31.03.2026 -- 199.201// Zuwachs zum 28.02.2026: 8.227

Alexej Jurjewitsch, 19 Jahre
Wieder eine Waisengeschichte: Alexej hatte wohl wenige Freunde, auf seinen Fotos wirkt er nachdenklich und vereinsamt, meist fotgrafierte er ältere Autos. Er hatte seine Eltern verloren und wurde von der Tante aufgezogen. Nach der 9. Klasse absolvierte er eine Ausbildung zum Computerbediener. Sein Ende kam schnell: Anfang 2025 meldete er sich ohne Wehrdiensterfahrung freiwillig an die Front, im April war er tot. Alexej Jurjewitsch Polosow, 02.04.2006 - 04.04.2025, lebte im Dorf Maksaticha in der Oblast Twer.

Juri Tschernow , 18 Jahre
Das sind Mama Tatjana und Sohn Juri Ende Januar 2025. Beide lebten in Petrosawodsk, der Hauptstadt Kareliens. Kurz gesagt - Juri war ein Idiot und Mama hat ihn nicht davon abgehalten, idiotische Dinge zu tun. Juri Tschernow wurde am 25.03.2025 achtzehn Jahre alt und am 12.04.25 stand er schon in einer Kaserne in Kampfuniform. Am 31.10. prozte er noch auf einem verbrannten russischen Panzer: „Lasst uns den Durchbruch schaffen.“ Danach war Juri Geschichte.

Wladimir Leonidowitsch, 18 Jahre
Wladimir Leonidowitsch Gribkow, geboren am 6. Juli 2006, wuchs im Dorf Uwat in der Oblast Tjumen auf. Nach der Schule wollte er eine Ausbildung zum Koch und Konditor absolvieren. Aber stattdessen ging er ganz ohne militärische Vorkenntnisse freiwillig an die Front. Am 6.12.24 unterzeichnete er den Vertrag, am 3. März 25 war sein Leben vorbei. Ein aktuelleres Foto haben wir nicht gefunden, es stammt vom 29.09.2017.

Keschik Alasch-oolowitsch, 22 Jahre
Unser geliebter Mann, der älteste Sohn seiner Mutter, der geliebte, bescheidene, großzügige, tapfere, stets lächelnde, mutige und zukunftsorientierte Schwiegersohn. Er war ein verspielter, lustiger und vertrauenswürdiger Freund seiner Klassenkameraden und Freunde. Der geliebte Vater seiner einzigen Tochter, Keschik Alasch-oolowitsch Chertek (genannt Maestro), wurde am 20.03.2003 geboren. Er schloss 2020 die Mittelschule Nr. 2 in Ak-Dowurach ab. Seit September 2024 nahm er an einer besonderen Militäroperation für das Vaterland und die Zukunft seines Volkes teil. Am 15.11.2025 fiel er im Kampf. Das Lächeln und das Lachen unseres kleinen Jungen werden uns immer in Erinnerung bleiben. (Tuwa, Barun-Chemtschiksky koschuun. 28.11.25)

Alexander Alexejewitsch, 19 Jahre
Alexander wurde am 15.04.2025 zum Wehrdienst eingezogen, bereits am 05.05.2025 entschied er sich zum Kriegsdienst an der Front und am 28.10.25 war er tot. Er hätte eine Funkrelaisstation der Armee betreut, eher wahrscheinlich ist, dass er an einem Angriffskommando teilgenommen hat. Sonst gibt es wenig über den jungen Mann zu berichten. Seine VKontakte-Seite hat er nicht betreut und von seiner Schule gab es vier Jahre vor seinem Tod einen Preis (T-Shirt & Kappe) im Projekt „Spuren der Sauberkeit“, in dem es darum ging, „ein patriotisches und verantwortungsvolles Bewusstsein für Natur und Umwelt zu fördern“. Alexander Alexejewitsch Werdesch, 22.03.2006 - 28.10.2025, stammte aus der schwindsüchtigen Stadt Iwdel im Norden der Oblast Swerlowsk.

Dmitri Wiktorowitsch, 19 Jahre
Der zurückgebliebene, vom Wehrdienst aus gesundheitlichen Gründen ausgemusterte Dmitri Wiktorowitsch Suchorukow, von seiner Großmutter erzogen, wollte es allen beweisen und meldete sich freiwillig zum Krieg in der Ukraine. Dimitri war 19 Jahre alt und kam aus dem Dorf Babynino in der Oblast Kaluga. Dorthin kam er auch wieder zuück, am 24.12.25 wurde er auf dem dortigen Friedhof begraben. Julia schreibt im Kommentar zum Nachruf: „Wann wird dieser Krieg endlich enden? Wie viele Kinder müssen noch sterben, wie viel Blut muss noch vergossen werden? Wie viele Kinder werden noch ohne Väter und Mütter ohne Kinder zurückbleiben? Mein Beileid gilt den Familien und Freunden.“

Vitaly Sergejewitsch, 18 Jahre
Auf VKontake schrieb Vitaly vor ein paar Jahren unter Fotos von randalierenden Jugendlichen: „Ich bin kein Rowdy!“ Polina antwortete: „Wer bist du denn dann, wenn nicht ein Rowdy?“ Keine Ahnung, was aus Vitaly geworden wäre, denn er ist tot. Auch er meldete sich freiwillig zum Kriegsdienst in der Ukraine und hat schnell den Fehler mit seinem Leben bezahlt. Vitaly Sergejewitsch Igonin, 24.05.2007 - 04.10.2025, lebte im Dorf Pjalma in Karelien.

Jegor Alexandrowitsch, 19 Jahre
Kaum war Jegor 18 Jahre alt, meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst an der Front in der Ukraine. Sein Vater war im Herbst 2022 mobilisiert worden und jetzt wollte es sein Sohnemann ihm gleichtun. Knapp einen Monat nach seinem 19. Geburtstag hatte er seine Zukunft in den Sand gesetzt. Jegor Alexandrowitsch Terechin, 19.10.2006 - 14.11.2025, wurde im Dorf Supon in der Oblast Tula groß. „Wofür oder für wen sterben unsere Jungs?“ fragt Alexej und bekam dafür in den Kommentaren ein paar Watschen.
Sergei Nikolajewitsch, 21 Jahre
Kurz vor seinem 19. Geburtstag unterzeichnete Sergei einen Vertrag mit dem russischen Militär. „Mit dem Traum, Soldat zu werden, meldete er sich voller Eifer freiwillig“, schreibt der Nachruf. Zunächst wurde er als Fahrer in einer Panzer-Kompanie eingesetzt, aber da es an der Front an russischen Panzern mangelt, wurde er bald zum Drohnenpilot umgeschult. So beendete auch eine ukrainische Drohne sein Leben, die Jesus-Ikone auf der Schutzweste nutzte nichts. Sergei Nikolajewitsch Sannikow, 26.05.2004 - 02.12.2025, kam aus dem Dorf Snamenskoje, das zur Stadt Suchoi Log (Oblast Swerdlowsk) gehört.
Michail Sergejewitsch, 20 Jahre
Michail Sergejewitsch Tsurikow, 1. März 2005 - 13.11.2025, wurde im Dorf Egwekinot in Tschukotka geboren. Direkt nach seinem 18. Geburtstag meldete er sich freiwillig zum Krieg in die Ukraine und wurde zum Drohnenpiloten ausgebildet. Aber wie das Foto zeigt, gehörte er auch zu den Sturmtruppen, die auf geländegängigen Mopeds die ukrainischen Stellungen - selbstmörderisch, weil ungeschützt - angreifen. Den Nachruf der Dorfverwaltung findet ihr hier.

Alexander Timurowitsch, 18 Jahre
Die Schule Nr. 1 in der Stadt Krasnouralsk (Oblast Swerdlowsk) gedenkt zweier Schüler, die im Krieg gegen die Ukraine getötet wurden. „Sie lernten hier, spielten mit ihren Klassenkameraden und träumten von einer Zukunft. Es war eben dieser Schulhof, der zum Ausgangspunkt ihres Weges zum Heldentum wurde“, schreibt die Schulleitung und macht sich somit am Tod ihrer beiden ehemaligen Zöglinge mitschuldig. Einer der beiden - Alexander Timurowitsch Gadylgarajew wurde am 15.04.2007 geboren, konnte ab dem 15.04.2025 einen Militärvertrag abschließen und war laut Erbschaftsregister bereits am 30.06.25 tot. Was für eine pädagogische Leistung!

Jegor Alexejewitsch, 18 Jahre
Jegor Alexejewitsch Schalabin wuchs in der Stadt Tobolsk in der Oblast Tjumen auf. Auch er hat sich freiwillig zum Kriegsdienst in der Ukraine gemeldet und niemand hat ihn aufgehalten. So war er 7,5 Wochen nach seinem 18. Geburtstag tot. Zum Nachruf gab es eine hitzige Debatte, die Sicherungskopie kann mit dem Chrome-Browser bequem ins Deutsche übersetzt werden.

Oleg Sergejewitsch, 18 Jahre
Das ist die kurze Geschichte von Oleg aus dem Dorf Ugra in der Oblast Smolensk. Oleg wurde von seiner Großmutter erzogen. So richtig hat es mit der Erziehung nicht geklappt. Im April 2025 hätte Oleg seinen Wehrdienst ableisten müssen, aber so lange wollte er nicht warten. Kurz nach seinem 18. Geburtstag meldete sich der dumme Kerl freiwillig zum Kriegsdienst. Wann Oleg getötet wurde, verschweigt der Nachruf. Sein letzter (eigener) Eintrag in seinem VKontake-Status ist vom 6.08.25. Am 15.12. fand die Trauerfeier im Dorf statt. Oleg Sergejewitsch Guzejew, geboren am 4. Januar 2007, hat gerade ein halbes Jahr an der Front überlebt.

Artjom Michailowitsch, 18 Jahre
„Ich suche meinen Sohn Artjom Michailowitsch Skardow, geboren am 8. Juni 2006. Er gehörte der Militäreinheit 06705 der 36. Brigade an. Der letzte Kontakt zu ihm fand am 11. Mai 2025 statt. Jede Information wäre hilfreich“, schrieb seine Mutter am 8.06.25 auf VKontakte. Das Erbschaftsregister bescheinigt, da war ihr Sohn bereits tot - gefallen am 7. Mai 2025. Artjom kam aus aus der Siedlung Mogson in Transbaikalien, die durch die Transsibirische Eisenbahn entstanden ist.

Oleg Alexandrowitsch, 18 Jahre
Oleg Alexandrowitsch Kriwitski, 28.11.2006 - 06.02.25, lebte in der städtischen Siedlung Archara in der Oblast Amur im Fernen Osten Russlands. Sein VKontakte-Profil gibt wenig her, weitere Informationen haben wir nicht gefunden. Sein Rufname beim Militär war Samurai. Erst mit 18 Jahren können junge Russen zum Wehrdienst eingezogen werden oder einen Vertrag zum Kriegsdienst unterschreiben. Oleg hat sich freiwillig gemeldet und war zwei Monate und eine Woche nach seinem 18. Geburtstag tot, wie das Erbschaftsregister berichtet.

Alexander Maximowitsch, 18 Jahre
Alexander, der da genüsslich einen Hamburger verspeisen möchte, war damals 10 Jahre alt. Weitere Informationen über den Jungen haben wir nicht gefunden. Am 22.01.24 wird auf Odnoklassniki gemeldet: Alexander Maximowitsch Sablin, Rufzeichen: Jastreb (Falke), Militäreinheit 58158, 1. Panzerbataillon, 2. Zug, Sturm 3. Kompanie, Kennung MT-809 849. Letzter Kontakt 24.11.2023. Das Nachlassregister bestätigt jetzt, Alexander wurde am 2. Dezember 2023 getötet. Er war etwas mehr als zwei Monate volljährig. Alexander, 20.09.2005 - 02.12.2023, wuchs in der Region Orjol auf.

Anton Alexandrowitsch, 19 Jahre
„Ich würde für ein Mädchen töten, für meine Brüder kämpfen, für meine Mutter alles geben“, schrieb der damals 15-jährige und verliebte Anton in seinen VKontakte-Status. Später hat ihn VKontakte nicht mehr interessiert. Die Berufsschule verpasste ihm eine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker und eine militärische Weiterbildung oben drauf. Ohne Wehrdienst unterschrieb Anton im August 2024 einen Zeitvertrag mit dem Militär. So kam es, dass Anton nicht für Mädchen töten wollte, auch nicht für Brüder oder Mutter, sondern für einen greisen Imperator im Moskauer Kreml und dabei selbst getötet wurde. Anton Alexandrowitsch Romanow (02.03.2006 - 25.10.2025) wuchs im großen Dorf Chorinsk in Burjatien auf.
Wladislaw Ruslanowitsch, 21 Jahre
Den Fotos auf seiner VKontake-Seite nach zu urteilen, ist Wladislaw ohne irgend einen Zweifel in den Krieg gezogen. Auch er gehörte zu den Selbstmord-Kommandos, die auf Motocross-Mopeds versuchten, mit Tempo die ukrainischen Linien zu durchbrechen. Doch das ging ohne Zweifel am 22.09.24 schief. Mehr als ein Jahr später, am 23.11.25, wurden seine spärlichen Überreste in den karelischen Wäldern bestattet. Wladislaw Ruslanowitsch Jaschin (04.12.02 - 22.09.24) stammte aus der Kleinstadt Olonez in Karelien.

Bogdan Andrejewitsch, 20 Jahre
Bogdan Andrejewitsch Jewdokow wurde am 19. Juni 2004 in Balakowo, Oblast Saratow, geboren. Er absolvierte dort die Berufsschule Nr. 38 mit dem Schwerpunkt Bergsteigen. Bogdan wurde am 15. Februar 2025 bei einem Spezialeinsatz im Rahmen einer militärischen Sonderoperation getötet. Das Foto von ihm stammt vom Dezember 2015, danach hat er seinen VKontakte-Status nicht weiter gepflegt. Ein aktuelles Selfie gibt es noch von ihm.

Sewastjan Michailowitsch, 20 Jahre
„Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass unser geliebter Sohn, Bruder und Enkel, Sewastjan Michailowitsch Basanow, geboren am 7. Juni 2005, bei Kampfhandlungen im Nordosten Militärbezirk gefallen ist“, geben Sewastjans Eltern am 20.11.25 bekannt. Sewa aus Krasnufimsk, Oblast Swerdlowsk, hatte seinen Wehrdienst abgeleistet und sich zum Kriegsdienst entschieden. Anfang 2025 feierte er zuhause sein letztes Weihnachtsfest.

Valery Konstantinowitsch Gruntmann lebte in Borowitschi in der Oblast Nowgorod. Höchstwahrscheinlich stammt er aus einer russlanddeutschen Familie, denn er wurde in Kasachstan geboren. Viele Russlanddeutsche wurden in der Zeit des 2. Weltkrieges nach Kasachstan deportiert. Valery hatte Bauingenieur studiert und arbeitete in diesem Gewerbe. Er war lediglich als Einzelunternehmer registriert. Zudem wäre er Altarpriester in der örtlichen Allerheiligenkirche gewesen, was immer das auch sein mag. Auch Valery wollte kurz vor der Rente seinen Kontostand aufbessern und meldete sich freiwillig. Seine Firma wurde 13. April 2026 liquidiert.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Timofej Timofejewitsch Iwanow (Rufname „TT“), 45 Jahre alt
Nachricht vom 01.03.2026 des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha (Jakutien)“
Anton Jurjewitsch Dmitriew, 39 Jahre alt
Nachricht vom 28.02.2026 des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha (Jakutien)“
Überall in Russland wird Werbung für den Vertragsdienst beim russischen Militär geschaltet, denn Russland benötigt jeden Monat mehr als 30.000 frische Soldaten, um die Verluste an Verletzten und getöteten Soldaten an der Front in der Ukraine wieder wett zu machen. Die in den Anzeigen ausgelobten Beträge sind häufig reine Fiktion, sie entsprechen nicht den Vertragsbedingungen. Die hohen Summen bei Vertragsunterzeichnung gibt es nur in wenigen Regionen, der angegebene monatliche Verdienst wird nur dann bezahlt, wenn man an vorderster Front bei den Sturmtruppen aktiv ist. Ist der Soldat verletzt und befindet sich in Behandlung wird nur ein Bruchteil bezahlt. Zudem stellt die Armee nur eine bescheidene Ausrüstung, Schutzwesten, Brillen, Handschuhe usw müssen die Soldaten selbst bezahlen. Auch die Kommandeure verlangen einen großen Obolus für die Regimentskasse, weil sonst der Nachschub nicht gewährleistet wird.
Aktuell ist eine Anzeige aufgetaucht, die 17,5 Millionen Rubel für eine Vertragsunterzeichnung verspricht. 17,5 Millionen Rubel sind umgerechnet knapp 200.000 €, kaufkraftbereinigt sogar noch deutlich mehr. Bei solchen Summen kann man schon mal schwach werden und das Risiko eines Vertragsdienstes auf sich nehmen. Bei einem genaueren Blick auf die Details erfährt der Soldat, dass die vielen Rubel nur dann rollen, wenn er -vertragsgemäß- tot von der Front nach Hause kommt. Ein kriegsunterstützender Telegram-Kanal schreibt zur Anzeige: „In der Werbung wird der jährliche Verdienst zusammen mit der Sterbegeldversicherung angegeben. Könnte jemand Verantwortlicher diesen Werbetreibenden endlich eine Abfuhr erteilen?“
Innokentij Konstantinowitsch Rojew (Rufzeichen „Max“), 41 Jahre
Status: Gefallen
Geburtsdatum: 11.04.1984
Todesdatum: 08.08.2025
Geburtsort: Dorf Neryuktayinsk-1, Ulus Olekminsky
Sterbeort: Unbekannt
Dienstart: Zeitdienst seit Sommer 2025
Kinder (Anzahl): 3
Zivilberuf: Förster
Wohnte in: Pokrowsk, Hangalasski Ulus
Originalnachricht des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha“
Den Medien in Russland ist es verboten, über die Resultate ukrainischer Drohnenangriffe zu berichten. Es werden deshalb ausschließlich Erfolgsmeldungen veröffentlicht - wie zum Beispiel „42 Drohnen abgeschossen“. In der Nacht vom 3. auf 4. April 2026 gab es einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Chemiewerk in der Stadt Toljatti in der Region Samara. Um etwas über die Stimmung unter der Bevölkerung zu erfahren, lohnt es sich, die Kommentare zu den Presseberichten zu lesen:
Das russische Militär braucht dringend frische Zeitsoldaten, um die Verluste an der Front in der Ukraine auszugleichen. Für technikaffine junge Leute gibt es deshalb die Möglichkeit, als Drohnenpilot ausgebildet zu werden. Bisher wurden hauptsächlich junge Studenten, die über 18 Jahre alt waren, an den Hochschulen und Fachschulen gezielt angesprochen. In Wolgograd machen jetzt bereits einige Schulen Werbung zum Vertragsdienst als Drohnenpilot.
Spätestens mit 16 Jahren endet in Russland die Schulzeit, so auch in den beiden Sekundarschulen Nr. 57 und 83. in Wolgograd. Und doch fand sich auf den VKontakte-Seiten der beiden Schulen am 13. Februar 2026 eine Werbeanzeige für den Vertragsdienst in der russischen Armee, speziell als Drohnenpilot. Die Schule Nr. 57 hat die Anzeige inzwischen entfernt, auf den Seiten der Schule Nr. 83 ist die Anzeige immer noch zu finden.
Die Werbeanzeige der Schule Nr. 57, die Anzeige der Schule Nr. 83.
Kirill Dmitrijew ist der eigentliche Außenminister Russlands. Kirill wurde im Jahr 1975 in Kiew in der Ukraine geboren und war einer der ersten sowjetischen Austauschschüler in den USA. Dort erhielt er einen Universitätsabschluss und arbeitete anschließend als Investmentbanker in den USA und Europa. Im Jahr 2000 ging er zurück nach Russland und verwaltete große russische und ukrainische Vermögen. Aktuell ist er Wladimir Putins persönlicher Gesandter bei den Verhandlungen mit der Ukraine. Gute Ratschläge gibt er bei Twitter (X) gerne gratis. So schreibt er angesichts der Verwerfungen durch den US-amerikanischen Krieg gegen den Iran:
„Die EU warnt 15 JAHRE ZU SPÄT: Sie ist nicht auf einen „lang anhaltenden Energieschock“ vorbereitet. Die EU hat es versäumt, die Energieströme zu diversifizieren; sie ließ sich von russophober, grüner und woker Ideologie leiten. Immer noch nur Warnungen, keine wirklichen Lösungen. Nur Ideen: Preiserhöhungen an der Zapfsäule auf eine pro Tag begrenzen und Energieverbrauch senken.“
Kirill irrt wie meist, denn jene angeblich russophobe, grüne und woke Ideologie hat dazu geführt, dass Deutschland sich in Sachen Gas und Erdöl komplett von Russland unabhängig gemacht hat und nicht mehr erpressbar ist. Und zudem - je mehr grüne Energie in Deutschland selbst hergestellt wird, um so weniger sind wir von den aktuellen und zukünftigen Verwerfungen auf dem internationalen Energiemarkt abhängig.
Das russische Militär benötigt ständig neue Zeitsoldaten, um die großen Verluste an der Front zu ersetzen. Der Gouverneur der Region Rjasan, Pawel Malkow (Foto), verpflichtet jetzt Firmen, eine gewisse Quote ihrer Mitarbeiter an die Front abzustellen.
Der entsprechende Erlass sieht vor, dass Unternehmen mit einer Belegschaft von 150 bis 300 Mitarbeitern zwei Zeitsoldaten abstellen müssen, Firmen mit einer Belegschaft von 300 bis 500 Mitarbeitern müssen drei und Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen fünf Vertragssoldaten stellen.
Rechtliche Grundlage ist ein Erlass des russischen Präsidenten aus dem Jahr 2022, die den Leitern der Regionen die Befugniss erteilt, „Maßnahmen zur Deckung des Bedarfs“ der russischen Streitkräfte umzusetzen.
Meldung des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha“