Andrej Romanowitsch Kutusow

Andrej Romanowitsch, 22 Jahre

Die Geschichte von Andrej Romanowitsch Kutusow, geb. 05.07.2002 aus Krasnokamensk in Transbaikalien,  schnell erzählt. Im Jahr 2020 sitzt Andrej mit einem Kumpel auf einer Bank, beide besaufen sich. Es kommt eine junge Frau vorbei, die sie zum gemeinsamen Trinken einladen. Die Frau kauft neuen Stoff und alle verlegen das Gelage in die Wohnung von Andrej. Die Frau lässt ihr Handy mit zwei Bankkarten auf dem Tisch liegen, während sie sich mit dem Kumpel vergnügt. Andrej nimmt Handy & Karten an sich, überweist damit an sich einige Rubel und verscherbelt das Handy. Die Einnahmen vom Verkauf reinvestiert er in Alkohol und Zigaretten. Im März 2023 wird deshalb Andrej zu 2,5 Jahren Haft verurteilt.
Andrej ist leicht geistig behindert, musste deshalb nicht zum Wehrdienst. Um der Haft zu entgehen, meldete er sich zu einer Sturm-V Einheit. Am 13. Februar 25 wurde er bestattet.

Ai Cherel Aiwarowitsch Nogaan ool

Ai-Cherel Aiwarowitsch, 18 Jahre

Der älteste Sohn seiner Mutter, der einzige Bruder seines Bruders, der Sohn vieler Onkel und Tanten, der Sohn seiner Schwestern, der Bruder vieler Schwestern, der bescheidene Bruder seiner Verwandten. Der einzige Sohn, der geliebte Freund seiner kleinen Schwester, der fröhliche Freund vieler Freunde, Klassenkameraden, Mitschüler, der Geliebte seiner Verwandten. Ai-Cherel Aiwarowitsch Nogaan-ool, geboren am 01.03.2006, am 5. Oktober 2024 starb er im Alter von 18 Jahren bei einer speziellen Militäroperation.
An seine liebe Mutter, Schwestern, Brüder und Schwestern, Freunde, Klassenkameraden und Klassenkameraden, Lehrer, Menschen seiner Heimatstadt, liebe Verwandte, an unsere Heimat Tuwa: Wir sind sehr traurig, dass er nicht lebend zurückgekehrt ist. Wir teilen es mit Ihnen, liebe Menschen.(Link)

 Wadim Konstantinowitsch Slobin

Wadim Konstantinowitsch, 19 Jahre

Der junge Mann auf dem Foto ist Wadim Konstantinowitsch Slobin, 19 Jahre alt. Er lebte auf der Insel Solowezki in einem gleichnamigen Dorf in der Region Archangelsk. Auf der Insel gibt es eine große Klosteranlage, Wadim bediente dort das Glockenspiel. Nach der Schule musste Wadim seinen Wehrdienst ableisten und verpflichtete sich freiwillig zum Kriegsdienst in der Ukraine. Am 10. Februar 25 bat das Kloster um Gebete für Wadim, denn er würde am komenden Tag auf einen Angriff geschickt. Die Gebete haben nichts geholfen.

Iwan Iwanowitsch Sawtschenko

Iwan Iwanowitsch, 19 Jahre

Iwan Iwanowitsch Sawtschenko kam aus der Stadt Kamenka in der Region Pensa und war alles andere als ein lieber Junge. Mit 16 bekam er seine erste Jugendstrafe, ein Jahr später die zweite und als er schließlich volljährig wurde, verurteilte ihn kurze Zeit später das örtliche Gericht zu zwei Jahren Haft.
Iwan hatte mit einigen Trinkkumpanen gebechert, als der Alkohol und das Geld alle waren, einen der Sauffreunde verprügelt, um dessen Waschmaschine aus einer Wohnung zu stehlen. Die Erlöse wurden dann in Wodka reinvestiert. Auch Iwan wollte keine zwei Jahre im Gefängnis bleiben und verdingte sich bei der Gruppe Wagner. Beim Kampf um Bachmut wurde er getötet.

Wjatscheslaw Stanislawowitsch Maksimow

Wjatscheslaw Stanislawowitsch, 19 Jahre

"Unser Junge, unsere Nachtigall, ist nach Hause zurückgekehrt. Er kehrte als Held zurück und egal, wie schmerzhaft es war, so werden wir ihn in Erinnerung behalten!", schrieb die Mutter von Wjatscheslaw Stanislawowitsch Maksimow. Wjatscheslaw, geboren am 17.11.2005, kam aus Tscherepowez, der größten Stadt in der Oblast Wologda und hatte nur noch wenige Monate Wehrdienst vor sich. Der Schmerz der Mutter um den Tod ihres Sohns ist nachzuvollziehen - nur Wjatscheslaw ist nicht als Held zurück gekehrt, sondern tot und ein weiteres Opfer eines verbrecherischen russischen Krieges.

Arja Aleksejewitsch Bady

Arja Aleksejewitsch, 19 Jahre

Für das friedliche Leben des Volks der Tuwiner wäre Arja Aleksejewitsch Bady gestorben, schreibt die VKontakte-Rubrik Setkil aus Tuwa. Das bedeutet, dass der junge Arja völlig umsonst gestorben ist. Denn für die abgelegene Provinz Tuwa bedeutete die Existenz der Ukraine niemals eine Bedrohung. Der "liebe, gütige, geliebte Sohn, Enkel, Bruder, Bruder der Brüder, fröhlicher Freund der Freunde, tapferer, hilfsbereiter Sohn der Verwandten, geehrter Sportler" zog wegen des Geldes in den Krieg und ist nun für die Zukunft seines Volkes Geschichte. Arja Aleksejewitsch Bady wurde am 7. Oktober 2005 geboren, kam aus dem Dorf Erzin in Tuwa und wurde am 14. Januar 25 in der Ukraine getötet.

Ilja Saenkow

Ilja Jurewitsch, 22 Jahre

Auf dem Weg zu den Stellungen der russischen Armee am 7. Februar 25 wurde ein Kleintransporter (genannt Brotlaib) von einer Drohne angegriffen. Ilja Jurewitsch Saenkow, geboren am 14.08.2002, saß im Wagen und wurde getötet. Ilja kam aus der Stadt Feodosia auf der Krim. Am 17.11.23 gab er ein Interview:
„.. Mein Rufzeichen ist Baby ... Was sind die Gefühle? Wo soll man seinen Kopf so weit wie möglich verstecken, damit er nicht getroffen wird)) Aber ansonsten ist alles in Ordnung. Keine Angst, keine besonderen Sorgen. Es ist, als ob die Zeit stehen bleibt, einfriert.. Alles vergeht und Sie gehen hinaus, um die Aufgabe weiter auszuführen. Wir haben viele Freiwillige. Wir verteidigen unser Vaterland, verteidigen unser Russland. Und wir sind bereit! Der Sieg wird uns gehören! ..“


Kirill Igorewitsch Koltsow

Kirill Igorewitsch, 18 Jahre

Kirill wäre bei der Durchführung der "speziellen Militäroperation" auf dem Territorium der Ukraine auf tragische Weise ums Leben gekommen, heißt es im Nachruf des Dorfs Siwa in der Region Perm. Wer aber in den Krieg zieht, erleidet keinen tragischen, sondern einen zwangsläufigen Tod. Tragisch ist allenthalben, dass seine Familie seinen Entschluss in den Krieg zu ziehen, nicht verhinderte. Und verbrecherisch ist, dass das Militär junge Menschen als Verbrauchsmaterial ansieht und in den sicheren Tod schickt. Kirill Igorewitsch Koltsow, geboren am 21. Oktober 2005, getötet am 19. September 2024, wurde lange vermisst. Am 16.11. suchte seine Tante nach ihm, am 17.02.25 soll er beerdigt werden.

Alexander Alexandrowitsch Tschuprin

Alexander Alexandrowitsch, 18 Jahre

Am 4. Februar 25 wurde Alexander Alexandrowitsch Tschuprin in seinem Heimatdorf Zugol beigesetzt. Nach der Schule hat es mit der beruflichen Ausbildung nicht geklappt, so wurde er bereits kurz nach seinem 18. Geburtstag zum Wehrdienst eingezogen. Ein halbes Jahr später unterschrieb er einen Militärvertrag und wieder ein halbes Jahr später war er tot. Alexander Tschuprin (24.02.2006 - 06.01.2025) kam aus einem interessanten Dorf in Transbaikalien. Das Dorf Zugol hat weniger als 700 Einwohner, aber beherbergt eine buddhistsche Universität - einen Dazan, der älteste im Transbaikalgebiet.

Tumen Ajuschiewitsch Babujew

Tumen Ajuschiewitsch, 18 Jahre

Tumen Ajuschiewitsch Babujew wurde am 23. April 2006 im burjatischen Dorf Aga-Changil in Transbaikalien geboren. Im Alter von 10 Jahren zog seine Familie nach Ulan-Ude in Burjatien.  Nach der Schule schrieb sich Tumen für eine Ausbildung als "Maschinist" ein, brach aber nach zwei Jahren seine Lehre ab. Im Mai 2024 wurde er dann zum Wehrdienst eingezogen und im November unterschrieb er einen Vertrag zum Kriegsdienst als Drohnenpilot. Auch Tumen bezahlte schnell diese Entscheidung mit dem Tod. Bereits am 15.12.24 war er nicht mehr am Leben, am 8. Februar 25 wurde er im großen Dorf Sotnikowo begraben.

Maxim Irschatowitsch Gabidullin

Maxim Irschatowitsch, 22 Jahre

Maxim Irschatowitsch Gabidulli, geboren am 26. Januar 2002, hatte im Mai 2021 eine Ausbildung zum Feuerwehrrettungstechniker in Tscheljabinsk abgeschlossen und verpflichtete sich im August beim Militär. Damals dachte man noch nicht an Krieg. Aber im Januar 2022, bereits vor Kriegsausbruch, wurde seine Einheit in den von Russland besetzten Teil der Ukraine verlegt. Im März wurde er verwundet und kehrte zurück an die Front. Am 23. September 2024 war der Krieg dann auch für Maxim endgültig vorbei.

Anton Wladimirowitsch Nosyrew

Anton Wladimirowitsch, 19 Jahre

Drei Monate lang suchte seine Mutter in den sozialen Medien nach ihrem Sohn, der am 2. Novenber 24 an der Front verschwunden war. Ende Januar 2025 erfuhr sie von seinem Tod. Anton Wladimirowitsch Nosyrew, geboren am 27. August 2005, kam aus der Stadt Krasnokamensk, das in der Region Transbaikalien und etwa 40 km von der chinesischen Grenze liegt. Den großen Satz auf dem Foto machte er vor sieben Jahren. Anton wurde in der Region Kursk getötet.

Denis Iwanowitsch Boldyrew

Denis Iwanowitsch, 19 Jahre

Denis Iwanowitsch Boldyrew, geboren am 1. November 2005, stammte aus der Siedlung Tarbagatai in Transbaikalien. Auch er wurde zielgerichtet zum Militär erzogen. Als Schüler war er Anführer bei der Junarmija mit Auszeichnung. Gerade erwachsen geworden, trat er im Dezember 2023 seinen Wehrdienst an und unterschrieb beinahe sofort einen Vertrag. Am 4. Dezember 24 war er tot.
Die Dorfverwaltung widmete ihm ein Gedicht:
Er hatte nicht einmal eine Frau!
Was wäre das für eine Ehefrau,
wenn der Mann noch keine zwanzig Jahre alt ist
und überall Krieg herrscht?

Jewgeni Wladimirowitsch Sokolow

Jewgeni Wladimirowitsch, 19 Jahre

Jewgeni Wladimirowitsch Sokolow, 19 Jahre, wurde am 3. Januar 25 im kleinen Dorf Schorkasy in der Republik Tschuwaschien begraben. Er meldete sich freiwillig zum Dienst an der Front und hatte Erfahrung mit Drohnen und der Drohnenabwehr. Es hat ihm nicht geholfen. Vier Monate vor seinem Tod berichtete er an seiner ehemailgen Schule von seinen Kriegserfahrungen.

Artem Jewgenjewitsch Poljakow

Artem Jewgenjewitsch, 18 Jahre

Aus einem abgelegenen Bezirk in der Region Kurgan nahe der Grenze zu Kasachstan kam Artem Jewgenjewitsch Poljakow. Artem wurde am 17. Juni 2006 im kleinen Dorf Gladkovskoye geboren, ging dort zur Schule und hatte im Oktober 2024 sich als Freiwilliger beim russischen Militär verpflichtet. Bereits am 2. Dezember 24 war er tot und wurde am 20. Januar 25 begraben. Dorf und Kreisverwaltung trauern, doch niemand stellt die offensichtliche Frage: Warum wurde der Junge, ohne militärische Vorbildung, so gnadenlos in den Tod geschickt?

Egor Andrejewitsch Plotnikow

Egor Andrejewitsch, 19 Jahre

Egor hätte sein Leben für einen friedlichen Himmer gegeben, er wäre ein wahrer Held, tapfer und mutig gewesen, schreibt Viktoria über ihren Freund auf Vkontakte. Nichts davon ist richtig: Der friedliche Himmel über Russland war niemals bedroht und ihr Freund Egor hatte den Ernst eines Krieges eigentlich nicht begriffen. Egor Andrejewitsch Plotnikow, geboren am 15. Juli 2005, kam aus Abakan, der Hauptstadt Chakassiens. Nach seinem VKontakte-Status war er eher ein jugendlicher Quatschkopf, der westliche Kleidung bevorzugte, im Fitnessstudio seine Muckies pflegte und gerne mal einen Joint geraucht hat - obwohl das in Russland streng bestraft wird. Am 15.10.24 wurde er getötet.

Kirill Subchanowitsch Musajew

Kirill Subchanowitsch, 19 Jahre

Eines Tages wirst du merken, dass du keine Zeit mehr hast, war das Motto von Kirill in seinem VKontakte-Status. Kirill Subchanowitsch Musajew, geboren am 21.12.2004 aus der Kleinstadt Mokrous in der Oblast Saratow, hatte noch sein ganzes Leben vor sich, also woher die Angst etwas zu verpassen? Er wählte das Risiko mit außergewöhnlicher Bezahlung und zog im August/September 2024 in den Krieg. Er hat damit seine Zukunft verpasst, am 28. Januar 25 wurde er begraben.

Wladimir Wjatscheslawowitsch Waganow

Wladimir Wjatscheslawowitsch, 18 Jahre

Wahrscheinlich gehörte Wladimir Wjatscheslawowitsch Waganow auch zu den zum Militarismus indoktrinierten jungen Menschen in Russland. Er schloss die Schule in einer Kadettenklasse ab und meldete sich sofort nach seinem 18. Geburtstag als Freiwilliger zum Kriegsdienst. Sein Dienst bei der Militärpolizei wäre zu belastend für ihn gewesen, also wurde er als Scharfschütze in einer Angriffseinheit eingesetzt. Wladimir kam aus dem Dorf Nowodewitschi in der Oblast Samara, geboren am 15.02.2006, getötet am 06.01.2025.

Lew Ockert

Lew Wladimirowitsch, 18 Jahre

Lew Wladimirowitsch Ockert, ein junger Mann mit deutschen Vorfahren, wurde zum Wehrdienst als untauglich nicht zugelassen. Das wurmte ihn, er wollte unbedingt ein richtiger Mann sein, erzählte seine Freundin Viktoria. Aber beim Kriegsdienst an der Front nehmen sie jeden und so unterzeichnete er einen Militärvertrag. Seiner Freudin erklärte er: „Vika, ich möchte meine Mutter, alle meine Lieben und dich beschützen." Nun, Lew lebte in Bratsk, einer Großstadt in Irkutsk, da ist die Ukraine ganz weit weg. Etwas mehr als drei Monate war er im Krieg dabei, jetzt hält er in unserer Tabelle der jüngsten Kriegstoten einen Spitzenplatz.

Egor Kantschalan

Egor Kantschalan, 20 Jahre

Egor Kantschalan, geboren am 23. November 2003, kam aus der Stadt Magadan im kalten Fernen Osten Russlands. Die Region hatte um 1985 mal 550.000 Bewohner, heute sind es noch 130.000 - es gibt keine Arbeit mehr. Und auch Egor hatte keinen erlernten Beruf, er suchte seine Zukunft mit Begeisterung beim Militär - vergebens. Im Februar 2024 zog er in den Krieg, seine letzte Statusmeldung stammt vom 1. Mai 24, ein Todesdatum wurde nicht veröffentlicht.

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