30.06.2026 -- 218.524// Zuwachs zum 31.05.2026: 4.838
Wladislaw Nikolajewitsch, 19 Jahre
Vier Monate nach seinem 18. Geburtstag meldete sich Wladislaw Nikolajewitsch Semjonow freiwillig zum Kriegsdienst beim russischen Militär. Immerhin ein Jahr und vier Monate überlebte Wladislaw den Dienst an der Front, aber am 20. Februar 25 war Schluss. Wladislaw, geboren am 1. Juni 2005, kam aus der Stadt Nischneudinskin in der sibirischen Region Irkutsk.
Sergej Nikolajewitsch, 19 Jahre
"Im August 2024 traf Sergey die mutige und bewusste Entscheidung, einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium zu unterzeichnen und in die Zone der Speziellen Militäroperation zu gehen, um das Mutterland zu verteidigen", schrieb eine lokale VKontakte-Seite und lag damit zweifach falsch. Der junge Mann hat eine dumme Entscheidung getroffen, war deshalb am 15. Februar 25 tot und das Mutterland hat er in der Ukraine auch nicht verteidigt. Sergej Nikolajewitsch Ipatow, geboren am 28.07.2005, hatte fünf Geschwister und kam aus dem Dorf Kizema in der Oblast Archangelsk.

Andrej Andrejewitsch, 20 Jahre
Aus der Stadt Streschewoi in der Region Tomsk zog Andrej Andrejewitsch Ritschkow in den Krieg. In Streschewoi ist es meist kalt, die Stadt ist abgelegen, der nächste Bahnhof 70 km entfernt. Andrej, geboren am 16. April 2004, hätte dort noch sein ganzes Leben vor sich gehabt. Aber Andrej zog es zum Militär mit dessen hohem Sold. Er wurde in eine Sturmkompanie eingeteilt, da ist die Überlebenschance gering. Am 10. Januar 25 wurde Andrej getötet.

Sergej Anatoljewitsch, 19 Jahre
"Wir haben ihn im Sommer zur Armee geschickt und ich kann immer noch nicht glauben, dass das passiert ist. Leider beschützt niemand unsere Kinder. Aus irgendeinem Grund werden sie dorthin geschickt, wo es fast am Schlimmsten ist, und sie sind darauf nicht vorbereitet", schreibt Irina. Gemeint war Sergej Anatoljewitsch Glazkow aus der Stadt Jelez in der russischen Oblast Lipezk. Sergej, geboren am 13. Juli 2005, musste seinen Wehrdienst ableisten und wurde in den Krieg geworfen. Getötet am 24. Februar 25, vom Kommandanten kam eine Urkunde (übersetzt).
Witali Iwanowitsch, 18 Jahre
Am 5. Februar 2025 kam Witali im Kriegsgebiet an und zog zu einem Angriff los. Er kam nicht wieder zurück. Witali Iwanowitsch Iwanow, geboren am 19. September 2006, lebte in der Arbeitersiedlung Taiturka in der Oblast Irkutsk. Am 6.3. kam er als Cargo200 zurück nach Hause. Eltern und Verwandte bitten um Geldspenden zur Bezahlung der Beerdigung. Witali wäre doch für alle Bewohner der Siedlung in den Kampf gezogen. Ist er nicht, er wurde ausschließlich auf Grund der imperialen Interessen der russischen Regierung getötet.

Kirill Sergejewitsch, 22 Jahre
Kirill Sergejewitsch Wyskotschkin landete im Alter von sechs Jahren im Waisenhaus von Asino, einer Stadt in der russischen Region Tomsk. Nach der neunten Klasse besuchte er die Technische Fachschule für Industrie und Dienstleistungen in der Stadt. Wahrscheinlich hat er die Ausbildung nicht bewältigt und musste deshalb im Jahr 2020 seinen Wehrdienst ableisten. Er blieb beim Militär, war beim russischen Angriff auf die Ukraine von Anfang an dabei und wurde schließlich am 9. August 2024 getötet. Seine Großmutter beerdigte ihn im Heimatdorf.

Iwan Nikolajewitsch, etwa 18 bis 19 Jahre
Am Stadtrand von Moskau liegt die Stadt Dolgoprudny - von dort kam Iwan Nikolajewitsch Korolew, geboren im Jahr 2006. Seine Heimatstadt schreibt in ihrem Nachruf:
Jung, aber bereits ein echter Kämpfer: Wanja wählte den Weg der Ehre und des Mutes und verband sein Schicksal mit der Verteidigung des Vaterlandes. Als Teil einer Spionageabwehrabteilung führte er furchtlos Kampfeinsätze durch und wich angesichts der Gefahr nicht zurück... Helden werden nicht geboren, sie werden gemacht. Er ist zu einem Menschen geworden, an den man sich erinnern und der als Vorbild dienen wird. Weder der Feind noch die Flammen konnten seinen Mut brechen.

Igor Alexejewitsch, 20 Jahre
Warum Igor im Krieg gelandet ist, ergibt sich aus einer Gerichtsakte. Igor Alexejewitsch Kurkogir, geboren am 23. Juni 2004, stammte aus dem großen Dorf Nowoselowo in der Region Krasnojarsk. Im April 2024 wurde ein Strafverfahren gegen ihn eröffnet. Danach hatte er ein Handy und eine Bankkarte gestohlen und damit an ein extra eröffnetes Konto 98.000 Rubel überwiesen. Es kam zu keinem Urteil, weil Igor lieber modernes russisches Roulette spielte. Er unterschrieb einen Militärvertrag, am 20.12.2024 verlor er sein Leben.

Maksim Jurjewitsch, 20 Jahre
Maksim Jurjewitsch Kljutschenkow wurde fernab der Heimat getötet, schreibt die örtliche Zeitung zu seinem Tod. Das zumindest ist richtig. Maksim, geboren am 27. Mai 2005, kam aus dem großen Dorf Fjodorowka in Baschkortostan, hatte den Beruf "Technischer Betrieb und Wartung elektrischer und elektromechanischer Geräte" erlernt und arbeitete beim örtlichen Energieversorger. Warum auch immer - er unterzeichnete einen Militärvertrag und landete in der Region Kursk. „Wir sind umzingelt, wir sind nur wenige, aber wir werden durchbrechen", schrieb er an einen Freund am 8.8.24. Danach war er verschollen. Am 17. Februar 25 wurde das, was von ihm übrig blieb, in seinem Heimatdorf begraben.

Daniil Alexejewitsch, 18 Jahre
Sein Vater war Polizist, diente in Tschetschenien und ist aktuell Spezialist für Zivilschutz - helfen konnte er seinem Sohn nicht. Daniil Alexejewitsch Seljajew, geboren am 1. Februar 2006, kam aus Werchnjaja Salda, einer Stadt in der Oblast Swerlowsk. Während seines Wehrdienstes wurde er in die Region Kursk abkommandiert. Am 20.11.24 wurde er bei Gefechten in einem Dorf der Region getötet.

Askar Serdhanowitsch, 22 Jahre
Der Pegel des Kaspischen Meeres liegt unterhalb des Meeresspiegels und so kommt es, dass sich Dörfer im Mündungsgebiet der Wolga auch unterhalb befinden. Der kleine Dorf Sergiewka mit weniger als 400 Bewohnern an einem Seitenarm der Wolga liegt 23 Meter darunter. Aus diesem Dorf kam Askar Serdhanowitsch Nabitow , geboren am 13. Mai 2002 und kasachischer Abstammung. Nach Schule, Fachschule und Wehrdienst arbeitete er mit seinem Vater als Schweißer auf Baustellen der Region - ohne feste Anstellung. Am 1. September 24 unterschrieb Askar einen Miltärvertrag, bereits am 14. Oktober war er tot. Am 20. Februar 25 wurde Askar beigesetzt.

Iwan Bachadyrowitsch, 19 Jahre
Aus Gratschi, einem 600-Seelendorf in der Region Astrachan, kam Iwan Bachadyrowitsch Birjukow. Das Dorf liegt am Unterlauf der Wolga, im Winter ist es dort sehr kalt, im Sommer viel zu heiß, dazu gibt es Sandstürme, wer will da schon dauerhaft bleiben. Iwans Schule schrieb wider besseres Wissen, er hätte eine mutige Entscheidung getroffen, als er einen Vertrag mit dem Militär abgeschlossen hat. Richtig wäre, alle Schüler vor solchen Entschlüssen zu warnen. Denn Iwan unterschrieb im August 2024 und war am 15. September bereits tot. Eine Woche später wäre Iwan 20 Jahre alt geworden.

Juri Olegowitsch, 19 Jahre
Als Juri Olegowitsch Taridonow noch 18 Jahre alt war, meinte er bereits ein erfahrener Soldat zu sein. Juri kam aus der Region Rostow am Don, hatte sich freiwillig gemeldet und berichtete am 29.01.24 den Schülern des Lizeums Nr. 13 in Rostow von seinen Kriegserfahrungen. Eine Woche später trat er vor Schülern der Schule Nr. 21 auf und betonte, wie wichtig es wäre, Russland zu lieben. Am 29.01.2025 wurde dann Juri eine Erfahrung zuteil, die er den Schülern verschwiegen hatte. Ein Bauchschuss brachte ihm einen entsetzlich grausamen Tod.

Iwan Alexejewitsch, 18 Jahre
Seine Mutter beklagte, dass Iwan sie alle vor vollendete Tatsachen gestellt hätte. Als er seine Familie über seine Unterschrift zum Militärvertrag informierte, war die Tinte schon trocken und nichts mehr zu ändern. Iwan Alexejewitsch Ischimow kam aus der Großstadt Magnitogorsk in der westsibirischen Oblast Tscheljabinsk und war ganz offensichtlich nur ein dummer Junge. Seinen 19. Geburtstag hat er um einen Tag verpasst.
Andrej Aleksejewitsch, etwa 20 Jahre
Andrej Aleksejewitsch Pjanitschenko - sein genaues Alter wurde nicht veröffentlicht, aber im Januar 2018 ging er in die 7. Klasse der Sekundarschule Nr. 33 in Engels in der Oblast Saratow. Er gewann dreimal eine Bronzemedaille im Schiffsmodellbau. Jetzt ist er tot, gefallen im Krieg und seine Fachschule erinnert sich: "Mit tiefer Trauer teilen wir Ihnen mit, dass sich die Mitarbeiter des Colleges am 14.02.25 von einem der besten Absolventen des Jahres 2024, Fachrichtung „Technische Bedienung und Wartung elektrischer und elektromechanischer Geräte“, verabschiedet haben, der während einer speziellen Militäroperation heldenhaft starb."

Oleg Repkin, 22 Jahre
"Warum brauchst Du mich?", fragt Oleg Repkin, geboren am 7.11.2002 aus Woronesch, in seinem Status auf Vkontakte. Er wäre ein außergewöhnlich guter Schüler gewesen, schrieb die Fachschule in ihrem Nachruf, und dazu noch ein sympathischer und weiser Aktivist. Seinen Abschluss machte er im Fach "Installation und Betrieb von Gasversorgungsgeräten und -systemen". Oleg musste danach seinen Wehrdienst antreten und schrieb sich am Ende zum Kriegsdienst ein. In seinem Beruf hätte man ihn gebraucht, das Militär benutzte ihn nur. Sein Tod wurde im Januar 25 bekannt.

Michail Sergejewitsch, 19 Jahre
Bei einem Angriff der russischen Armee am 2. Januar 2025 wurde Michail Sergejewitsch Belousow getötet. Michael, geboren am 8. November 2005, kam aus dem Dörfchen Kujada mit etwa 300 Einwohnern in der Region Irkutsk. Als er elf Jahre alt war, starb sein Vater und Michael musste helfen, den Unterhalt der Familie sicherzustellen. Er besuchte deshalb eine Abendschule. Tagsüber arbeitete er zuletzt als Pseudoselbständiger bei Bauunternehmen. Auch er erlag den Verlockungen des vielen Geldes, das Freiwillige bekommen und unterschrieb einen Vertrag mit dem russischen Militär.

Jaroslaw Nikolajewitsch, 19 Jahre
Ein Gedicht gab es zum Abschied von Mama und Papa. Viel mehr Trauer fand sich nicht im VKontakte-Status der Eltern Irina und Nikolai. Jaroslaw Nikolajewitsch Grezew (11.01.2006 - 07.02.2025) wuchs in der trostlosen Arbeitersiedlung Magnitnij in der Region Kursk auf. Es ist unklar, ob Jaroslaw sich freiwiilig zum Krieg meldete oder sich während seines Wehrdienstes dazu entschloss. In jenem Gedicht wird der zumeist grausame Tod der Soldaten zynisch verklärt:
Der letzte Atemzug ist der Abschied eines Soldaten ...
Auf dem verwundeten Boden zwischen Betonplatten,
Wie in seiner Kindheit auf dem Gras lag er,
die Arme ausgebreitet, und nun liegt er ...
und schaut zum letzten Mal in den Himmel hinauf,
flüsterte er: „Ich komme nicht mehr zurück. „Es tut mir leid.“
Wisse, Mutter, dass dein Sohn kein Feigling war.
Er hat den Weg des Kriegers mit Würde beschritten!...

Andrej Romanowitsch, 22 Jahre
Die Geschichte von Andrej Romanowitsch Kutusow, geb. 05.07.2002 aus Krasnokamensk in Transbaikalien, schnell erzählt. Im Jahr 2020 sitzt Andrej mit einem Kumpel auf einer Bank, beide besaufen sich. Es kommt eine junge Frau vorbei, die sie zum gemeinsamen Trinken einladen. Die Frau kauft neuen Stoff und alle verlegen das Gelage in die Wohnung von Andrej. Die Frau lässt ihr Handy mit zwei Bankkarten auf dem Tisch liegen, während sie sich mit dem Kumpel vergnügt. Andrej nimmt Handy & Karten an sich, überweist damit an sich einige Rubel und verscherbelt das Handy. Die Einnahmen vom Verkauf reinvestiert er in Alkohol und Zigaretten. Im März 2023 wird deshalb Andrej zu 2,5 Jahren Haft verurteilt.
Andrej ist leicht geistig behindert, musste deshalb nicht zum Wehrdienst. Um der Haft zu entgehen, meldete er sich zu einer Sturm-V Einheit. Am 13. Februar 25 wurde er bestattet.

Ai-Cherel Aiwarowitsch, 18 Jahre
Der älteste Sohn seiner Mutter, der einzige Bruder seines Bruders, der Sohn vieler Onkel und Tanten, der Sohn seiner Schwestern, der Bruder vieler Schwestern, der bescheidene Bruder seiner Verwandten. Der einzige Sohn, der geliebte Freund seiner kleinen Schwester, der fröhliche Freund vieler Freunde, Klassenkameraden, Mitschüler, der Geliebte seiner Verwandten. Ai-Cherel Aiwarowitsch Nogaan-ool, geboren am 01.03.2006, am 5. Oktober 2024 starb er im Alter von 18 Jahren bei einer speziellen Militäroperation.
An seine liebe Mutter, Schwestern, Brüder und Schwestern, Freunde, Klassenkameraden und Klassenkameraden, Lehrer, Menschen seiner Heimatstadt, liebe Verwandte, an unsere Heimat Tuwa: Wir sind sehr traurig, dass er nicht lebend zurückgekehrt ist. Wir teilen es mit Ihnen, liebe Menschen.(Link)

Maxim Wjatscheslawowitsch Safronow wurde am 4. Julij 1995 im Dorf Nowaja Brjan in Burjatien geboren. Das Dorf hat seit den Zeiten der Perestroika fast die Hälfte seiner Einwohner verloren. Heute leben noch etwa 4.200 Menschen dort. Maxim bekam während seiner Schulzeit eine kräftige Dosis Militarismus eingeflösst: Er besuchte den militärpatriotischen Club „Kasatschok“ und absolvierte das Militärspiel „Zarnitsa“. Nach der Schule studierte Maxim Medizin und arbeitete als Anästhesist und Notfallmediziner in einem Krankenhaus in Tschita (Transbaikalien).
Im Jahr 2025 wollte Maxim endlich ordentlich verdienen und ging als Notfallmediziner im Rang eines Leutnants an die Front in der Ukraine. Eine häufige Legende der Nachrufschreiber lautet, dass der Tote heldenhaft Verwundete evakuiert hätte und dabei getötet wurde. So auch bei Maxim - eine Drohne hätte am 23. Juni 26 den Rettungswagen angegriffen und Maxim getötet.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Wladimir Sergejewitsch Nenartowitsch, 59 Jahre
Telegram-Kanal „Die Toten aus Sacha“ vom 28.05.2026
Die Kleinstadt Tschulym liegt etwa 130 km westlich der Hauptstadt Nowosibirsk. In der Stadt und im dazugehörigen Bezirk leben rund 20.000 Menschen - Tendenz rückläufig. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt, etwa ein Drittel aller Erwerbstätigen arbeiten in diesem Bereich.
Ein Denkmal erinnert an die Toten aus den sowjetischen und russischen Kriegen. Im Krieg in Afghanistan sind zwei Soldaten aus dem Bezirk getötet worden, in den Tschetschenienkriegen wurden acht Männer getötet und im aktuellen Krieg gegen die Ukraine wurden bisher 113 Namen eingraviert.
Setzt man jene 113 Kriegtoten ins Verhältnis zur Bevölkerung, so würde jene Region an zweiter Stelle aller russischen Regionen in unserer entsprechenden Tabelle stehen.
Nikolai Afanassjewitsch Atlasow (Rufname „Odun“), 35 Jahre alt
Status: Verstorben Geburtsdatum: 29. Oktober 1989
Sterbedatum: 28. März 2025
Geburtsort: Rajon Changalasski, Dorf Katschikatsy
Sterbeort: Region Donezk, Siedlung Jelisawetowka
Dienstverhältnis: Vertragsdienst (ab 30. November 2024)
Kinder (Anzahl): Unbekannt
Ziviler Beruf: Abfüllung und Lieferservice für reines Trinkwasser
„Die Toten aus Sacha“ vom 5.5.26
Peter Frankopan ist Professor für Weltgeschichte an der Universität Oxford. In einem Essey über Wladimir Putin zitiert er den exilrussischen Telegram-Kanal „Astra“. Astra selbst zitiert in einem Beitrag eine/n Z-Blogger/in „Agna Becker“ der/die den Telegram-Kanal „Haus unter Lorbeeren“ betreibt. Agna Becker wiederum zitiert „unabhängige Studien von 'N' “ und damit kommen wir zur eigentlichen Nachricht.
Nach dieser Studie würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Laut der selben Studie betrage die „durchschnittliche Lebenserwartung“ eines Soldaten von der Zeit seiner Ankunft auf dem Übungsplatz bis zu seiner Abreise in den Kampfgebiet von zehn Tagen bis zu drei Wochen.
Ganz unrealistisch sind diese Aussagen nicht, wie unsere vielen Beispiele über Kurzzeitsoldaten zeigen. Wir haben Agna Becker angeschrieben und um einen Link auf die Originalveröffentlichung gebeten. Eine Antwort ist nicht zu erwarten.
„Ich freue mich auf meinen Tod“ ist der Titel einer bekannten Kantate von Johann Sebastian Bach. Die ist dem Autor spontan zum unten veröffentlichten - KI-generierten - Video eingefallen. In diesem werden 46 russische Soldaten vorgestellt, die alle aus der Großstadt Artjom oder deren näheren Umgebung in der Region Primorje stammen. Zur Erinnerung - die Region Primorje liegt im Fernen Osten Russlands. Die Soldaten im Video werfen ihre Waffen weg, lachen dabei und schreiten ins Nirwana.
Wieviel sinnvoller wäre es gewesen, wenn all diese Soldaten sich diesem verbrecherischen Krieg verweigert und gemeinsam ihre Waffen niedergelegt hätten? Sie wären zumindest lebend nach Hause gekommen. So dürfte auch diese KI-generierte Schmonzette keine Hilfe und Trost für ihre Angehörigen darstellen.