Artem Batyrbekowitsch Schenspaew

Artem Batyrbekowitsch, 19 Jahre

Wer Angst hat, ist schon halb besiegt“, schreibt Artem auf seiner VKontakte-Seite. Hätte er nur Angst gehabt und sich deshalb nicht zum Krieg gemeldet, würde er heute noch leben. So starb Artem als ethnischer Kasache für die russische Welt. Artem Batyrbekowitsch Schenspajew (29.12.2005 - 25.05.2024) stammte aus der Stadt Kartaly in der Oblast Tscheljabinsk. Erst im August 2025 wurde sein Tod bekannt. Der Patch auf seiner Mütze bedeutet: „Mama sagte, ich solle es anziehen".

Denis Andrejewitsch, 19 Jahre

Er sagte: ‚Mama, ich gehe auf einen Kampfeinsatz.‘ Seitdem habe ich nichts mehr von meinem Sohn gehört“, sagt Swetlana, die nach ihrem vermissten Sohn sucht. Im Untersuchungsgefängnis wurde Denis ein Vertrag als Freiwilliger untergeschoben, weil er sich so einer Verurteilung entziehen könne. Damit wurde aus einer eventuellen Gefängnisstrafe ein Todesurteil. Denis Andrejewitsch Talalajew, geboren am 11. September 2005 in Sergijew Possad, Region Moskau, hatte am 9.11.24 zuletzt mit seiner Mutter Kontakt, die Todesurkunde wurde zum 20.11. ausgestellt. Mitte Mai 25 hatte die Mutter Gewissheit.

Alexander Michailowitsch Gwosdew

Alexander Michailowitsch, 18 Jahre

Alexander war für den Wehrdienst untauglich, aber er wollte unbedingt Soldat werden. Meldet man sich als Freiwilliger für den Ukrainekrieg, dann nimmt das Militär jeden, der auf zwei Beinen laufen kann. Alexander erzählte erst einen Tag vor seiner Abreise von seiner Vertragsunterschrift, weil er die Reaktion seiner Familie geahnt hatte. Fünf Monate nach seinem 18. Geburtstag wurde er in seinem Heimatdorf begrabenAlexander Michailowitsch Gwosdew, geboren am 21. Februar 2007, lebte im großen Dorf Grigoropolis in der Region Stawropol.

Schamil Rinatowitsch Auchatow

Schamil Rinatowitsch, 18 Jahre

Schamil Rinatowitsch Auchatow wurde am 8. September 2006 im Dorf Kusbajewo in Baschkortostan geboren. Mit 12 Jahren kam er in ein Kinderheim, danach in eine Pflegefamilie. Als er sechzehn war, machte er eine Ausbildung zum Landwirt. Die machte er gut, gewann Preise und sogar ein Stipendium der Republik Baschkortostan. Doch seine Familie unterstützte seine Entscheidung, als Freiwilliger in den Krieg zu ziehen. "Jetzt bin ich ein Verteidiger der Heimat", schrieb er zum Abschiedsfoto mit der Familie. Er wurde verletzt und zeigte danach einige düstere Grafiken auf seiner VKontakte-Seite. Am 6. Juni 25 wurden diese Ahnungen wahr.

Stanislaw Romanowitsch Sodnajtis

Stanislaw Romanowitsch, 19 Jahre

Stas, ein junger Kolyma-Bewohner wurde am 2. Juli 25 im Krieg in der Ukraine getötet. Er verpasste seinen 20. Geburtstag um 20 Tage. Über Stanislaw Romanowitsch Sodnajtis, geboren am 22.07.2005 in Magadan, war kaum etwas zu erfahren. Er legte nach Bedarf einen neuen VKontakte-Account an, den er danach kaum mehr bediente. Stas mit 12 Jahren, mit 14 Jahren und mit 18 Jahren.

Alexander Konstantinowitsch Scherstobitow

Alexander Konstantinowitsch, 19 Jahre

Mit abgeknabberten Fingernägeln malte Sascha eine Nationalflagge unter seine Klassenarbeit. Leider wählte er den falschen Weg zur eigenen Identität. Am 25. Januar 2025 meldete er sich freiwillig zum Krieg in der Ukraine. Am 2. Mai brach er zu einem Angriff auf, von dem er nicht lebend zurück kam. So wurde er am 16. Mai bestattet. Alexander Konstantinowitsch Scherstobitow, geboren am 07. April 2006, wuchs in der Stadt Miass in der Oblast Tscheljabinsk auf.

Nikita Alexejewitsch Nadmitow

Nikita Alexejewitsch, 18 Jahre

Nach dem Schulende hat Nikita eine Lehre als Holzschnitzer an der Hochschule für Traditionelle Künste der Völker Transbaikaliens angefangen. Als ältester Sohn einer großen Familie, bei der der Vater abhanden gekommen war, musste Nikita wohl Geld nach Hause bringen. So zog Nikita ohne militärische Kenntnisse im Februar 2025 in den Krieg, den er nicht überlebte. Nikita Alexejewitsch Nadmitow (07.11.2006 - 31.07.2025) wuchs im Dorf Iwolginsk in Burjatien auf.

Alexander Dmitrijewitsch Lewschin

Alexander Dimitriewitsch, 19 Jahre

Am 25. Mai 2024 ist das obige Foto entstanden. Christina und Alexander waren ein Paar, beide hatten gerade die finale Kadettenklasse in der Stadt Serow abgeschlossen. Christina geht es noch immer gut, sie posiert für Fotos gut geschminkt mit wechselndem Outfit auf ihrer VKontakte-Seite. Alexander dagegen ist in den Krieg gezogen und war nach einem halben Jahr tot. Alexander Dmitrijewitsch Lewschin, (06.04.2006 - 12.08.2025) wuchs in der Stadt Krasnoturjinsk in der Oblast Swerdlowsk auf. Am 2. September wurde er begraben.

Sergej Sergejewitsch Mardaschew

Sergej Sergejewitsch, 23 Jahre

Sergej Sergejewitsch Mardaschew (05.04.2001 - 12.01.2025) wuchs in der Staniza Beisug in der Region Krasnodar auf. Im Jahr 2022 erwarb er sein Offizierspatent, wurde Leutnant, zog in den Krieg und wurde getötet. Er hätte sein Leben für die Zukunft des Landes und den Frieden in jeder Familie gegeben, fabuliert der Nachruf der örtlichen Internetzeitung. Jedoch wer den Frieden will, beteiligt sich nicht an einem Krieg im fremden Land. 

Dmitri Romanowitsch Gurtskaja

Dmitri Romanowitsch, 19 Jahre

Dmitri Romanowitsch Gurtskaja, geboren am 31.10.2005, lebte in der Stadt Nischnjaja Tura, einer geschlossenen Stadt in der Region Swerdlowsk. Auch er nahm den Schnellzug in den Tod, am 24. März 2025 wurde er getötet und am 28.08. begraben. " Die Beisetzung erfolgt auf der Allee des Ruhms in Nischnijaja Tura. Dmitri bewies Mut und Heldentum und wurde für uns alle zu einem Beispiel für Standhaftigkeit und Willenskraft. Sein Beitrag zur Verteidigung des Landes ist unbezahlbar und wird für immer in die Geschichte eingehen", schreibt das Lokalblatt.

Aijat Gairatowitsch Achmedow

Aijat Gairatowitsch, 18 Jahre

Aijat Gairatowitsch Achmedow, geboren am  26. Mai 2006, nahm kurz nach seinem 18. Geburtstag den Expresszug in den Tod. Er meldete sich ohne jede militärische Erfahrung freiwillig - am 5. September 2024 war er tot. Zur Beisetzung saß er dann im Bummelzug, die fand erst am 18.08.25 statt. Aijat kam aus dem Dorf Dergatschi in der Region Saratow.

Danil Alexandrowitsch Schilin

Danil Alexandrowitsch, 23 Jahre

Danil Alexandrowitsch Schilin, geboren am  25.10,2002, kam aus Magadan im fernen Osten Russlands. Mit seinen jungen Jahren hatte er schon sechs Gerichtsverfahren hinter sich gebracht. Wir haben keines der Protokolle gelesen, uns reichte eine Odnoklassniki-Nachricht vom 24. Januar 2023. Danach hat er zwei Mobiltelefone in einem Vorort von Magadan gestohlen. Solche Vergehen kommen in Russland kaum mehr zur Verhandlung, den Delinquenten wird statt Urteil und Strafe ein Militärvertrag angeboten.  Danil wurde am 6. April 2025 im Krieg getötet.

Mark Dmitrijewitsch Guselnikow

Mark Dmitrijewitsch, 19 Jahre

Mark Dmitrijewitsch Guselnikow wurde am21. Januar 2006 in der Stadt Gussinoosjorsk in Burjatien geboren. Er zog mit seinen Eltern aber bald nach Krasnojarsk.  Nach der Schule reichte es gerade zu einer Ausbildung als Schweißer, die er nicht abschloss. Im Juli 2024 meldete er sich zum Kriegsdienst in der Ukraine, eine militärische Ausbildung hatte er nicht. Er landete in einer Drohneneinheit in der Region Kursk. Dort wurde er am 5. August 25 getötet. (Link)

Ainas Ilgisowitsch Jumadilow

Ainas Ilgisowitsch, 18 Jahre

Bei all den sehr jungen Kriegstoten meint man, dass diese den Tiefpunkt einer inhumanen Gesellschaft darstellen. Weit gefehlt, es gibt immer noch schlimmere Fälle. Da wäre Ainas Ilgisowitsch Jumadilow, geboren am 04. November 2006, der im Dorf Inzer in Baschkortostan aufwuchs. Ainas war sicher nicht die hellste Kerze im Dorf. Nach der Schule machte er eine Ausbildung zum Schweißer. Zu der wird man verdonnert, wenn man dem Jugendlichen nichts Anspruchsvolleres zutraut. Ainas hat diese Ausbildung geschmissen. Am 4.11.24 wurde Ainas 18 Jahre alt und hat sich direkt danach zum Kriegsdienst verpflichtet. Militärische Kenntnisse und Erfahrungen hatte er nicht. Und am 13. Dezember 2024, also sechs Wochen nach seinem Geburtstag, war Ainas tot - gefallen in der Ukraine. Niemand hat den Jungen aufgehalten und niemand bedauert seinen sinnlosen Tod.  Erst am 15.08.25 wurde er in seinem Dorf begraben.

Artur Gimakajew

Artur Ilnarowitsch, 19 Jahre

Artur Ilnarowitsch Gimakajew, auf dem Foto rechts, wuchs im großen Dorf Krasnocholmsky in Baschkortostan auf. Artur, geboren am 19. Juni 2006, gab auf seiner VKontakte-Seite an, für Adidas zu arbeiten. Er war ein junger Wehrpflichtiger, der in die Kampfhandlungen geworfen wurde. Sein Todestag wird nicht genannt, wir wissen deshalb nicht, ob er seinen 19. Geburtstag noch erlebt hat.

Roman Sergejewitsch Usow

Roman Sergejewitsch, 19 Jahre

Roman war auch Teil der durch russische Propaganda hervorgerufenen Selbstüberschätzung. "Russland beginnt keine Kriege, es beendet sie", schrieb er auf seiner VKontakte-Seite am 25.03.25 bevor er in den Krieg zog.  Beendet wurde Romans Leben, am 14.08.25 wurde er begrabenRoman Sergejewitsch Usow, geboren am 9. März 2006, wuchs in der großen Staniza Wysselki in der Region Krasnodar auf.

Maxim Alexandrowitsch Suchanow

Maxim Alexandrowitsch, 19 Jahre

Die Verantwortung tragen Schule & Elternhaus: Maxim Alexandrowitsch Schuchanow, geboren am 11.10.2005, wuchs in Tscheljabinsk auf. Seine Mutter wird auf der Seite der Schule zitiert: " Er schloss neun Klassen ab und bekam eine Anstellung. Zur speziellen Militäroperation kam er auf eigenen Wunsch, nachdem er einen Vertrag unterschrieben hatte. Die Ausbildung des Bataillons dauerte nur vier Tage ... Ein Sturmgranatwerferbediener, ein Verstärkungsbataillon ... Er hatte noch nie einen Granatwerfer abgefeuert, es war das erste Mal, dass er einen in der Hand hielt. Am 18. Februar hatte mein Sohn seinen ersten Kampfeinsatz, und am 20. Februar konnte er seinen Kommandeur nicht kontaktieren und wurde als vermisst gemeldet."

Astemir Adiljewitsch Otarbajew

Astemir Adiljewitsch, 19 Jahre

Astemir Adiljewitsch Otarbajew, geboren am18. Mai 2006, wuchs im Nogai-Dorf Kunbatar in der russischen Teilrepublik Dagestan auf. Die Nogaier sind eine turksprachige Ethnie, die sich als Nachfahren von Dschingis Khan begreifen. Astemir leistete seinen Wehrdienst, wurde zum Kriegsdienst "überredet"  und getötet. Er hätte von einer schönen Zukunft geträumt, einer Familie und Reisen, erzählt seine Mutter. Doch die örtliche Presse will einen Helden aus ihm machen. Sein Mut würde künftige Generationen von Nogais inspirieren. "Patriotismus ist die Essenz der Natur der Nogai-Reiter", schreibt Autorin Galima.

Nikita Vitaljewitsch Ustinow

Nikita Vitaljewitsch, 19 Jahre

Nikita, geboren am 5. April 2005, ist in der Siedlung Sosnowy Bor aufgewachsen, einer ehemaligen geschlossenen Militäreinrichtung nahe Ulan-Ude, der Hauptstadt Burjatiens. Die Siedlung ist heute öffentlich, aber das Militär ist noch immer da, folglich hätte sich Nikita und seine Familie mit den Gepflogenheiten des Militärs und den Konsequenzen eines Freiwilligenvertrages auskennen müssen. Trotzdem - im Mai 2025 unterschrieb Nikita Vitaljewitsch Ustinow einen Vertrag zum Kriegsdienst - am 7. Juni 25, wahrscheinlich bei seinem ersten Einsatz, wurde er in der Ukraine getötet. (Link)

Sergej Jewgenjewitsch Kungurtsew

Sergej Jewgenjewitsch, 20 Jahre

Sergej Jewgenjewitsch Kungurtsew, geboren am 21.06.2005, lebte in Jekaterinburg und war ein richtiger Schluri, spielsüchtig und pleite. Mit weit hergeholten Begründungen schaffte er es aber, mindestens drei Personen zu überzeugen, Geld auf sein Konto zu überweisen, das er dann umgehend an ein Online-Spielkasino weiterleitete. Rund 67.000 Rubel (ca. 710 €) ergaunerte er sich erfolgreich, handelte sich dafür vor Gericht am Ende des Jahres 2023 genau 480 Stunden Zwangsarbeit ein. Und natürlich musste er alles zurückzahlen. So machte er den nächsten Fehler, verpflichtete sich zum Kriegsdienst und wurde am 16.10.24 getötet.

Go to top