Alexei Jurjewitsch Polosow

Alexej Jurjewitsch, 19 Jahre

Wieder eine Waisengeschichte: Alexej hatte wohl wenige Freunde, auf seinen Fotos wirkt er nachdenklich und vereinsamt, meist fotgrafierte er ältere Autos. Er hatte seine Eltern verloren und wurde von der Tante aufgezogen. Nach der 9. Klasse absolvierte er eine Ausbildung zum Computerbediener. Sein Ende kam schnell: Anfang 2025 meldete er sich ohne Wehrdiensterfahrung freiwillig an die Front, im April war er tot. Alexej Jurjewitsch Polosow, 02.04.2006 - 04.04.2025, lebte im Dorf Maksaticha in der Oblast Twer.

Juri Tschernow

Juri Tschernow , 18 Jahre

Das sind Mama Tatjana und Sohn Juri Ende Januar 2025. Beide lebten in Petrosawodsk, der Hauptstadt Kareliens. Kurz gesagt - Juri war ein Idiot und Mama hat ihn nicht davon abgehalten, idiotische Dinge zu tun. Juri Tschernow wurde am 25.03.2025 achtzehn Jahre alt und am 12.04.25 stand er schon in einer Kaserne in Kampfuniform. Am 31.10. prozte er noch auf einem verbrannten russischen Panzer: „Lasst uns den Durchbruch schaffen.“ Danach war Juri Geschichte.

Wladimir Leonidowitsch Gripkow

Wladimir Leonidowitsch, 18 Jahre

Wladimir Leonidowitsch Gribkow, geboren am 6. Juli 2006, wuchs im Dorf Uwat in der Oblast Tjumen auf. Nach der Schule wollte er eine Ausbildung zum Koch und Konditor absolvieren. Aber stattdessen ging er ganz ohne militärische Vorkenntnisse freiwillig an die Front. Am 6.12.24 unterzeichnete er den Vertrag, am 3. März 25 war sein Leben vorbei. Ein aktuelleres Foto haben wir nicht gefunden, es stammt vom 29.09.2017.

Keschik Alasch oolowitsch Chertek

Keschik Alasch-oolowitsch, 22 Jahre

Unser geliebter Mann, der älteste Sohn seiner Mutter, der geliebte, bescheidene, großzügige, tapfere, stets lächelnde, mutige und zukunftsorientierte Schwiegersohn. Er war ein verspielter, lustiger und vertrauenswürdiger Freund seiner Klassenkameraden und Freunde. Der geliebte Vater seiner einzigen Tochter, Keschik Alasch-oolowitsch Chertek (genannt Maestro), wurde am 20.03.2003 geboren. Er schloss 2020 die Mittelschule Nr. 2 in Ak-Dowurach ab. Seit September 2024 nahm er an einer besonderen Militäroperation für das Vaterland und die Zukunft seines Volkes teil. Am 15.11.2025 fiel er im Kampf. Das Lächeln und das Lachen unseres kleinen Jungen werden uns immer in Erinnerung bleiben. (Tuwa, Barun-Chemtschiksky koschuun. 28.11.25)

Alexander Alexejewitsch Werdesch

Alexander Alexejewitsch, 19 Jahre

Alexander wurde am 15.04.2025 zum Wehrdienst eingezogen, bereits am 05.05.2025 entschied er sich zum Kriegsdienst an der Front und am 28.10.25 war er tot. Er hätte eine Funkrelaisstation der Armee betreut, eher wahrscheinlich ist, dass er an einem Angriffskommando teilgenommen hat. Sonst gibt es wenig über den jungen Mann zu berichten. Seine VKontakte-Seite hat er nicht betreut und von seiner Schule gab es vier Jahre vor seinem Tod einen Preis (T-Shirt & Kappe) im Projekt „Spuren der Sauberkeit“, in dem es darum ging, „ein patriotisches und verantwortungsvolles Bewusstsein für Natur und Umwelt zu fördern“. Alexander Alexejewitsch Werdesch, 22.03.2006 - 28.10.2025, stammte aus der schwindsüchtigen Stadt Iwdel im Norden der Oblast Swerlowsk.

Dmitri Wiktorowitsch Suchorukow

Dmitri Wiktorowitsch, 19 Jahre

Der zurückgebliebene, vom Wehrdienst aus gesundheitlichen Gründen ausgemusterte Dmitri Wiktorowitsch Suchorukow, von seiner Großmutter erzogen, wollte es allen beweisen und meldete sich freiwillig zum Krieg in der Ukraine. Dimitri war 19 Jahre alt und kam aus dem Dorf Babynino in der Oblast Kaluga. Dorthin kam er auch wieder zuück, am 24.12.25 wurde er auf dem dortigen Friedhof begraben. Julia schreibt im Kommentar zum Nachruf: „Wann wird dieser Krieg endlich enden? Wie viele Kinder müssen noch sterben, wie viel Blut muss noch vergossen werden? Wie viele Kinder werden noch ohne Väter und Mütter ohne Kinder zurückbleiben? Mein Beileid gilt den Familien und Freunden.

Vitaly Sergejewitsch Igonin

Vitaly Sergejewitsch, 18 Jahre

Auf VKontake schrieb Vitaly vor ein paar Jahren unter Fotos von randalierenden Jugendlichen: „Ich bin kein Rowdy!“ Polina antwortete: „Wer bist du denn dann, wenn nicht ein Rowdy?“ Keine Ahnung, was aus Vitaly geworden wäre, denn er ist tot. Auch er meldete sich freiwillig zum Kriegsdienst in der Ukraine und hat schnell den Fehler mit seinem Leben bezahlt. Vitaly Sergejewitsch Igonin, 24.05.2007 - 04.10.2025, lebte im Dorf Pjalma in Karelien.

Jegor Alexandrowitsch Terechin

Jegor Alexandrowitsch, 19 Jahre

Kaum war Jegor 18 Jahre alt, meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst an der Front in der Ukraine. Sein Vater war im Herbst 2022 mobilisiert worden und jetzt wollte es sein Sohnemann ihm gleichtun. Knapp einen Monat nach seinem 19. Geburtstag hatte er seine Zukunft in den Sand gesetzt. Jegor Alexandrowitsch Terechin, 19.10.2006 - 14.11.2025, wurde im Dorf Supon in der Oblast Tula groß. „Wofür oder für wen sterben unsere Jungs?“ fragt Alexej und bekam dafür in den Kommentaren ein paar Watschen.

Sergei Nikolajewitsch Sannikow

Sergei Nikolajewitsch, 21 Jahre

Kurz vor seinem 19. Geburtstag unterzeichnete Sergei einen Vertrag mit dem russischen Militär. „Mit dem Traum, Soldat zu werden, meldete er sich voller Eifer freiwillig“, schreibt der Nachruf. Zunächst wurde er als Fahrer in einer Panzer-Kompanie eingesetzt, aber da es an der Front an russischen Panzern mangelt, wurde er bald zum Drohnenpilot umgeschult. So beendete auch eine ukrainische Drohne sein Leben, die Jesus-Ikone auf der Schutzweste nutzte nichts. Sergei Nikolajewitsch Sannikow, 26.05.2004 - 02.12.2025, kam aus dem Dorf Snamenskoje, das zur Stadt Suchoi Log (Oblast Swerdlowsk) gehört.

Michail Sergejewitsch Tsurikow

Michail Sergejewitsch, 20 Jahre

Michail Sergejewitsch Tsurikow, 1. März 2005 - 13.11.2025, wurde im Dorf Egwekinot in Tschukotka geboren. Direkt nach seinem 18. Geburtstag meldete er sich freiwillig zum Krieg in die Ukraine und wurde zum Drohnenpiloten ausgebildet. Aber wie das Foto zeigt, gehörte er auch zu den Sturmtruppen, die auf geländegängigen Mopeds die ukrainischen Stellungen - selbstmörderisch, weil ungeschützt - angreifen. Den Nachruf der Dorfverwaltung findet ihr hier.

Alexander Timurowitsch Gadylgarajew

Alexander Timurowitsch, 18 Jahre

Die Schule Nr. 1 in der Stadt Krasnouralsk (Oblast Swerdlowsk) gedenkt zweier Schüler, die im Krieg gegen die Ukraine getötet wurden. „Sie lernten hier, spielten mit ihren Klassenkameraden und träumten von einer ZukunftEs war eben dieser Schulhof, der zum Ausgangspunkt ihres Weges zum Heldentum wurde“, schreibt die Schulleitung und macht sich somit am Tod ihrer beiden ehemaligen Zöglinge mitschuldig. Einer der beiden - Alexander Timurowitsch Gadylgarajew wurde am 15.04.2007 geboren, konnte ab dem 15.04.2025 einen Militärvertrag abschließen und war laut Erbschaftsregister bereits am 30.06.25 tot. Was für eine pädagogische Leistung!

Jegor Alexejewitsch Schalabin

Jegor Alexejewitsch, 18 Jahre

Jegor Alexejewitsch Schalabin wuchs in der Stadt Tobolsk in der Oblast Tjumen auf. Auch er hat sich freiwillig zum Kriegsdienst in der Ukraine gemeldet und niemand hat ihn aufgehalten. So war er 7,5 Wochen nach seinem 18. Geburtstag tot. Zum Nachruf gab es eine hitzige Debatte, die Sicherungskopie kann mit dem Chrome-Browser bequem ins Deutsche übersetzt werden.

Oleg Sergejewitsch Guzejew

Oleg Sergejewitsch, 18 Jahre

Das ist die kurze Geschichte von Oleg aus dem Dorf Ugra in der Oblast Smolensk. Oleg wurde von seiner Großmutter erzogen. So richtig hat es mit der Erziehung nicht geklappt. Im April 2025 hätte Oleg seinen Wehrdienst ableisten müssen, aber so lange wollte er nicht warten. Kurz nach seinem 18. Geburtstag meldete sich der dumme Kerl freiwillig zum Kriegsdienst. Wann Oleg getötet wurde, verschweigt der Nachruf. Sein letzter (eigener) Eintrag in seinem VKontake-Status ist vom 6.08.25. Am 15.12. fand die Trauerfeier im Dorf statt. Oleg Sergejewitsch Guzejew, geboren am  4. Januar 2007, hat gerade ein halbes Jahr an der Front überlebt.

Artjom Michailowitsch Skardow

Artjom Michailowitsch, 18 Jahre

Ich suche meinen Sohn Artjom Michailowitsch Skardow, geboren am 8. Juni 2006. Er gehörte der Militäreinheit 06705 der 36. Brigade an. Der letzte Kontakt zu ihm fand am 11. Mai 2025 statt. Jede Information wäre hilfreich“, schrieb seine Mutter am 8.06.25 auf VKontakte. Das Erbschaftsregister bescheinigt, da war ihr Sohn bereits tot - gefallen am 7. Mai 2025. Artjom kam aus aus der Siedlung Mogson in Transbaikalien, die durch die Transsibirische Eisenbahn entstanden ist. 

Oleg Alexandrowitsch Kriwitski

Oleg Alexandrowitsch, 18 Jahre

Oleg Alexandrowitsch Kriwitski, 28.11.2006 - 06.02.25, lebte in der städtischen Siedlung Archara in der Oblast Amur im Fernen Osten Russlands. Sein VKontakte-Profil gibt wenig her, weitere Informationen haben wir nicht gefunden. Sein Rufname beim Militär war Samurai. Erst mit 18 Jahren können junge Russen zum Wehrdienst eingezogen werden oder einen Vertrag zum Kriegsdienst unterschreiben. Oleg hat sich freiwillig gemeldet und war zwei Monate und eine Woche nach seinem 18. Geburtstag tot, wie das Erbschaftsregister berichtet.

Alexander Maximowitsch Sablin

Alexander Maximowitsch, 18 Jahre

Alexander, der da genüsslich einen Hamburger verspeisen möchte, war damals 10 Jahre alt. Weitere Informationen über den Jungen haben wir nicht gefunden. Am 22.01.24 wird auf Odnoklassniki gemeldet: Alexander Maximowitsch Sablin, Rufzeichen: Jastreb (Falke), Militäreinheit 58158, 1. Panzerbataillon, 2. Zug, Sturm 3. Kompanie, Kennung MT-809 849. Letzter Kontakt 24.11.2023. Das Nachlassregister bestätigt jetzt, Alexander wurde am 2. Dezember 2023 getötet. Er war etwas mehr als zwei Monate volljährig. Alexander, 20.09.2005 - 02.12.2023, wuchs in der Region Orjol auf.

Anton Alexandrowitsch Romanow

Anton Alexandrowitsch, 19 Jahre

Ich würde für ein Mädchen töten, für meine Brüder kämpfen, für meine Mutter alles geben“, schrieb der damals 15-jährige und verliebte Anton in seinen VKontakte-Status. Später hat ihn VKontakte nicht mehr interessiert. Die Berufsschule verpasste ihm eine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker und eine militärische Weiterbildung oben drauf. Ohne Wehrdienst unterschrieb Anton im August 2024 einen Zeitvertrag mit dem Militär. So kam es, dass Anton nicht für Mädchen töten wollte, auch nicht für Brüder oder Mutter, sondern für einen greisen Imperator im Moskauer Kreml und dabei selbst getötet wurde. Anton Alexandrowitsch Romanow (02.03.2006 - 25.10.2025) wuchs im großen Dorf Chorinsk in Burjatien auf.

Wladislaw Ruslanowitsch Jaschin

Wladislaw Ruslanowitsch, 21 Jahre

Den Fotos auf seiner VKontake-Seite nach zu urteilen, ist Wladislaw ohne irgend einen Zweifel in den Krieg gezogen. Auch er gehörte zu den Selbstmord-Kommandos, die auf Motocross-Mopeds versuchten, mit Tempo die ukrainischen Linien zu durchbrechen. Doch das ging ohne Zweifel am 22.09.24 schief. Mehr als ein Jahr später, am 23.11.25, wurden seine spärlichen Überreste in den karelischen Wäldern bestattet. Wladislaw Ruslanowitsch Jaschin (04.12.02 - 22.09.24) stammte aus der Kleinstadt Olonez in Karelien.

Bogdan Andrejewitsch Jewdokow

Bogdan Andrejewitsch, 20 Jahre

Bogdan Andrejewitsch Jewdokow wurde am 19. Juni 2004 in Balakowo, Oblast Saratow, geboren. Er absolvierte dort die Berufsschule Nr. 38 mit dem Schwerpunkt Bergsteigen. Bogdan wurde am 15. Februar 2025 bei einem Spezialeinsatz im Rahmen einer militärischen Sonderoperation getötet. Das Foto von ihm stammt vom Dezember 2015, danach hat er seinen VKontakte-Status nicht weiter gepflegt. Ein aktuelles Selfie gibt es noch von ihm.

Sewastyan Michailowitsch Basanow

Sewastjan Michailowitsch, 20 Jahre

Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass unser geliebter Sohn, Bruder und Enkel, Sewastjan Michailowitsch Basanow, geboren am 7. Juni 2005, bei Kampfhandlungen im Nordosten Militärbezirk gefallen ist“, geben Sewastjans Eltern am 20.11.25 bekannt. Sewa aus Krasnufimsk, Oblast Swerdlowsk, hatte seinen Wehrdienst abgeleistet und sich zum Kriegsdienst entschieden. Anfang 2025 feierte er zuhause sein letztes Weihnachtsfest.

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