30.04.2026 -- 206.310// Zuwachs zum 31.03.2026: 7.109
Daniel Sergejewitsch, 19 Jahre
Wir wissen nicht, was Daniel angestellt hat. Sein Urteil haben wir nicht gefunden, vermutlich weil es unter das Jugendstrafrecht fällt. Aber Daniel wurde am 26. März 2023 aus der Haftanstalt IK-53 in Werchoturje, Oblast Swerlowsk zum Kriegsdienst entlassen. Er hatte einen Vertrag mit dem russischen Militär abgeschlossen und anstatt der Haftstrafe die Todesstrafe bekommen. Drei Monate später war er tot. Erst im März 2024 wurde öffentlich nach ihm gesucht.. Daniil Sergejewitsch Schischkin wuchs in Jekaterinburg auf.
Jewgeni Alexejewitsch, 19 Jahre
Jewgeni war von Kopf bis Fuß auf Militär eingestellt. Sogar in der Schule trug er Tarnfleck. Im Frühsommer des Jahres 2025 beendete er die Schule. Ob er einen Vertrag während des Wehrdienstes abgeschlossen hat oder sich gleich freiwillig gemeldet hat, war nicht zu erfahren. Am 17. Januar 2026 wurde er begraben. Jewgeni Alexejewitsch Alimpiew, geboren am 18.06.2006, wuchs in der Stadt Morosowsk in der Oblast Rostow auf.

Denis Leonidowitsch, 20 Jahre
Karaidel heißt ein Dorf in Baschkortostan mit mehr als 6.000 Bewohnern. Den Namen könnte man auch in Bayern oder Österreich verorten, aber er setzt sich zusammen aus basckirisch kara & idel, also schwarzer Fluss. Denis Leonidowitsch Akbuljakow, 28.03.2005 - 19.11.2025, wuchs in Karaidel auf, ging dort zur Schule und brach die berufliche Weiterbildung ab. So musste er im Frühjahr 2023 seinen Wehrdienst ableisten und drei Wochen später unterschrieb er einen Zeitvertrag. Danach wurde es düster: Aus gesundheitlichen Gründen, sagt der Nachruf, wurde er im Jahr 2025 an die Front verlegt. Dort wurde Denis zunächst ein Held, weil er trotz Verwundung zehn Tage in seiner Stellung verblieb, bis er evakuiert wurde. Dafür gab es einen Orden. Kaum gesund, musste er gleich wieder an die Front. Als Mitglied einer Drohneneinheit wurde er getötet.

Sergej Anatoljewitsch, 19 Jahre
Der junge Tuwiner Olimpi Orlanowitsch Baikara, 09.03.2006 - 02.02.2026, wurde an der Front getötet. Er wäre ein bescheidener, respektvoller, freundlicher, hilfsbereiter, fleißiger und stets lächelnder Sohn gewesen, der im Rahmen jener besonderen Militäroperation für die friedliche Zukunft unseres Landes heldenhaft getötet wurde, schreiben seine Eltern im Nachruf. In der Aufzählung der Eigenschaften des Sohnes fehlt der Begriff - intelligent. Denn mit etwas mehr Intelligenz hätte Olimpi erkennen müssen, dass es bei jenem Krieg eben nicht um jene friedliche Zukunft von Tuwa oder ganz Russland geht, sondern um die Eroberung eines fremden Landes. Aber wahrscheinlich ging es ihm nur um das viele Geld, das man im Kriegsdienst verdienen kann.

Kirill Wjatscheslawowitsch, 18 Jahre
„Kirill wollte unbedingt kämpfen“, schreibt die Autorin des Nachrufs zusätzlich in einem Kommentar. Kirill wuchs bei den Großeltern auf und wollte sich beweisen. So blieben ihm nach seinem 18. Geburtstag 111 Tage bis zu seinem Tod. Kirill Wjatscheslawowitsch Guliajew, 01.09.2007 - 20.12.2025, lebte in der Kleinstadt Ostaschkow in der Oblast Twer.
Sergej Anatoljewitsch, 19 Jahre
Zwei Jugendliche waren in der Kleinstadt Alexandrowsk-Sachalin auf der Insel Sachalin in eine Garage eingebrochen. Um den Einbruch zu verschleiern, zündeten sie die Garage einfach an. Dadurch fakelten sie ein älteres Auto und eine weitere Garage ab. Im Mai 2025 wurden die zwei Schlingel schließlich gesamtschuldnerisch zum Schadensersatz von rund 430.000 Rubel (etwa 4.700 €) verurteilt. Eine Gefängnisstrafe gab es bereits zuvor. Beide waren zum Zeitpunkt der Tat minderjährig, allerdings war Sergej Anatoljewitsch Kateba zum Termin des Gerichtsverfahrens inzwischen volljährig. Deshalb wurde sein Name auch öffentlich genannt. Man kann annehmen, dass die Behörden Sergej mit Nachdruck von den Vorzügen des Vertragsdienstes beim Militär überzeugt haben. So käme er frei und könne seine Schulden bezahlen. Tatsächlich war es dann die Todesstrafe. Sergej Anatoljewitsch Kateba, geboren am 04. September 2006 in Alexandrowsk-Sachalin, wurde am 12. Januar 2026 in seiner Heimat bestattet.
Ratmir Saybulatow, 19 Jahre
Ratmir hatte Pech mit seiner Familie und geriet in die Fänge des kosakischen Jugendklubs „Die Bande“. Dort gibt ein Kriegsveteran aus dem Afghanistankrieg den Jugendlichen „Halt und Orientierung“. Was so viel wie militaristische Erziehung bedeutet. So wundert es auch nicht, dass Ratmirs Lebensweg nach seinem 18. Geburtstag direkt zum Militär und von dort in den Tod führte. Ratmir Saybulatow wurde am 20.01.2006 in der Stadt Semiluki in der Oblst Woronesch geboren.

Wjatscheslaw Denisowitsch, 18 Jahre
„Slawa starb für das Vaterland. Wir sind stolz, wir erinnern uns und wir trauern“, schreibt die örtliche Gedenkgruppe für Militärangehörige. Und weiter: „Slava wäre am 10. Januar 19 Jahre alt geworden, aber er wird es nicht mehr. Gedenken wir derer, die ihr Leben für unseren gemeinsamen Frieden gaben.“ Alles völlig falsch. Slawa starb nicht für das Vaterland, er gab auch nicht sein Leben für den Frieden - sondern für den Krieg. Er wurde getötet in einem Krieg, den Russland vor knapp vier Jahren begonnen hat und jetzt kein Ende findet - weil das Kriegsziel nicht erreicht wurde, weil viel zu viele russische Bürger verwundet und getötet wurden, weil Billionen Rubel in diesem Krieg sinnlos verheizt wurden und weil die Regierung den Russen deshalb unbedingt einen Sieg verkaufen will. Wjatscheslaw Denisowitsch Tschugurajew wuchs in der Siedlung Oktjabrskoje (Oktober) im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen auf.

Efim Alexandrowitsch, 19 Jahre
Telegram-Kanal „Die Toten aus Sacha“ am 06.01.2026:
Efim Alexandrowitsch Kladkin
Status: Verstorben
Geburtsdatum: 07.01.2006
Todesdatum: 29.08.2025
Geburtsort: Dorf Ytyk-Kjuel, Tatinskij Ulus
Todesort: Kursker Gebiet
Dienstart: Vertragsdienst (unterzeichnete einen Vertrag während des Wehrdienstes)
Kinder (Anzahl): Keine
Friedlicher Beruf: Schlosser

Danila Alexejewitsch, 19 Jahre
Mit 15 Jahren hat Danila in einem regionalen Wettbewerb der Berufsschulen den ersten Preis im Bereich Sanitär- und Heizungstechnik gewonnen. Seine Fertigkeiten in diesem Beruf wird er nicht ausüben können. Am 8. März 2025 wurde er irgendwo an der Front in der Ukraine getötet. Danila Alexejewitsch Schukow wurde am 29.06.2005 in der Kleinstadt Gorochowez im Osten der Oblast Wladimir geboren. Am 8. Januar 2026 wurden seine Überreste in seiner Heimat bestattet.

Dmitri Wjatscheslawowitsch, 19 Jahre
Dmitri Wjatscheslawowitsch Karpow stammt aus Lyskowo, einer Kleinstadt in der Oblast Nischni Nowgorod. Er hatte sich freiwillig zum Kriegsdienst verpflichtet und war kaum an der Front, da war er auch schon tot. Doch mit dieser beschämenden Tatsache will sich in Russland niemand befassen. Ganz lakonisch schreibt der örtliche Fernsehsender: „Seine Karriere als Verteidiger endete am 20. April 2025“. Dimitri wurde am 04.03.2006 geboren, meldete sich am 29.01.2025 freiwillig und war nach weniger als drei Monaten tot.

Dmitri Igorjewitsch, 20 Jahre
Dystopische Zeichnungen, Superhelden und Mangas waren Dimitris Welt noch vor drei Jahren. Und wahrscheinlich ist er in der Realität niemals angekommen. Dimitri lebte in der ukrainischen Stadt Donezk, die seit 10 Jahren von Russland besetzt ist. Auch er zog in den Krieg gegen sein eigenes Land und verlor. Dimitri Igorewitsch Murzenko, 19.05.2005 - 02.10.2025.

Maxim Sergejewitsch, 19 Jahre
„Ohne Maxim geht gar nichts! Es ist wunderbar, wenn es Menschen gibt, die etwas finden, das sie lieben, egal wo sie leben. Und noch schöner ist es, wenn ihre Kreativität das Leben anderer bereichert oder es ihnen zumindest schöner macht. Hier geht es um Maxim Kalinin, einen jungen Aktivisten aus dem Dorf Leontjewski... Heute studiert Maxim im zweiten Jahr an der Turinsker Multidisziplinären Technischen Schule (TMT). Sein Schwerpunkt liegt auf digitaler Informationsverarbeitung. Nach seinem Abschluss wird er seinen Wehrdienst ableisten. Seinem Land etwas zurückzugeben, ist ihm ein wichtiges Anliegen, und so ist es kein Wunder, dass Maxim zum Vorsitzenden des bürgerschaftlichen und patriotischen Bereichs der Studierendenvertretung gewählt wurde“, schrieb die Turinsker Regionalzeitung am 16.11.23. Zurückgeben konnte Maxim dann doch nichts. „Militärpatriotisch“ vorprogrammiert, unterschrieb er einen Vertrag mit dem Militär. Maxim Sergejewitsch Kalinin wurde am 19.10.2005 im kleinen Dorf Leontjewskoje in der Region Swerdlowsk geboren und am 04.01.2026 dort begraben. Katja, seine große Liebe, hat ihren Status auf VKontakte auf „aktive Partnersuche“ umgestellt.

Alexej Witaljewitsch, 19 Jahre
Des Geldes wegen ist Alexej in den Krieg gezogen. Das kann man aus seinen Abonnements auf VKontakte schließen. Natürlich ist die Sache schief gegangen, am 3. Juni 2025 zog er los, am 30.12.25 meldete seine Schwester seinen Tod. „Ich schreibe einen Abschiedsbrief, in dem ich allen meine Liebe ausdrücke“, hinterließ er als Motto auf seinem Status. Damit meinte er sicher nicht die ukrainischen Menschen, die er in deren Land töten wollte. Alexej Witaljewitsch Poroschin wuchs in einem Dorf mit dem schönen Namen Schangaly in der Oblast Archangelsk auf.
Artem Wladimirowitsch, 19 Jahre
Aus dem kleinen Dorf Koregino in der Oblast Kostroma kam Artem Wladimirowitsch Saweljew. Obwohl noch keine 20 Jahre alt war er schon verheiratet und hatte ein einjähriges Kind. Am 17. Februar 2025 schrieb er, dass sein Militärvertrag gerade erst begonnen hätte. 41 Tage später war er tot. Sein Kind wird keine Erinnerung an den Vater haben.

Kirill Michailowitsch, 19 Jahre
Kirill Michailowitsch Kopljarow, 12.06.2004 - 31.05.2024, stammte aus der sibirischen Großstadt Krasnojarsk. Seinen 20. Geburtstag hat er knapp verpasst. Warum er in den Krieg zog, wissen wir nicht. Jelena, seine Mutter, ist voll des Krieges. Heldensagen, Siegesaufrufe, stolze Frauen und Männer in russischen Uniformen und heldenhaft gefallene russische Soldaten - das sind die Themen auf ihrem Odnoklassniki-Status. „Mein Sohn, pass auf dich auf!!!“, schrieb sie am 17.09.2024. Da war ihr Sohn schon eine ganze Weile tot.

Jaroslaw Andrejewitsch, 18 Jahre
„Ich habe mit ihm gesprochen, aber alle Argumente haben nichts gebracht. Als er den Vertrag zum ersten Mal unterschrieben hat, habe ich alles getan, um ihn zu annullieren, aber nach einem Monat hat er ihn erneut unterschrieben und nicht einmal meine Telefonnummer angegeben, damit ich nicht angerufen werde“, schreibt Jaroslaws Mutter. Jaroslaw leistete seinen Wehrdienst ab und wurde wohl von seinen Vorgesetzten bearbeitet, einen Zeitvertrag mit dem Militär abzuschließen. Wobei Zeitvertrag ein Euphemismus ist, es müsste besser Kurzzeitvertrag heißen. Jaroslaw unterschrieb im Mai 2025 und war am 29.07.2025 tot. Jaroslaw Andrejewitsch Kochanowsky, 15.03.2007 - 29.07.2025, lebte im Dorf Kuytun in Burjatien.

Ildar Dinarisowitsch, 18 Jahre
Rebell ohne einen Plan - so könnte man Ildar charakterisieren. Adidas-Klamotten, Alkohol-Parties, Shisha-Bars und Tatoos, viele Tatoos, dazu noch ne Pistole und einen Kampfanzug „Strelok“ für knapp 3.500 € - für den Krieg eine coole Sache. Das alles kann man seinem VKontakte-Status entnehmen. Irgendwann im späten Winter 2025 hat er einen Vertrag mit dem Militär abgeschlossen und damit seinen 19. Geburtstag wahrscheinlich knapp verpasst. Ildar Dinarisowitsch Zaripow, 09.06.2006 - ?. Apollinarija meldete seine Beisetzung am 17.06.2025. Ildar kam aus der Goldstadt Berjosowski in der Oblast Swerlowsk.

Iwan Wladimirowitsch, 18 Jahre
Iwan Wladimirowitsch Zjulin wuchs in der Stadt Gulkewitschi in der Region Krasnodar auf.
Tamir Wassiljewitsch, 18 Jahre
Tamir gehörte auch zur Kategorie „Muskeln ersetzen den Verstand“. Seit seinem 6. Lebensjahr war er erfolgreich im Freistilringen und gewann zahlreiche Preise. Doch als er 18 Jahre alt wurde, unterschrieb er sofort einen Vertrag mit dem Militär und damit gleichzeitig sein Todesurteil. Denn die Kommandeure an der Front verschonen auch keine „dummen Jungs“, wenn Soldaten für Selbstmordangriffe eingeteilt werden. Bereits am 17. Juni 2025 war sein junges Leben vorbei. Tamir Wassiljewitsch Zydenow, 17.04.2007 - 17.06.2025, wuchs im Dorf Kischinga in Burjatien auf. Am Dorfrand befindet sich übrigens die größte buddhistische Stupa in Russland.

„Mit tiefem Bedauern geben wir den Verlust bekannt. Während eines Kampfeinsatzes im Rahmen einer militärischen Sonderoperation starb Gulnara Asfanowna Sadykowa (5. November 1970 - 10. März 2026), eine Sanitäterin der therapeutischen Gruppe des Sanitätsdetachements (Reserve, Freiwillige) des Militärkrankenhauses“. VKontakte vom 18.03.26

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
„Gesucht wird Valentin Michailowitsch Kulikow, geboren am 22.03.2007. Militäreinheit 75281. Er ging am 09.06.2025 in Redkodub auf Patrouille. Ab dem 11.06.2025 wurde er vermisst. Von der Einheit wurde berichtet, dass die Gruppe unter einen Mörserbeschuss geraten sei und die Soldaten sich zur Erhaltung der Truppe zerstreut hätten. Seine Mutter sucht nach ihm. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder er ist gefangen oder er liegt in einem Buschversteck. Dort herrscht eine Temperatur von 40 Grad.“ Telegram vom 11.08.25 (Kopie).
Inzwischen wissen wir aus dem russischen Erbschaftsregister, dass Valentin am 11. Juni 2025 getötet wurde. Ein Foto und weitere Informationen haben wir nicht gefunden.
Was wir aber sicher wissen: Valentin wurde am 22.03.2025 18 Jahre alt. Erst danach konnte er einen Vertrag mit dem russischen Militär abschließen. Und militärische Vorkenntnisse hatte er auch nicht. 81 Tage oder nicht ganz drei Monate nach seinem 18. Geburtstag wurde Valentin an der Front verheizt.
Am 30. April begeht Russland zum ersten Mal den Tag der indigenen Völker. Vor Vertretern verschiedener Ethnien erklärt Wladimir Putin:
In der Russischen Föderation leben 47 indigene Völker. Jedes von ihnen ist ein integraler Bestandteil des Landes und seiner unverwechselbaren Vielfalt und trägt zudem einzigartige Bräuche, kulturelle Codes und nationale Eigenheiten. Jede ethnische Gruppe innerhalb der brüderlichen Völkerfamilie Russlands stellt das gemeinsame Erbe des Landes dar. Dessen Erhaltung, Wachstum und Wohlergehen bedeuten unmittelbar die Erhaltung und das Wachstum des gesamten multinationalen Volkes Russlands.
Perm - das ist die östlichste Millionenstadt in Europa und Hauptstadt der gleichlautenden Oblast. Ukrainische Langstreckendrohnen haben in der Nacht zum 29. April 2026 Rohöl verarbeitende Anlagen in der Stadt in Brand gesetzt. Eine riesige schwarze Rauchsäule steigt seither zum Himmel.
Der Gouverneur der Region, Dimitri Machonin, gibt Entwarnung: „Die Schadstoffwerte liegen im Normbereich und stellen keine Gefahr für die Einwohner von Perm dar.“ Im Bericht des Internetmediums 59.RU geht es in den Kommentaren hoch her. Einige Beispiele:
Oleg Jurjewitsch Kasantsew, 39 Jahre alt
Status: Verstorben
Geburtsdatum: 12.07.1986
Todesdatum: 20.08.2025 (Beerdigung: 2026)
Geburtsort: Siedlung Aichalsky, Bezirk Mirny
Todesort: Siedlung Poddubnoe, Bezirk Velikonowoselsky, Region Donezk
Dienstart: Vertragsdienst seit Juli 2025
Friedlicher Beruf: Arbeitet im Aichalsky Bergbau- und Aufbereitungskombinat
Originalmeldung Telegramkanal „Die Toten aus der Republik Sacha (Jakutien)“ vom 19.03.26
Am 17. April wurde der Vater des 43-jährigen christlichen Bloggers Vegan Christoljub Boschij (Foto links bei einer Anti-Kriegsdemonstration) informiert, dass er die Leiche seines Sohnes aus einer Strafkolonie in der Oblast Woronesch abholen könne. Sein Sohn hätte sich in seiner Zelle erhängt. Seine Familie hält einen Selbstmord für unwahrscheinlich: „Seinen religiösen Überzeugungen zufolge ist das eine Sünde“, sagten sie.
Vegan, der bürgerlich mal Dimitrij Kusnetzow hieß, war bekennender Christ, Kriegsgegner und Veganer. Er hatte sich in YouTube-Videos kritisch zur Rolle der Sowjetunion im 2. Weltkrieg geäußert und meinte zudem, dass der Islam nicht als Religion der Gewaltlosigkeit betrachtet werden sollte. Dafür bekam Vegan drei Jahre Haft in einer Strafkolonie.
Vegan war allerdings alles andere als ein weltabgewandter christlicher Fundamentalist, wie auch seine Einschätzung des russischen Präsidenten zeigt:
„Seit 25 Jahren regiert das Land ein verrückter, alter Geheimdienstler, der längst kein heimlicher, sondern ein offenkundiger Menschenfresser geworden ist, dessen jedes Wort per Definition eine Lüge ist. Polen hat Hitler 1939 dazu gezwungen, es anzugreifen.... Wir bedrohen niemanden, wir brauchen keine fremden Länder, Wehrpflichtige kämpfen nicht (im Krieg gegen die Ukraine, Red.), es wird keine Mobilmachung geben, ‚sie sind nicht da‘. Wir brauchen die Krim nicht, ich werde das Rentenalter nicht anheben, sie ist untergegangen (Flaggschiff Moskwa, Red.), ich werde die Verfassung nicht ändern, ich werde nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren, ich werde mich nicht an der Macht festklammern und so weiter, man könnte die Liste noch sehr lange fortsetzen. Nur in einer Sache hat er nicht gelogen, nämlich als er sagte, ich zitiere RIA Novosti vom 12. 2. 2004: „Wenn man sieben Jahre lang so als Präsident arbeitet, kann man den Verstand verlieren.“
In den letzten Tagen sind russische Gerbera-Drohnen über der ukrainischen Region Sumy aufgetaucht und haben Flugblätter abgeworfen. Flugblätter über feindlichem Gebiet abzuwerfen ist eine bekannte Methode der psychologischen Kriegsführung, die man bereits aus dem zweiten Weltkrieg kennt. Im russischen Krieg gegen die Ukraine werden Flugblätter aus der Luft von beiden Seiten verwendet, meist um die gegnerischen Soldaten zur Kapitulation aufzufordern.
Neu ist allerdings, dass Russland versucht, mit der Weltpolitik Ängste bei der Zivilbevölkerung auszulösen. Und wer wäre da besser geeignet als der amerikanische Präsident? So bildet jenes Flugblatt die aktuelle politische Situation nach. Donald Trump wendet sich von der Ukraine ab (was er eigentlich schon länger tut) und kümmert sich um seinen eigenen Krieg gegen den Iran. Der Text: „Die Hilfe für die Ukraine gehört der Vergangenheit an!“
Sergej Wjatscheslawowitsch Kolosow, 42 Jahre alt
Nachricht vom 04.03.2026 des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha (Jakutien)“