Belgorod Rakete

Bei einem Raketenbeschuss der russischen Stadt Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine soll es nach russischen Angaben 24 Todesopfer und 110 Verletzte  gegeben haben. Unter den Todesopfern befänden sich danach auch drei Kinder.

Tatsächlich gab es einen Raketenangriff der Ukraine auf militärische Ziele im Stadtgebiet von Belgorod. Ein großes Waffendepot wurde auch getroffen. Bei dem Versuch, diesen Angriff abzuwehren, sind wohl Teile der Raketen beider Seiten über der Innenstadt abgestürzt und explodiert. Es gibt auch Videoaufnahmen die zeigen, wie fehlgeleitete Abfangraketen direkt im Stadtgebiet aufschlagen.

Einen Tag zuvor hatte Russland mit deutlich über 100 Raketen und Drohnen die Ukraine angegriffen und hauptsächlich zivile Ziele getroffen. Dabei kam es zu einer wesentlich höheren Anzahl an Toten und Verletzten.

Nikita Viktorowitsch WoronaVorbemerkung: Nikita Viktorowitsch Worona war ein junger Vorzeigeoffizier der russischen Armee. Er durfte Russland bei internationalen militärischen Wetbewerben vertreten.

Doch irgend etwas lief schief in seiner Karriere. Er wurde an die Front versetzt und direkt dem  Himmelfahrtskommando einer Sturm-Z-Einheit zugeteilt. Am 29.10.23 kam er ohne jegliche Kampferfahrung an, bereits am 08.11.23 war für ihn Schluss.

Nachfolgend der Beitrag der regionalen VK-Seite Amur.info aus Blagoweschtschensk.

Iwan Nikolajewitsch KriwoschejewDer russische Leutnant Iwan Nikolajewitsch Kriwoschejew wurde in der Ukraine getötet und am 16. Dezember 23 im Dorf Lapschowo in der Region Pensa beerdigt. Soweit der wesentliche Inhalt einer der vielen Todesmeldungen, die wir täglich im Internet sichten.

Auf der Suche nach einem Foto des Leutnants stellte sich heraus, dass der von uns bearbeitete Beitrag doch recht weit von der Wirklichkeit entfernt war. 

Zunächst die erste von uns entdeckte Nachricht vom 14.12.23:

Maxim Aristarchow Maxim Aristarchow wurde Anfang November bei einem russischen Angriff auf Awdijiwka getötet. Er gehörte zu einer Sturm-Z Einheit, die sich aus Häftlingen der russischen Gefängnisse zusammensetzt.

Im Jahr 2022 war Maxim Aristarchow wegen Doppelmordes zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er gehörte zu einer Organisation von russischen Neonazis rund um den Vlogger Maxim Marzinkewitsch, besser bekannt als "Tessak". Seine Verbrechen hatte Aristarchow aus Rassenhass begangen.

Sergei AndryukhinDies ist ein Beitrag der kritischen Initiative Dovod aus der Oblast Wladimir. Da im Artikel weitere Detais zu den sogenannten Sturm-Z Einheiten berichtet werden, haben wir ihn übernommen. Die hier beschriebenen Angriffe gehen noch immer weiter. Es sieht so aus, dass bis zur Präsidentenwahl 2024 die Stadt Awdijiwka  erobert werden soll - koste es was es wolle.

Ein ehemaliger Sicherheitsoffizier wurde für den Krieg aus einem Strafgefangenenlager rekrutiert, wo er eine Strafe wegen Korruptionsverbrechen verbüßte.

Andrej SysojewIm Juni 2023 meldete sich Andrej Sysojew aus der Stadt Uwarowo, Region Tambow, freiwillig bei der Armee, er wollte am Ukrainekrieg teilnehmen. Andrej, dessen Alter wir nicht kennen, hatte keinerlei militärische Erfahrung. Er gehörte zu den russischen Bürgern, die in die Behindertenkategorie III eingestuft wurden.

Foto: Trauerfeier für Andrej

Sergej Wladimirowitsch SmirnowÜber die Person von Sergej Wladimirowitsch Smirnow (Foto) wissen wir nichts, schon gar nicht, warum der Mann in der Stadt Kochma, Region Iwanowo, inhaftiert war.

Sergej wurde im Gefängnis zum Sturm-Z Bataillon rekrutiert. Über den darauf folgenden Ablauf wissen wir etwas mehr:

31.10.23 - Мальгин Константин - Originaltext

In Kamensk-Uralsky verabschiedeten sie sich vom 27-jährigen Konstantin MalginDer Kommandant eines Sturm-Z-Trupps starb in der Sondereinsatzzone, Informationen darüber wurden von der Stadtverwaltung bestätigt. Verwandte beschreiben ihn als willensstarken, freundlichen, sympathischen Menschen, aufmerksamen Sohn und zuverlässigen Freund.

Konstantin RyuminImmer wieder gibt es neue Informationen zu den Häftlingen, die die Gruppe Wagner aus den Haftanstalten Russlands rekrutierte. Heute können wir einen Mann aus der Stadt Iwanowo vorstellen. Konstantin Wladimirowitsch Rjumin (Foto rechts) wurde am 23.11.1988 geboren und bekam 2020 vom dortigen Gericht wegen Mordes eine Strafe über 9,5 Jahre Lagerhaft verordnet.

Auch er ließ sich von der Gruppe Wagner anwerben und wurde am 21. Januar irgendwo an der Front getötet. Das ist passiert:

Michail KonakoVon all den Abscheulichkeiten, über die wir hier berichten, gibt es manchmal Vorkommnisse, die noch widerwärtiger als alles andere sind. Man könnte meinen, dass es sich um eine moderne Form der "Euthanasie" der Nazis handelt.

In der Region Samara im Dorf Akchurina gibt es ein Rehabilitationsinternat für Schüler mit Behinderungen. Wenn man den Fotos des Internats glauben kann, dann handelt es sich dabei wohl um Schüler mit geistigen Behinderungen. Dort wurde tatsächlich wie an vielen Schulen Russlands ein "Heldenschreibtisch" eingerichtet und mit Pomp eingeweiht.

Sergey SavenokIn einer kurzen Bildergeschichte hatten wir vom Kadettenausbilder Sergej Nikolajewitsch Sawenok berichtet, der mit dem Satz "Lasst sie uns töten" aus Sibirien in den Ukrainekrieg abgereist war. Die "Menschen vom Baikalsee" erzählen aktuell die ganze Geschichte, wir dokumentieren davon Teile, gekürzt um Persönliches:

Sergey Savenok wurde am 1. Juli 1961 im Dorf Kontarnoye in der Region Donezk in der Ukraine geboren. Nach der 10. Klasse trat er in die Höhere Militärschule Simferopol ein und wurde stellvertretender Kompaniechef für den politischen Teil der militärischen Bauabteilung. Dann diente Sergej in Usbekistan. 1988 wurde er zur Militäreinheit Ussolje-Sibirski in der Region Irkutsk versetzt, wo er weiterhin als politischer Ausbilder tätig war. 1996 erhielt Sergei Savenok den Rang eines Oberstleutnants und ging 2009 in den Ruhestand.

Kirill Petrowitsch KuschnirBekeschewka ist ein kleines Kosakendorf in der Region Stawropol. Jeder kennt jeden, die Menschen leben meist von oder mit eigener kleiner Landwirtschaft. Vor Jahren zog eine im Dorf bisher unbekannt Frau in die Gemeinde, die als Pflegemutter sich um Kinder und Jugendliche kümmerte. Zwei dieser Kinder kamen von ihrem Stiefbruder, über dessen Vita die Geschichte ans Licht kam.

Jener Stiefbruder, Kirill Petrowitsch Kuschnir (Foto mit Frau), verbrachte 2019 mit seiner Familie den Urlaub in Jessentuki, einem Kurort in der Region Stawropol. Er war damals 25 Jahre alt, seine Frau, Anastasia Cojocaru, war vier Jahre älter.  Kirill, damals schon ein gewohnheitsmäßiger Säufer,  hatte den Verdacht, dass seine Frau ihn betrügen würde. Besoffen und außer sich vor Wut erschlug und erwürgte er seine Frau auf offener Straße. Ein Überwachungsvideo dokumentierte die Tat. Erschöpft legte er sich dann neben den leblosen Körper und schlief ein. Am anderen Morgen wurde er verhaftet.

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