30.06.2026 -- 218.524// Zuwachs zum 31.05.2026: 4.838

Alexej Jewgenjewitsch, 20 Jahre
Alexej Jewgenjewitsch Wolkow, geboren am 18.01.2003, kam aus der Kleinstadt Nischnjaja Salda in der Oblast Swerdlowsk. Er hatte nach der Schule im Jahr 2022 eine Ausbildung abgeschlossen und musste danach zum Militär. Vermutlich hat er sich während seines Wehrdienstes zu einem Militärvertrag überzeugen lassen. Er wurde am 24. Juni 2023 in der Ukraine getötet. Am 30. Oktober 2024 wurde das, was von ihm noch übrig war, in seiner Heimatstadt begraben.

Nikita Aleksejewitsch, 20 Jahre
Nikita Aleksejewitsch Sosnowski, geboren am 17.Juni 2003, kam aus Tschita der Hauptstadt der Region Transbaikalien, war verheiratet und hatte einen Sohn. Am 1. Februar 2024 wurde seine Einheit an die Front zum Angriff geschickt. Seit dem 16. Februar 24 gilt er als vermisst, Kameraden erzählten, dass er an den Beinen verletzt war. All das wissen wir.
Den Rest der Geschichte kann man sich mit großer Wahrscheinlichkeit zusammenreimen. Nikita wurde von einer Granate getroffen, sein Körper war durch einen Körperpanzer geschützt, nicht aber seine Beine. Die Granatfragmente haben seine Beine perforiert, er konnte nicht mehr laufen. Irgendwo im Niemandsland zwischen den Stellungen blieb Nikita liegen und verblutete langsam.
Kolja Fisenko, 20 Jahre
"Überall liegen knietiefe Schneeverwehungen, in denen ich am liebsten ersticken würde," schrieb Nikolai Fisenko Ende Januar 23 in seinem Status. Auf seinen Unterarmen hatte er sich Sinner/Sünder & Hell/Hölle tätowieren lassen. Kolja, geboren am 15. März 2004 aus dem sibirischen Omsk, pendelte laut seinem Status zwischen Rap und Melancholie. Wie er an die Front geraten ist, erklärt er nicht. "Unser Krieg ist vorbei", schrieb seine Mutter zu seinem Tod.

Aleksej Anatoljewitsch, 21 Jahre
Der Waise Aleksej Anatoljewitsch Kononow war 21 Jahre alt, als er im Krieg gegen die Ukraine am 1. Oktober 24 getötet wurde. Er kam aus der städtischen Siedlung Arbasch in der Oblast Kirow. Galina Arsamasowa schrieb dazu in den Kommentaren: "In der Antike wurden in Russland junge Männer erst in den Krieg geschickt, als er einen Sohn zur Welt brachte, der seinen Ersatz darstellte." Die Option besser keinen Krieg gegen ein anderes Land zu führen, kam der Frau nicht in den Sinn.

Islam, 21 Jahre
Seine Schwester Nina schrieb: "Schlaf gut, geliebter Bruder. Wir erinnern uns, wir lieben, wir trauern." Seinen Status auf VKontakte haben wir noch gefunden: Islam Gulamow, geboren am 20. Dezember 2002, wohnhaft in der Stadt Tomsk. Das war dann alles zum Thema Erinnerung und seine Schwester beschäftigt sowieso die kommende Geburt ihres Sohnes.

Nikita Alexandrowitsch, 21 Jahre
Nikita Alexandrowitsch Werjowotschnikow, geboren am 21. Juli 2003, kam aus dem großen Dorf Tschornomorske ganz im Westen der Krim. Warum Nikita gegen sein eigenes Volk in den Krieg gezogen ist, erfahren wir nicht. In den vielen Mitteilungen zu seinem Tod am 7. Oktober fanden wir nur die üblichen Sprechblasen der örtlichen Behörden. Herausgestellt wurde die hohe staatliche Auszeichnung - der Orden des Mutes - den Nikita posthum bekommen hätte. Dabei ist dieser Mutorden nichts anderes als ein Witz, denn jeder getötete russische Soldat bekommt solch eine "Auszeichnung".

Alexej Geraschtschenko, 22 Jahre
Aus dem Dorf Arzgir in der Region Stawropol kam der 22-jährige Alexej Geraschtschenko. Alexej hatte bereits eine Familie gegründet und lebte mit Frau und Tochter in Stawropol. Er hatte eine landwirtschaftliche Fachschule besucht, über eine geregelte Arbeit wird nichts berichtet. Im August 2024 schloss er einen Vertrag mit dem russischen Militär, am 2. Oktober wurde seine junge Frau Witwe.

Nikolai Walerjewitsch, 20 Jahre
Im Rahmen einer speziellen Militäroperation ist ein Soldat aus der Republik Altai, Nikolai Walerjewitsch Tatarow, bei der Erfüllung seiner militärischen Pflichten heldenhaft gestorben. Er wurde am 10. Februar 2004 im Dorf Bannoe, Bezirk Ust-Koksinskiy, geboren.
Er erfüllte seine militärische Pflicht mit Ehre und Würde. Familie und Freunde werden Nikolai immer als einen fröhlichen und aufgeschlossenen Menschen in Erinnerung behalten.
Die Verabschiedung des Helden findet am 25. Oktober, einem Freitag, im Dorf Bannoe, Ust-Koksinskij Bezirk, statt.
Telegram, 25.10.24

Fjodor, 18 Jahre
Von der Bildungseinrichtung "Zwezda" in der Stadt Rjasan müsste man Kinder und Jugendliche eigentlich fernhalten. Dabei wurde jene staatliche Einrichtung genau für diese Zielgruppe gegründet. Aber Zwezda bildet und erzieht zum bloßen Militarismus, wie die Webseite dieser Einrichtung zeigt. Ein Opfer war ihr Schüler Fjodor Pawlowitsch Afonin, geboren am 1. Mail 2006. Er war gerade volljährig geworden, als er sich im Juni 2024 beim russischen Militär verpflichtete. Am 7. Oktober 24 war er tot.

Sarmat Kasbekowitsch, 20 Jahre
Sarmat Kasbekowitsch Sattsajew, geboren am 29.10.2003, kam aus aus Nordossetien. Er war drei Monate an der Front, nach seiner Verwundung blieb er weitere drei Monate in einem Militärkrankenhaus, starb am 21.10.2024 an den Folgen der Verletzung. Seine Mutter lebt noch, sein Vater ist gestorben.
Wladislaw Olegowitsch, 20 Jahre
Als furchtlose Krieger, mit einem Maschinengewehr bewaffnet, zeigen sich die jungen russischen Soldaten gerne auf Fotos vor ihren Einsätzen an der Front, tot werden sie zu Helden. Ihr grausames und völlig sinnloses Sterben will niemand zur Kenntnis nehmen. Wladislaw Olegowitsch Medwedew, geboren am 14.10.2004, getötet am 4. Oktober 2024, kam aus der großen Siedlung Tscherlak in der Region Omsk nahe der Grenze zu Kasachstan.

Aleksej Anatoljewitsch, 18 Jahre
Aleksej Anatoljewitsch Romanow, geboren am 11. September 2005, kam aus dem sehr kleinen Dorf Dubovy Kolok mit weniger als 300 Bewohnern in der Region Samara. Im Nachruf des Bezirks findet man nur allgemeine Sprechblasen, deshalb weiß man so gut wie nichts über den jugen Mann. Als er 18 Jahre alt wurde, hat er sich sofort beim Militär eingeschrieben, am 21. September 24 suchte seine Schwester Wika öffentlich nach ihm. Da war er schon tot - getötet am 4. September 24, begraben am 16. Oktober in seinem Heimatdorf.

Marat Rinatowitsch, 20 Jahre
Den Vertrag mit dem russischen Militär hätte er bewusst abgeschlossen, kommentierte Tanja seinen Nachruf. Marat Rinatowitsch Gafarow, geboren am 31.07.2004, kam aus einem Dorf nahe der Stadt Jenisseisk in der Region Krasnojarsk in Sibirien. Nach der Schule hatte er eine Ausbildung als Koch abgeschlossen und das Kochen wäre auch seine Profession gewesen. Seine Entscheidung, die Töpfe gegen ein Gewehr einzutauschen, brachte ihm kein Glück und keinen Reichtum. Am 17.10.24 wurde er begraben.

Wladimir Heimer- oolowitsch, 20 Jahre
Unser gesegneter geliebter Mann, der jüngste Sohn seiner Eltern, der liebevolle Bruder seiner Brüder, der geliebte Bruder zahlreicher Tanten, Onkel, Cousins, Brüder, Schwestern, Tanten, vorbildlicher Onkel, Stolz, Vertrauen und Zuversicht vieler Freunde, Freunde. Freundlicher, mutiger, hilfsbereiter, bescheidener, herzensstarker, schöner, charmanter Charakter, Wladimir Heimer-oolowitsch Kan-ool wurde am 25.12.2003 geboren, Träger zahlreicher Ehrenurkunden, Verteidiger des Krieges, kämpfte in der Operation Tuchuskaya am 5. Juni 2024. Wir sprechen der Familie und den Freunden des Helden unser tiefstes Beileid aus, der seinen Mut gezeigt und sein Leben für das friedliche Leben der Menschen in unserem Land gegeben hat. Wir haben unsere Familie, Freunde, Klassenkameraden und Menschen informiert! Das schöne Gesicht unseres Sohnes wird für immer in unseren Herzen bleiben.
Traueranzeige aus Tuwa für einen jungen Offizier

Juri Nikolajewitsch, 18 Jahre
Aus dem Bezirk Dergachewsky in der Oblast Saratow kam Juri Nikolajewitsch Petuchow, geboren am 6. Februar 2006. Mehr Informationen über die Toten im Krieg gegen die Ukraine kann man in der Oblast Saratow selten erhalten. Am 14. Oktober 24 meldete der Bezirksleiter Juris Tod.

Roman Alexejewitsch, 22 Jahre
Am 14.10.24 wurde sein Tod bestätigt

Alexander Gennadjewitsch, 20 Jahre
Alexander Gennadjewitsch Lemeschenko, geboren am 16.04.2004 aus Irkutsk, studierte ab 2022 an der Baikal Staatsuniversität "Personalführung" am Institut für Management und Finanzen. Die Universität sagte, dass er einer der besten Studenten gewesen wäre. Er hätte an Konferenzen teilgenommen und neun wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Offensichtlich verfügte er über sehr einseitiges kognitives Erfassen, denn im Juli 24 meldete er sich freiwillig an die Front, Anfang Oktober war seine militärische und wissenschaftliche Karriere beendet.

Dmitri Gennadjewitsch, 20 Jahre
Dmitri Gennadjewitsch Sadownikow ist einer der jungen Wehrpflichtigen, die niemals im Krieg hätten eingesetzt werden dürfen. Dimitri, geboren am 22. Juni 2004 kam aus der Kurstadt Sestrorezkt, die zu Sankt Petersburg gehört. Am 19. Mai 24 wurde seine Einheit in die Region Kursk verlegt, dort war auch sein letzter Standort. Nach dem 21. September 24 brach der Kontakt zu ihm ab. Seine Angehörigen betonen, dass er zu keiner Zeit einen Militärvertrag abgeschlossen hätte.

Nikita Konstantinowitsch, 21 Jahre
Geboren unter Putin, getötet unter Putin: Nikita Konstantinowitsch Molotschkowski, geboren im Jahr 2003, kam aus der Stadt Ocha im Norden der Insel Sachalin mit knapp 20.000 Einwohnern. Die Initiative "Sachalin gegen den Krieg" schreibt, dass die Unterschrift unter seinen Militärvertrag gefälscht gewesen wäre.

Maxim Wjatscheslawowitsch Safronow wurde am 4. Julij 1995 im Dorf Nowaja Brjan in Burjatien geboren. Das Dorf hat seit den Zeiten der Perestroika fast die Hälfte seiner Einwohner verloren. Heute leben noch etwa 4.200 Menschen dort. Maxim bekam während seiner Schulzeit eine kräftige Dosis Militarismus eingeflösst: Er besuchte den militärpatriotischen Club „Kasatschok“ und absolvierte das Militärspiel „Zarnitsa“. Nach der Schule studierte Maxim Medizin und arbeitete als Anästhesist und Notfallmediziner in einem Krankenhaus in Tschita (Transbaikalien).
Im Jahr 2025 wollte Maxim endlich ordentlich verdienen und ging als Notfallmediziner im Rang eines Leutnants an die Front in der Ukraine. Eine häufige Legende der Nachrufschreiber lautet, dass der Tote heldenhaft Verwundete evakuiert hätte und dabei getötet wurde. So auch bei Maxim - eine Drohne hätte am 23. Juni 26 den Rettungswagen angegriffen und Maxim getötet.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Wladimir Sergejewitsch Nenartowitsch, 59 Jahre
Telegram-Kanal „Die Toten aus Sacha“ vom 28.05.2026
Die Kleinstadt Tschulym liegt etwa 130 km westlich der Hauptstadt Nowosibirsk. In der Stadt und im dazugehörigen Bezirk leben rund 20.000 Menschen - Tendenz rückläufig. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt, etwa ein Drittel aller Erwerbstätigen arbeiten in diesem Bereich.
Ein Denkmal erinnert an die Toten aus den sowjetischen und russischen Kriegen. Im Krieg in Afghanistan sind zwei Soldaten aus dem Bezirk getötet worden, in den Tschetschenienkriegen wurden acht Männer getötet und im aktuellen Krieg gegen die Ukraine wurden bisher 113 Namen eingraviert.
Setzt man jene 113 Kriegtoten ins Verhältnis zur Bevölkerung, so würde jene Region an zweiter Stelle aller russischen Regionen in unserer entsprechenden Tabelle stehen.
Nikolai Afanassjewitsch Atlasow (Rufname „Odun“), 35 Jahre alt
Status: Verstorben Geburtsdatum: 29. Oktober 1989
Sterbedatum: 28. März 2025
Geburtsort: Rajon Changalasski, Dorf Katschikatsy
Sterbeort: Region Donezk, Siedlung Jelisawetowka
Dienstverhältnis: Vertragsdienst (ab 30. November 2024)
Kinder (Anzahl): Unbekannt
Ziviler Beruf: Abfüllung und Lieferservice für reines Trinkwasser
„Die Toten aus Sacha“ vom 5.5.26
Peter Frankopan ist Professor für Weltgeschichte an der Universität Oxford. In einem Essey über Wladimir Putin zitiert er den exilrussischen Telegram-Kanal „Astra“. Astra selbst zitiert in einem Beitrag eine/n Z-Blogger/in „Agna Becker“ der/die den Telegram-Kanal „Haus unter Lorbeeren“ betreibt. Agna Becker wiederum zitiert „unabhängige Studien von 'N' “ und damit kommen wir zur eigentlichen Nachricht.
Nach dieser Studie würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Laut der selben Studie betrage die „durchschnittliche Lebenserwartung“ eines Soldaten von der Zeit seiner Ankunft auf dem Übungsplatz bis zu seiner Abreise in den Kampfgebiet von zehn Tagen bis zu drei Wochen.
Ganz unrealistisch sind diese Aussagen nicht, wie unsere vielen Beispiele über Kurzzeitsoldaten zeigen. Wir haben Agna Becker angeschrieben und um einen Link auf die Originalveröffentlichung gebeten. Eine Antwort ist nicht zu erwarten.
„Ich freue mich auf meinen Tod“ ist der Titel einer bekannten Kantate von Johann Sebastian Bach. Die ist dem Autor spontan zum unten veröffentlichten - KI-generierten - Video eingefallen. In diesem werden 46 russische Soldaten vorgestellt, die alle aus der Großstadt Artjom oder deren näheren Umgebung in der Region Primorje stammen. Zur Erinnerung - die Region Primorje liegt im Fernen Osten Russlands. Die Soldaten im Video werfen ihre Waffen weg, lachen dabei und schreiten ins Nirwana.
Wieviel sinnvoller wäre es gewesen, wenn all diese Soldaten sich diesem verbrecherischen Krieg verweigert und gemeinsam ihre Waffen niedergelegt hätten? Sie wären zumindest lebend nach Hause gekommen. So dürfte auch diese KI-generierte Schmonzette keine Hilfe und Trost für ihre Angehörigen darstellen.