Alexej Jurjewitsch Borowikow

Die Besten der Besten

Mit diesem Prädikat wurde die Besatzung des russischen Ka-52 Kampfhubschraubers mit dem Rufzeichen "Boroda (Bart)" bezeichnet, die zunächst in Syrien und danach im Krieg gegen die Ukraine zahlreiche Kampfeinsätze absolvierte. Doch ein schnödes MANPAD setzte der Kariere der Besatzung ein Ende. Am 04.12.2022 wurde ihr Hubschrauber abgeschossen, keiner der dreiköpfigen Besatzung überlebte. Der Navigator der Maschine war Major Alexej Jurjewitsch Borowikow. Er kommt aus der ländlichen Siedlung Nitsinsky, Stadtbezirk Slobodo-Turinsky in der Oblast Swerdlowsk. Am Ortseingang wurde zu seinen Ehren eine Plakattafel installiert. Seine Eltern & örtliche Honoratioren posieren darunter.

Jewgeni Repetin

Lächle dem Leben zu und es wird dich ganz bestimmt anlächeln

Das ist das Motto von Jewgeni "Schenja" Repetin in seinem VK-Profil. Jewgeni, 27 Jahre aus Nowosibirsk, wurde im Herbst 22 mobilisiert und befand sich als russischer Soldat im Kriegsgebiet in der Ukraine. Am 5. Oktober bekam er dort Besuch von seiner Freundin. "Dass du zu mir gekommen bist, schockiert mich natürlich, nicht jede traut sich, so weit und in solche Gefahr zu kommen. Ich liebe dich sehr," schrieb er zu obigem Foto. Das Leben hat das Paar dann doch nicht angelächelt, am 23.10.23 war Jewgenis Leben zuende.

Michail Wladimirowitsch Otschirow d

Taiga-Hof

Dieses Foto ist eine kleine Lüge. Denn die Übersetzungsfunktion von Google schreibt den deutschen Text auf das Foto, genau so wie auf dem russischen Original. Michail Wladimirowitsch Otschirow, Unterleutnant des Sanitätsdienstes, soll auf dem Taiga-Hof in Transbaikalien seinen Urlaub verbracht und soll ihm auch diesen Namen gegeben haben,
Die Leiterin des Bezirks der Stadt Borsja erklärt: "Die Einweihung der Gedenktafel für unseren lieben Michail ist unsere Geschichte. Die junge Generation sollte den Helden ehren und ihre Heimat lieben, so wie Mischa sie liebte, und andere gefallene Helden unseres Landes. Sie haben alles getan, damit du und ich heute unter einem friedlichen Himmel leben können."

Elena Wladimirowna Sadkowa

Arzt in Schießausbildung

Warum eine Militärärztin sich im Schießen weiterbilden will, erschließt sich dem Autor nicht. Aber Frau Leutnant Elena Wladimirowna Sadkowa ließ sich gern martialisch mit Scharfschützengewehr und Schießbrille ablichten. Die junge Frau, geboren 1988, hatte in Rostow Karriere von der Krankenschwester zur Ärztin gemacht, danach Polizisten therapiert, um schließlich sich als Militärärztin zu bewerben. Als Leutnant des Sanitätsdienstes kam sie ins Kriegsgebiet und wollte dort sich im Schießen weiterbilden. Bei einem ukrainischen Artillerieangriff auf das Übungsgelände wurde Elena getötet.

Nikolai Mayer

Leutnant Mayer

Aus Borowski, einer größeren Siedlung in der Oblast Tjumen, kam Nikolai Degterenko. Mit seinem Vater war wohl nicht sehr viel los, er ist bei der Mutter aufgewachsen und hat im Alter von 18 Jahren deren deutschen Namen Mayer angenommen. Nikolai war nur ein mittelmäßiger Schüler, aber gut im Sport. Er spielte Fußball und fuhr Ski. Folglich führte ihn seine Ausbildung zur "Höheren Militäringenieur-Kommandoschule" nach Tjumen. Dort machte er seinen Abschluss als Leutnant, wurde versetzt ins tschetschenische Grosny und kam danach an die Front in der Ukraine. Seiner Mutter erzählte er davon nichts. Nach seinem Tod am 15.10.23 erfuhr diese, dass er Russland verlassen hätte, "um sein Vaterland zu verteidigen." Er wurde als Leutnant Nikolai Mayer bestattet.

Jana Andrejewna Koschina

Jana aus Glasow

Glasow ist eine Stadt in Udmurtien mit knapp 100.000 Einwohnern und liegt an der Transsibirischen Eisenbahn. Vorfahren mütterlichseits von Michail Gorbatschow waren dort als unfreie Bauern ansässig. Damit wissen wir bereits mehr über diese Stadt als über Jana Andrejewna Koschina, die von dort kommt und am 10.03.2000 geboren wurde. Jana zog in den Ukrainekrieg und wurde dort vor dem 03.10.23 getötet.
Nachtrag: Doch noch mehr Informationen gefunden.

Dmitri Alexandrowitsch Rotan

Akhmat Kadyrow-Orden

Der junge Mann auf dem Foto heißt Dmitri Alexandrowitsch Rotan, ist 19 Jahre alt und kommt aus der Region Tomsk. Er ist für das Akhmat-Bataillon von Ramsan Kadyrow in  die Ukraine gezogen - warum auch immer - und hat diese Entscheidung mit dem Tod bezahlt. Dafür dürfen sich jetzt seine Angehörigen den obligatorischen Mutorden und die höchste Auszeichnung Tschetscheniens, den Akhmat Kadyrow-Orden unter dieses Erinnerungsbild hängen.

Roman Dyugaev

Lehrerin & Schüler

Roman Dyugaev kommt aus einem Dorf in der südlichen Region Stawropol. Er war ein schwieriger Schüler, der nach Aussage seiner Klassenlehrerin sich allerdings stetig verbesserte. Nach der Schule machte er den Führerschein, kaufte ein Auto, wurde zum Wehrdienst eingezogen und verpflichtete sich zum Vertragsdienst beim Militär. Mit zwanzig Jahren war es dann in der Ukraine vorbei, all die Mühe um den Heranwachsenden umsonst. Das Foto zeigt Roman und seine stolze Klassenlehrerin zum Schulabschluss.

Matwej Alexandrowitsch Zaitzew

Gerade 18

„Er war ein einfacher Kerl, ein fleißiger und geselliger junger Mann, der keine Angst vor harter Arbeit und dem Leben auf dem Land hatte“, sagten Nachbarn über Matwej Alexandrowitsch Zaitzew. Nach seinem Schulabschluss arbeitete der Anfang 2005 geborene Matwej  auf einem Bauernhof in der Viehwirtschaft. Im April 23 musste er seinen Wehrdienst ableisten und Ende Juni wurde er zum Vertragsdienst überredet.  Danach ging es schnell - Mitte August Abfahrt in die Region Belgorod an die ukrainische Grenze, am 08. September 23 wurde er getötet.

Konstantin Arsentyev

Tanz den Adolf Hitler

Immer wieder trifft man unter der russischen Jugend Anhänger der Limonow-Partei "Das andere Russland". Eduard Limonow wurde aus der Sowjetunion ausgewiesen, lebte in den USA und später in Frankreich. Er galt lange als Punk-Literat, bis er dann scharf nach rechts abgebogen ist. Gorbatschow hat ihm die Heimreise ermöglicht.  Im fernen Altai tanzt sein intellektueller Nachwuchs den Adolf Hitler. Mit dabei Konstantin Arsentjew (mit Bärtchen) den wir zuletzt vorgestellt haben und der aktuell in der Ukraine getötet wurde.

Konstantin Arsentjew

Querbeet

Unter dem Alias Truman hat Konstantin Arsentjew in Barnaul im Altai auf Poesieabenden eigene Gedichte vorgelesen. Die Gedichte wären heiter und radikal gewesen, hätten das Wesentliche getroffen, meinte ein Weggefährte. Konstantin stand der Limonow-Partei "Das andere Russland" zumindest nahe. Dort verzwirbeln radikalsozialistische und radikalnationalistische Positionen zu einem Gemenge, das man als nationalsozialistisch bezeichnen kann. Wie seine Parteifreunde wollte auch Konstantin die Ukraine heim ins Reich holen und zog in den Krieg. Aktuell wurde sein Tod gemeldet.

Wladimir Saweljew

Im Krieg kommt der Tod auf vielen Wegen

Wladimir Savelyev, 22 Jahre aus Ischewsk in Udmurtien, hatte eine Ausbildung zum Koch absolviert, musste aber zunächst seinen Wehrdienst ableisten. In den letzten drei Dienstmonaten wurde er in die Region Belgorod versetzt, sollte dort die Grenze bewachen und Schützengräben ausheben. Wladimir wurde am 20.09.23 getötet.
Seine Mutter bekam verschiedene Versionen zu seinem Tod von Wladimirs Vorgesetzten präsentiert. Die Wahrscheinlichste ist, dass ein Stapel Baumstämme auf einem Lastwagen sich löste, vielleicht durch Granatenbeschuss, vielleicht durch Fahrlässigkeit. Ein Baumstamm traf Wladimirs Kopf, dann wurde er auch noch vom LKW überfahren.

Danil Trifanov

Zwangsmobilisiert

Das ist die Mutter von Daniil Aleksandrovich Trifonov bei der Beerdigung ihres 24-jährigen Sohnes. Die Familie kommt aus der Region Tomsk und gehört zu den dortigen Baptisten, einer nicht eingetragenen Religionsgemeinschaft. Daniil wurde zum Kriegsdienst eingezogen, den er zunächst verweigert hat. Wegen Steuerhinterziehung drohte der Staat mit fünf Jahren Gefängnis und überredete so den jungen Mann. Zurück kam Daniil im geschlossenen Sarg.

Sergey Nam

Sergej Alexandrowitsch Nam - 23 Jahre

Bagajewskaja ist eine Staniza in der Oblast Rostow mit über 10.000 Einwohnern. Im Ort ist ein Plakat aufgetaucht, niemand weiß Bescheid.
"Ein junger Soldat ist gestorben, warum wissen wir nichts?", fragt eine Frau im Forum des Ortes.
"Mein Sohn ist vor 2 Monaten gestorben und warum sollte ich schreien?", antwortet Dschoni Nikitosio.

Ehrenplakat auf Moskauer Straßen
Es ist Lev Aleksanovich Akopyan, der auf dem Plakat abgebildet ist. Der Soldat starb am 20.06.23 mit nur 22 Jahren irgendwo in der Ukraine. Wie man am Namen erkennen kann, ist sein Vater Armenier, seine Mutter dagegen ist Russin. So musste der junge Mann die imperialen Interessen Russlands im Donbass vertreten, während die Heimat seines Vaters gerade einen Krieg gegen Aserbaidschan verloren hat.

Alexander Michailowitsch Bogatych

Alexander Michailowitsch Bogatych
Der junge Mann, hier gerade 19 Jahre alt, hat sein Auto aum Ortseingang von Kurumkan geparkt. Das burjatische Dorf liegt in der Nähe des Baikalsees in einem Tal, eingerahmt vom Bargusgebirge im Westen und dem Ikatgebirge im Osten. Zurück in seine Heimat ging es im Sarg, er wurde am 22.07.23 an der Front getötet.

Airat Nailievich Akchurin

Airat Nailievich Akchurin
hat 2022 an der militärmedizinischen Universität von St. Petersburg seinen Abschluss gemacht. Stolz präsentiert er sich in seiner Militäruniform. Danach ging es an die Front, getötet am 26.07.23.

Danil Elchanowitsch Ponamarew

Danil Elchanowitsch, 20 Jahre

Danil wurde im Oktober 2024 zum Wehrdienst eingezogen, der ein Jahr dauert. Und obwohl Danil aus seiner Wehrdienstzeit wissen musste, was ihn im Krieg gegen die Ukraine erwartet, schloss er im März 2026 einen Vertrag mit dem russischen Militär. Er kam in eine Einheit für „bodengestützte Robotersystem“ und meinte, dass er als Drohnenpilot auf der sicheren Seite wäre. Bereits am 30. Juni 2026 war er tot. Danil Elchanowitsch Ponamarew, geboren am 26. Mai 2006, stammte aus Syktywkar, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Komi.

Viktor Igorowitsch Mirontschuk

Viktor Igorowitsch, 20 Jahre

Zweimal ging Viktor verloren. Das erste Mal war im Alter von 12 Jahren, da wurde er nach ein paar Tagen wieder aufgefunden. Acht Jahre später war Viktor in den Krieg gezogen und im Oktober 2024 wurde er vermisst. Er kam ein Jahr später im Sarg zurück und wurde am 3.10.25 in seiner Heimat begraben. Viktor Igorowitsch Mirontschuk, 19.02.2004 - 10.10.2024, lebte in der Stadt Rubzowsk in der Region Altai.

Nikita Alexandrowitsch Surkow

Nikita Alexandrowitsch, 18 Jahre

Nikita, der lachende Drohnenpilot, lacht nicht mehr. Seinen 19. Geburtstag hat er nicht mehr geschafft. Nikita Alexandrowitsch Surkow, geboren am 26.04.2007, kam aus dem Dorf Tschernucha in der Oblast Nischni Nowgorod.

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