31.05.2026 -- 213.686// Zuwachs zum 30.04.2026: 7.376
Mit schönen Abschiedsbildern wird versucht, die Grausamkeit des Krieges zu übertünchen. In der Realität kommen die gefallenen Soldaten meist in geschlossenen Särgen zurück in ihre Heimat. Aus gutem Grund - denn deren Körper sind von Granaten zerrissen, von Drohnen zerstückelt, völlig verbrannt oder verwest.
Das folgende Video kommt aus der Region Transbaikalien und zeigt 42 im Krieg gegen die Ukraine getötete Soldaten aus der Region. Alle sind ganz, lachen, sind fröhlich, winken aus dem Video heraus und steigen am Ende gen Himmel empor. Außer den Namen der Kriegstoten bietet das Video sonst keine weiteren Informationen.
Wir haben in der Vergangenheit nicht sehr häufig über die Altersstruktur der gefallenen russischen Soldaten berichtet. Da wir allerdings die Geburtsdaten erheben, wollen wir hin und wieder eine aktuelle Zusammenstellung veröffentlichen. Im August hatten wir 7.228 getötete russische Soldaten neu erfasst, davon konnten wir von 5.091 das Geburtsdatum oder das Alter in Erfahrung bringen.
Der älteste Kriegstote war Anatolij Wladimirowitsch Winogradow (Foto), geboren am 07.11.1958, aus Jekaterinburg in der Oblast Swertlowsk. Der Jüngste war Erik Eduardowitsch Schajchutdinow (Foto), geboren am 25.05.2007, aus der Stadt Bugulma in Tatarstan.
Die Altersstruktur in Zahlen:
Weiterlesen: Altersstruktur der russischen Kriegstoten im August 2025
|
Sergej Sergejewitsch Braun (Браун Сергей Сергеевич), geboren am 30.05.1995, lebte in der Stadt Beresowski in der Oblast Kemerowo. Irgendwelche Verbindungen zu Russlanddeutschen konnten wir nicht finden. |
Jegor Jurjewitsch Fischer (Фишер Егор Юрьевич), geboren am 13. Mai 1993, stammte aus dem kleinen Dorf Asamatowo in der Region Orenburg. Er war Waise, wuchs in einer Pflegefamilie auf. In Belebey/Baschkortostan absovierte er eine Ausbildung zum Elektriker. 2021 wurde er zum Wehrdienst eingezogen, verpflichtete sich als Zeitsoldat und kam im August 2022 an die Front. |
Sergej Wladimirowitsch Axt (Акст Сергей Владимирович ), geb. am 04.11.1977, lebte in Nowosibirsk. Auf Grund einiger deutscher Nachnamen in seinen Kontakten ist eine russlanddeutsche Abstammung wahrscheinlich. |
Weiterlesen: Deutsche Namen unter den russischen Kriegstoten im August 2025
Zunächst - bei der überwiegenden Anzahl der von uns erfassten Kriegstoten wird nicht angegeben, auf welcher vertraglichen Basis die Soldaten für Russland gestorben sind. Nur bei drei russischen Regionen wird häufig deren Status auch angeben: Baschkortostan, Burjatien und Jakutien. Wir haben deshalb diese drei Regionen herausgepickt und geschaut, wie viel Prozent die Berufssoldaten (Mannschaften und Offiziere), im Herbst 2022 Mobilisierten und die Freiwilligen ausmachen. Das Ergebnis dürfte dann in etwa auch auf die anderen russischen Regionen übertragbar sein.
Danach hatten wir im August 2025 unter den Kriegstoten
Die Zahlen im Einzelnen:

Trauerfeier für einen getöteten Soldaten im Sportzenrum Lukodrom in Ulan-Ude
Die Nachrufe der im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Soldaten aus Burjatien sind regelmäßig die Ausführlichsten in ganz Russland. Manchmal gleichen sie beinahe Bewerbungen für einen Arbeitsplatz. Natürlich sind die meisten Ausführungen geschönt, verschweigen die negativen Dinge, aber sie enthalten überwiegend die wichtigsten Fakten: Kompletter Name, Geburtstag und Ort, Schul- und Berufsausbildung, Familienstand, militärischer Status und Todeszeitpunkt.
Aus dem kurzen Zeitraum 4. - 5. September 2025 haben wir acht getötete Soldaten aus Burjatien erfasst, fünf davon waren Freiwillige, ein Berufssoldat und zwei junge Wehrpflichtige, der sich während ihres Dienstes zum Vertragsdienst überreden ließen. Von den fünf Freiwilligen waren drei Kurzzeitsoldaten, die kurz nach ihrer Ankunft im Kriegsgebiet auf Selbstmordangriffe geschickt wurden. Und auch die beiden Wehrpflichtigen starben schnell. Hier ihre Kurzbiografien:
Weiterlesen: Burjatische Kurzzeitsoldaten vom 4. und 5. September 2025

Kasachischer Friedhof
In der Oblast Omsk leben etwa 1,8 Millionen Menschen - Tendenz fallend. Im Ranking der russischen Regionen im Bezug auf die Lebensqualität liegt die Oblast auf einem der hinteren Plätze in Russland. Im Süden grenzt die Oblast an Kasachstan und so wundert es nicht, dass die Kasachen mit knapp 80.000 Menschen die größte Minderheit in dieser Region stellen.
Auf dem kasachischen Friedhof in Omsk gibt es Dutzende Gräber von im Krieg gegen die Ukraine gefallenen kasachischen Soldaten. Die Kasachen machen rund 4% der Bevölkerung aus. Unter den Kriegstoten der Region Omsk haben die ethnischen Kasachen aber einen Anteil von 15 %.
Der Autor des Films gibt an, dass alle gezeigten Gräber zu kasachischen Kriegstoten gehören.
Weiterlesen: Kasachen aus Omsk, die für die russische Welt gestorben sind
Als der russische Angriffskrieg auf die Ukraine begann, war Maxim Wjatscheslawowitsch Suworow gerade 14 Jahre alt. Maxim wurde am 5. Juni 2007 in der städtischen Siedlung Kamensk in Burjatien geboren und am 24. Juli 2025 im Gebiet des Dorfes Nowy Komar in der Ukraine getötet.
Da es in Burjatien üblich ist, über die Gefallenen zwar geschönte, aber sehr ausführliche Nachrufe zu schreiben, können wir die Umstände seines frühen Todes ziemlich genau nacherzählen.
Auch die Geschichte von Maxim wirft ein düsteres Bild auf eine russische Gesellschaft, in der Macht und Erfolg über das Leben der eigenen Bürger gestellt werden. So werden auch 18-jährige Jugendliche bedenkenlos an der Front geopfert.
Weiterlesen: Maxim Wjatscheslawowitsch Suworow - geboren am 5. Juni 2007
Die Stadt Tambow liegt 420 km südöstlich von Moskau und ist Hauptstadt der Oblast Tambow. Die Stadt hat aktuell 255.000 Einwohner, Tendenz fallend. Wir zeigen heute ein Video über die Gefallenen im Krieg gegen die Ukraine, die auf dem zentralen Polynkowskoje-Friedhof in Tambow beerdigt wurden. Das Video zeigt Fotos von den Gräbern - insgesamt 92. Wir konnten 63 neue Namen in unsere Datenbank aufnehmen.
Unser Anspruch war schon immer, dem russischen Krieg so etwas wie ein Gesicht zu geben und all das menschliche Leid, das er verursacht, in den Vordergrund zu stellen. Die ukrainische Einheit "Rubisch (Grenze)" hat russische Soldaten gefangen genommen und Fotos der Kriegsgefangenen veröffentlicht, deren Gesichter man die Schrecken jenes Krieges ansieht.
Wir haben uns deshalb entschlossen, diese Fotos auch zu zeigen.
Es ist der 27. Juni 2025, wir befinden uns auf dem Flughafen von Tschita, der Hauptstadt Transbaikaliens. Die Männer warten auf den Abflug eines Militär- oder Cargoflugzeugs, das sie in die Nähe des Kriegsgebiets in der Ukraine bringen soll.
Der Mann auf dem Foto ist Alexej Andrejewitsch Ryl, geboren am 10. Dezember 1982. Sollte der Name einen russlanddeutschen Ursprung haben, so könnte man den Nachnamen auch Rühl oder Riehl schreiben. Alexej hat vor dem Abflug dieses Foto und ein Zweites aus dem Inneren der Maschine an seine Frau geschickt.
Eigentlich ist es eine erbärmliche Trauerfeier am 18. August 25, bei der versucht wird, dem toten Radik Albertowitsch Kosinow einen würdigen, soldatischen Abschied zu bieten. Tatsächlich müssten sich alle Beteiligten die Frage stellen, warum hat niemand den dummen Jungen gestoppt? Zunächst seine Eltern, seine junge Frau, die Leute von der Militärregistrierung und zuletzt seine Kommandanten an der Front - alle hatten die Möglichkeit ihm zu erklären, Krieg ist kein Abenteuer oder Computerspiel. Wenn man Glück hat, kommt man traumatisiert nach Hause und wenn nicht - im Zinksarg
So brach am 19. Mai 2025 Radik zu seinem ersten und letzten Kampfeinsatz an der Front in der Ukraine auf.
|
Aleksander Aleksandrowitsch Funkner (Функнер Александр Александрович) wurde am 04. Februar 1980 im kleinen Dorf Wolowo (99 Einwohner im Jahr 2014) in der Oblast Nowosibirsk geboren. Aleksander ist Russlanddeutscher. |
Eduard Jurjewitsch Engel (Энгель Эдуард Юрьевич), geboren am 13. Mai 1993, wuchs im großen Dorf Kljutschi (Bezirk Kljutschewski) im Altai auf. |
Sergej Nikolajewitsch Friesen (Фризен Сергей Николаевич), geb. am 5.07.1988, stammte aus Anschero-Sudschensk im Kohlebecken der Oblast Kemerowo. Die Stadt liegt an der Transsibirischen Eisenbahn und befindet sich auf einem absterbenden Ast - seit 1960 hat sich die Bewohnerzahl auf 64.000 halbiert. |
Weiterlesen: Deutsche Namen unter den russischen Kriegstoten im Juli 2025

Nikolai Wassiljewitsch Senko wurde am 30.03.1979 in Ulan-Ude geboren. Nach der Schule wollte er Schauspieler werden und schloss die Schule für Kunst & Kultur ab. Doch dann kam der Wehrdienst und danach orietierte sich Nikolai neu - er wurde Polizist. Im Jahr 2018 ging er im Rang eines Polizeimajors in den Ruhestand. Doch auch ihn lockte das viele Geld im Kriegsdienst. Als einfacher Soldat meldete er sich im November 2023 freiwillig und überlebte immerhin eineinhalb Jahre. Im März 2025 war auch sein Leben beendet.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Das Dorf Uinskoje liegt in der russischen Region Perm mit etwa 4.000 Bewohnern. Vermutlich wurde in diesem Dorf ein Versuchsballon gestartet. In einer Information auf der VKonatkte-Seite der „Verwaltung des Stadtbezirks Uinsky“ wurde eine Anzeige der Verwaltung veröffentlicht. Danach werden Frauen in der Region Perm für den Kriegseinsatz rekrutiert. Die Behörden versprechen ein Gehalt von 210.000 Rubel pro Monat und einen Bonus von 1,5 Millionen Rubel für die Unterzeichnung eines Vertrags mit dem russischen Verteidigungsministerium. Der Vertrag soll eine Laufzeit von einem Jahr beinhalten. (Allerdings können solche Verträge laut einem Erlass des Präsidenten so lange verlängert werden, solange die Mobilisierung nicht aufgehoben ist.)
Laut dem Informationstext können nur Frauen zwischen 18 und 35 Jahren einen Vertrag als Drohnenpilotin unterzeichnen, Frauen unter 45 Jahren dürfen sich für Positionen als Fahrerin für humanitäre Hilfstransporte bewerben.
Die Informationsseite wurde inzwischen gelöscht. Allerdings ist es uns gelungen, noch einen Screenshot der betreffenden Anzeige zu sichern (Original, deutsche Übersetzung.).
Die russische Zensur verbietet die genaue Berichterstattung über die vielen ukrainischen Drohnenangriffe auf Erdölraffinerien und Militärstützpunkte im ganzen Land. Die örtlichen Medien berichten deshalb nur sehr zögerlich über die Resultate und zitieren lieber staatliche Erfolgsmeldungen, dass wieder eine Vielzahl von Drohnen abgeschossen wurden.
In den Kommentaren zu den Berichten der großen lokalen Medien ließen die Bürger ihrer Wut freien Lauf und verspotteten Behörden und Regierung. Wir haben mehrfach solche Kommentare veröffentlicht.
In den letzten Tagen gab es erneut Drohnenangriffe auf die Region Krasnodar und St. Petersburg. Wieder wurde im Raum Krasnodar eine Erdöl verarbeitende Anlage in Brand gesetzt und bei St. Petersburg wurde ein Munitionslager angegriffen. Es kam zu Explosionen, die Bevölkerung in der Nähe wurde evakuiert.
Leserkommentare zu den Berichten von Fontanka in St. Petersburg sind jetzt nicht mehr möglich, die Funktion wurde deaktiviert.
17.04.2026
Sergej Jewgenjewitsch Jaschow, 32 Jahre alt
Status: Verstorben
Geburtsdatum: 03.08.1993
Todesdatum: 17.12.2025 (Beerdigung: 16.04.2026 in Ussuriysk)
Geburtsort: Olekminsk, Olekminsker Ulus
Todesort: Sewersk, Lugansk-Region
Dienstart: Vertragsdienst seit November 2025
Dienstort: Maschinengewehrschütze, 123. Motosturmbrigade
Kinder: 2
Die russische Staatsbank hat eine neue Tabelle über ihre Währungsreserven bis einschließlich 1. Mai veröffentlicht. Danach verkauft die Zentralbank seit Jahresanfang monatlich eine beträchtliche Menge an Gold - insgesamt knapp 28 Tonnen.
Russland dürfte durch den Verkauf etwa 3,7 Milliarden Euro eingenommen haben. Das russische Staatsvermögen wird aber nur zu einem geringen Teil, wenn überhaupt, bei den Bürgern ankommen. Der Staat benötigt die Einnahmen, um seinen Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren.
„Udmurtien gegen Koruption“ ist ein Telegram-Kanal, über den wir auch Meldungen über russische Kriegstote aus der russischen Teilrepublik Udmurtien beziehen. Der Gründer des Kanals, Iwan Elisejew, hatte bis zum Jahr 2021 das regionale Büro Alexej Nawalnys geleitet. Ende 2021 verließ auch Elisejew Russland, um einer Verhaftung zu entgehen.
„Udmurtien gegen Koruption“ wurde inzwischen in das russische Register der „ausländischen Agenten“ aufgenommen. Iwan Elisejew wurde aktuell vom russischen Innenministerium zur Fahndung ausgeschrieben.
Am 13. und 14. Mai startete Russland den größten Drohnenangriff auf Kiew und die gesamte Ukraine. Moskau setzte 1.567 Drohnen und 56 weitere Raketen ein. Allein in Kiew wurden 24 Menschen getötet.
Zwei Tage später griffen ukrainische Drohnen zum ersten Mal in großem Umfang die Region Moskau an. Ziele waren eine Erdölraffinerie und Betriebe mit militärischer Produktion. Mindestens drei Menschen wurden getötet.
Zum Bericht des Moskauer Internetportals MSK1 über die Schäden, gab es auch einige interessante Kommentare: