Alexander Funkner

Aleksander Aleksandrowitsch Funkner (Функнер Александр Александрович) wurde am 04. Februar 1980 im kleinen Dorf Wolowo (99 Einwohner im Jahr 2014)  in der Oblast Nowosibirsk geboren. Aleksander ist Russlanddeutscher.
Er wurde Berufssoldat und gehörte zur kämpfenden Truppe im Tschetschenienkrieg.
Nach seiner Pensionierung arbeitete er in einem Sandsteinbruch. Im Jahr 2023 meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst und wurde im März 2025 in der Region Kursk getötet.

Eduard Jurjewitsch Engel

Eduard Jurjewitsch Engel (Энгель Эдуард Юрьевич), geboren am 13. Mai 1993, wuchs im großen Dorf Kljutschi (Bezirk Kljutschewski) im Altai auf.
In seinerm Profil auf VKontakte gibt er, an in Omsk zu leben und verheiratet zu sein. Man kann annehmen, dass Eduard aus einer russlanddeutschen Familie stammt.
Nach den Fotos und dem Nachruf zu urteilen, lebte Eduard in eher ärmlichen Verhältnissen und gehörte nicht zu den angesehenen Bürgern seiner Gemeinde.

Sergej Nikolajewitsch Friesen

Sergej Nikolajewitsch Friesen (Фризен Сергей Николаевич), geb. am 5.07.1988, stammte aus Anschero-Sudschensk im Kohlebecken der Oblast Kemerowo. Die Stadt liegt an der Transsibirischen Eisenbahn und befindet sich auf einem absterbenden Ast - seit 1960 hat sich die Bewohnerzahl auf 64.000 halbiert.
Sergej war ein einfacher Arbeiter im Schichtdienst, der von Baustelle zu Baustelle gereist ist. Auch er suchte das schnelle Geld beim Krieg in der Ukraine. Am 15.02.25 hat er nur den Tod gefunden. Verbindungen zu Russlanddeutschen haben wir nicht gefunden.

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Russlands Krieg gegen die Ukraine mit den vielen toten russischen Soldaten muss der eigenen Bevölkerung vermittelt werden. Ein gutes Beispiel dafür kommt aus südlichen Region Stawropol, das wir hier vorstellen wollen. In einem Video geht es um die gefallenen Kosaken der Region, insgesamt zeigt der Film 56 im Krieg gefallene Soldaten mit wenigen persönlichen Daten. 

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Stadt Sarapul am Fluss Kama -- Foto: Alexxx1979 -- Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Stadt Sarapul war bis zum Jahr 2010 eine Großstadt mit deutlich über 100.000 Bewohnern, einer starken industriellen Basis und ist die drittgrößte Stadt Udmurtiens. Sie liegt etwa 1.250 km östlich von Moskau. Doch auch diese Stadt schrumpft, hat in den letzten 30 Jahren etwa 20.000 Bewohner verloren, was die ökonomische Realität verdeutlicht. Sarapul liegt am Fluss Kama, ein 1.800 km langer Nebenfluss der Wolga.

Bewohner von Sarapul haben ein Video über einen ziemlich ungepflegten Soldatenfriedhof veröffentlicht, auf dem die Toten im Krieg gegen die Ukraine bestattet werden. Der Telegram-Kanal "Udmurtien gegen Korruption" schreibt dazu:

Watschi

Dorf Watschi -- Foto: Davdiev Rafael R  -- Lizenz: CC BY-SA 2.0

In den Regionen des Kaukasus leben etwa 50 unterschiedliche Völker mit eigener Kultur, Sprache und Religion. Heute wollen wir den Kulinsky Bezirk in der russischen Teilrepublik Dagestan vorstellen, in dem fast alle Bewohner zum Volk der Laken gehören. Etwa 160.000 Menschen in Dagestan bezeichnen sich als Laken, sie haben eine eigene Sprache und sind vorwiegend Muslime. Im Kulinsky Bezirk leben rund 11.000 Menschen, Zentrum des Bezirks ist das Dorf Watschi mit etwa 1.500 Bewohnern. Watschi ist etwa 100 km Luftlinie von der Republikhauptstadt Machatschkala entfernt.

Eine Redakteurin einer lokalen Zeitung hat ein Video zusammengestellt, das die im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Laken zusammenfasst - 95 an der Zahl. Auch in diesem Film werden die Kriegstoten heroisiert und nicht hinterfragt, was diese Opfer eigentlich mit dem eigenen Volk zu tun haben. Wir konnten 14 Namen in unsere Datenbank nachtragen.

GuidoHuber

Guido Huber kommt aus Lübben in der Niederlausitz. Er vermisste seine alte DDR und hat sie in der Region Jamal in Russland wiedergefunden - vor einem Jahr wanderte er aus. In der Sprache der Ureinwohner bedeutet das Wort "Jamal" so viel wie das Ende der Welt. 

Aber Guido wollte nicht im hohen Norden Russlands frieren, er hat sich als Söldner für den Krieg in der Ukraine gemeldet, eine Tatasche, die die russischen Propaganda-Kanäle jetzt ausschlachten. Das folgende Video mit Guido wurde am 6. August 25 aufgenommen:

 

„Masken-Schau“ am Tag des Gedenkens an die Opfer des Großen Terrors in Sandarmoch

Sandarmoch 1

Menschen in Schwarz umzingelten eine Frau, die zu einer Gedenkveranstaltung in Sandarmoch gekommen war

Nationalisten der „Russischen Gemeinschaft“ und andere Provokateure versuchten, die Verlesung der Namen der 1937–1938 in Karelien erschossenen Menschen zu stören. Die Gedenkfeier fand am 5. August, dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Großen Terrors, auf dem Gedenkfriedhof Sandarmoch in der Nähe der karelischen Stadt Medweschjegorsk statt, wo mehr als sechstausend Menschen begraben sind.

Kisseljowsk Leninstraße

Kisseljowsk, Leninstraße  -- Lizenz: CC BY-SA 3.0

Ohne Kohle wäre in Kisseljowsk nichts los. Mitten im heutigen Stadtgebiet lagen die ersten Kohleminen, von den vormals zehn Kohleabbaustellen sind im Moment noch vier irgendwie aktiv und sorgen für eine hohe Belastung der Umwelt. Im Winter kann es vorkommen, dass auf der Erde eine schwarze Schneedecke liegt. Kisseljowsk hatte in den 70-iger Jahren noch etwa 130.000 Einwohner, heute sind es noch 80.000 - Tendenz stetig fallend. Die Stadt liegt in der Oblast Kemerowo etwa 180 km südlich der Hauptstadt.

Ein Schüler aus Dagestan unterschrieb unter Folter einen Vertrag und verschwand im Krieg

Said MurtasaliewDer 18-jährige Schüler Said Murtasaliew aus Dagestan fuhr im Januar 2025 in die Winterferien nach Moskau, wo er zusammen mit Freunden von der Polizei festgenommen wurde. Unter Androhung der Verhaftung wegen eines angeblich von ihnen begangenen Verbrechens wurde Said gezwungen, einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium zu unterschreiben. Nach Angaben seiner Mutter wurde der Schüler nicht nur bedroht, sondern auch gefoltert – man übergoss ihn mit eiskaltem Wasser, setzte ihm eine Gasmaske auf und schlug ihn.

Zuletzt gelang es Said im März, seine Familie anzurufen – seitdem erhält seine Mutter vom Militär keine Informationen über seinen Aufenthaltsort.

Elbrus Berg

 Berg Elbrus -- Foto: JukoFF -- Lizenz: Frei

In der russischen Teilrepublik Kabardino-Balkarien wohnen rund 900.000 Menschen. Etwa 70% der Bevölkerung sind sunnitische Muslime, der Anteil der russischstämmigen Bevölkerung nimmt stetig ab und lag im Jahr 2020 bei knapp 20 Prozent. Im Krieg gegen die Ukraine sind die Bewohner extrem zurückhaltend, die Republik liegt in unserer Statistik der Kriegstoten in Abhängigkeit von der Bevölkerung auf den ganz hinteren Plätzen.

Es ist Anfang Mai im Bezirk Elbrus und im Dorf Kendelen mit rund 7.000 Bewohnern findet eine Gedenkveranstaltung statt. Eine Delegation des Motorradclubs "Nachtwölfe" ist extra gekommen, um eine Tafel für die im Krieg gegen die Ukraine getöteten Bewohner einzuweihen. Wir geben den Bericht der Bezirksverwaltung im übersetzten Original wieder. Von den elf veröffentlichten Namen waren uns acht unbekannt.

MarinesWolgograd

Ein Telegram-Kanal der Marineinfanteristen von Sewastopol auf der Krim veröffentlicht hin und wieder Meldungen von gefallenen Soldaten der Marine. Aktuell wurde ein Video veröffentlicht, das 100 im Krieg gegen die Ukraine getöteten Marinesoldaten vorstellt, die aus der Region Wolgograd kommen. Im Gegensatz zu anderen ähnlichen Videos enthält dieses etwas mehr Informationen über die gefallenen Soldaten. Wir konnten 38 neue Namen in unsere Datenbank eintragen.

Jurij Maximowitsch Witsinets -- Danijar Baktiarowitsch Kereibajew -- Denis Alexandrowitsch Moschaitsew

Soldaten im Wehrdienst wurden durch Täuschung und Drohungen dazu gezwungen, einen Vertrag zu unterschreiben

Drei Russen, Soldaten im Wehrdienst im Alter von 18 bis 19 Jahren, haben das obige Video aufgenommen, in dem sie berichten, dass sie durch Täuschung dazu gezwungen wurden, unbefristete Verträge in Burjatien zu unterschreiben. Nachdem sie in der 37. separaten motorisierten Schützenbrigade der Militäreinheit 69647 in der Stadt Kjachta angekommen waren, begann der Zugführer, die Wehrpflichtigen mit der Versetzung an die Front und faktisch mit dem Tod zu bedrohen.

Die Angehörigen aller drei Soldaten berichteten, dass ihnen wegen ihrer Weigerung, den Vertrag zu unterschreiben, damit gedroht wurde, sie in die Region Kursk zu bringen und „auszulöschen“.

Pokrowsk

Zentrum von Pokrowsk  vor der russischen Zerstörung -- Foto: MOs810 -- Lizenz: CC BY-SA 3.0

Pokrowsk ist eine Stadt in der Region Donezk, um die zur Zeit heftig gekämpft wird. Die Stadt hatte ursprünglich mal 60.000 Einwohner, fast alle Bewohner haben inzwischen die Ruinen der Stadt verlassen. Die Situation für die ukrainischen Verteidiger hat sich angeblich in letzter Zeit verschlechtert, die russische Propaganda berichtet täglich von neuen Geländegewinnen. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit:  Der russische Kanal ZOW Insider, der aktuelle Verlustlisten der russischen Soldaten erstellt, hat  am 23. Juli einen wütenden Bericht veröffentlicht, den wir hier übersetzt dokumentieren:

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