30.06.2026 -- 218.524// Zuwachs zum 31.05.2026: 4.838
Denis Wladimirowitsch, 20 Jahre
Das ist Denis Wladimirowitsch Platonow vor ziemlich genau zehn Jahren. Seinen düsteren VKontakte-Status hat er ab Anfang 2017 nicht weiter gepflegt. Wir wissen deshalb nicht, warum der junge Mann in den Krieg gezogen ist. Denis, geboren 16. März 2004, kam aus der Stadt Werchni Ufalei in der Oblast Tscheljabinsk, deren Zukunft auch ziemlich düster ist. In den letzten 40 Jahren hat sich die Einwohnerzahl halbiert. Und Denis ist jetzt auch weg, am 28. August 24 war der Krieg für ihn zuende.
Sergej Wladimirowitsch, 23 Jahre
Es ist kalt in der Stadt Surgut, von Ende Oktober bis Mitte April gibt es eine stabile Scheedecke. Surgut im Autonomen Kreis der Chanten & Mansen wächst trotzdem schnell und hat jetzt etwa 420.000 Einwohner. Die Stadt ist reich, sie gilt als die Ölhauptstadt Russlands.
Aus Surgut kam Sergej Wladimirowitsch Kelmin, geboren am 12. Juli 2001, der in den Krieg gegen die Ukraine gezogen war. Vom Reichtum seiner Stadt hatte er nichts, vom hohen Sold der Freiwilligen hatte er auch nichts. Am 10. August 2024 wurde er auf eine Angriffsmission befohlen, das war sein letztes Lebenszeichen, heute suchen seine Anghörigen nach ihm.

Schaig Narimanowitsch, 19 Jahre
„Am 29. September 2024 im Krankenhaus an schweren Wunden gestorben. Dieser Junge war ein Wehrpflichtiger, er verteidigte die Region Kursk. Einer dieser Wehrpflichtigenhelden. Sie kämpften mehr als einen Monat lang umzingelt und taten es nicht. Sie gaben nicht auf und rannten nicht weg. Sie standen bis zuletzt," schrieb ein Kommentator zur Nachricht vom Tod von Schaig Narimanowitsch Heydarow. Schaig, geboren am 17.12.2004, kam aus der Stadt Kasan, der Hauptstadt Tatarstans.
Was für eine dumme Tat, wenn sie denn stimmt. Hätte sich die Einheit ergeben, wären sie gefangen genommen und schnell wieder ausgetauscht worden. Schaig hätte diesen verbrecherischen Krieg heil überlebt.
Alexander Alexandrowitsch, 20 Jahre
Eine Granate hatte er sich auf die Brust tätowieren lassen, als Zeichen der Unbesiegbarkeit oder der Männlichkeit? Alexander Alexandrowitsch Strugow, geboren am 9. Juli 2004, ist ohne den Vater in der Stadt Satka in der Oblast Tscheljabinsk aufgewachsen. Warum Alexander in den Krieg zog, blieb verborgen. Aber auch Alexander wurde besiegt, am 2. Oktober 24 wurde er begraben.

Ajur Alexandrowitsch, 23 Jahre
Aus dem ziemlich heruntergekommenen Dorf Ilka in Burjatien kam Ajur Alexandrowitsch Badmaew. Er wurde am 6. Januar 2001 im Dorf geboren, absolvierte eine Kadettenschule und eine Militärschule und bekam im Jahr 2023 sein Offizierspatent. Im Rang eines Leutnants kommandierte er einen Kommunikationszug. Damit hatte er den gesellschaftlichen Aufstieg geschafft und doch war alles umsonst. Am 10. August 24 wurde er "in Erfüllung seiner Militärpflicht und der Verteidigung seines Heimatlandes" getötet.
Sergej Anatoljewitsch, 23 Jahre
Es ist Sergej Anatoljewitsch Burnakow, geboren am 4. Dezember 2000, der da so verloren und als Soldat verkleidet im Wald steht. Er kam aus dem großen Dorf Beltirskoe in Chakassien. Am 1. Oktober wurde er beerdigt. Es gab zahlreiche Nachrichten zu seinem Tod, aber niemand machte sich die Mühe etwas Persönliches zu recherchieren und schrieb den wenigen Text von anderen ab. Dafür warb ein Lehrer aus Abakan in den Kommentaren für eine Bürgerinitiative, die die alte Sowjetunion restaurieren und mit Atombomben die Ukraine zur Raison bringen will.

Wadim Olegowitsch, 19 Jahre
Ein besseres Foto von Wadim Olegowitsch Schtscherbanew haben wir nicht gefunden. Die Fotos seiner Schule zeigen ihn nur vermummt. Wadim, geboren am 28. Mai 2005, kam aus dem Dorf Jirim mit weniger als 600 Bewohnern in der Republik Chakassien. Was ihn zum Militär getrieben hat - Geld, Strafverfahren oder falscher Patriotismus, bleibt unbekannt. Aber seiner Schule taugt er als Vorbild und so schreibt ein Vertreter: "Die Toten bleiben bei uns, lebendig in den Herzen und in der Erinnerung der Menschen, als Helden, die wissentlich das Kostbarste aufgaben – ihr Leben für Frieden und Ruhe auf Erden. Ihre Leistung inspiriert und lehrt uns, jede Minute des friedlichen Himmels zu schätzen und ihn zu schützen, egal was passiert." Passiert ist, Vadim wurde am 21.09.24 getötet.
Hayk, 22 Jahre
Eine schnelle Karriere hatte Hayk Armenowitsch Roganjan aus Sotschi in der Region Krasnodar hingelegt. Hayk, geboren am 25. September 2001, war armenischer Abstammung und Musterschüler in der Moskauer Offiziersschule. Am 29. April 23 erhielt er vorzeitig sein Offizierspatent als Leutnant, da es im russischen Militär an Führungskräften mangelte. Schnelle Karriere, schneller Tod - am 20. Februar 24 war alles vorbei und sein Foto ziert jetzt einen "Heldenschreibtisch" in seinem Geburtsort.
Ayrat, 18 Jahre
Aufgewachsen im kleinen Dorf Araslambaewsky mit weniger als 300 Bewohner spielte Ayrat Schaparow, mit bulligem Babyface ausgestattet, den Babo in seiner Jugendgang. Ayrat, geboren am 7. Februar 2006, ist irgendwie im Krieg gelandet, vermutlich ging es um schnelles Geld und wurde im September 24 getötet. Genau so erschreckend wie der junge Tod von Ayrat waren die Reaktionen in den sozialen Medien. Denn niemand hinterfragt seinen Tod, alles ist Schicksal.
Roman Iwanowitsch. 18 Jahre
Jugendliche, die in russischen Waisenhäuser aufwachsen, landen wenn sie das 18. Lebensjahr erreichen, in den meisten Fällen beim Militär. Roman Iwanowitsch Podgorny, geboren am 03.02.2006, kam aus dem Waisenhaus des großen Dorfes Nekrasowka, das nur etwa zehn Kilometer von der Hauptstadt Chabarowsk entfernt liegt. Und auch Roman landete mit 18 Jahren beim Militär und war Ende September 24 tot. "Wir haben einen Menschen verloren, der einen leuchtenden Eindruck in unseren Herzen und im Leben unseres Waisenhauses hinterlassen hat", schrieben seine Kollegen vom Waisenhaus.
Oleg Nikolajewitsch, 18 Jahre
"Wenn Sie es tun, pissen Sie nicht, wenn Sie pissen, tun Sie es nicht," schrieb Oleg in seinen Status bei VKontakte. Oleg Nikolajewitsch Tukalo, geboren am 06.12.2005 aus dem 1000-Seelen-Dorf Suchoe in der Region Omsk, hat es getan und ist in den Krieg gezogen. Vielleicht hat er noch begriffen, wie dumm dieser Satz ist- Am 22. September wurde er beigesetzt.

Kirill Jewgenjewitsch, 19 Jahre
Die abgelegene Provinzhauptstadt Birobidschan in der "Jüdisch Autonomen Oblast" im fernen Osten Russlands war die Heimat von Kirill Jewgenjewitsch Sidelnikow, geboren am 9. Oktober 2004. Dort wäre er besser geblieben und hätte die Blümchen auf dem Helm seiner Mutter oder einer jungen Frau gebracht. Seine lange Reise ins Kriegsgebiet endete am 16.09.24.
Anatoli Gorbatschow - 18 Jahre
Anatoly Gorbatschow aus Rjasan besitzt zwar einen geschichtsträchtigen Nachnamen, von dessen Intelligenz war er wohl weit entfernt. Mit 18 Jahren, ohne militärische Vorkenntnisse, meldete er sich zum Kriegsdienst und nahm sich entsprechend wichtig, wie jenes Foto zeigt (der junge Mann in der Mitte stehend). "Wie kann ein 18-Jähriger in den Krieg geschickt werden?", fragt seine Mutter nach seinem Tod und müsste diese Frage zuerst sich selbst stellen.
Saijn, 19 Jahre
"Unser enger, lieber Mensch, der einzige Sohn seiner Mutter, stolzer Bruder, Bruder vieler Verwandter, Onkel, Tante, Cousin und vieler Freunde, würdiger Sohn Tuvas, Saijn Ondarowitsch Kuular, geboren am 04.10.2004, getötet am 15.09.2024. Wir sind zutiefst traurig, seinen Verwandten und Freunden mitteilen zu müssen, dass er bei der Erfüllung seiner heldenhaften Pflicht in einer speziellen Militäroperation zur Verteidigung des Vaterlandes verstorben ist."
Tuwa, mit die ärmste und sozial vernachlässigste Region Russlands, hat im Krieg gegen die Ukraine die absolut höchste Zahl an gefallenen Soldaten, gemessen an der Bevölkerung.

Daniil Eduardowitsch, 19 Jahre
Über Daniil Eduardowitsch Raifekest können wir zwei Geschichten erzählen - die offizielle und die nicht so offizielle. Daniil, geboren am 17.07.2005 in Kasachstan, zog mit seiner Familie 2019 in das kleine Dorf Krasny Tsvet in der Region Omsk. Im Mai 2024 hätte er sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet, am 20.07.24 war er bereits tot, Ende September gab es noch keinen Termin seiner Beisetzung. Die andere Geschichte handelt von einem jungen Mann, selber Name, selbes Geburtsdatum, der im September 2022 aus einer geschlossenen Jugendhaftanstalt in der Stadt Kaltan (Kemerowo) geflohen war und nach dem öffentlich gesucht wurde. Man kann daraus eine einzige Geschichte zusammenfügen.

Jewgeni Nikolajewitsch, 22 Jahre
Jewgeni Nikolajewitsch Alikin, geboren am 13. März 2002 aus der Stadt Rewda (Oblast Swerdlowsk), getötet am 21. Juli 2024, beigesetzt am 17. September 2024.

Egor Aleksejewitsch, 18 oder 19 Jahre
Dieser russische Angriffskrieg ist nicht nur ein Verbrechen an den Menschen in der Ukraine, sondern auch ein Verbrechen an der eigenen Jugend. Egor Aleksejewitsch Schumilow war ein junger Wehrdienstleistender, der niemals hätte im Kriegsgebiet eingesetzt werden dürfen. Geboren am 17. August 2005 im Dorf Rosljatino (800 Einwohner), das über 300 km von der Hauptstadt der Region Wologda entfernt liegt. Wann und wie er getötet wurde, wurde nicht bekannt gegeben - vermutlich in der Region Kursk. In vier Monaten wäre sein Wehrdienst beendet gewesen. Beigesetzt wurde er am 16. September in seinem Heimatdorf.

Das kurze Leben des Iwan Konstantinowitsch Bojarschinow schnell erzählt. Geboren im Dorf Juswa (ca. 5.000) Einwohner in der Region Perm am 19.12.2000, elf Schulklassen abgeschlossen, Ausbildung zum Elektro- und Gasschweißer. Zwischen 2020-21 Wehrdienst, danach Stelle als Wachmann und später als Schichtarbeiter. Im Mai 2024 Vertrag mit dem russischen Militär zum Kriegsdienst, am 1 Juli 24 getötet. Begraben am 21.09.24 in seinem Heimatdorf.
Wladimir Eduardowitsch, wahrscheinlich 22 Jahre
Wir hatten das schon sehr häufig - junge Wehrpflichtige, die während oder zum Abschluss ihres Wehrdienstes zum Vertragsdienst in der russischen Armee überredet, überzeugt oder verführt wurden. Dabei wird natürlich mit viel Geld gewedelt, aber verschwiegen, dass die Chancen recht gering sein, das Ende des Vertrags unbeschadet zu erleben. Auch Wladimir Eduardowitsch Aleksejew aus Ischewsk (Udmurtien) war so ein Fall, er hatte noch bis Juni 2024 seinen Wehrdienst im medizinischen Bereich abgeleistet, danach einen Vertrag abgeschlossen und wurde schnell getötet. Sein Alter und Todesdatum wird verschwiegen, beigesetzt am 15. September 24. Wir haben sein wahrscheinliches Profil auf VKontakte gefunden, danach lebte er in "Kingston", fand Hanf nicht uninteressant und wurde am 17.07.2002 geboren.

Oleg Nikolajewitsch, 22 Jahre
Oleg Nikolajewitsch Andrejtschikow hatte neun Klassen in der Orlowskaya-Schule in Krasnojarsk erfolgreich abgeschlossen und alles umsonst. Im Oktober 23 unterschrieb er beim Militär, bereits am 11. Dezember 23 war sein Leben vorbei. Dafür hängt jetzt seine Gedenktafel (noch verhüllt) an der alten Schule und junge hübsche Mädchen im üblichen Dienstmädchenlook stehen Wache. Dabei wäre er wohl viel lieber mit denen um die Häuser gezogen, vorausgesetzt in Krasnojarsk ist so etwas möglich.

Maxim Wjatscheslawowitsch Safronow wurde am 4. Julij 1995 im Dorf Nowaja Brjan in Burjatien geboren. Das Dorf hat seit den Zeiten der Perestroika fast die Hälfte seiner Einwohner verloren. Heute leben noch etwa 4.200 Menschen dort. Maxim bekam während seiner Schulzeit eine kräftige Dosis Militarismus eingeflösst: Er besuchte den militärpatriotischen Club „Kasatschok“ und absolvierte das Militärspiel „Zarnitsa“. Nach der Schule studierte Maxim Medizin und arbeitete als Anästhesist und Notfallmediziner in einem Krankenhaus in Tschita (Transbaikalien).
Im Jahr 2025 wollte Maxim endlich ordentlich verdienen und ging als Notfallmediziner im Rang eines Leutnants an die Front in der Ukraine. Eine häufige Legende der Nachrufschreiber lautet, dass der Tote heldenhaft Verwundete evakuiert hätte und dabei getötet wurde. So auch bei Maxim - eine Drohne hätte am 23. Juni 26 den Rettungswagen angegriffen und Maxim getötet.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Wladimir Sergejewitsch Nenartowitsch, 59 Jahre
Telegram-Kanal „Die Toten aus Sacha“ vom 28.05.2026
Die Kleinstadt Tschulym liegt etwa 130 km westlich der Hauptstadt Nowosibirsk. In der Stadt und im dazugehörigen Bezirk leben rund 20.000 Menschen - Tendenz rückläufig. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt, etwa ein Drittel aller Erwerbstätigen arbeiten in diesem Bereich.
Ein Denkmal erinnert an die Toten aus den sowjetischen und russischen Kriegen. Im Krieg in Afghanistan sind zwei Soldaten aus dem Bezirk getötet worden, in den Tschetschenienkriegen wurden acht Männer getötet und im aktuellen Krieg gegen die Ukraine wurden bisher 113 Namen eingraviert.
Setzt man jene 113 Kriegtoten ins Verhältnis zur Bevölkerung, so würde jene Region an zweiter Stelle aller russischen Regionen in unserer entsprechenden Tabelle stehen.
Nikolai Afanassjewitsch Atlasow (Rufname „Odun“), 35 Jahre alt
Status: Verstorben Geburtsdatum: 29. Oktober 1989
Sterbedatum: 28. März 2025
Geburtsort: Rajon Changalasski, Dorf Katschikatsy
Sterbeort: Region Donezk, Siedlung Jelisawetowka
Dienstverhältnis: Vertragsdienst (ab 30. November 2024)
Kinder (Anzahl): Unbekannt
Ziviler Beruf: Abfüllung und Lieferservice für reines Trinkwasser
„Die Toten aus Sacha“ vom 5.5.26
Peter Frankopan ist Professor für Weltgeschichte an der Universität Oxford. In einem Essey über Wladimir Putin zitiert er den exilrussischen Telegram-Kanal „Astra“. Astra selbst zitiert in einem Beitrag eine/n Z-Blogger/in „Agna Becker“ der/die den Telegram-Kanal „Haus unter Lorbeeren“ betreibt. Agna Becker wiederum zitiert „unabhängige Studien von 'N' “ und damit kommen wir zur eigentlichen Nachricht.
Nach dieser Studie würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Laut der selben Studie betrage die „durchschnittliche Lebenserwartung“ eines Soldaten von der Zeit seiner Ankunft auf dem Übungsplatz bis zu seiner Abreise in den Kampfgebiet von zehn Tagen bis zu drei Wochen.
Ganz unrealistisch sind diese Aussagen nicht, wie unsere vielen Beispiele über Kurzzeitsoldaten zeigen. Wir haben Agna Becker angeschrieben und um einen Link auf die Originalveröffentlichung gebeten. Eine Antwort ist nicht zu erwarten.
„Ich freue mich auf meinen Tod“ ist der Titel einer bekannten Kantate von Johann Sebastian Bach. Die ist dem Autor spontan zum unten veröffentlichten - KI-generierten - Video eingefallen. In diesem werden 46 russische Soldaten vorgestellt, die alle aus der Großstadt Artjom oder deren näheren Umgebung in der Region Primorje stammen. Zur Erinnerung - die Region Primorje liegt im Fernen Osten Russlands. Die Soldaten im Video werfen ihre Waffen weg, lachen dabei und schreiten ins Nirwana.
Wieviel sinnvoller wäre es gewesen, wenn all diese Soldaten sich diesem verbrecherischen Krieg verweigert und gemeinsam ihre Waffen niedergelegt hätten? Sie wären zumindest lebend nach Hause gekommen. So dürfte auch diese KI-generierte Schmonzette keine Hilfe und Trost für ihre Angehörigen darstellen.