noch immer in der geschlossenen Abteilung der psychiatrischen Klink befindet. Das gab sein Anwalt bekannt: „Die Familie teilte mit, dass Ilja Borissowitsch seine Behandlung fortsetzt und bittet darum, Takt und Diskretion walten zu lassen – nicht gestört zu werden.“ Die Berichte um seine Freilassung sind falsch.
„Sie behandeln die Wahrheit“, kommentiert ein Leser den Beitrag auf „Fontanka“.