Rudolf Aleksejewitsch Wesnin

Rudolf, 21 Jahre

Aus der Kleinstadt Kotelnitsch in der Oblast Kirow kam Rudolf Aleksejewitsch Wesnin, geboren am 8. August 2002. Nach seinem Profil auf VKontakte war er ein sehr durchschnittlicher Jugendlicher mit Machogehabe in halbnackten Jungmännergruppen und reichlich Alkohol. Für die Gruppe Wagner war er in den Krieg gezogen, vielleicht fand er das cool. Am 9. Mai kam dann auch sein Ende. Seine Mutter verortet ihn als Engel im Himmel.

Kirill Walerjewitsch Grachew

Kirill, 22 Jahre

Kirill Walerjewitsch Grachew, geboren am 15.11.2001 in einem Dorf in Baschkortostan, hatte Ideale: "In einem Zeitalter der Unnahbarkeit und der Angst und des Egoismus, gibt es noch einen Mann mit einer Idee, der aus Liebe zu sich selbst gegangen ist und beschlossen hat, einen Beitrag zur Welt zu leisten und ein Zeichen zu hinterlassen." Das Zeichen wollte er im Krieg gegen die Ukraine setzen. "Ich werde nach Hause kommen, meine Familie, denn es gibt noch verdammt viel zu tun," schrieb er weiter. Nach Hause ist er gekommen, tot, begraben am 28. Mai.

Iwan Walerjewitsch Zaikin

Iwan, 23 Jahre

In einer Staniza in der Kaukasusrepublik Kabardino-Balkarien wurde Iwan Walerjewitsch Zaikin am 2. Juli 2000 geboren. Er hatte wohl einen Vertrag mit dem Militär während seines Wehrdienstes abgeschlossen und bediente im Krieg einen Grantwerfer zur Feuerunterstützung einer Angriffseinheit. Wenn man einem Gedicht glauben kann, das für ihn geschrieben wurde, dann hat am 17. Dezember 23 eine Drohne sein Leben beendet.

Bato Sajanowitsch Linchojew

Bato, 21 Jahre

Seit Mai 2022 nahm Bato Sajanowitsch Linchojew am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine teil. Laut Lebenslauf war er erst kurz zuvor zum Wehrdienst einberufen worden und hatte sich in dieser Zeit vertraglich ans Militär gebunden. Bato wurde am 29.04.2002  im Dorf Bajangol im Bezirk Bargusinsky in Burjatien geboren und hat eine Ausbildung zum Automechaniker abgeschlossen. Danach war er wohl arbeitslos und spielte laut Vita Volleyball, Schach und Dame. Kein Wunder, dass er sich beim Militär verpflichtete. Am 20. März 24 war auch sein Leben abgeschlossen.

Dmitri Sergejewitsch Kusmin

Dimitri, 20 Jahre

Das Foto von Dmitri Sergejewitsch Kusmin stammt vom Mai 2022 - ein ganz normaler junger Mann, geboren am 08.11.2003 in der Stadt Leninogorsk / Tatarstan. Nach der Schule wurde er zum Schweißer ausgebildet und heute schwelgt die Berichterstatterin in Patriotismus: Die politische Lage im Land hätte ihm keine Ruhe gelassen, er hätte sich auf die Seite seiner Landsleute stellen müssen. Am 14.09.23 Vertragsunterzeichnung, am 5. April 24 hätte "eine feindliche Granate der Nazis" sein Leben beendet. Was auch gelogen ist, denn am 5. April suchten noch seine Angehörigen öffentlich nach ihm, letzter Kontakt 16. Januar (Suchfoto).

Iljas Maratowitsch Chasanow

Iljas, 20 Jahre

Iljas Maratowitsch Chasanow kam aus der Kleinstadt Agrys in der Republik Tatarstan. Geboren am 24. Juni 2003 war er in jungen Jahren schon verheiratet und Vater geworden. Am 6. Mai wurde er an der Front getötet. "Unser geliebter Mensch ist verstorben. Geliebter Ehemann, Vater, Sohn, Bruder, Neffe, Freund, Onkel, der in der Zone des nördlichen Militärbezirks starb. Die Verabschiedung findet am 25. Mai um 11:00 Uhr im KFOR-Dorf Staraja Tschekalda statt," schrieb das örtliche Stadtportal zu obigem Foto.

Ilnur Ildarowitsch Suleymanow

Ilnur, 18 Jahre

Ein Junge mit 18 Jahren wurde im Krieg getötet! Wie geht man damit um? Die Behörden des Bezirks Starokulatkinski und die örtliche Zeitung verschweigen das Alter und  erlauben keine Kommentare. Ilnur Ildarowitsch Suleymanow wurde am 5. November 2005 in der Oblast Uljanowsk geboren, mehr wissen wir nicht. Es gibt keinen Lebenslauf, keinen Bericht der Schule, dafür einen Abschied mit leeren Worten und großem Tamtam: "Der Mut und das strahlende Bild von Ilnur Ildarovich Suleimanov werden noch lange in unseren Herzen bleiben." Seinen Geburtstag wissen wir nur durch eine Suchanfrage vor längerer Zeit, in der ein Freund nach ihm suchte: Am 25. Januar wäre der Kontakt abgebrochen.

Wjatscheslaw Olegowitsch Saposchnikow

Wjatscheslaw, 20 Jahre

Wjatscheslaw Olegowitsch Saposchnikow war ein junger Wehrpflichtiger, der aus dem kleinen Städtchen Urschum in der Region Kirow stammt. Er war 20 Jahre alt und hatte eine Ausbildung zum "Elektriker für die Reparatur und Wartung elektrischer Geräte"  abgeschlossen. Wjatscheslaw wurde zur Sicherung der russischen Grenze in der Region Kursk eingesetzt. Doch auch da wird geschossen. Bei einem Kampfeinsatz wurde Wjatscheslaw am 8. Mai 24 getötet.

Artem Monastyrski

Artem, 20 Jahre

Artem Monastyrski, geboren am 05. Februar 2024, kam aus der ländlichen Siedlung Petrowskoje in der Oblast Jaroslawl und ist im Krieg gefallen. Zumindest eine Frau traute sich über die Sinnlosigkeit dieses Todes ein paar Worte zu verlieren, wenn auch nur in Andeutungen: Artem, möge das Himmelreich dir gehören. So sollte das nicht sein, ich verstehe nicht, ist das der Grund, warum das ganze Volk leidet? Junge Leute? Oder Menschen, die auf dieser Welt bereits nichts haben, woran sie sich festhalten können? Wo sind die Möglichkeiten und die Unterstützung geblieben?  Ich halte diese natürliche Auslese nicht für... Es sollte Menschen im Land geben, die ein menschliches Herz haben... und nicht mit tierischen Instinkten..

Ayur Wladimirowitsch Batorow

Ayur, 21 Jahre

In der großen Familie von Ayur Wladimirowitsch Batorow, geb. 21.09.2002, gab es wohl einige Probleme. Von einem Vater war nie die Rede, als Ayur 15 Jahre alt war, wurde die Vormundschaft an Onkel und Tante übertragen. Der junge Mann lebte im kleinen Dorf Schemtschug in Burjatien, lernte nach der Schule Automechaniker, leistete Wehrdienst und meldete sich im April 23 freiwillig zum Kriegseinsatz. Am 27.04.24 kam auch sein Ende.

Oleg Sergejewitsch Achmadulin

Oleg, 22 Jahre

Im Waisenhaus des Bezirks Kabansky in Burjatien ist Oleg Sergejewitsch Achmadulin groß geworden, geboren am 16.04.2001. Nach der Hauptschule hat er eine Berufsschule besucht, wohl ohne nennenswerten Abschluss. Auch den Wehrdienst musste er nicht ableisten. Dafür durfte Oleg im Dezember 23 sich ganz freiwillig zum Kriegsdienst verpflichten. Den hat er am 7. März 24 abgeschlossen, beigesetzt am 13. Mai.

Romano Robertowitsch Andreenko

Romano, 19 Jahre

Viel wissen wir nicht über Romano Robertowitsch Andreenko. Er gehörte zur Abteilung Attacke der russischen Armee, wurde am 05. Juni 2004 geboren und am 18. März 2024 getötet. Dafür wurde der Nachricht ein Gedicht begelegt, das die Angst und den Schmerz  des tödlich verwundeten Soldaten lyrisch verklärt:
Schlaf.... Soldat....
Die Erde weinte und drückte
an die verbrannte Brust ihrer Jungs...
Sie wurde zu einer ewigen Wiege
und flüsterte leise: „Schlaf... Soldat. „
Schlafe, Soldat. Held des Vaterlandes!
Verneige dich vor der Erde...
Und irgendwo, weit weg von zu Hause
auf der feuchten Erde.
höre ich dein langes Stöhnen...
Schlaf, mein Bruder, schlaf ein!

Wladislaw Wjatscheslawowitsch Prosekow

Wladislaw, 20 Jahre

Der Zustand des Soldaten ist ernst, lautete eine dringende Nachricht auf VKontakte für die Stadt Kopeisk vom 1. April 24. Gesucht wurden Angehörige von Wladislaw Wjatscheslawowitsch Prosekow, geboren am 12. September 2003 in Kopeisk, Oblast Tscheljabinsk. Wir wissen nicht ob sich Angehörige gemeldet haben oder ob Wladislaw völlig alleine gestorben ist. Am 10. Mai wurde er auf dem  Zentralfriedhof der Stadt beigesetzt.

Alexander Alexejewitsch Ljetschagow

Alexander, 21 Jahre

Alexander Alexejewitsch Ljetschagow kam aus der 800 Seelen Gemeinde Kuknur in der russischen Teilrepublik Mari El. Geboren wurde er am 17. November 2002, getötet am 21.12. 23.  Zur Bestattung im Mai bekam er ein Gedicht:
Sie liegen in der feuchten Erde. Ihre Seelen sind zu Gott geflogen.
Gegangen in den rauen Zeiten, Sie wollten leben wie wir.
Sie haben den Vorteil Sie werden nie grau sein.
Die Welt schweigt im Gedenken an sie.
Denn sie werden ewig jung bleiben...

Georgi Wadimowitsch Gamantsew

Georgi, 22 Jahre

Etwa 60 km von Moskau entfernt liegt die Stadt Dimitrow. An der dortigen weiterführenden Schule schloss Georgi "Goscha" Wadimowitsch Gamantsew, geb. 6. März 2002, eine Ausbildung in der Fachrichtung „Schutz in Notsituationen“ mit einem Diplom ab. Danach kam das Militär, ob Wehrdienst oder als Freiwilliger, das wissen wir nicht. Georgi wurde in die Region Belgorod abkommandiert. Dort wird jetzt heftig gekämpft und seine Ausbildung half wohl auch nicht. Goscha wurde am 4. Mai getötet.

Danil Wladimirowitsch Ponomar

Danil, 21 Jahre

Eine Ausbildung zum Fahrer einer Lokomotive war früher der Traum von vielen Jungen. Den ersten Schritt dazu hatte Danil Wladimirowitsch Ponomar schon gemacht und ein Diplom als "Assistent des Fahrers einer Elektrolokomotive" erhalten. Dann kam der Wehrdienst, Danil hat sich zum Vertragsdienst überreden lassen. Auch er musste an die Front und hat den Kriegsdienst nicht überlebt - 06.07.2002 - 26.04.2024.

 Arsalan Baldanjamsojew

Arsalan, 20 Jahre

Als Granatwerfer in einem motorisierten Schützenzug nahm Arsalan Baldanjamsojew am Krieg gegen die Ukraine teil. Der junge Mann, geboren am 28.10.2003 in einem Dorf in Transbaikalien, wollte eigentlich Flugzeugmechaniker werden. Nach der Schule besuchte er die Technische Hochschule für Luftfahrt in Ulan-Ude, Fakultät für Flugzeugbau. Doch nach Ende des ersten Kurses musste er Wehrdienst leisten (warum auch immer). Dort blieb er unter Vertrag als Fahrer-Elektriker und später musste auch er an die Front. Getötet am 5. April.

Wiktor Michailowitsch Troschchinowski

Viktor, 19 Jahre

Aus der Stadt Slawgorod in der Region Altai ist auch Wiktor Michailowitsch Troschchinowski, geb. 22. Februar 2005, dem Ruf der Propaganda gefolgt, hat sich zum Kriegsdienst gemeldet und hat den Entschluss nicht überlebt. Am 13 Mai wurde er begraben. Im Nachruf hat man einen weiteren Kübel Propaganda über den toten Jungen geschüttet: "Es ist schwierig, über den Tod so junger Menschen zu schreiben. Das ist für uns alle ein unwiederbringlicher Verlust. Indem sie Zivilisten vor der Grausamkeit der ukrainischen Streitkräfte schützten, zeigten sie ein wahres Beispiel an Mut und Ausdauer. Sie sind echte Helden, sie haben ihre Pflicht bis zur letzten Minute ihres Lebens ehrenhaft erfüllt und unsere Sicherheit und die Sicherheit des Landes verteidigt", schreibt ein unbekannter Autor im Nachruf.

Erdem Tschingisowitsch Schargalow

Erdem, 22 Jahre

Geboren am 26. April 2001 in Transbaikalien ist Erdem Tschingisowitsch Schargalow nach der Grundschule in die Hauptstadt von Burjatien, Ulan Ude, umgezogen. Nach seiner Schulausbildung geing es direkt zur Armee und dort blieb er. Er wurde nach Syrien geschickt und danach in den Krieg gegen die Ukraine. Zitat aus seinem Nachruf: "Am 1. Januar geriet er unter schweres feindliches Feuer und starb während eines Kampfeinsatzes, wobei er Standhaftigkeit und Mut bewies und seinem Militäreid treu blieb."

Ainur Schaimardanow

Ainur, 20 Jahre

Mit diesem Foto suchten Angehörige nach Ainur Schaimardanow, geboren am 11.09.2003. Er kam aus dem Dorf Tatarskoje Tanaewo in Tatarstan. Am 17. Februar bekam er den Befehl die Stadt Awdijiwka zu stürmen, seit dem 24. Februar galt er als vermisst. Doch alles Hoffen war vergebens, Ainur wurde am 11. Mai 2024 begraben.

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