Roman Merkel Mark Kinsfater Jewgeni Wiktorowitsch Rindfleisch
Roman Reingartowitsch Merkel
geboren am 16.04.1978 aus der Stadt Sajanogorsk in Chakassien.
Freiwilliger, ab März 2024 ohne Kontakt zu Angehörigen.
Link
Mark Iwanowitsch Kindsvater
geboren am 04.03.19194, Friedhof in der Stadt Koltschugino in der Region Wladimir, Link
genau übersetzt "Kinsfater", der mehrfach wegen Diebstahls verurteilt wurde.
Jewgeni Wiktorowitsch Rindfleisch
geboren am 26.10.85 aus dem Dorf Talaja, Gebiet Kemerowo.
Wurde 2022 wegen kleinerem Diebstahl (Schaden 750 Rubel =7,5 €) zu 2 Jahren Haft verurteilt. Link 1, Link 2

Die folgende Liste enthält 50 Namen aus dem Monat März 2025, die von Russlanddeutschen sein können. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und vielleicht haben manche Namen auch einen anderen Ursprung. Richtigstellungen nehmen wir gerne entgegen. Wir haben beim Außenministerium Deutschlands nach Erkenntnissen angefragt, warum sich so viele deutsche Nachnamen in den Listen der gefallenen russischen Soldaten befinden, aber bisher noch keine Antwort erhalten.

Andrej Wjatscheslawowitsch Kobyzew

Gerade sind wir in Pokrowsk, einer Kleinstadt mit etwa 12.000 Bewohnern im Changalasski Ulus in Jakutien. Im Januar liegen dort die Tagesdurchschnittstemperaturen bei -40° Celsius. Das Foto oben wurde in der Pokrowskaja Sekundarschule am 23. April 2024 erstellt. Der Lehrer für Geschichte und Sozialkunde ist für einen Besuch an seine Schule gekommen. Andrej Wjatscheslawowitsch Kobyzew gehörte zu den im Herbst 2022 mobilisierten Männern und hatte Urlaub vom Krieg. Am 8. Dezember 24 wurde er getötet.

Denis Alexandrowitsch Gabdrafikow

Am 18.März 2025 wird der 19-jährige Denis Alexandrowitsch Gabdrafikow zu Grabe getragen. Wir sind hier im Dorf Demsky, Bezirk Bischbuljakski in Baschkortostan. Das Dorf hat etwa 1.000 Einwohner, der nächste Bahnhof ist 65 km entfernt. Denis ist einer der vielen Baschkiren, die sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet haben und die schnell in einem Zinksarg wieder nach Hause kommen.

Über Denis wissen wir nur wenig. Er ist in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, wie das folgende Foto vor dem Haus seiner Eltern zeigt.

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18 Meldungen aus Baschkortostan

Wir haben die Initiative "Fremder Krieg" aus Baschkortostan bereits vorgestellt (Teil I, Teil II), die versucht, die hohen Verlustzahlen Baschkiriens aufzuklären und die Bürger der russischen Teilrepublik warnt, an einem Krieg teilzunehmen, der nichts mit den Interessen der Baschkiren zu tun hat - deshalb der Name "Fremder Krieg".

Wir haben achtzehn aufeinander folgende Meldungen vom 17. und 18 März 2025 der Initiative übersetzt und veröffentlichen sie nachstehend. Den gleichlautenden Text zu allen Meldungen haben wir nur bei den ersten drei Nachrichten belassen.

Alle hier vorgestellten Kriegstoten sind Freiwillige - sie sind Täter in einem verbrecherischen Krieg und Opfer zugleich. Durch die Zusammenstellung bekommt man einen Eindruch, was für Menschen sich zum Freiwilligendienst entschieden haben. Ein Kommentator fasst das so zusammen:

Sehr optimistisch sehen diese russischen Soldaten nicht aus, die sich zweieinhalb Minuten lang ausruhen, eine Zigarette rauchen und auf eine warme Suppe hoffen. Wie viele von ihnen werden aus der Ukraine lebend und unverletzt zurückkehren? Der aktuelle Film stammt von einer Pfadfindereinheit, die sich aus Soldaten der russischen Teilrepublik Tuwa  zusammensetzt.

LeonidSchaidorowDer St. Petersburger Bürgerrechtler Leonid Schaidurow ist im Krieg gegen die Ukraine getötet worden. Über die genauen Umstände kann nur spekuliert werden, da von seinen Angehörigen genauere Angaben verweigert werden. Leonid hatte als Schüler der 10. Klasse eines Gymnasiums eine Schülervereingung gegründet, die sich auch gegen die Militarisierung des Schulsystems aussprach. Um so mysteriöser ist jetzt sein Tod. Doch politisch unbequeme Menschen müssen in Russland immer um ihr Leben fürchten.

Etwa 40.000 Menschen wohnen im Pallasowsky Bezirk in der Oblast Wolgograd. Zentrum des Bezirks ist die Stadt Pallasowka mit 15.000 Einwohnern. Welche Funktion im Bezirk Gulnera Maskalowa (Foto links) genau hat, konnten wir nicht erfahren. Vermutlich ist sie Verwaltungsleiterin.

Und Frau Maskalowa ist auch eine leidenschaftliche Unterstützerin des Krieges gegen die Ukraine. Auf ihrer VKontakte-Seite berichtet sie von den Aktiviäten zur Kriegsunterstützung ihres Bezirks, zum Beispiel ein Seminar zum Thema „Patriotische Erziehung jüngerer Schüler im Unterricht und bei außerschulischen Aktivitäten“.

Der Zweck dieses Seminars besteht darin, Erfahrungen auszutauschen, wie man bei Schülern Patriotismus, Liebe zum Vaterland und Stolz auf ihr Land fördern kann.

Zu ihrem Job gehört auch die rotinierte Verabschiedung der getöteten Soldaten aus ihrem Bezirk, wir hatten darüber bereits berichtet. Zwischen dem 9. und 11. März 25 waren es drei getötete Mitbürger: Kadrbay Akbulatowitsch ImataliewSergej Romanowitsch Tschernowalow und Alexander Walkowsky.

Aktuell hat Frau Maskalowa einen Film über die im Jahr 2024 getöten Soldaten des Bezirks veröffentlicht mit insgesamt 28 Namen. Wir konnten 12 neue Kriegstote nachtragen.

Armawir Schule

Unsere nächste Gedenkstätte, die wir vorstellen wollen, befindet sich in der Großstadt Armawir in der Region Krasnodar. Die vielen russischen Kriegstoten bringen es mit sich, dass an vielen Stellen einer Stadt solche Ehrenalleen entstehen. Wir befinden uns hier auf dem Gelände der staatlichen "Armawir Industrie- und Baufachschule", auf dem am 4. März 25 eine "Ruhmesallee" eingeweiht wurde.

Verstümmelte russische Soldaten werden wegen „unerlaubter Abwesenheit“ verfolgt

Verwundete wurden gewaltsam aus dem Krankenhaus an die Front gebracht.  Die Soldaten wurden buchstäblich aus dem Krankenhaus in Jeisk gezerrt und in ein Auto geschleift, um nach Luhansk gebracht zu werden. (Video links)

Einer von ihnen wurde kürzlich zweimal operiert und benötigt eine weitere Operation. Dem Mann fehlt ein Finger an der Hand, er bewegt sich auf Krücken und leidet unter Schmerzen. Andere haben noch postoperative Drainageschläuche, stehen aber kurz vor dem Einsatz.

Der russische Soldat Iwan Toptschij, 40, lebt seit Dezember letzten Jahres ohne Schultergelenk. Dmitri Mischin, 32, ist seit dem Sommer 2024 ohne seinen rechten Arm. Beide wurden von der Staatsanwaltschaft darüber aufgeklärt, dass sie mit der Behinderungskategorie „D“ entlassen werden können.

Das Kommando beruft sich jedoch auf den „internen Befehl“ der Vorgesetzten - „niemanden zu entlassen“ - und schickt statt der Entlassung armlose Kämpfer an die Front. „Die Gesetze funktionieren schon lange nicht mehr“, sagen die Menschenrechtsaktivisten.

Soldaten Altai

Etwas zu kurz gekommen in unserer Berichterstattung ist die russische Teilrepublik Altai. Die Region ist stark landwirtschaftlich geprägt und dünn besiedelt. Insgesamt leben etwa 200.000 Menschen in der Republik, davon 84.000 in der Hauptstadt Gorno-Altaisk. 50% der Bevölkerung sind Russen - Tendenz abnehmend, etwa 35 % sind Altaier, ein Turkvolk, Tendenz steigend.

Die Region ist wirtschaftlich unterentwickelt, es gibt keinen Eisenbahnanschluss und nur eine geteerte Straße durch das Land. Allerdings hat die Republik eine beeindruckende Berglandschaft zu bieten und die Natur ist noch weitgehend intakt.

Wie alle armen Regionen Russlands hat auch die Republik Altai eine sehr hohe Todesrate im fernen Krieg gegen die Ukraine zu verzeichnen - gemessen an der Bevölkerung. In unserer aktuellen Liste liegt sie auf dem vierten Rang. Die Gründe sind dieselben, wie in den anderen armen Regionen - Arbeitslosigkeit und der hohe Verdienst.

Die Berichte über die gefallenen Soldaten aus dem Altai enthalten nichts von dem verdrehten Geschwurbel aus anderen russischen Regionen - nichts von der Verteidigung des Vaterlandes, vom Kampf gegen die Nazis oder vom Krieg für einen friedlichen Himmel. Wir wollen sechs Beispiele im Originaltext vorstellen.

Nischneje Kasanischtsche

Foto von Nischneje Kasanischtsche aus dem Jahr 2014

Am 24.Februar 25 wurden zwei Heldenschreibtische in Nischneje Kasanischtsche eingeweiht. Wir befinden uns in einer großen Siedlung mit etwa 17.000 Einwohnern, die davon profitiert, dass sie in der Nachbarschaft der Stadt Buinaksk liegt. Beide Orte liegen am nordöstlichen Rand des Kaukasus in der russischen Teilrepublik Dagestan.

Nischneje Kasanischtsche wird fast ausschließlich von Kumyken bewohnt, einer turksprachigen Ethnie, die die drittgrößte Gruppe in Dagestan bildet. Die vorherrschende Religion ist der sunnitische Islam.

Im Krieg gegen die Ukraine sind zwei ehemalige Schüler gefallen: Zalibek Magomedow und Ruslan Kasakow. Über beide Kriegstote sind uns keine Details bekannt. Die Schule hat allerdings von der Einweihung ein bescheidenes Video veröffentlicht, das wir dokumentieren wollen.

Geboren unter Putin, getötet unter Putin


Sergej Sergejewitsch Schatow
geboren am 05. März 2001

Dascha-Nima Bairowitsch Babujew
geboren am 01. Januar 2002

Egor Nikolajewitsch Gurinow
geboren am 01. Januar 2002

Bain Erdynewitsch Lubsanow
geboren im Jahr 2.000

Erdem Schoischodorschiewi. Tsyrenow
geboren 16.03.2001

Maxim Bimbajewitsch Tsydypow
Maxim Bimbajewitsch Tsydypow
geboren 25.09.2000


Alexander Jewgenjewitsch Jerbajew
geboren 25. 11.2002

Alexej Dmitrijewitsch Tokarew
geboren 23. Juni 2000

Iwan Alexandrowitsch Nikitin
geboren 11. Januar 2000

Dmitri Wladislawowitsch Michejew
geboren 25. August 2004

Pjotr Andrejewitsch Alexandrowski
geboren 26. April 2003

Alexander Zyrenow
geboren 1. September 2004

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