15.05.2026 -- 210.406// Zuwachs zum 30.04.2026: 4.096
Die Leibgarde des venezolanischen Präsidenten bestand zu einem erheblichen Teil aus kubanischen Soldaten. Insgesamt 32 Kubaner wurden bei der Entführung von Maduro am 3. Januar 26 auch getötet. Der Film zeigt die Überführung der sterblichen Überreste der Soldaten nach Kuba. Dort wurde inzwischen eine zweiwöchige Staatstrauer angeordnet.
Soviel Ehre wird den kubanischen Söldnern im Dienst der russischen Armee nicht zuteil. Ihre Überreste werden nicht in die Heimat ausgeflogen, selbst in Gefangenschaft geratene Kubaner erhalten keine Hilfe von der kubanischen Regierung. Die staatliche ukrainische Intiative „Ich will leben“ hat eine Liste mit 54 kubanischen Söldnern veröffentlicht, die alle auf Seiten Russlands im Krieg gegen die Ukraine gekämpft hatten und getötet wurden.
Medweschje See im Tofalarija Naturreservat -- Foto: Olegjihc -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Wir befinden uns im Bezirk Nischneudinsk im Westen der Oblast Irkutsk. Das Gebirge auf dem Foto ist der Ostsajan, den man meist nur per Hubschrauber erreichen kann. In diesem völlig abgelegen Teil Russlands lebt das Volk Tofalaren, von dem gerade mal noch 800 Menschen existieren.
Die Tofalaren sind eine turksprachige Ethnie, die früher nomadisch gelebt hat und die durch andere Ethnien in das abgelegene Gebiet im Ostsayan abgedrängt wurde. Die Tofalaren lebten von der Rentierzucht und von der Jagd. Die Zivilisation bescherte ihnen sinkende Lebenserwartung, hohe Kindersterblichkeit, hohe Arbeitslosigkeit und ein schnelles Sinken des natürlichen Bevölkerungswachstums.
Mit Andrej Choljamojew stellt das Volk der Tofalaren jetzt auch den jüngsten Kriegstoten aller Völker rund um den Baikalsee.
Am 6. Dezember 2025 fand im Dorf Iwantschug in der Oblast Astrachan eine Trauerfeier für Marat Izbassarowitsch Schadirow statt. Marat wurde am 17.08.1971 geboren, er zog in den Krieg gegen die Ukraine und wurde an jenem 6. Dezember begraben.
Das Dorf Iwantschug hat rund 1.400 Bewohner, davon 66 % Russen und 28% Kasachen. Es liegt im Wolgadelta 25 Meter unter dem Meeresspiegel.
Gurjewsky-Museums für Heimatgeschichte
Im Dezember 2025 haben wir einige Meldungen aus der Stadt Gurjewsk bearbeitet, die wir vorstellen wollen.
Gurjewsk liegt im Kussbass, etwa 200 km südlich der Hauptstadt Kemerowo und hat im Moment rund 21.000 Bewohner - Tendenz stetig abnehmend. Die Stadt entstand Angang des 19. Jahrhunderts mit dem Bau einer Silberhütte. Das Silber ist Vergangenheit, heute dreht sich alles um die Produktion von Gusseisen. Das „Gurjewsker Metallurgische Werk“ hat rund 1.800 Mitarbeiter und ist der mit Abstand bedeutendste Arbeitgeber der Stadt. Sollte es einmal geschlossen werden, dann steht es schlecht um die Stadt.
Es ist eine Konstante seit Beginn der russischen Besetzung des Donbass, dass die Personen, die sich ins Rampenlicht geschoben haben und bei der Donbass-Soldateska beliebt waren, irgend wann einmal verschwinden. Entweder sie gehen freiwillig oder sie werden auf die eine oder andere Art liquidiert. Wir haben das in unserem Beitrag „Der schnelle Tod der Separatistenführer des Donbass“ bereits detailliert geschildert.
Nach dem Chef der Gruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, wurde aktuell auch der Gründer der rechtsradikalen Fußball-Hooligan-Einheit „Hispaniola“, Stanislaw Orlow, von staatlichen Akteuren ausgeschaltet.
Es ist Mitte November 2025, wir besuchen die Schule Nr. 28 im Dorf Nowokinskaja mit etwa 800 Bewohnern - Tendenz fallend. Das Dorf liegt im Süden der Oblast Krasnodar nahe an der Grenze zur Region Stawropol.
Wie in vielen Schulen in ganz Russland folgt auch diese Schule einer Initiative der Partei „Einiges Russland“, die überall gleichförmige „Heldenschreibtische“ aufstellen lässt - zu Ehren von im Krieg gegen die Ukraine gefallenen ehemaligen Schülern.
In der ersten Reihe sitzen die Schulanfänger, die wahrscheinlich nur begriffen haben, dass man an diesem Tag sein Feiertagsgewand anziehen muss. In der zweiten Reihe sitzen die Angehörigen des getöteten Soldaten. Dahinter stehen die Schüler der mittleren Jahrgänge und ganz hinten stehen die älteren Schüler in passender russischer Tarnuniform. Die älteren Jahrgänge bekommen bereits in der Schule eine militärisch-patriotischen Erziehung, die sie in die Aufgaben und Regeln des allgegenwärtigen russischen Soldatentums einweist.
Krasnouralsk im Winter 2022 -- Foto: Vyacheslav Bukharov -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Stadt Krasnouralsk liegt am östlichen Rand des Urals - also im asiatischen Teil Russlands, etwa 180 km nördlich von Jekaterinburg, der Hauptstadt der Oblast Swerdlowsk. Die Stadt hat rund 21.000 Bewohner, Tendenz fallend. Seit dem Jahr 1970 hat sich die Bevölkerungszahl halbiert. Wichtigster Arbeitgeber der Stadt ist eine Kupferschmelze, die auch verantwortlich für die hohe Belastung der Luft und des Bodens mit giftigen Schwefelverbindungen ist.

Hinduistische Andacht mit burjatischen Soldaten / Oktober 2022
Knapp 4.000 getötete Soldaten aus Burjatien haben wir in unserer Datenbank und das bei einer Bevölkerung von weniger als einer Million Bewohner dieser russischen Region. Im Gegensatz zu allen anderen russischen föderalen Gebietseinheiten bekommen die gefallenen Soldaten meist einen zwar geschönten, aber doch recht ausführlichen Nachruf mit den wesentlichen Fakten wie Alter, Ausbildung, Wehrdienst, Beruf und Teilnahme am Krieg.
Die Öffentlichkeit erfährt so, wie häufig die angeworbenen Freiwilligen schnell in den Angriff geworfen werden und dort nicht lange überleben. Trotzdem lassen sich viele Männer aus der Region dadurch nicht abschrecken und melden sich freiwillig zum Kriegsdienst an der Front. Einer der Gründe dafür ist die Armut der Menschen und die harten Lebensbedingungen der arbeitenden Männer. Trotz handwerklicher Berufsausbildung finden viele junge Männer ohne Beziehungen kaum Arbeit in ihrem Beruf und müssen als Hilfsarbeiter oder Tagelöhner bei harter Arbeit mit geringem Lohn auskommen.
Da gleichen die Verdienstmöglichkeiten im Vertragsdienst beim Militär beinahe einem Lottogewinn und so verdrängen jene Freiwilligen das hohe Risiko, das sie dabei eingehen. Wir dokumentieren drei aktuelle Beispiele:
Anatoli Nikolajewitsch Churtessow wurde am 16. Juni 2004 in der russischen Teilrepublik Adygeja geboren. Als er zehn Jahre als war zog seine Familie in das Dorf Noworoschdestwenskaja in der Oblast Krasnodar. Dort ging Anatoli in die Dorfschule und war Mitglied im Verein „Kosakenkühnheit“.
Im Süden Russlands ist die Kosakenkultur noch weit verbreitet und ersetzt dort die Jugendarmee Junarmija, wenn es um die militärisch-patriotische Erziehung der Jugendlichen geht..
Im August 2024 unterzeichnete Anatoli einen Vertrag mit dem russischen Militär. ohne vorher Wehrdienst geleistet zu haben.
Sein Militäreinsatz wurde vom örtlichen Kulturhaus dokumentiert. Allerdings kann es sein, dass das Kulturhaus etwas mit der Chrologie durcheinander gebracht hat. Denn nach Anatolis Odnoklassniki-Profil ist er erst nach dem 20. September 24 abgereist. Aber bleiben wir bei der Chronologie des Kulturhauses:

Das ist ein Instagram-Foto von Michael Alexander Gloss. Michael war der Sohn eines US-Veteranen und einer stellvertretenden CIA-Direktorin. Er trat dem Islam bei, ging auf Weltreise und landete über Israel, Italien, Türkei schließlich in Russland. Dort wollte er den Imperialismus bekämpfen, meinte aber nicht Russland, sondern die in Fragen des Imperialismus völlig unschuldige Ukraine. Michael, 21 Jahre alt, wurde im April 2024 getötet,
Bei so viel Verwirrung musste die russische Staatspropaganda doch noch etwas beitragen. Im besetzten Donezk bastelte man aus dem schmalschultrigen jungen Mann einen richtigen Helden. Und ließ dazu am 9.12.2025 die örtliche Jugendarmee und einige Veteranen auflaufen.
Update: Die Heldensaga und eine Kopie der beiden Statuen haben es auch in das kleine Dorf Otrok in der sibirischen Region Krasnojarsk geschafft. Den Bericht über das Ereignis haben wir hier veröffentlicht.
Weiterlesen: Helden werden nicht geboren, sie werden gemacht / Update
Die russische Teilrepublik Inguschetien ist die geografisch kleinste autonome Region in Russland. Sie liegt am nördlichen Bergmassiv des Kaukasus und hat rund 534.000 Einwohner. Die Bewohner sind zu 93% ethnische Inguschen, Tschetschenen und Russen haben die Region in den letzten Jahrzehnten verlassen.
Im Krieg gegen die Ukraine haben wir bisher 210 gefallene Inguschen gezählt, damit befindet sich die Region auf den hinteren Plätzen der Kriegstoten in Relation zur Bevölkerung.
Das Video zeigt die Abschiedszeremonie für die Brüder Gogijew aus dem Dorf Werchnie Atschaluki, die im Krieg gegen die Ukraine getötet wurden. Wir geben den Bericht des Telegram-Kanals Fortanga im übersetzten Original wieder:
Tundra im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen -- Foto: Hlorosol Z -- Lizenz: CC BY-SA 3.0
Unsere Exkursion quer durch Russland bringt uns diesmal in den Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen. Die Region ist mehr als doppelt so groß wie Deutschland, aber nur dünn besiedelt. Aber sie ist reich, dort gibt es riesige Mengen an Erdöl - und Erdgasvorkommen. Durch deren Ausbeutung hat sich die Bevölkerungsstruktur völlig verändert. Die Ethnie der Nenzen macht gerade noch 7% der Bevölkerung aus.
Etwas anders sieht es im Tasowsky-Bezirk im Nordosten des Autonomen Kreises aus. Der Bezirk hat etwa 40% der Fläche Deutschlands, es leben gerade mal 18.000 Menschen dort. Die Mehrzahl der Bewohner sind Nenzen, eine Ethnie, die zu den samojedischen Völkern gehört. Einer davon ist Eduard Salinder, der als russischer Soldat in der Ukraine getötet wurde.

Wie veruntreut man Forschungsgelder? Dimitri hat es vorgemacht. Man beantragt Fördermittel beim Staat und gibt die gewährten Mittel selbst aus. Als Ergebnis reicht man dann die Arbeiten anderer Wissenschaftler ein, die man vorher einfach umgeschrieben hat. Beteiligt waren an diesem Betrug der Rektor der Polytechnischen Universität Omsk, Dmitri Pawlowitsch Maewski, die ehemalige Professorin für Außenbeziehungen und Jugendpolitik, Alexandra Kosulina, und der Professor Wladislaw Ratscheki. Im Oktober 2024 wurden alle drei zu Bewährungs- und zusätzlichen Geldstrafen verurteilt, zudem mussten sie Schadensersatz leisten.
Der jetzt ehemalige Rektor Dimitri Maewski, geboren am 03.09.1974, wollte sich mit der Tötung von Ukrainern refinanzieren und zog in den Krieg. Am 16.10.2025 wurde er selbst getötet.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Das WZIOM ist ein staatliches Meinungsforschungsinstitut in Russland, das größte seiner Art im Land. Es veröffentlicht regelmäßig Untersuchungen über die Beliebtheitswerte des Präsidenten, der russischen Regierung und der Stimmung im Land. Im April 26 berichtete das Institut, dass die Zustimmungswerte zur Amtsführung des Präsidenten auf 65,6% gefallen wäre. Dem Ministerpräsidenten und seine Regierung bescheinigte das Institut Zustimmungswerte von 44,3%, bzw. 39,7%. Für eine deutsche Regierung wären das beruhigende Werte, im autoritären Staat Russland geht so etwas nicht.
Im Mai 2026 änderte WZIOM dann die Methodik - und siehe da, die Werte für Putin wurden besser. Zitat:
Laut den Ergebnissen einer gemeinsamen Umfrage unter Russen lag die Zustimmungsrate für die Leistung des Präsidenten im Zeitraum vom 4. Mai bis 10. Mai 2026 bei 66,8 %. Die positive Bewertung der Arbeit des Premierministers und der russischen Regierung in der vergangenen Woche betrug 42,2 % bzw. 38,9 %.
Damit kann Präsident Putin ganz gut leben und alle aktuellen politischen Probleme an seine Regierung adressieren.
Damit alles passt, hat WZIOM diesmal seine Methodik verändert. Statt einer reinen Telefonbefragung der Bürger, ist man jetzt zusätzlich von Haustüre zu Haustüre gegangen und hat die Menschen direkt angesprochen.
Frage an unsere Leser: Würden Sie in einem autoritären Staat eine ehrliche Antwort geben, wenn ein Unbekannter vor ihrer Tür steht und Sie nach Ihrer Meinung zum Präsidenten befragt? Auch wenn der Frager versichern würde, alles bliebe anonym?
Jeder deutsche Bundeskanzler wäre glücklich und froh, wenn er die Zustimmungswerte des russischen Präsidenten auch nur annähernd erreichen könnte. Die lagen seit Beginn des Angriffskrieges stabil bei über 80% in der russischen Bevölkerung.
Doch Unruhe kommt auf, das einzig verbliebene, unabhängige russische Meinungsforschungsinstitut, das Lewada-Zentrum, berichtet von ihrer letzten Umfrage vom 30.04.26:
Die Zustimmungswerte für Wladimir Putin als Präsident lagen im April 2026 bei 79 Prozent und sind in den vergangenen sechs Monaten kontinuierlich gesunken – um 8 Prozentpunkte seit September 2025. 16 Prozent der Befragten missbilligen die Amtsführung des Präsidenten (ein Anstieg um 5 Prozentpunkte seit September 2025). Dies ist das erste Mal seit Herbst 2022, dass dieser Wert unter 80 Prozent gefallen ist.
Am 9. Mai feierte ganz Russland den Tag des Sieges über Nazideutschland. Aus Sicherheitsgründen wurden landesweit die Massenveranstaltungen mit Militärparaden und schwerem Gerät abgesagt. Doch kleinere Paraden fanden statt, häufig mit Bezug auf den Krieg gegen die Ukraine.
„Gesucht wird Valentin Michailowitsch Kulikow, geboren am 22.03.2007. Militäreinheit 75281. Er ging am 09.06.2025 in Redkodub auf Patrouille. Ab dem 11.06.2025 wurde er vermisst. Von der Einheit wurde berichtet, dass die Gruppe unter einen Mörserbeschuss geraten sei und die Soldaten sich zur Erhaltung der Truppe zerstreut hätten. Seine Mutter sucht nach ihm. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder er ist gefangen oder er liegt in einem Buschversteck. Dort herrscht eine Temperatur von 40 Grad.“ Telegram vom 11.08.25 (Kopie).
Inzwischen wissen wir aus dem russischen Erbschaftsregister, dass Valentin am 11. Juni 2025 getötet wurde. Ein Foto und weitere Informationen haben wir nicht gefunden.
Was wir aber sicher wissen: Valentin wurde am 22.03.2025 18 Jahre alt. Erst danach konnte er einen Vertrag mit dem russischen Militär abschließen. Und militärische Vorkenntnisse hatte er auch nicht. 81 Tage oder nicht ganz drei Monate nach seinem 18. Geburtstag wurde Valentin an der Front verheizt.
Am 30. April begeht Russland zum ersten Mal den Tag der indigenen Völker. Vor Vertretern verschiedener Ethnien erklärt Wladimir Putin:
In der Russischen Föderation leben 47 indigene Völker. Jedes von ihnen ist ein integraler Bestandteil des Landes und seiner unverwechselbaren Vielfalt und trägt zudem einzigartige Bräuche, kulturelle Codes und nationale Eigenheiten. Jede ethnische Gruppe innerhalb der brüderlichen Völkerfamilie Russlands stellt das gemeinsame Erbe des Landes dar. Dessen Erhaltung, Wachstum und Wohlergehen bedeuten unmittelbar die Erhaltung und das Wachstum des gesamten multinationalen Volkes Russlands.
Perm - das ist die östlichste Millionenstadt in Europa und Hauptstadt der gleichlautenden Oblast. Ukrainische Langstreckendrohnen haben in der Nacht zum 29. April 2026 Rohöl verarbeitende Anlagen in der Stadt in Brand gesetzt. Eine riesige schwarze Rauchsäule steigt seither zum Himmel.
Der Gouverneur der Region, Dimitri Machonin, gibt Entwarnung: „Die Schadstoffwerte liegen im Normbereich und stellen keine Gefahr für die Einwohner von Perm dar.“ Im Bericht des Internetmediums 59.RU geht es in den Kommentaren hoch her. Einige Beispiele:
Oleg Jurjewitsch Kasantsew, 39 Jahre alt
Status: Verstorben
Geburtsdatum: 12.07.1986
Todesdatum: 20.08.2025 (Beerdigung: 2026)
Geburtsort: Siedlung Aichalsky, Bezirk Mirny
Todesort: Siedlung Poddubnoe, Bezirk Velikonowoselsky, Region Donezk
Dienstart: Vertragsdienst seit Juli 2025
Friedlicher Beruf: Arbeitet im Aichalsky Bergbau- und Aufbereitungskombinat
Originalmeldung Telegramkanal „Die Toten aus der Republik Sacha (Jakutien)“ vom 19.03.26
Am 17. April wurde der Vater des 43-jährigen christlichen Bloggers Vegan Christoljub Boschij (Foto links bei einer Anti-Kriegsdemonstration) informiert, dass er die Leiche seines Sohnes aus einer Strafkolonie in der Oblast Woronesch abholen könne. Sein Sohn hätte sich in seiner Zelle erhängt. Seine Familie hält einen Selbstmord für unwahrscheinlich: „Seinen religiösen Überzeugungen zufolge ist das eine Sünde“, sagten sie.
Vegan, der bürgerlich mal Dimitrij Kusnetzow hieß, war bekennender Christ, Kriegsgegner und Veganer. Er hatte sich in YouTube-Videos kritisch zur Rolle der Sowjetunion im 2. Weltkrieg geäußert und meinte zudem, dass der Islam nicht als Religion der Gewaltlosigkeit betrachtet werden sollte. Dafür bekam Vegan drei Jahre Haft in einer Strafkolonie.
Vegan war allerdings alles andere als ein weltabgewandter christlicher Fundamentalist, wie auch seine Einschätzung des russischen Präsidenten zeigt:
„Seit 25 Jahren regiert das Land ein verrückter, alter Geheimdienstler, der längst kein heimlicher, sondern ein offenkundiger Menschenfresser geworden ist, dessen jedes Wort per Definition eine Lüge ist. Polen hat Hitler 1939 dazu gezwungen, es anzugreifen.... Wir bedrohen niemanden, wir brauchen keine fremden Länder, Wehrpflichtige kämpfen nicht (im Krieg gegen die Ukraine, Red.), es wird keine Mobilmachung geben, ‚sie sind nicht da‘. Wir brauchen die Krim nicht, ich werde das Rentenalter nicht anheben, sie ist untergegangen (Flaggschiff Moskwa, Red.), ich werde die Verfassung nicht ändern, ich werde nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren, ich werde mich nicht an der Macht festklammern und so weiter, man könnte die Liste noch sehr lange fortsetzen. Nur in einer Sache hat er nicht gelogen, nämlich als er sagte, ich zitiere RIA Novosti vom 12. 2. 2004: „Wenn man sieben Jahre lang so als Präsident arbeitet, kann man den Verstand verlieren.“