15.04.2026 -- 203.108// Zuwachs zum 31.03.2026: 3.907

Schaig Narimanowitsch, 19 Jahre
„Am 29. September 2024 im Krankenhaus an schweren Wunden gestorben. Dieser Junge war ein Wehrpflichtiger, er verteidigte die Region Kursk. Einer dieser Wehrpflichtigenhelden. Sie kämpften mehr als einen Monat lang umzingelt und taten es nicht. Sie gaben nicht auf und rannten nicht weg. Sie standen bis zuletzt," schrieb ein Kommentator zur Nachricht vom Tod von Schaig Narimanowitsch Heydarow. Schaig, geboren am 17.12.2004, kam aus der Stadt Kasan, der Hauptstadt Tatarstans.
Was für eine dumme Tat, wenn sie denn stimmt. Hätte sich die Einheit ergeben, wären sie gefangen genommen und schnell wieder ausgetauscht worden. Schaig hätte diesen verbrecherischen Krieg heil überlebt.
Alexander Alexandrowitsch, 20 Jahre
Eine Granate hatte er sich auf die Brust tätowieren lassen, als Zeichen der Unbesiegbarkeit oder der Männlichkeit? Alexander Alexandrowitsch Strugow, geboren am 9. Juli 2004, ist ohne den Vater in der Stadt Satka in der Oblast Tscheljabinsk aufgewachsen. Warum Alexander in den Krieg zog, blieb verborgen. Aber auch Alexander wurde besiegt, am 2. Oktober 24 wurde er begraben.

Ajur Alexandrowitsch, 23 Jahre
Aus dem ziemlich heruntergekommenen Dorf Ilka in Burjatien kam Ajur Alexandrowitsch Badmaew. Er wurde am 6. Januar 2001 im Dorf geboren, absolvierte eine Kadettenschule und eine Militärschule und bekam im Jahr 2023 sein Offizierspatent. Im Rang eines Leutnants kommandierte er einen Kommunikationszug. Damit hatte er den gesellschaftlichen Aufstieg geschafft und doch war alles umsonst. Am 10. August 24 wurde er "in Erfüllung seiner Militärpflicht und der Verteidigung seines Heimatlandes" getötet.
Sergej Anatoljewitsch, 23 Jahre
Es ist Sergej Anatoljewitsch Burnakow, geboren am 4. Dezember 2000, der da so verloren und als Soldat verkleidet im Wald steht. Er kam aus dem großen Dorf Beltirskoe in Chakassien. Am 1. Oktober wurde er beerdigt. Es gab zahlreiche Nachrichten zu seinem Tod, aber niemand machte sich die Mühe etwas Persönliches zu recherchieren und schrieb den wenigen Text von anderen ab. Dafür warb ein Lehrer aus Abakan in den Kommentaren für eine Bürgerinitiative, die die alte Sowjetunion restaurieren und mit Atombomben die Ukraine zur Raison bringen will.

Wadim Olegowitsch, 19 Jahre
Ein besseres Foto von Wadim Olegowitsch Schtscherbanew haben wir nicht gefunden. Die Fotos seiner Schule zeigen ihn nur vermummt. Wadim, geboren am 28. Mai 2005, kam aus dem Dorf Jirim mit weniger als 600 Bewohnern in der Republik Chakassien. Was ihn zum Militär getrieben hat - Geld, Strafverfahren oder falscher Patriotismus, bleibt unbekannt. Aber seiner Schule taugt er als Vorbild und so schreibt ein Vertreter: "Die Toten bleiben bei uns, lebendig in den Herzen und in der Erinnerung der Menschen, als Helden, die wissentlich das Kostbarste aufgaben – ihr Leben für Frieden und Ruhe auf Erden. Ihre Leistung inspiriert und lehrt uns, jede Minute des friedlichen Himmels zu schätzen und ihn zu schützen, egal was passiert." Passiert ist, Vadim wurde am 21.09.24 getötet.
Hayk, 22 Jahre
Eine schnelle Karriere hatte Hayk Armenowitsch Roganjan aus Sotschi in der Region Krasnodar hingelegt. Hayk, geboren am 25. September 2001, war armenischer Abstammung und Musterschüler in der Moskauer Offiziersschule. Am 29. April 23 erhielt er vorzeitig sein Offizierspatent als Leutnant, da es im russischen Militär an Führungskräften mangelte. Schnelle Karriere, schneller Tod - am 20. Februar 24 war alles vorbei und sein Foto ziert jetzt einen "Heldenschreibtisch" in seinem Geburtsort.
Ayrat, 18 Jahre
Aufgewachsen im kleinen Dorf Araslambaewsky mit weniger als 300 Bewohner spielte Ayrat Schaparow, mit bulligem Babyface ausgestattet, den Babo in seiner Jugendgang. Ayrat, geboren am 7. Februar 2006, ist irgendwie im Krieg gelandet, vermutlich ging es um schnelles Geld und wurde im September 24 getötet. Genau so erschreckend wie der junge Tod von Ayrat waren die Reaktionen in den sozialen Medien. Denn niemand hinterfragt seinen Tod, alles ist Schicksal.
Roman Iwanowitsch. 18 Jahre
Jugendliche, die in russischen Waisenhäuser aufwachsen, landen wenn sie das 18. Lebensjahr erreichen, in den meisten Fällen beim Militär. Roman Iwanowitsch Podgorny, geboren am 03.02.2006, kam aus dem Waisenhaus des großen Dorfes Nekrasowka, das nur etwa zehn Kilometer von der Hauptstadt Chabarowsk entfernt liegt. Und auch Roman landete mit 18 Jahren beim Militär und war Ende September 24 tot. "Wir haben einen Menschen verloren, der einen leuchtenden Eindruck in unseren Herzen und im Leben unseres Waisenhauses hinterlassen hat", schrieben seine Kollegen vom Waisenhaus.
Oleg Nikolajewitsch, 18 Jahre
"Wenn Sie es tun, pissen Sie nicht, wenn Sie pissen, tun Sie es nicht," schrieb Oleg in seinen Status bei VKontakte. Oleg Nikolajewitsch Tukalo, geboren am 06.12.2005 aus dem 1000-Seelen-Dorf Suchoe in der Region Omsk, hat es getan und ist in den Krieg gezogen. Vielleicht hat er noch begriffen, wie dumm dieser Satz ist- Am 22. September wurde er beigesetzt.

Kirill Jewgenjewitsch, 19 Jahre
Die abgelegene Provinzhauptstadt Birobidschan in der "Jüdisch Autonomen Oblast" im fernen Osten Russlands war die Heimat von Kirill Jewgenjewitsch Sidelnikow, geboren am 9. Oktober 2004. Dort wäre er besser geblieben und hätte die Blümchen auf dem Helm seiner Mutter oder einer jungen Frau gebracht. Seine lange Reise ins Kriegsgebiet endete am 16.09.24.
Anatoli Gorbatschow - 18 Jahre
Anatoly Gorbatschow aus Rjasan besitzt zwar einen geschichtsträchtigen Nachnamen, von dessen Intelligenz war er wohl weit entfernt. Mit 18 Jahren, ohne militärische Vorkenntnisse, meldete er sich zum Kriegsdienst und nahm sich entsprechend wichtig, wie jenes Foto zeigt (der junge Mann in der Mitte stehend). "Wie kann ein 18-Jähriger in den Krieg geschickt werden?", fragt seine Mutter nach seinem Tod und müsste diese Frage zuerst sich selbst stellen.
Saijn, 19 Jahre
"Unser enger, lieber Mensch, der einzige Sohn seiner Mutter, stolzer Bruder, Bruder vieler Verwandter, Onkel, Tante, Cousin und vieler Freunde, würdiger Sohn Tuvas, Saijn Ondarowitsch Kuular, geboren am 04.10.2004, getötet am 15.09.2024. Wir sind zutiefst traurig, seinen Verwandten und Freunden mitteilen zu müssen, dass er bei der Erfüllung seiner heldenhaften Pflicht in einer speziellen Militäroperation zur Verteidigung des Vaterlandes verstorben ist."
Tuwa, mit die ärmste und sozial vernachlässigste Region Russlands, hat im Krieg gegen die Ukraine die absolut höchste Zahl an gefallenen Soldaten, gemessen an der Bevölkerung.

Daniil Eduardowitsch, 19 Jahre
Über Daniil Eduardowitsch Raifekest können wir zwei Geschichten erzählen - die offizielle und die nicht so offizielle. Daniil, geboren am 17.07.2005 in Kasachstan, zog mit seiner Familie 2019 in das kleine Dorf Krasny Tsvet in der Region Omsk. Im Mai 2024 hätte er sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet, am 20.07.24 war er bereits tot, Ende September gab es noch keinen Termin seiner Beisetzung. Die andere Geschichte handelt von einem jungen Mann, selber Name, selbes Geburtsdatum, der im September 2022 aus einer geschlossenen Jugendhaftanstalt in der Stadt Kaltan (Kemerowo) geflohen war und nach dem öffentlich gesucht wurde. Man kann daraus eine einzige Geschichte zusammenfügen.

Jewgeni Nikolajewitsch, 22 Jahre
Jewgeni Nikolajewitsch Alikin, geboren am 13. März 2002 aus der Stadt Rewda (Oblast Swerdlowsk), getötet am 21. Juli 2024, beigesetzt am 17. September 2024.

Egor Aleksejewitsch, 18 oder 19 Jahre
Dieser russische Angriffskrieg ist nicht nur ein Verbrechen an den Menschen in der Ukraine, sondern auch ein Verbrechen an der eigenen Jugend. Egor Aleksejewitsch Schumilow war ein junger Wehrdienstleistender, der niemals hätte im Kriegsgebiet eingesetzt werden dürfen. Geboren am 17. August 2005 im Dorf Rosljatino (800 Einwohner), das über 300 km von der Hauptstadt der Region Wologda entfernt liegt. Wann und wie er getötet wurde, wurde nicht bekannt gegeben - vermutlich in der Region Kursk. In vier Monaten wäre sein Wehrdienst beendet gewesen. Beigesetzt wurde er am 16. September in seinem Heimatdorf.

Das kurze Leben des Iwan Konstantinowitsch Bojarschinow schnell erzählt. Geboren im Dorf Juswa (ca. 5.000) Einwohner in der Region Perm am 19.12.2000, elf Schulklassen abgeschlossen, Ausbildung zum Elektro- und Gasschweißer. Zwischen 2020-21 Wehrdienst, danach Stelle als Wachmann und später als Schichtarbeiter. Im Mai 2024 Vertrag mit dem russischen Militär zum Kriegsdienst, am 1 Juli 24 getötet. Begraben am 21.09.24 in seinem Heimatdorf.
Wladimir Eduardowitsch, wahrscheinlich 22 Jahre
Wir hatten das schon sehr häufig - junge Wehrpflichtige, die während oder zum Abschluss ihres Wehrdienstes zum Vertragsdienst in der russischen Armee überredet, überzeugt oder verführt wurden. Dabei wird natürlich mit viel Geld gewedelt, aber verschwiegen, dass die Chancen recht gering sein, das Ende des Vertrags unbeschadet zu erleben. Auch Wladimir Eduardowitsch Aleksejew aus Ischewsk (Udmurtien) war so ein Fall, er hatte noch bis Juni 2024 seinen Wehrdienst im medizinischen Bereich abgeleistet, danach einen Vertrag abgeschlossen und wurde schnell getötet. Sein Alter und Todesdatum wird verschwiegen, beigesetzt am 15. September 24. Wir haben sein wahrscheinliches Profil auf VKontakte gefunden, danach lebte er in "Kingston", fand Hanf nicht uninteressant und wurde am 17.07.2002 geboren.

Oleg Nikolajewitsch, 22 Jahre
Oleg Nikolajewitsch Andrejtschikow hatte neun Klassen in der Orlowskaya-Schule in Krasnojarsk erfolgreich abgeschlossen und alles umsonst. Im Oktober 23 unterschrieb er beim Militär, bereits am 11. Dezember 23 war sein Leben vorbei. Dafür hängt jetzt seine Gedenktafel (noch verhüllt) an der alten Schule und junge hübsche Mädchen im üblichen Dienstmädchenlook stehen Wache. Dabei wäre er wohl viel lieber mit denen um die Häuser gezogen, vorausgesetzt in Krasnojarsk ist so etwas möglich.

Dmitri Nikolajewitsch, 20 Jahre
An der Grenze zu Kasachstan liegt der Bezirk zu dem das Dorf Kljuchi im Altai Territorium gehört. Etwa 7.000 Menschen leben in dem Dorf, einer davon war Dmitri Nikolajewitsch Maklakow. Dimitri, geboren am 20.07.2003 im Dorf, wollte nach der Schule als Einzelunternehmer sein Geld verdienen und meldete im Jahr 2022 sein Gewerbe Holzeinschlag an. Doch im Februar 2024 reiste er dann nach Moskau und verpflichtete sich für den Kriegsdienst. Es ging um die vielen Rubel, die Moskau als Prämie bezahlt. Doch für schnelles Geld handelte sich Dimitri ein kurzes Leben ein. Bereits am 16. März 24 war es erloschen.
Iwan Stanislawowitsch - 19 Jahre
Warum Iwan Stanislawowitsch Rogulin am 29. Mai 24 einen Militärvertrag abschloss, bleibt im Dunkeln, aber die vielen Rubel sind immer eine Option. Iwan, geboren am 6. März 2005, kam aus Moskau und dort weiß man um die Risiken solcher Verträge. Sein Vater suchte dringend nach ihm, er hatte seit dem 19. Juni keinen Kontakt mehr. Am 23. Juni 24 war Iwan tot.

Warum Sergej in den Krieg gezogen ist, verrät uns sein Status auf Odnoklassniki nicht. Sergej Alexandrowitsch Baibarow, geboren am 25.10.1991, lebte im kleinen Dorf Kanasch in Tatarstan. Das Dorf wird hauptsächlich von Tschuwaschen bewohnt. Die Tschuwaschen sind ein turkstämmiges Volk christlichen Glaubens - früher auch als Wolgabulgaren bezeichnet. Entsprechend gab es auch eine christliche Beisetzung Ende Februar am Dorfrand - mitten im Schnee.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
In den letzten Tagen sind russische Gerbera-Drohnen über der ukrainischen Region Sumy aufgetaucht und haben Flugblätter abgeworfen. Flugblätter über feindlichem Gebiet abzuwerfen ist eine bekannte Methode der psychologischen Kriegsführung, die man bereits aus dem zweiten Weltkrieg kennt. Im russischen Krieg gegen die Ukraine werden Flugblätter aus der Luft von beiden Seiten verwendet, meist um die gegnerischen Soldaten zur Kapitulation aufzufordern.
Neu ist allerdings, dass Russland versucht, mit der Weltpolitik Ängste bei der Zivilbevölkerung auszulösen. Und wer wäre da besser geeignet als der amerikanische Präsident? So bildet jenes Flugblatt die aktuelle politische Situation nach. Donald Trump wendet sich von der Ukraine ab (was er eigentlich schon länger tut) und kümmert sich um seinen eigenen Krieg gegen den Iran. Der Text: „Die Hilfe für die Ukraine gehört der Vergangenheit an!“
Sergej Wjatscheslawowitsch Kolosow, 42 Jahre alt
Nachricht vom 04.03.2026 des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha (Jakutien)“
Timofej Timofejewitsch Iwanow (Rufname „TT“), 45 Jahre alt
Nachricht vom 01.03.2026 des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha (Jakutien)“
Anton Jurjewitsch Dmitriew, 39 Jahre alt
Nachricht vom 28.02.2026 des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha (Jakutien)“
Überall in Russland wird Werbung für den Vertragsdienst beim russischen Militär geschaltet, denn Russland benötigt jeden Monat mehr als 30.000 frische Soldaten, um die Verluste an Verletzten und getöteten Soldaten an der Front in der Ukraine wieder wett zu machen. Die in den Anzeigen ausgelobten Beträge sind häufig reine Fiktion, sie entsprechen nicht den Vertragsbedingungen. Die hohen Summen bei Vertragsunterzeichnung gibt es nur in wenigen Regionen, der angegebene monatliche Verdienst wird nur dann bezahlt, wenn man an vorderster Front bei den Sturmtruppen aktiv ist. Ist der Soldat verletzt und befindet sich in Behandlung wird nur ein Bruchteil bezahlt. Zudem stellt die Armee nur eine bescheidene Ausrüstung, Schutzwesten, Brillen, Handschuhe usw müssen die Soldaten selbst bezahlen. Auch die Kommandeure verlangen einen großen Obolus für die Regimentskasse, weil sonst der Nachschub nicht gewährleistet wird.
Aktuell ist eine Anzeige aufgetaucht, die 17,5 Millionen Rubel für eine Vertragsunterzeichnung verspricht. 17,5 Millionen Rubel sind umgerechnet knapp 200.000 €, kaufkraftbereinigt sogar noch deutlich mehr. Bei solchen Summen kann man schon mal schwach werden und das Risiko eines Vertragsdienstes auf sich nehmen. Bei einem genaueren Blick auf die Details erfährt der Soldat, dass die vielen Rubel nur dann rollen, wenn er -vertragsgemäß- tot von der Front nach Hause kommt. Ein kriegsunterstützender Telegram-Kanal schreibt zur Anzeige: „In der Werbung wird der jährliche Verdienst zusammen mit der Sterbegeldversicherung angegeben. Könnte jemand Verantwortlicher diesen Werbetreibenden endlich eine Abfuhr erteilen?“
Innokentij Konstantinowitsch Rojew (Rufzeichen „Max“), 41 Jahre
Status: Gefallen
Geburtsdatum: 11.04.1984
Todesdatum: 08.08.2025
Geburtsort: Dorf Neryuktayinsk-1, Ulus Olekminsky
Sterbeort: Unbekannt
Dienstart: Zeitdienst seit Sommer 2025
Kinder (Anzahl): 3
Zivilberuf: Förster
Wohnte in: Pokrowsk, Hangalasski Ulus
Originalnachricht des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha“
Den Medien in Russland ist es verboten, über die Resultate ukrainischer Drohnenangriffe zu berichten. Es werden deshalb ausschließlich Erfolgsmeldungen veröffentlicht - wie zum Beispiel „42 Drohnen abgeschossen“. In der Nacht vom 3. auf 4. April 2026 gab es einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Chemiewerk in der Stadt Toljatti in der Region Samara. Um etwas über die Stimmung unter der Bevölkerung zu erfahren, lohnt es sich, die Kommentare zu den Presseberichten zu lesen:
Das russische Militär braucht dringend frische Zeitsoldaten, um die Verluste an der Front in der Ukraine auszugleichen. Für technikaffine junge Leute gibt es deshalb die Möglichkeit, als Drohnenpilot ausgebildet zu werden. Bisher wurden hauptsächlich junge Studenten, die über 18 Jahre alt waren, an den Hochschulen und Fachschulen gezielt angesprochen. In Wolgograd machen jetzt bereits einige Schulen Werbung zum Vertragsdienst als Drohnenpilot.
Spätestens mit 16 Jahren endet in Russland die Schulzeit, so auch in den beiden Sekundarschulen Nr. 57 und 83. in Wolgograd. Und doch fand sich auf den VKontakte-Seiten der beiden Schulen am 13. Februar 2026 eine Werbeanzeige für den Vertragsdienst in der russischen Armee, speziell als Drohnenpilot. Die Schule Nr. 57 hat die Anzeige inzwischen entfernt, auf den Seiten der Schule Nr. 83 ist die Anzeige immer noch zu finden.
Die Werbeanzeige der Schule Nr. 57, die Anzeige der Schule Nr. 83.
Kirill Dmitrijew ist der eigentliche Außenminister Russlands. Kirill wurde im Jahr 1975 in Kiew in der Ukraine geboren und war einer der ersten sowjetischen Austauschschüler in den USA. Dort erhielt er einen Universitätsabschluss und arbeitete anschließend als Investmentbanker in den USA und Europa. Im Jahr 2000 ging er zurück nach Russland und verwaltete große russische und ukrainische Vermögen. Aktuell ist er Wladimir Putins persönlicher Gesandter bei den Verhandlungen mit der Ukraine. Gute Ratschläge gibt er bei Twitter (X) gerne gratis. So schreibt er angesichts der Verwerfungen durch den US-amerikanischen Krieg gegen den Iran:
„Die EU warnt 15 JAHRE ZU SPÄT: Sie ist nicht auf einen „lang anhaltenden Energieschock“ vorbereitet. Die EU hat es versäumt, die Energieströme zu diversifizieren; sie ließ sich von russophober, grüner und woker Ideologie leiten. Immer noch nur Warnungen, keine wirklichen Lösungen. Nur Ideen: Preiserhöhungen an der Zapfsäule auf eine pro Tag begrenzen und Energieverbrauch senken.“
Kirill irrt wie meist, denn jene angeblich russophobe, grüne und woke Ideologie hat dazu geführt, dass Deutschland sich in Sachen Gas und Erdöl komplett von Russland unabhängig gemacht hat und nicht mehr erpressbar ist. Und zudem - je mehr grüne Energie in Deutschland selbst hergestellt wird, um so weniger sind wir von den aktuellen und zukünftigen Verwerfungen auf dem internationalen Energiemarkt abhängig.