15.05.2026 -- 210.406// Zuwachs zum 30.04.2026: 4.096

Andrej Romanowitsch, 22 Jahre
Die Geschichte von Andrej Romanowitsch Kutusow, geb. 05.07.2002 aus Krasnokamensk in Transbaikalien, schnell erzählt. Im Jahr 2020 sitzt Andrej mit einem Kumpel auf einer Bank, beide besaufen sich. Es kommt eine junge Frau vorbei, die sie zum gemeinsamen Trinken einladen. Die Frau kauft neuen Stoff und alle verlegen das Gelage in die Wohnung von Andrej. Die Frau lässt ihr Handy mit zwei Bankkarten auf dem Tisch liegen, während sie sich mit dem Kumpel vergnügt. Andrej nimmt Handy & Karten an sich, überweist damit an sich einige Rubel und verscherbelt das Handy. Die Einnahmen vom Verkauf reinvestiert er in Alkohol und Zigaretten. Im März 2023 wird deshalb Andrej zu 2,5 Jahren Haft verurteilt.
Andrej ist leicht geistig behindert, musste deshalb nicht zum Wehrdienst. Um der Haft zu entgehen, meldete er sich zu einer Sturm-V Einheit. Am 13. Februar 25 wurde er bestattet.

Ai-Cherel Aiwarowitsch, 18 Jahre
Der älteste Sohn seiner Mutter, der einzige Bruder seines Bruders, der Sohn vieler Onkel und Tanten, der Sohn seiner Schwestern, der Bruder vieler Schwestern, der bescheidene Bruder seiner Verwandten. Der einzige Sohn, der geliebte Freund seiner kleinen Schwester, der fröhliche Freund vieler Freunde, Klassenkameraden, Mitschüler, der Geliebte seiner Verwandten. Ai-Cherel Aiwarowitsch Nogaan-ool, geboren am 01.03.2006, am 5. Oktober 2024 starb er im Alter von 18 Jahren bei einer speziellen Militäroperation.
An seine liebe Mutter, Schwestern, Brüder und Schwestern, Freunde, Klassenkameraden und Klassenkameraden, Lehrer, Menschen seiner Heimatstadt, liebe Verwandte, an unsere Heimat Tuwa: Wir sind sehr traurig, dass er nicht lebend zurückgekehrt ist. Wir teilen es mit Ihnen, liebe Menschen.(Link)

Wadim Konstantinowitsch, 19 Jahre
Der junge Mann auf dem Foto ist Wadim Konstantinowitsch Slobin, 19 Jahre alt. Er lebte auf der Insel Solowezki in einem gleichnamigen Dorf in der Region Archangelsk. Auf der Insel gibt es eine große Klosteranlage, Wadim bediente dort das Glockenspiel. Nach der Schule musste Wadim seinen Wehrdienst ableisten und verpflichtete sich freiwillig zum Kriegsdienst in der Ukraine. Am 10. Februar 25 bat das Kloster um Gebete für Wadim, denn er würde am komenden Tag auf einen Angriff geschickt. Die Gebete haben nichts geholfen.

Iwan Iwanowitsch, 19 Jahre
Iwan Iwanowitsch Sawtschenko kam aus der Stadt Kamenka in der Region Pensa und war alles andere als ein lieber Junge. Mit 16 bekam er seine erste Jugendstrafe, ein Jahr später die zweite und als er schließlich volljährig wurde, verurteilte ihn kurze Zeit später das örtliche Gericht zu zwei Jahren Haft.
Iwan hatte mit einigen Trinkkumpanen gebechert, als der Alkohol und das Geld alle waren, einen der Sauffreunde verprügelt, um dessen Waschmaschine aus einer Wohnung zu stehlen. Die Erlöse wurden dann in Wodka reinvestiert. Auch Iwan wollte keine zwei Jahre im Gefängnis bleiben und verdingte sich bei der Gruppe Wagner. Beim Kampf um Bachmut wurde er getötet.

Wjatscheslaw Stanislawowitsch, 19 Jahre
"Unser Junge, unsere Nachtigall, ist nach Hause zurückgekehrt. Er kehrte als Held zurück und egal, wie schmerzhaft es war, so werden wir ihn in Erinnerung behalten!", schrieb die Mutter von Wjatscheslaw Stanislawowitsch Maksimow. Wjatscheslaw, geboren am 17.11.2005, kam aus Tscherepowez, der größten Stadt in der Oblast Wologda und hatte nur noch wenige Monate Wehrdienst vor sich. Der Schmerz der Mutter um den Tod ihres Sohns ist nachzuvollziehen - nur Wjatscheslaw ist nicht als Held zurück gekehrt, sondern tot und ein weiteres Opfer eines verbrecherischen russischen Krieges.

Arja Aleksejewitsch, 19 Jahre
Für das friedliche Leben des Volks der Tuwiner wäre Arja Aleksejewitsch Bady gestorben, schreibt die VKontakte-Rubrik Setkil aus Tuwa. Das bedeutet, dass der junge Arja völlig umsonst gestorben ist. Denn für die abgelegene Provinz Tuwa bedeutete die Existenz der Ukraine niemals eine Bedrohung. Der "liebe, gütige, geliebte Sohn, Enkel, Bruder, Bruder der Brüder, fröhlicher Freund der Freunde, tapferer, hilfsbereiter Sohn der Verwandten, geehrter Sportler" zog wegen des Geldes in den Krieg und ist nun für die Zukunft seines Volkes Geschichte. Arja Aleksejewitsch Bady wurde am 7. Oktober 2005 geboren, kam aus dem Dorf Erzin in Tuwa und wurde am 14. Januar 25 in der Ukraine getötet.

Ilja Jurewitsch, 22 Jahre
Auf dem Weg zu den Stellungen der russischen Armee am 7. Februar 25 wurde ein Kleintransporter (genannt Brotlaib) von einer Drohne angegriffen. Ilja Jurewitsch Saenkow, geboren am 14.08.2002, saß im Wagen und wurde getötet. Ilja kam aus der Stadt Feodosia auf der Krim. Am 17.11.23 gab er ein Interview:
„.. Mein Rufzeichen ist Baby ... Was sind die Gefühle? Wo soll man seinen Kopf so weit wie möglich verstecken, damit er nicht getroffen wird)) Aber ansonsten ist alles in Ordnung. Keine Angst, keine besonderen Sorgen. Es ist, als ob die Zeit stehen bleibt, einfriert.. Alles vergeht und Sie gehen hinaus, um die Aufgabe weiter auszuführen. Wir haben viele Freiwillige. Wir verteidigen unser Vaterland, verteidigen unser Russland. Und wir sind bereit! Der Sieg wird uns gehören! ..“

Kirill Igorewitsch, 18 Jahre
Kirill wäre bei der Durchführung der "speziellen Militäroperation" auf dem Territorium der Ukraine auf tragische Weise ums Leben gekommen, heißt es im Nachruf des Dorfs Siwa in der Region Perm. Wer aber in den Krieg zieht, erleidet keinen tragischen, sondern einen zwangsläufigen Tod. Tragisch ist allenthalben, dass seine Familie seinen Entschluss in den Krieg zu ziehen, nicht verhinderte. Und verbrecherisch ist, dass das Militär junge Menschen als Verbrauchsmaterial ansieht und in den sicheren Tod schickt. Kirill Igorewitsch Koltsow, geboren am 21. Oktober 2005, getötet am 19. September 2024, wurde lange vermisst. Am 16.11. suchte seine Tante nach ihm, am 17.02.25 soll er beerdigt werden.

Alexander Alexandrowitsch, 18 Jahre
Am 4. Februar 25 wurde Alexander Alexandrowitsch Tschuprin in seinem Heimatdorf Zugol beigesetzt. Nach der Schule hat es mit der beruflichen Ausbildung nicht geklappt, so wurde er bereits kurz nach seinem 18. Geburtstag zum Wehrdienst eingezogen. Ein halbes Jahr später unterschrieb er einen Militärvertrag und wieder ein halbes Jahr später war er tot. Alexander Tschuprin (24.02.2006 - 06.01.2025) kam aus einem interessanten Dorf in Transbaikalien. Das Dorf Zugol hat weniger als 700 Einwohner, aber beherbergt eine buddhistsche Universität - einen Dazan, der älteste im Transbaikalgebiet.

Tumen Ajuschiewitsch, 18 Jahre
Tumen Ajuschiewitsch Babujew wurde am 23. April 2006 im burjatischen Dorf Aga-Changil in Transbaikalien geboren. Im Alter von 10 Jahren zog seine Familie nach Ulan-Ude in Burjatien. Nach der Schule schrieb sich Tumen für eine Ausbildung als "Maschinist" ein, brach aber nach zwei Jahren seine Lehre ab. Im Mai 2024 wurde er dann zum Wehrdienst eingezogen und im November unterschrieb er einen Vertrag zum Kriegsdienst als Drohnenpilot. Auch Tumen bezahlte schnell diese Entscheidung mit dem Tod. Bereits am 15.12.24 war er nicht mehr am Leben, am 8. Februar 25 wurde er im großen Dorf Sotnikowo begraben.

Maxim Irschatowitsch, 22 Jahre
Maxim Irschatowitsch Gabidulli, geboren am 26. Januar 2002, hatte im Mai 2021 eine Ausbildung zum Feuerwehrrettungstechniker in Tscheljabinsk abgeschlossen und verpflichtete sich im August beim Militär. Damals dachte man noch nicht an Krieg. Aber im Januar 2022, bereits vor Kriegsausbruch, wurde seine Einheit in den von Russland besetzten Teil der Ukraine verlegt. Im März wurde er verwundet und kehrte zurück an die Front. Am 23. September 2024 war der Krieg dann auch für Maxim endgültig vorbei.
Anton Wladimirowitsch, 19 Jahre
Drei Monate lang suchte seine Mutter in den sozialen Medien nach ihrem Sohn, der am 2. Novenber 24 an der Front verschwunden war. Ende Januar 2025 erfuhr sie von seinem Tod. Anton Wladimirowitsch Nosyrew, geboren am 27. August 2005, kam aus der Stadt Krasnokamensk, das in der Region Transbaikalien und etwa 40 km von der chinesischen Grenze liegt. Den großen Satz auf dem Foto machte er vor sieben Jahren. Anton wurde in der Region Kursk getötet.
Denis Iwanowitsch, 19 Jahre
Denis Iwanowitsch Boldyrew, geboren am 1. November 2005, stammte aus der Siedlung Tarbagatai in Transbaikalien. Auch er wurde zielgerichtet zum Militär erzogen. Als Schüler war er Anführer bei der Junarmija mit Auszeichnung. Gerade erwachsen geworden, trat er im Dezember 2023 seinen Wehrdienst an und unterschrieb beinahe sofort einen Vertrag. Am 4. Dezember 24 war er tot.
Die Dorfverwaltung widmete ihm ein Gedicht:
Er hatte nicht einmal eine Frau!
Was wäre das für eine Ehefrau,
wenn der Mann noch keine zwanzig Jahre alt ist
und überall Krieg herrscht?

Jewgeni Wladimirowitsch, 19 Jahre
Jewgeni Wladimirowitsch Sokolow, 19 Jahre, wurde am 3. Januar 25 im kleinen Dorf Schorkasy in der Republik Tschuwaschien begraben. Er meldete sich freiwillig zum Dienst an der Front und hatte Erfahrung mit Drohnen und der Drohnenabwehr. Es hat ihm nicht geholfen. Vier Monate vor seinem Tod berichtete er an seiner ehemailgen Schule von seinen Kriegserfahrungen.
Artem Jewgenjewitsch, 18 Jahre
Aus einem abgelegenen Bezirk in der Region Kurgan nahe der Grenze zu Kasachstan kam Artem Jewgenjewitsch Poljakow. Artem wurde am 17. Juni 2006 im kleinen Dorf Gladkovskoye geboren, ging dort zur Schule und hatte im Oktober 2024 sich als Freiwilliger beim russischen Militär verpflichtet. Bereits am 2. Dezember 24 war er tot und wurde am 20. Januar 25 begraben. Dorf und Kreisverwaltung trauern, doch niemand stellt die offensichtliche Frage: Warum wurde der Junge, ohne militärische Vorbildung, so gnadenlos in den Tod geschickt?

Egor Andrejewitsch, 19 Jahre
Egor hätte sein Leben für einen friedlichen Himmer gegeben, er wäre ein wahrer Held, tapfer und mutig gewesen, schreibt Viktoria über ihren Freund auf Vkontakte. Nichts davon ist richtig: Der friedliche Himmel über Russland war niemals bedroht und ihr Freund Egor hatte den Ernst eines Krieges eigentlich nicht begriffen. Egor Andrejewitsch Plotnikow, geboren am 15. Juli 2005, kam aus Abakan, der Hauptstadt Chakassiens. Nach seinem VKontakte-Status war er eher ein jugendlicher Quatschkopf, der westliche Kleidung bevorzugte, im Fitnessstudio seine Muckies pflegte und gerne mal einen Joint geraucht hat - obwohl das in Russland streng bestraft wird. Am 15.10.24 wurde er getötet.

Kirill Subchanowitsch, 19 Jahre
Eines Tages wirst du merken, dass du keine Zeit mehr hast, war das Motto von Kirill in seinem VKontakte-Status. Kirill Subchanowitsch Musajew, geboren am 21.12.2004 aus der Kleinstadt Mokrous in der Oblast Saratow, hatte noch sein ganzes Leben vor sich, also woher die Angst etwas zu verpassen? Er wählte das Risiko mit außergewöhnlicher Bezahlung und zog im August/September 2024 in den Krieg. Er hat damit seine Zukunft verpasst, am 28. Januar 25 wurde er begraben.
Wladimir Wjatscheslawowitsch, 18 Jahre
Wahrscheinlich gehörte Wladimir Wjatscheslawowitsch Waganow auch zu den zum Militarismus indoktrinierten jungen Menschen in Russland. Er schloss die Schule in einer Kadettenklasse ab und meldete sich sofort nach seinem 18. Geburtstag als Freiwilliger zum Kriegsdienst. Sein Dienst bei der Militärpolizei wäre zu belastend für ihn gewesen, also wurde er als Scharfschütze in einer Angriffseinheit eingesetzt. Wladimir kam aus dem Dorf Nowodewitschi in der Oblast Samara, geboren am 15.02.2006, getötet am 06.01.2025.

Lew Wladimirowitsch, 18 Jahre
Lew Wladimirowitsch Ockert, ein junger Mann mit deutschen Vorfahren, wurde zum Wehrdienst als untauglich nicht zugelassen. Das wurmte ihn, er wollte unbedingt ein richtiger Mann sein, erzählte seine Freundin Viktoria. Aber beim Kriegsdienst an der Front nehmen sie jeden und so unterzeichnete er einen Militärvertrag. Seiner Freudin erklärte er: „Vika, ich möchte meine Mutter, alle meine Lieben und dich beschützen." Nun, Lew lebte in Bratsk, einer Großstadt in Irkutsk, da ist die Ukraine ganz weit weg. Etwas mehr als drei Monate war er im Krieg dabei, jetzt hält er in unserer Tabelle der jüngsten Kriegstoten einen Spitzenplatz.

Egor Kantschalan, 20 Jahre
Egor Kantschalan, geboren am 23. November 2003, kam aus der Stadt Magadan im kalten Fernen Osten Russlands. Die Region hatte um 1985 mal 550.000 Bewohner, heute sind es noch 130.000 - es gibt keine Arbeit mehr. Und auch Egor hatte keinen erlernten Beruf, er suchte seine Zukunft mit Begeisterung beim Militär - vergebens. Im Februar 2024 zog er in den Krieg, seine letzte Statusmeldung stammt vom 1. Mai 24, ein Todesdatum wurde nicht veröffentlicht.

Wie veruntreut man Forschungsgelder? Dimitri hat es vorgemacht. Man beantragt Fördermittel beim Staat und gibt die gewährten Mittel selbst aus. Als Ergebnis reicht man dann die Arbeiten anderer Wissenschaftler ein, die man vorher einfach umgeschrieben hat. Beteiligt waren an diesem Betrug der Rektor der Polytechnischen Universität Omsk, Dmitri Pawlowitsch Maewski, die ehemalige Professorin für Außenbeziehungen und Jugendpolitik, Alexandra Kosulina, und der Professor Wladislaw Ratscheki. Im Oktober 2024 wurden alle drei zu Bewährungs- und zusätzlichen Geldstrafen verurteilt, zudem mussten sie Schadensersatz leisten.
Der jetzt ehemalige Rektor Dimitri Maewski, geboren am 03.09.1974, wollte sich mit der Tötung von Ukrainern refinanzieren und zog in den Krieg. Am 16.10.2025 wurde er selbst getötet.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Das WZIOM ist ein staatliches Meinungsforschungsinstitut in Russland, das größte seiner Art im Land. Es veröffentlicht regelmäßig Untersuchungen über die Beliebtheitswerte des Präsidenten, der russischen Regierung und der Stimmung im Land. Im April 26 berichtete das Institut, dass die Zustimmungswerte zur Amtsführung des Präsidenten auf 65,6% gefallen wäre. Dem Ministerpräsidenten und seine Regierung bescheinigte das Institut Zustimmungswerte von 44,3%, bzw. 39,7%. Für eine deutsche Regierung wären das beruhigende Werte, im autoritären Staat Russland geht so etwas nicht.
Im Mai 2026 änderte WZIOM dann die Methodik - und siehe da, die Werte für Putin wurden besser. Zitat:
Laut den Ergebnissen einer gemeinsamen Umfrage unter Russen lag die Zustimmungsrate für die Leistung des Präsidenten im Zeitraum vom 4. Mai bis 10. Mai 2026 bei 66,8 %. Die positive Bewertung der Arbeit des Premierministers und der russischen Regierung in der vergangenen Woche betrug 42,2 % bzw. 38,9 %.
Damit kann Präsident Putin ganz gut leben und alle aktuellen politischen Probleme an seine Regierung adressieren.
Damit alles passt, hat WZIOM diesmal seine Methodik verändert. Statt einer reinen Telefonbefragung der Bürger, ist man jetzt zusätzlich von Haustüre zu Haustüre gegangen und hat die Menschen direkt angesprochen.
Frage an unsere Leser: Würden Sie in einem autoritären Staat eine ehrliche Antwort geben, wenn ein Unbekannter vor ihrer Tür steht und Sie nach Ihrer Meinung zum Präsidenten befragt? Auch wenn der Frager versichern würde, alles bliebe anonym?
Jeder deutsche Bundeskanzler wäre glücklich und froh, wenn er die Zustimmungswerte des russischen Präsidenten auch nur annähernd erreichen könnte. Die lagen seit Beginn des Angriffskrieges stabil bei über 80% in der russischen Bevölkerung.
Doch Unruhe kommt auf, das einzig verbliebene, unabhängige russische Meinungsforschungsinstitut, das Lewada-Zentrum, berichtet von ihrer letzten Umfrage vom 30.04.26:
Die Zustimmungswerte für Wladimir Putin als Präsident lagen im April 2026 bei 79 Prozent und sind in den vergangenen sechs Monaten kontinuierlich gesunken – um 8 Prozentpunkte seit September 2025. 16 Prozent der Befragten missbilligen die Amtsführung des Präsidenten (ein Anstieg um 5 Prozentpunkte seit September 2025). Dies ist das erste Mal seit Herbst 2022, dass dieser Wert unter 80 Prozent gefallen ist.
Am 9. Mai feierte ganz Russland den Tag des Sieges über Nazideutschland. Aus Sicherheitsgründen wurden landesweit die Massenveranstaltungen mit Militärparaden und schwerem Gerät abgesagt. Doch kleinere Paraden fanden statt, häufig mit Bezug auf den Krieg gegen die Ukraine.
„Gesucht wird Valentin Michailowitsch Kulikow, geboren am 22.03.2007. Militäreinheit 75281. Er ging am 09.06.2025 in Redkodub auf Patrouille. Ab dem 11.06.2025 wurde er vermisst. Von der Einheit wurde berichtet, dass die Gruppe unter einen Mörserbeschuss geraten sei und die Soldaten sich zur Erhaltung der Truppe zerstreut hätten. Seine Mutter sucht nach ihm. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder er ist gefangen oder er liegt in einem Buschversteck. Dort herrscht eine Temperatur von 40 Grad.“ Telegram vom 11.08.25 (Kopie).
Inzwischen wissen wir aus dem russischen Erbschaftsregister, dass Valentin am 11. Juni 2025 getötet wurde. Ein Foto und weitere Informationen haben wir nicht gefunden.
Was wir aber sicher wissen: Valentin wurde am 22.03.2025 18 Jahre alt. Erst danach konnte er einen Vertrag mit dem russischen Militär abschließen. Und militärische Vorkenntnisse hatte er auch nicht. 81 Tage oder nicht ganz drei Monate nach seinem 18. Geburtstag wurde Valentin an der Front verheizt.
Am 30. April begeht Russland zum ersten Mal den Tag der indigenen Völker. Vor Vertretern verschiedener Ethnien erklärt Wladimir Putin:
In der Russischen Föderation leben 47 indigene Völker. Jedes von ihnen ist ein integraler Bestandteil des Landes und seiner unverwechselbaren Vielfalt und trägt zudem einzigartige Bräuche, kulturelle Codes und nationale Eigenheiten. Jede ethnische Gruppe innerhalb der brüderlichen Völkerfamilie Russlands stellt das gemeinsame Erbe des Landes dar. Dessen Erhaltung, Wachstum und Wohlergehen bedeuten unmittelbar die Erhaltung und das Wachstum des gesamten multinationalen Volkes Russlands.
Perm - das ist die östlichste Millionenstadt in Europa und Hauptstadt der gleichlautenden Oblast. Ukrainische Langstreckendrohnen haben in der Nacht zum 29. April 2026 Rohöl verarbeitende Anlagen in der Stadt in Brand gesetzt. Eine riesige schwarze Rauchsäule steigt seither zum Himmel.
Der Gouverneur der Region, Dimitri Machonin, gibt Entwarnung: „Die Schadstoffwerte liegen im Normbereich und stellen keine Gefahr für die Einwohner von Perm dar.“ Im Bericht des Internetmediums 59.RU geht es in den Kommentaren hoch her. Einige Beispiele:
Oleg Jurjewitsch Kasantsew, 39 Jahre alt
Status: Verstorben
Geburtsdatum: 12.07.1986
Todesdatum: 20.08.2025 (Beerdigung: 2026)
Geburtsort: Siedlung Aichalsky, Bezirk Mirny
Todesort: Siedlung Poddubnoe, Bezirk Velikonowoselsky, Region Donezk
Dienstart: Vertragsdienst seit Juli 2025
Friedlicher Beruf: Arbeitet im Aichalsky Bergbau- und Aufbereitungskombinat
Originalmeldung Telegramkanal „Die Toten aus der Republik Sacha (Jakutien)“ vom 19.03.26
Am 17. April wurde der Vater des 43-jährigen christlichen Bloggers Vegan Christoljub Boschij (Foto links bei einer Anti-Kriegsdemonstration) informiert, dass er die Leiche seines Sohnes aus einer Strafkolonie in der Oblast Woronesch abholen könne. Sein Sohn hätte sich in seiner Zelle erhängt. Seine Familie hält einen Selbstmord für unwahrscheinlich: „Seinen religiösen Überzeugungen zufolge ist das eine Sünde“, sagten sie.
Vegan, der bürgerlich mal Dimitrij Kusnetzow hieß, war bekennender Christ, Kriegsgegner und Veganer. Er hatte sich in YouTube-Videos kritisch zur Rolle der Sowjetunion im 2. Weltkrieg geäußert und meinte zudem, dass der Islam nicht als Religion der Gewaltlosigkeit betrachtet werden sollte. Dafür bekam Vegan drei Jahre Haft in einer Strafkolonie.
Vegan war allerdings alles andere als ein weltabgewandter christlicher Fundamentalist, wie auch seine Einschätzung des russischen Präsidenten zeigt:
„Seit 25 Jahren regiert das Land ein verrückter, alter Geheimdienstler, der längst kein heimlicher, sondern ein offenkundiger Menschenfresser geworden ist, dessen jedes Wort per Definition eine Lüge ist. Polen hat Hitler 1939 dazu gezwungen, es anzugreifen.... Wir bedrohen niemanden, wir brauchen keine fremden Länder, Wehrpflichtige kämpfen nicht (im Krieg gegen die Ukraine, Red.), es wird keine Mobilmachung geben, ‚sie sind nicht da‘. Wir brauchen die Krim nicht, ich werde das Rentenalter nicht anheben, sie ist untergegangen (Flaggschiff Moskwa, Red.), ich werde die Verfassung nicht ändern, ich werde nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren, ich werde mich nicht an der Macht festklammern und so weiter, man könnte die Liste noch sehr lange fortsetzen. Nur in einer Sache hat er nicht gelogen, nämlich als er sagte, ich zitiere RIA Novosti vom 12. 2. 2004: „Wenn man sieben Jahre lang so als Präsident arbeitet, kann man den Verstand verlieren.“