Wladimir Peterimow

Militärpflicht mit Ehre erfüllt

Das sind die Beileidsworte der Verwaltung von Kamyschin, einer Großstadt am Wolgograder Stausee. Sie galten ihrem Bürger Wladimir Peterimow, einem jungen Mann mit gerade mal 20 Jahren, der im Krieg gegen die Ukraine sein Leben gelassen hat und Mitte Dezember 23 begraben wurde.
"Er hatte keine Zeit, einen Beruf zu erlernen oder sonst etwas. Wir hatten gerade Zeit im Mai dieses Jahres zu heiraten, und das war's - er ging weg", sagte Olga, sein Frau. "Ursprünglich wollte er zum Wehrdienst gehen, aber er hatte bereits einen Militärvertrag unterschrieben. Wir haben ihn heute beerdigt ... Er war erst 20 Jahre alt, an Kinder hatten wir noch gar nicht gedacht."

Ayrat Rakhmatullin und Abat Duskenov

Dein Heimatland wieder glücklich machen

Du bist nicht gestorben. Du bist dem Regiment der Unsterblichen beigetreten.
Dort gibt es Freunde, Helden des neuen Entwurfs.
Während du hier warst, hast du alles getan, was du konntest,
um dein Heimatland wieder glücklich zu machen.
Gedicht für zwei  Absolventen einer Hauptschule in Saratow, die im Krieg gegen die Ukraine getötet wurden und für die zwei Plaketten an der Schulwand angebracht wurden.

Jury Moschkin

Jurys einsamer Abschied

Im Dorf Bajewo in der Region Altai steht in ärmlicher Umgebung einsam ein Zinksarg im Schneematsch. Es ist ein großes Dorf mit knapp 5.000 Einwohnern, aber nur wenige wollen sich verabschieden. Im Sarg liegen die Überreste von Jury Moschkin, der sich mit 44 Jahren auch im Krieg gegen die Ukraine versuchte. Am 24.10.23 schloss er einen Militärvertrag, musste dann den weiten Weg vom Altai in den Donbass antreten, um am 29.10.23 dort getötet zu werden. Einst gab es mal eine große Familie Moschkin im Dorf, doch viele sind weg - genau so wie jetzt Jury.
Die Trauergemeinde

Sergej Sergejewitsch Andrejew

Wunsch seines Herzens

Am Baikalsee liegt die städtische Siedlung Ust-Bargusin. Dort wurde Sergej Sergejewitsch Andrejew 1971 geboren, der für Russland in den Ukrainekrieg gezogen ist. Auf Wunsch seines Herzens hätte er sich vertraglich bei der Armee verpflichtet, formuliert sein Nachruf. Denn am 18.10.23 ist auch er an der Front gefallen. Doch der eigentliche Wunsch seines Herzens war wohl eher seine Freiheit. Denn Sergej kämpfte in den Sturm-Z-Einheiten der Insassen russischer Gefängnisse.

Wadim Sergejewitsch Zaikow

Jung sterben

Der junge Mann auf dem Foto heißt Wadim Sergejewitsch Zaikow, kommt aus der Region Altai und wurde im September 2004 geboren. Nach der Schule wollte er eine Ausbildung an einer Schule für für Kynologie und Unternehmertum beginnen. Wobei Kynologie so etwas wie Hundewissenschaft ist. Das Lernen hat er dann abgebrochen, leistete seinen Wehrdienst und blieb dann gleich ganz beim Militär. Im Krieg gegen die Ukraine werden junge technikaffine Männer gebraucht, um mit Drohnen aufzuklären und zu töten. Wadim gehörte dazu. Am 29. November 23 wurde er selbst mit gerade 19 Jahren getötet.

Wir brauchen keinen Krieg

Der Sprecher im Video ist Jan Sementsow aus Samara. „Ich werde auf dieser Reise kein weiteres Video machen können“, sagt er und hatte recht. Am 01.12.23 nahm er dieses Video auf, am 12.12.23 wurde er an der Front getötet. Seine Freunde forderte er auf, sich nicht von Kriegsromantik mitreißen zu lassen. „Ich sage euch, wir brauchen keinen Krieg … Wir brauchen keinen Krieg, wir leben in Russland“.

Erdni Ostapowitsch Badmakhalgaew

Sein Leben für uns alle gegeben

Der Mann auf dem Foto ist Erdni Ostapowitsch Badmakhalgaew. Er wurde am 12.03.1995 geboren und kommt aus dem kleinen Dorf Voskhod in Kalmückien. Er wurde am 11.10.23 im Krieg gegen die Ukraine getötet und ist damit der 100. Kalmücke in unserer Datenbank. Von allen buddhistischen Regionen Russlands hat Kalmückien die geringste Todesrate, aber auch dort steigen die Verluste steil an. Laut den Nachrufen hätte er sich als Patriot freiwillig gemeldet, hätte er sein Leben für die russischen Menschen gegeben. Wahrscheinlich hat Erdni nur der hohe Verdienst gelockt.

Diana Wagner

Diana Wagner

Aus aktuellem Anlass - heute (14.02.23) wurde Diana Wagner in Kiew zu Grabe getragen. Die junge Deutsche war als kämpfende Sanitäterin auf ukrainischer Seite im Einsatz. Am 30. Januar 24 wurde sie durch Granatsplitter tödlich verletzt.
Foto: Twitter

Ibrahim Isakovich Isakow

Einen Baum pflanzen

Dagestan: Ein Junge pflanzt zum Gedenken an seinen im Krieg gegen die Ukraine getöteten Vater einen Baum.
Inschrift:
Ibrahim Isakovich Isakow,
gebürtig aus dem Dorf Almalo,
11. Mai 1973 -18. 10. 2023.

Aleksander Rud

Kameraden gesucht

Guten Tag, ich suche die Kameraden meines Vaters.
Vater: Rud Alexander Wladimirowitsch. Er reiste auf eigenen Wunsch als Teil der Gruppe Wagner in den nördlichen Militärbezirk.
11.07.22 einen Vertrag unterzeichnet.
15.07.22. Das letzte Mal habe ich Kontakt aufgenommen.
20.07.22 in der Nähe von Bakhmut gestorben.
Damals übernahmen sie das Wärmekraftwerk Ugledarskaya. Wenn jemand etwas weiß, bitte schreiben! Das ist unsere Erinnerung!
Suchauftrag in einem Forum der Wagner-Angehörigen.

Artjom Andrejewitsch Wlassow

Bakhmut war sein Schicksal

Es gibt Geschichten, die sind kaum zu glauben. Eine solche erzählt uns ein regionales Museum der Region Belgorod. Sie handelt von Artjom Andrejewitsch Wlassow, einem 28-jährigen Automechaniker. Artjom hatte Ende Dezember 2022 sich vertraglich bei der Gruppe Wagner verpflichtet, kämpfte bei Bakhmut  und bekam die Medaille "Teilnehmer Fleischwolf von Bakhmut". Diesen hat er überlebt, wenn auch verletzt.  Danach wurde Wagner Geschichte und Artjom wieder gesund. Im September 23 zog es ihn wieder in den Krieg - diesmal mit dem tschetschenischen Akhmat-Bataillon. Ende Oktober hatte der Kampf ein Ende, Artjom wurde getötet - in der Nähe von Bakhmut.

Andrei Prochorow

Rentner des Innenministeriums

Andrei Prochorow, der ehemalige Leiter der Bezirkspolizei in Nabereschnyje Tschelny, ist verstorben. Er starb während eines Kampfeinsatzes in einer Sondereinsatzzone. Sein Tod wurde am Vortag bekannt. Prochorow hat sich kürzlich als Rentner des Innenministeriums freiwillig an die Front gemeldet.
In letzter Zeit geriet die Familie in finanzielle Schwierigkeiten, da die Höhe der Rente nicht so hoch ist. Er hinterlässt seine Frau und drei Töchter.
Originaltext, Nabereschnyje Tschelny ist eine Großstadt mit 500.000 Einwohnern in der russischen Teilrepublik Tatarstan.

Alexander Fidailjewitsch Nosow

Herr Lustig

Herr Lustig war der Kampfname von Alexander Fidailjewitsch Nosow. Der junge Mann, geboren 1994, war in einem Waisenhaus in Tatarstan aufgewachsen. Und wie bei vielen anderen russischen Waisen war sein Weg vorgegeben - direkt zum Militär. Die Armee war wohl alles für den jungen Mann, er hatte keine Familie, keine Frau, keine Kinder. So landete auch er im Krieg gegen die Ukraine und versuchte wohl dort seine Kamaraden aufzuheitern - daher sein Alias. Am 24. Oktober 23 wurde sein Leben beendet.

Andrej Tarasewitsch

Abschaum!

Die beiden auf dem Foto heißen Aljontschik Devil und Andrej Tarasewitsch, kommen aus St. Petersburg, sind miteinander verheiratet und haben eine Tochter. Andrej ist im Ukrainekrieg gefallen, wir kennen keine Einzelheiten. Es gibt Streit um das Sarggeld, Aljontschik ist entsprechend böse. Sie schreibt öffentlich an ein Elternteil von Andrej:
Vom Tod deines Sohnes zu profitieren (das ist stark) Ich werde dir nie verzeihen, Abschaum!!! Du, du warst es, der mich meiner geliebten  Person beraubt hat. Der Sohn starb, und ihr seid wie Schakale hinter dem Geld hergelaufen. Ich wünsche euch, dass ihr in der Hölle verrottet, ihr Bastarde!!!

Samara Wagner Friedhof

Panzersperren

Im Mai 23 haben wir zum ersten Mal über den Wagner-Friedhof im kleinen Vorort Nikolaevka von Samara berichtet. Ungefähr 280 Gräber von getöteten Wagner-Söldnern wurden dort angelegt. Jetzt wurde aufgeräumt und die bunt geschmückten Gräber abgeräumt. An ihrer Stelle sind kleine Pyramiden mit den Namen der gefallenen Söldnern getreten. Sie haben die übliche Form der Panzersperren.

Tatjana Tumarowa

Beraterin 51

Die Dame mit den aufgemalten Wimpern auf dem Foto ist Tatjana Tumarowa. Tatjana ist Beraterin 51, wobei die 51 für die Region Murmask steht. Sie interagiert mit jungen Menschen, Schülerinnen und Schülern aus Murmansk und Umgebung, etwa so wie auf dem Foto. So beschreibt sie ihr Tätigkeitsgebiet:
Interaktion mit der Öffentlichkeit und dem Gemeindekoordinator des Bezirks Pervomaisky, der Stadt Murmansk, um die patriotische Erziehung zu entwickeln. Pläne, Ideen und deren Umsetzung!

Dana Gordeewa

Heirat am 27.04.21

In Russland müssen im Zuge der allgemeinen Militarisierung auch junge Frauen in der Schule das Marschieren lernen - so lächerlich das auch aussehen mag. Die blonde junge Frau ganz vorne rechts auf dem Foto vom letzten Sommer heißt Dana Gordeewa. Ihr genaues Alter ist uns unbekannt, sie kommt aus der geschlossenen Stadt Schelesnogorsk in der Region Krasnojarsk. Dana war mit Konstantin Gordeew verheiratet, der mit 21 Jahren auch nicht gerade alt war. Doch das ist Vergangenheit, Konstantin marschiert nicht mehr, er wurde im Ukrainekrieg getötet. Dana ist jetzt eine sehr junge Witwe.

Ilja Krasnoperow

Den heldenhaften Tod gefunden

Er war ein unruhiger Geist, stammte eigentlich aus Mednogorsk, einer Kleinstadt in der Region Orenburg. Ilja Krasnoperow war nach seinem Schulabschluss ständig unterwegs. Halt machte er mal in Perm, mal in St. Petersburg, er war mit seinen 22 Jahren Reisender für die russischen Nationalbolschewiken "Das andere Russland" von Eduard Limonow. Er mochte den Krieg, aber nicht die Armee. Also schloss er sich der Hispaniola-Einheit der Fußball-Hooligans an - Rufname "Bleich". Den Tod hat er gesucht, am 06.12.23 hat er ihn gefunden.
Also sagt die Partei: "Bleichs Tod ist nicht umsonst, er ist ein kleiner Baustein im großen Komplex des kommenden gemeinsamen Sieges."

Danila Turaschow

Und der Igel ist zuhause

Eigentlich ist über Danila Turaschow nur wenig bekannt. Gerade 20 Jahre alt landete er im Sondereinsatzkommando Sturm 12. Ob diese Einheit identisch ist mit den Sturm-Z Kommandos, rekrutiert aus den Haftanstalten, ließ sich mit vernüftigem Zeitaufwand nicht klären. Danila kommt vermutlich aus Pawlowski Possad, einer Stadt 70 km von Moskau entfernt. Seine Mutter wohnt dort.  Sein Talisman war jener Igel, der ihn wohl schon seit der Kindheit begleitete und der auf dem Foto mit ihm im Auto sitzt. Beschützt hat ihn der Igel nicht, am 23.10.23 wurde Danila an der Front getötet. "Und der Igel ist zuhause", schreibt seine Mutter.

Jewgeni Golofejew

Er war ein harter Kerl

Den Fotos nach zu urteilen, hatte Jewgeni Golofejew, 45 Jahre alt aus St. Petersburg, bereits eine lannge Zeit in der Armee gedient. Das bürgerliche Leben war wohl nicht seine Sache, seine Frau Tatjana schreibt dazu: " Zhenya reiste am 12. Oktober 2022 in den nördlichen Militärbezirk ab. Er konnte nicht anders, es war seine bewusste Entscheidung, für ihn stand das Mutterland an erster Stelle! Er ist gegangen, um mich, meine Kinder, meinen Bruder und meine Schwester und ihre Ehemänner, Ehefrauen, Kinder, Mama, Papa, Sie und das Mutterland zu beschützen! In den letzten Monaten war er in der Nähe von Awdijiwka. Er ist dort gestorben... Er war ein harter Kerl.."

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