Alexander Andrejewitsch Schiwerski

Alexander Andrejewitsch, 20 Jahre

Alexander Andrejewitsch Schiwerski, 21.08.2004 - 20.05.2025, lebte im Dorf Uchtuj, das nur vier Kilometer von der Stadt Zima entfernt liegt, die wir bereits vorgestellt haben. Der Nachruf schreibt, Sascha wäre in der Eisenbahnfachschule in Sima ausgebildet, danach zum Wehrdienst einberufen worden und hätte sich dort zum Kriegsdienst entschieden. Saschas Geschichte geht anders. Er war eigentlich ein harmloser Kiffer, der hin und wieder wild wachsenden Hanf aberntete, trocknete und selbst verbrauchte. 105 Gramm Hanfblätter hatte er gesammelt, Nachbarn bemerkten den Geruch und zeigten ihn an. Im März 2023 wurde Sascha zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.  Den Rest kann man sich zusammenreimen - Haftverschonung durch einen Vertrag mit dem russischen Militär, also eigentlich eine Todesstrafe.

Wjatscheslaw Kirillowitsch Istomin

Wjatscheslaw Kirillowitsch, 18 Jahre

Im Februar 25 wurde Wjatscheslaw Kirillowitsch Istomin 18 Jahre alt, am 23. Juni 25 wurde er begraben. So kann man das Leben von Wjatscheslaw schnell zusammenfassen. Geburt, elterliche Fürsorge, Kindergarten, Schule - alles umsonst, geopfert für die imperialen Gelüste eines greisen Herrschers. Wjatscheslaw wuchs im Dorf Ust-Kischert auf, einem größeren Dorf in der Region Perm mit wenig erbaulicher Anmutung.

Artem Jewgenjewitsch Borodin

Artem Jewgenjewitsch, 19 - 20 Jahre

Am 21. Dezember 2024 wurde Artem Jewgenjewitsch Borodin zum Wehrdienst eingezogen. Artem wurde im Jahr 2005 geboren und lebte in der Großstadt Neftejugansk im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen. Der Wehrpflichtige wurde in der Region Kursk stationiert und musste dort an die Front.  Am 18. Juni erfuhr seine Familie, dass Artem durch Granatsplitter am Bein verletzt und in ein Krankenhaus verlegt worden wäre. Sein Zustand wäre mittelschwer. Artem hat das Krankenhaus nicht überlebt.

Leonid Worontsow

Leonid Worontsow, 20 Jahre

Die Zukunft vieler russischer Jugendlicher ist der Tod. Leonid Worontsow, geboren am 26. Januar 2005, stammte aus dem kleinen Flecken Juksary in der russischen Teilrepublik Mari El.  Nach der Schule schloss er eine Ausbildung als Elektriker ab und fand im erlernten Beruf keine Arbeit. Zudem war er für den Wehrdienst untauglich. Also jobbte er auf einer Baustelle als Maurer. Sein Ausweg führte direkt in den Abgrund. Im September verpflichtete er sich zum Kriegsdienst, am 30. März 25 wurde er durch einen Minenexplosion getötet.

Alexei Alexejewitsch Grigorjew

Alexei Alexejewitsch, 21 Jahre

Alexej hatte sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet und wurde als Hilfspilot einer Drohneneinheit eingesetzt. Aber auch das schützte ihn nicht vor dem Tod an der Kampflinie. Am 1. November 24 wurde er getötet und erst am 18. April 25 in seinem Heimatdorf beigesetzt. Alexej Alexejewitsch Grigorjew, geboren am 04. April 2003, stammte aus dem Dorf Plodowoje in der Region Leningrad.

Nikita Sergejewitsch Udalych

Nikita Sergejewitsch, 20 Jahre

Während eines Angriffs kam der Schützenpanzer in dem Nikita saß unter Beschuss. Zwei Insassen konnten sich noch rechtzeitig absetzen, die restlichen 6-7 Besatzungsmitglieder verbrannten mit dem Panzer - darunter auch Nikita. Nikita Sergejewitsch Udalych, geboren am 14. Februar 2003, wuchs im Dorf Maly Melik in der Region Saratow auf. Seine Berufsausbildung hat er nicht abgeschlossen, so musste im Juni 2022 zum Wehrdienst antreten. Nach einem halben Jahr verpflichtete er sich zum Kriegsdienst, nach einem weiteren halben Jahr war er Asche.

Sergej Aleksejewitsch Letotschnij

Sergej Aleksejewitsch, 18 Jahre

An der Sekundarschule Nr. 10 der Kleinstadt Chilok in Transbaikalien wurde am 11. Juni 25 eine Gedenkplakette für Sergej Aleksejewitsch Letotschnij angebracht. "Wir gedachten seines Mutes, seiner Hingabe und seiner Liebe zum Vaterland", schreibt die Schule. Sergej war untauglich für den Wehrdienst, also meldete er sich als Freiwilliger zum Kriegsdienst. 

Abram Filippowitsch Sadutschin

Abram Filippowitsch, 19 Jahre

Tjudrala ist ein kleines Dorf in der Republik Altai mit weniger als 300 Bewohnern. Die Lehrerin Olga berichtet, dass Abram Filippowitsch Sadutschin im Krieg getötet wurde. Im Dorf wäre er nur Abramuschka genant worden. Abram, geboren am 30. Oktober 2005,  hatte nach der Schule eine Ausbildung abgeschlossen, danach rief der Wehrdienst und am Ende verpflichtete er sich zum Kriegsdienst. Am 26. März 25 wurde Abram getötet und am 9. April bestattet. Einen gehörigen Anteil an seinem schnellen Ende hatte seine Lehrerin Olga. Geht man durch ihren VKontakte-Status, dann gehört die militär-patriotische Indoktrination zu ihrem Verständnis von Bildung.

Alexander Bair Baldanowitsch Dondoktsirenow

Alexander (Bair) Baldanowitsch, 23 Jahre

Alexander (Bair) Baldanowitsch Dondoktsirenow, geboren am 23.04.2002, kam aus der städtischen Siedlung Aginskoje in Transbaikalien. Der alternative Vorname weist ihn als Burjate aus.  Im November 2021 leistete er seinen Wehrdienst, verpflichtete sich zum Vertragsdienst im Januar 2022 - ganz rechtzeitig um bei der Invasion der Ukraine im Februar dabei zu sein.  Im November 2022 wurde er verletzt und so versuchte er während der Rehabilitation, sich an einer Fachschule für Landwirtschaft weiterzubilden. Doch das Militär unterbrach sein Fernstudium, am 4. April 2025 musste er erneut an die Front und am 6. Mai 2025 wurde er getötet. 

Nikita Andrejewitsch Stepanow

Nikita Andrejewitsch, 18 Jahre

Zwei Monate nach seinem 18. Geburtstag unterschrieb Nikita einen Vertrag mit dem russischen Militär und wiederum zwei Monate später war er tot. Nikita Andrejewitsch Stepanow, 19.04.2006 - 16.08.2024, wuchs in Ulan Ude (Burjatien) auf. Er unterbrach seine Ausbildung zum Autotransportmechaniker. In den Kommentaren zur Meldung schreibt Aljona: "Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, wie Wehrpflichtige dazu gezwungen werden, einen Vertrag zu unterschreiben. Aber ein Kind in den Krieg zu schicken? Was seid ihr für Menschen, ihr verdammten Unmenschen? Vor Gottes Gericht werdet ihr für alles Rechenschaft ablegen müssen."

Nikita Olegowitsch Schlopperg

Nikita Olegowitsch, 19 Jahre

Der Telegramkanal "Sachalin gegen den Krieg " schreibt:
Nikita Olegowitsch Schlopperg aus Newelsk, geboren am 19.02.2006. Wieder ein Soldat, der im Wehrdienst einen Vertrag unterschrieben hatte. Er starb, kaum dass er 19 Jahre alt geworden war.
Zu seinem 18. Geburtstag bekam Nikita Schlopperg von seiner Mutter einen Kuchen mit der Aufschrift „Jetzt ist alles möglich“. Aber alle Möglichkeiten wurden dem jungen Nikita von einem alten, boshaften Zwerg im Kreml genommen.

Daniel Borisowitsch Borsow

Daniel Borisowitsch, 19 Jahre

Swetlana schrieb am 10. Januar 25: "Suche meinen Neffen Daniel Borisowitsch Borsow, geboren am 07.08.2005.  Region Kursk. Letzter Kontakt war am 27.11.2024."  Daniel kam -vermutlich- aus der Staniza Kanewskaja, dem größten Dorf in Russland mit über 40.000 Einwohnern in der Region Krasnodar. Am 13. April 25 gab es dann die Nachricht in einem Chat auf Telegram: "Hallo, unser Krieg ist vorbei, gestorben am 5.12.24."

Iwan Balaur

Iwan Iwanowitsch, 22 Jahre

Republik Altai - 07.06.25:
Am 27. Mai starb Iwan Iwanowitsch Balaur, ein Teilnehmer einer militärischen Spezialoperation aus dem Bezirk Ust-Koksinski.
Iwan wurde am 14. September 2003 geboren. Trotz seiner Jugend leistete er mit all seinem Mut seinen Militärdienst und verteidigte die Interessen des Vaterlandes in der SWO. Er war entschlossen und mutig. Er gab sein Leben für das Vaterland. Er wird für immer 22 bleiben …

Artem Alexejewitsch Rubanow

Artem Alexejewitsch, 19 Jahre

Wieviele ähnliche Lebensläufe haben wir vorgestellt? Artem Alexejewitsch Rubanow, geboren am 25.08.2024, kam aus einem großen Dorf in der Region Pensa. Es mangelte an der Fürsorge seiner Eltern, so kam er in das Waisenhaus in der Kleinstadt Spassk. 2023 schloss er die Schule ab und bekann eine Lehre als Konditor. Die brach er ab, schloss im Sommer 2024 einen Vertrag zum Kriegsdienst, der am 30.11.24 gekündigt wurde. Jetzt ziert er einen Schreibtisch im heruntergekommenen Waisenhaus und soll ein Vorbild für die nächsten Absolventen sein, denn neue Soldaten braucht das Land.

Wildan Wilurowitsch Chairullin

Wildan Wilurowitsch, 20 Jahre

Als Wildan 10 Jahre alt war, ist das obige Foto entstanden. Später hatte er keine Lust mehr, seine Seite bei den Klassenkameraden weiterzuführen. Wildan Wilurowitsch Chairullin, geboren am 10. September 2004, kam aus dem sehr kleinen Dorf Taktschura in Baschkortostan.  Er schloss einen Vertrag zum Kriegsdienst, sein Tod wurde am 13.12.2024 gemeldet. "Mein liebster, strahlendster, freundlichster und fröhlichster Bruder. Wie ist es, ich kann immer noch nicht glauben, dass du nicht mehr bei uns bist. Ich vermisse dich wahnsinnig, ich vermisse dich so sehr, Vildanchik. Weiche Wolken für dich. Ich möchte glauben, dass für dich, wo immer du bist, alles gut wird ...", schreibt seine Schwester auf ihrer VKontakte-Seite zum gemeinsamen Foto.

Iwan Nikolajewitsch Kosinow

Iwan Nikolajewitsch, 22 Jahre

Ab dem Alter von vier Jahren lebte Iwan Nikolajewitsch Kosinow, geboren am 28.06.2001, in einem Waisenhaus in der Region Transbaikalien. Sein Leben war damit vorgezeichnet, nach der Ausbildung kein Wehrdienst und keine Anstellung - so führte sein Weg direkt zum Kriegsdienst in der Ukraine. Im Februar 2024 Vertragsunterzeichnung, am 15. April 2024 war er  tot. "Das Schicksal dieses Mannes ist seit seiner Kindheit voller Schwierigkeiten, die er mit Würde und Standhaftigkeit überwand. Trotz schwieriger Lebensumstände gelang es ihm, Freundlichkeit, Offenheit und den Wunsch nach Entwicklung zu bewahren. Er blieb stets ein freundlicher, verantwortungsbewusster und fleißiger Mensch", heißt es im Nachruf.

Kirill Tarasow

Kirill Tarasow, 21 Jahre

Auch Kirill Tarasow zog es zum Militär. Obwohl er keinen Wehrdienst abgeleistet hatte, unterschrieb er bereits im Juni 2022 einen Militärvertrag. Seinem VKontake-Profil nach, suchte er mit diesem Schritt eher Anerkennung und fand dabei nur den Tod. Kirill, geboren am 14. Februar 2003. kam aus der Stadt Raduschny in der Oblast Wladimir und wurde bereits am 18.08.24 getötet. Anfang April 25 wurde er begraben.

Bujan Keschik Andrejewitsch Mongusch

Bujan-Keschik Andrejewitsch, 22 Jahre

Bujan-Keschik Andrejewitsch Mongusch, geboren am 8. August 2002, kam aus dem Gemeindebezirk Tschedi-Cholsky Koschuun in der russischen Teilrepublik Tuwa. Im Jahr 2021 wurde er zum Wehrdienst eingezogen und blieb beim Militär. - getötet am 31.03.2025 Seine Mutter meinte, das Militär hätte den Vertrag gebrochen und Bujan an die Front geschickt. Viel wahrscheinlicher ist allerdings, dass man dem Jungen vom Lande einfach falsche Versprechungen gemacht hat. "Mein wunderschöner, süßer, kleiner Sohn wurde mir durch einen schrecklichen Krieg genommen.  Wie kann ich ohne dich leben, mein Sohn?" schreibt seine Mutter unter die Meldung seines Todes.

Igor Alexandrowitsch Dorschijew

Igor Alexandrowitsch, 20 Jahre

Igor Alexandrowitsch Dorschijew, geboren am 23. Februar 2005, lebte im Dorf Kurumkan, das wir schon mehrfach vorgestellt haben. Igor kam aus einer zerrütteten Familie, seine Ausbildung zum Landwirtschaftselektriker brach er im zweiten Jahr ab und meldete sich freiwillig zum Kriegsdienst. Am 14. April 25 war Igor tot. Er wäre von Natur aus freundlich, fröhlich, gesellig, höflich, nicht konfrontativ, verantwortungsbewusst gerwesen, heißt es im Nachruf.

Aichal Orlow

Aichal Orlow, 18 Jahre

Am 31. Juli 2024 hat Aichal sein Profilbild auf seiner VKontakte-Seite ausgetauscht. Unter dem Foto gibt es nur einen Kommentar: "Das Kind konnte nicht zu Hause bleiben, es starb im Krieg." Aichal Orlow, geboren am 23. Juni 2006, kam aus der Siedlung Tschokurdach ganz im Norden Jakutiens.

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