28.02.2026 -- 190.974 // Zuwachs zum 31.01.2026: 8.084

Aleksej Anatoljewitsch, 18 Jahre
Aleksej Anatoljewitsch Romanow, geboren am 11. September 2005, kam aus dem sehr kleinen Dorf Dubovy Kolok mit weniger als 300 Bewohnern in der Region Samara. Im Nachruf des Bezirks findet man nur allgemeine Sprechblasen, deshalb weiß man so gut wie nichts über den jugen Mann. Als er 18 Jahre alt wurde, hat er sich sofort beim Militär eingeschrieben, am 21. September 24 suchte seine Schwester Wika öffentlich nach ihm. Da war er schon tot - getötet am 4. September 24, begraben am 16. Oktober in seinem Heimatdorf.

Marat Rinatowitsch, 20 Jahre
Den Vertrag mit dem russischen Militär hätte er bewusst abgeschlossen, kommentierte Tanja seinen Nachruf. Marat Rinatowitsch Gafarow, geboren am 31.07.2004, kam aus einem Dorf nahe der Stadt Jenisseisk in der Region Krasnojarsk in Sibirien. Nach der Schule hatte er eine Ausbildung als Koch abgeschlossen und das Kochen wäre auch seine Profession gewesen. Seine Entscheidung, die Töpfe gegen ein Gewehr einzutauschen, brachte ihm kein Glück und keinen Reichtum. Am 17.10.24 wurde er begraben.

Wladimir Heimer- oolowitsch, 20 Jahre
Unser gesegneter geliebter Mann, der jüngste Sohn seiner Eltern, der liebevolle Bruder seiner Brüder, der geliebte Bruder zahlreicher Tanten, Onkel, Cousins, Brüder, Schwestern, Tanten, vorbildlicher Onkel, Stolz, Vertrauen und Zuversicht vieler Freunde, Freunde. Freundlicher, mutiger, hilfsbereiter, bescheidener, herzensstarker, schöner, charmanter Charakter, Wladimir Heimer-oolowitsch Kan-ool wurde am 25.12.2003 geboren, Träger zahlreicher Ehrenurkunden, Verteidiger des Krieges, kämpfte in der Operation Tuchuskaya am 5. Juni 2024. Wir sprechen der Familie und den Freunden des Helden unser tiefstes Beileid aus, der seinen Mut gezeigt und sein Leben für das friedliche Leben der Menschen in unserem Land gegeben hat. Wir haben unsere Familie, Freunde, Klassenkameraden und Menschen informiert! Das schöne Gesicht unseres Sohnes wird für immer in unseren Herzen bleiben.
Traueranzeige aus Tuwa für einen jungen Offizier

Juri Nikolajewitsch, 18 Jahre
Aus dem Bezirk Dergachewsky in der Oblast Saratow kam Juri Nikolajewitsch Petuchow, geboren am 6. Februar 2006. Mehr Informationen über die Toten im Krieg gegen die Ukraine kann man in der Oblast Saratow selten erhalten. Am 14. Oktober 24 meldete der Bezirksleiter Juris Tod.

Roman Alexejewitsch, 22 Jahre
Am 14.10.24 wurde sein Tod bestätigt

Alexander Gennadjewitsch, 20 Jahre
Alexander Gennadjewitsch Lemeschenko, geboren am 16.04.2004 aus Irkutsk, studierte ab 2022 an der Baikal Staatsuniversität "Personalführung" am Institut für Management und Finanzen. Die Universität sagte, dass er einer der besten Studenten gewesen wäre. Er hätte an Konferenzen teilgenommen und neun wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Offensichtlich verfügte er über sehr einseitiges kognitives Erfassen, denn im Juli 24 meldete er sich freiwillig an die Front, Anfang Oktober war seine militärische und wissenschaftliche Karriere beendet.

Dmitri Gennadjewitsch, 20 Jahre
Dmitri Gennadjewitsch Sadownikow ist einer der jungen Wehrpflichtigen, die niemals im Krieg hätten eingesetzt werden dürfen. Dimitri, geboren am 22. Juni 2004 kam aus der Kurstadt Sestrorezkt, die zu Sankt Petersburg gehört. Am 19. Mai 24 wurde seine Einheit in die Region Kursk verlegt, dort war auch sein letzter Standort. Nach dem 21. September 24 brach der Kontakt zu ihm ab. Seine Angehörigen betonen, dass er zu keiner Zeit einen Militärvertrag abgeschlossen hätte.

Nikita Konstantinowitsch, 21 Jahre
Geboren unter Putin, getötet unter Putin: Nikita Konstantinowitsch Molotschkowski, geboren im Jahr 2003, kam aus der Stadt Ocha im Norden der Insel Sachalin mit knapp 20.000 Einwohnern. Die Initiative "Sachalin gegen den Krieg" schreibt, dass die Unterschrift unter seinen Militärvertrag gefälscht gewesen wäre.
Denis Wladimirowitsch, 20 Jahre
Das ist Denis Wladimirowitsch Platonow vor ziemlich genau zehn Jahren. Seinen düsteren VKontakte-Status hat er ab Anfang 2017 nicht weiter gepflegt. Wir wissen deshalb nicht, warum der junge Mann in den Krieg gezogen ist. Denis, geboren 16. März 2004, kam aus der Stadt Werchni Ufalei in der Oblast Tscheljabinsk, deren Zukunft auch ziemlich düster ist. In den letzten 40 Jahren hat sich die Einwohnerzahl halbiert. Und Denis ist jetzt auch weg, am 28. August 24 war der Krieg für ihn zuende.
Sergej Wladimirowitsch, 23 Jahre
Es ist kalt in der Stadt Surgut, von Ende Oktober bis Mitte April gibt es eine stabile Scheedecke. Surgut im Autonomen Kreis der Chanten & Mansen wächst trotzdem schnell und hat jetzt etwa 420.000 Einwohner. Die Stadt ist reich, sie gilt als die Ölhauptstadt Russlands.
Aus Surgut kam Sergej Wladimirowitsch Kelmin, geboren am 12. Juli 2001, der in den Krieg gegen die Ukraine gezogen war. Vom Reichtum seiner Stadt hatte er nichts, vom hohen Sold der Freiwilligen hatte er auch nichts. Am 10. August 2024 wurde er auf eine Angriffsmission befohlen, das war sein letztes Lebenszeichen, heute suchen seine Anghörigen nach ihm.

Schaig Narimanowitsch, 19 Jahre
„Am 29. September 2024 im Krankenhaus an schweren Wunden gestorben. Dieser Junge war ein Wehrpflichtiger, er verteidigte die Region Kursk. Einer dieser Wehrpflichtigenhelden. Sie kämpften mehr als einen Monat lang umzingelt und taten es nicht. Sie gaben nicht auf und rannten nicht weg. Sie standen bis zuletzt," schrieb ein Kommentator zur Nachricht vom Tod von Schaig Narimanowitsch Heydarow. Schaig, geboren am 17.12.2004, kam aus der Stadt Kasan, der Hauptstadt Tatarstans.
Was für eine dumme Tat, wenn sie denn stimmt. Hätte sich die Einheit ergeben, wären sie gefangen genommen und schnell wieder ausgetauscht worden. Schaig hätte diesen verbrecherischen Krieg heil überlebt.
Alexander Alexandrowitsch, 20 Jahre
Eine Granate hatte er sich auf die Brust tätowieren lassen, als Zeichen der Unbesiegbarkeit oder der Männlichkeit? Alexander Alexandrowitsch Strugow, geboren am 9. Juli 2004, ist ohne den Vater in der Stadt Satka in der Oblast Tscheljabinsk aufgewachsen. Warum Alexander in den Krieg zog, blieb verborgen. Aber auch Alexander wurde besiegt, am 2. Oktober 24 wurde er begraben.

Ajur Alexandrowitsch, 23 Jahre
Aus dem ziemlich heruntergekommenen Dorf Ilka in Burjatien kam Ajur Alexandrowitsch Badmaew. Er wurde am 6. Januar 2001 im Dorf geboren, absolvierte eine Kadettenschule und eine Militärschule und bekam im Jahr 2023 sein Offizierspatent. Im Rang eines Leutnants kommandierte er einen Kommunikationszug. Damit hatte er den gesellschaftlichen Aufstieg geschafft und doch war alles umsonst. Am 10. August 24 wurde er "in Erfüllung seiner Militärpflicht und der Verteidigung seines Heimatlandes" getötet.
Sergej Anatoljewitsch, 23 Jahre
Es ist Sergej Anatoljewitsch Burnakow, geboren am 4. Dezember 2000, der da so verloren und als Soldat verkleidet im Wald steht. Er kam aus dem großen Dorf Beltirskoe in Chakassien. Am 1. Oktober wurde er beerdigt. Es gab zahlreiche Nachrichten zu seinem Tod, aber niemand machte sich die Mühe etwas Persönliches zu recherchieren und schrieb den wenigen Text von anderen ab. Dafür warb ein Lehrer aus Abakan in den Kommentaren für eine Bürgerinitiative, die die alte Sowjetunion restaurieren und mit Atombomben die Ukraine zur Raison bringen will.

Wadim Olegowitsch, 19 Jahre
Ein besseres Foto von Wadim Olegowitsch Schtscherbanew haben wir nicht gefunden. Die Fotos seiner Schule zeigen ihn nur vermummt. Wadim, geboren am 28. Mai 2005, kam aus dem Dorf Jirim mit weniger als 600 Bewohnern in der Republik Chakassien. Was ihn zum Militär getrieben hat - Geld, Strafverfahren oder falscher Patriotismus, bleibt unbekannt. Aber seiner Schule taugt er als Vorbild und so schreibt ein Vertreter: "Die Toten bleiben bei uns, lebendig in den Herzen und in der Erinnerung der Menschen, als Helden, die wissentlich das Kostbarste aufgaben – ihr Leben für Frieden und Ruhe auf Erden. Ihre Leistung inspiriert und lehrt uns, jede Minute des friedlichen Himmels zu schätzen und ihn zu schützen, egal was passiert." Passiert ist, Vadim wurde am 21.09.24 getötet.
Hayk, 22 Jahre
Eine schnelle Karriere hatte Hayk Armenowitsch Roganjan aus Sotschi in der Region Krasnodar hingelegt. Hayk, geboren am 25. September 2001, war armenischer Abstammung und Musterschüler in der Moskauer Offiziersschule. Am 29. April 23 erhielt er vorzeitig sein Offizierspatent als Leutnant, da es im russischen Militär an Führungskräften mangelte. Schnelle Karriere, schneller Tod - am 20. Februar 24 war alles vorbei und sein Foto ziert jetzt einen "Heldenschreibtisch" in seinem Geburtsort.
Ayrat, 18 Jahre
Aufgewachsen im kleinen Dorf Araslambaewsky mit weniger als 300 Bewohner spielte Ayrat Schaparow, mit bulligem Babyface ausgestattet, den Babo in seiner Jugendgang. Ayrat, geboren am 7. Februar 2006, ist irgendwie im Krieg gelandet, vermutlich ging es um schnelles Geld und wurde im September 24 getötet. Genau so erschreckend wie der junge Tod von Ayrat waren die Reaktionen in den sozialen Medien. Denn niemand hinterfragt seinen Tod, alles ist Schicksal.
Roman Iwanowitsch. 18 Jahre
Jugendliche, die in russischen Waisenhäuser aufwachsen, landen wenn sie das 18. Lebensjahr erreichen, in den meisten Fällen beim Militär. Roman Iwanowitsch Podgorny, geboren am 03.02.2006, kam aus dem Waisenhaus des großen Dorfes Nekrasowka, das nur etwa zehn Kilometer von der Hauptstadt Chabarowsk entfernt liegt. Und auch Roman landete mit 18 Jahren beim Militär und war Ende September 24 tot. "Wir haben einen Menschen verloren, der einen leuchtenden Eindruck in unseren Herzen und im Leben unseres Waisenhauses hinterlassen hat", schrieben seine Kollegen vom Waisenhaus.
Oleg Nikolajewitsch, 18 Jahre
"Wenn Sie es tun, pissen Sie nicht, wenn Sie pissen, tun Sie es nicht," schrieb Oleg in seinen Status bei VKontakte. Oleg Nikolajewitsch Tukalo, geboren am 06.12.2005 aus dem 1000-Seelen-Dorf Suchoe in der Region Omsk, hat es getan und ist in den Krieg gezogen. Vielleicht hat er noch begriffen, wie dumm dieser Satz ist- Am 22. September wurde er beigesetzt.

Sawwa Anatoljewitsch Michailow war der erste Sekretär des Jakutsker Stadtkomitees der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation und Mitglied des Büros des Republikanischen Komitees der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation. Sawwa, Jahrgang 1984, wurde im Herbst 2022 mobilisiert und befand sich bei den russischen Truppen in der Ukraine.
Nach Absprache sollte er einen Sitz im Parlament von Sacha (Jakutien) von einem älteren Parteigenossen übernehmen. Doch der weigerte sich plötzlich sein Mandat abzugeben und Sawwa, der bereits sich auf der Rückreise nach Jakutien befand, musste umkehren und zurück an die Front. Dort holte er sich eine Magen- & Darmkrankheit, an der er schließlich im Hospital verstarb.
Das war im Jahr 2023, Sawwa wurde danach posthum in Jakutien geehrt. Seine Frau nahm seine Orden & Auszeichnungen entgegen. Im Oktober 2025 waren sie und ihr 11jähriger Sohn auch tot - erstochen und erschlagen mit Messer und Hammer. Verhaftet wurden zwei 16jährige Mädchen, ihre Tochter und deren Freundin. Die Tochter hätte den Tod ihres Vaters nicht verkraftet.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Ein Foto von seinem „Heldenschreibtisch“. Anmerkung: Den Boxer Wladislaw Jurkewitsch, links auf dem Heldenschreibtisch, haben wir hier vorgestellt.
Im Jahr 2013 saßen etwa 700.000 Häftlinge in Russlands Haftanstalten. Diese Zahl hat sich inzwischen mehr als halbiert. Wladimir Dawydow, stellvertretender Vorsitzender des Obersten Gerichtshofs Russlands, nannte dazu aktuelle Zahlen: „308.000 Bürger befinden sich in Gefängnissen und Untersuchungshaftanstalten. […] Auch die Zahl der Untersuchungshäftlinge ist mit 89.000 Personen auf einem historischen Tiefstand“. Seine Begründung für diesen Rückgang ist allerdings skurril: „Dies ist das Ergebnis eines Kurses hin zu einer humaneren Gesetzgebung und Strafverfolgungspraxis“.
Richtiger wäre, Russland verheizt seine Strafgefangenen im Krieg gegen die Ukraine. Der ukrainische Geheimdienst veröffentlichte Anfang 2025 eine Schätzung von 140.000 - 180.000 Gefangenen, die vom russischen Militär für den Krieg rekrutiert wurden. Im Jahr 2025 kam sicher noch eine beachtliche Anzahl dazu.
Das einzige Foto von Schamil, das wir auf seinem VKontakte-Status vom 14.04.2028 gefunden haben. Es gibt noch ein Foto von seinem „Heldenschreibtisch“.
Wie dringend die russische Regierung neue Freiwillige für den Krieg in der Ukraine benötigt, zeigen diese Aufnahmen aus den Straßen von Moskau. Überall in der Stadt finden sich solche Webetafeln. Dabei geht es nicht mehr um die ideologische Rechtfertigung des Krieges wie „Kampf gegen den Faschismuss oder die Nato“, sondern nur noch um Geld: „Steigen Sie in die Drohnenstaffel ein und verdienen Sie dasselbe wie ein Lehrer in Belgien“. Der unbefangene Leser dieser Werbetafeln könnte meinen, dass man nach Vertragsunterzeichnung irgendwo in einem Kontrollzentrum sitzt - fernab jedweder Gefahr, Drohnen bedient und dabei Millionen Rubel scheffelt. Doch das ist falsch - es gibt keine speziellen Verträge für Freiwillige als Drohnenpiloten. Das Militär schickt die Männer mit neuen Zeitverträgen dorthin, wo gerade der Personalstand niedrig ist. Und so scheitern viele Hoffnungen auf ein gutes Leben in den Todeszonen an der Front.
Russland musste im Januar 2026 nach langer Zeit wieder auf seine Goldreserven zurückgreifen und hat 300.000 Feinunzen Gold verkauft. Wer mit dem Begriff Feinunze nichts anfangen kann, eine Unze entspricht etwa 31 Gramm. Russland hat folglich mehr als neun Tonnen Gold verkauft und damit ungefähr 1,2 Milliarden € erlöst. Damit lässt sich das Loch, das der Krieg gegen die Ukraine in den russischen Haushalt reißt, zumindest teilweise stopfen.
Zudem hat Russland noch Glück mit seinen Goldreserven. Auf Grund der weltweiten Unsicherheiten gilt Gold als sichere Anlage und die Nachfrage wächst. So ist der Goldpreis im letzten Jahr stark gestiegen und die etwas geringeren russischen Reserven sind trotzdem mehr wert als im Jahr 2024.
Meldung des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha (Jakutien)“ vom 20.01.2026
Mark Nikolajewitsch Jegorow (Rufname "Titt"), 52 Jahre alt
Status: Verstorben
Geburtsdatum: 05.08.1973
Todesdatum: 06.11.2025 (begraben am 20.01.2026 in Jakutsk auf dem Friedhof des Stadtteils Pticefabrika)
Geburtsort: Jakutsk
Todesort: Region Saporischschja
Dienstart: Vertragsdienst seit September 2025.
Kinder (Anzahl): 3
Friedlicher Beruf: Mitarbeiter der Sicherheitsdienstes von JAPTA (Alrosa) seit 1996
Ende August 2024 haben wir eine Sperrverfügung von der russischen Regulierungsbehörde für das Internet "Roskomnadsor" erhalten. In der Begründung heißt es: „Die Tätigkeit der Internet-Ressource wurde als rechtswidrig und als Verstoß gegen die Rechte der Bürger auf Privatsphäre, Persönlichkeits- und Familiengeheimnis anerkannt“. So kann man das nennen, wenn man die Menschen in Wort, Bild und mit persönlichen Daten über all die vielen getöteten russischen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine informiert.
Mit einer ähnlichen Begründung geht Roskomnasdor jetzt auch gegen Telegram vor. Sie wirft der Plattform vor, personenbezogene Daten von Russen illegal zu verbreiten, unter anderem in Form von „persönlichen Dossiers“. Telegram solle eigenständig die Weitergabe von personenbezogenen Daten russischer Bürger verhindern. Und natürlich meint die Behörde mit diesen verschwurbelten Formulierungen nichts anderes als die vielen Kanäle aus Russland heraus, die Informationen über die regionalen Verluste im Krieg liefern. Russland will weiter Krieg führen, dafür das Leben vieler ihrer Soldaten opfern - nur soll die Bevölkerung nicht mit solch negativen Informationen beunruhigt werden.
Der Chat- & Nachrichtendienst Telegram soll in Russland komplett gesperrt werden. Im Moment scheint er dort noch eingeschränkt nutzbar zu sein. Das bringt viele russische Informations- und Propagandakanäle zur Verzweiflung, weil sie ihr Geschäftsmodell darauf aufgebaut haben.
Warum die russische Regierung trotzdem Telegram abwürgen will, könnte auch an Kanälen wie „Erwarten Sie keine guten Nachrichten“ liegen. Bei diesem Projekt, wahrscheinlich aus der Ukraine heraus initiiert, können sich russische Teilnehmer melden und ihre Videos veröffentlichen. Es geht zum Beispiel um
Die meisten Beiträge enthalten selbst aufgenommene Videos der Betroffenen oder ihrer Angehörigen, dazu amtliche Dokumente und Schriftverkehr. Natürlich muss man in diesem Zusammenhang erwähnen, dass all diese persönlichen und familiären Dramen daraus entstanden sind, dass die russischen Teilnehmer an diesem Krieg sich einen schnellen Rubel durch das Töten ihrers Nachbarvolkes versprochen hatten. Doch all diese vielen Dramen zusammen verstärken das düstere Bild eines Russlands, das seine imperialen Interessen ohne Rücksicht und Gnade gegenüber den eigenen Bürgern durchsetzt.
Wer in der russischen Gesellschaft vorankommen will, braucht Beziehungen. Waisen haben diese in der Regel nicht und können diesen Makel auch nicht durch gute Leistungen ausgleichen. So bleibt häufig nur das Militär, wir haben das schon viele Male dokumentiert.
Andrej Walerjewitsch Zlygostjew, geboren am 1. Dezember 2006, wurde im Alter von vier Jahren aus einem Waisenhaus heraus von einer Pflegemutter übernommen. Er besuchte die Mittelschule Nr. 2 in Ust-Ordinsk in Irkutsk und ab der 9. Klasse die Abendschule. Anschließend erlernte er ein Jahr lang den Beruf des Kochs und Konditors. Die Familie zog dann nach Jakutien (Sacha) und Andrej sattelte auf den Beruf des Gasschweißers um.
Vielleicht wurde Andrej am 22.10.2025 zum Wehrdienst eingezogen und zum Vertragsdienst „überredet“ oder er meldete sich gleich freiwillig zum Kriegsdienst - der Nachruf lässt beide Versionen zu. Sicher ist - Andrej kam zum Kampfeinsatz an die Front und wurde zwei Tage nach seinem 19. Geburtstag getötet. Sein Militärdienst dauerte damit gerade 43 Tage.