Auch Kickboxen ist an der Front wenig gefragt. Oleg Kartlosowitsch Panin, geboren am 11.06.1973 in Leningrad, war Vorsitzender des Kickboxverbandes von Brijansk, Manager eines Immobilienunternehmens und Ehrenbürger des Dorfes Lokot in der Oblast Brjansk. Privat hat er acht Kinder, von einer Frau ist nicht die Rede, aber von seiner Mutter. Warum der Mann im Januar 2025 einen Militärvertrag abschloss, verschweigen die Nachrufe. Am 27.11.2025 war auch seine Militärzeit abgelaufen. „Er fiel  im Einsatz für die Sicherheit unseres multinationalen Volkes, dessen Recht auf Leben und Selbstbestimmung“, fabuliert der Nachruf.

Valery Borisowitsch Gepner, geboren am 14.10.1978, lebte in der Großstadt Rybinsk in der Oblast Jaroslawl. Er war Kosak und Cheftrainer eines Säbelfechtverbandes. Auch ihn zog es in den Krieg, statt mit dem Säbel kämpfte er als Drohnenpilot. Dabei wurde er schwer verletzt, aber meinte, dass dieser Krieg ihn unbedingt brauchen würde und kehrte an die Front zurück. Bei einem russischen Angriffsversuch wurde er aktuell getötet.

Sicherheit ist realativ:
Freunde! Traurige Nachrichten. Wladimir Ogarkow, Chefredakteur der Zeitschrift „Welt der Sicherheit“, ist im Nordöstlichen Militärbezirk heldenhaft ums Leben gekommen. Wladimir hat diese Entscheidung selbst getroffen. Wir werden ihn als Helden und wahren Profi in Erinnerung behalten! Die gesamte Sicherheitsgemeinschaft trauert…(Link)

Zandan Munkobolotowitsch Budadariew, geboren am 14.10.1986, war ein ethnischer Burjate, der im Dorf Tsokto-Changil in Transbaikalien aufwuchs. Sein Berufseinstieg war eigentlich gelungen. Er arbeitete von 2014 - 2015 als Informatik- und Lebenssicherheitslehrer an seiner ehemaligen Schule. Doch danach wurde er Berufssoldat und gehörte ab dem Jahr 2016 zu den regulären russischen Streitkräften im Donbass  - als Separatist verkleidet. Weiter ging es für ihn auf die Kurilen, nach Syrien und schließlich gehörte Zandan im Februar 2022 zu den ersten russischen Invasionstruppen in der Ukraine. Bereits am 17. Mai 2022 war Zandans Militärkarriere vorbei. 

Sergej Orlow, geboren am 21.03.1995 in Tscheljabinsk, war ein Multitalent: Akrobat, Gitarrespieler, Breakdancer, Trampolinhüpfer, Zirkusartist und Fitnesstrainer zugleich. Achso - er war auch noch Kinesiologe für die, die daran glauben. Sein Motto war: „Der Sinn des Lebens ist ein sinnvolles Leben.“ Das sinnvolle Leben suchte er dann als Freiwilliger im Krieg gegen die Ukraine und hat dort - wie überraschend - den sinnlosen Tod gefunden

Hermann Semjonowitsch Konkin hatte mit seinen 61 Jahren auch schon bessere Zeiten erlebt. Auf dem Foto sieht man einen verbrauchten Mann, der deutlich älter aussieht. Hermann kam aus dem Dorf Muschi mit rund 3.700 Bewohnern im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen. Viel Arbeit gibt es dort nicht, der Bezirk lebt von staatlichen Zuwendungen. So kam es, dass auch ein Mensch wie Hermann, der nicht kriegstauglich wirkte, als Kanonenfutter im Donbass eine Aufgabe erfüllte und damit seinen Angehörigen zu einem Geldsegen verhalf. Hermann wurde am 20.11.25 in Muschi begraben.

Aljona schreibt: „Du warst der gütigste und fürsorglichste Mensch ... Es tut mir leid, dass das Schicksal so entschieden hat. Und du bist in den Krieg gezogen ...Du bist als Held gestorben ... bist Zugführer geworden, hast 6 Kampfeinsätze absolviert, ohne eine einzige schwere Verletzung ... hast 3 Medaillen verdient, darunter das Georgs-Silberkreuz für Tapferkeit!“ Da stellt sich die Frage - wie kann ein gütiger und fürsorglicher Mann freiwillig in den Krieg ziehen, um in einem fremden Land die Väter anderer Familien zu töten? Ion Hochlow, 11.01.93 - 23.11.2025, lebte in der Stadt Perm.

Sergei Borisowitsch Galdanow wurde am 27. März 1987 im Dorf Nur-Tuhum in Burjatien geboren. Er erlernte den Beruf eines Telekommunikationsingenieurs, arbeitete als Gerichtsvollzieher. Im Jahr 2016 wurde er Berufssoldat, studierte daneben aber noch Jura und bekam so den Spitznamen „Anwalt“. Im Donbass kämpfte er als Panzerkommandant und zerstörte beinahe die komplette ukrainische Armee, wenn man dem Nachruf glauben kann. Eine ukrainische Sabotagetruppe verbrannte am 28.11.25 den Panzer, in dem Sergei saß.

Am 20.  Mai 2025 machten sich die beiden Zwillinge Sergej und Oleg Burakow auf den Weg ins Kriegsgebiet. Beide lebten im Dorf Kijasowo in Udmurtien und hatten sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet. Sergej kam als erster zurück - im Zinksarg und wurde am 15.09.25 bestattet. Oleg bekam Urlaub im November und versprach nach Hause zu kommen. Er hielt sein Versprechen, kam aber auch im Zinksarg zurück. Am 27.11.25 wurde er begraben.

Oberleutnant Maxim Butenko, Jahrgang 1990 aus Wolsk in der Oblast Saratow, hatte genug vom Krieg in der Ukraine und ließ sich versetzen. Im afrikanischen Mali wollte Maxim der einheimischen Armee ein Vorbild an Mut, Tapferkeit und selbstlosem Dienst am Vaterland sein. Das funktionierte nur bedingt. Auch in Mali wird geschossen und Maxim wurde am 2.12.25 getötet. Am 19. Dezember wurde er in Wolsk beigesetzt.

Am 15. August 2024 kam der ranghöchste Scharfschütze des motorisierten Schützenbataillons der Militäreinheit 91711 bei Kampfeinsätzen in der Zone der Sonderoperationen tragisch ums Leben“, schreibt der Nachruf. Das möchte man gern glauben, denn dann stünde es um die russische Armee wirklich übel. Wassili Maksimowitsch Sidorow, geboren am 12.05.1964 im Dorf Luptjug der Oblast Kostroma, bekam eine Ausbildung zum Maurer, aber Arbeit nur als Hirte und Wachmann. Er meldete sich  2023 freiwillig.

Wladimir Wassiljewitsch Iwschin, Alter unbekannt , lebte im großen Dorf Igra in Udmurtien. Er hätte wohl getrunken, aber für den Kriegseinsatz in der Ukraine war er gut genug. Tauglich zum getötet werden, am 27.11.25 wurde er im Heimatdorf begraben.

Alexander Wiktorowitsch Gusew, geboren am 7. Juni 1997, stammte aus der Stadt Schatura in der Oblast Moskau. Nach der Schule bekam er eine Berufsausbildung als KFZ-Machaniker und er hat nach eigenen Angaben auch Bioingenieur in Moskau studiert. Mit diesen Kenntnissen wurde er Polizist. Im Juni 2025 schrieb er sich zum Kriegsdienst ein und wäre sofort Scharfschütze geworden, schreibt der Nachruf. So ein Unsinn - zum Scharfschützen benötigt man eine gründliche Ausbildung, die länger dauert als ein paar Wochen. Denn bereits am 17. Juli 2025 war Alexander tot. „Geh dorthin, wo es Angst macht, dort findest du deine Stärke“, war sein Motto auf VKontakte, das eher lauten müsste„„Geh nicht dorthin, wo es Angst macht, dort findest du deinen Tod“.

Vater und Sohn: Andrej Petrowitsch Malankin (15.03.1972 - 29.08.2025) und Anton Andrejewitsch Malankin (21.03.1997 - 24.05.2025) stammten aus dem kleinen Dorf Mostowaja (Pflaster) in der Oblast Twer. Sohnemann Anton meldete sich im April 2025 freiwillig zum Kriegsdienst und wurde bereits im Mai als vermisst gemeldet. Und weil eine Dummheit nicht genug ist, meldete sich auch der Papa an die Front, um angeblich nach seinem Sohn zu suchen - real betrachtet eine Unmöglichkeit. Papa Andrej zog sich im Schützengraben dann eine schwere Krankheit zu, an der er zuhause verstarb. Jetzt hat er eine Plakette an der Dorfschule erhalten.

Maxim Wladimirowitsch Kolodin wurde am 19.05.1979 im sibirischen Omsk geboren. Er wollte nach dem Wehrdienst studieren, schaffte aber die Aufnahmeprüfung nicht. So arbeitete Maxim als Klempner und wurde Kosak.
Als im Jahr 2014 Russland versuchte, den ukrainischen Donbass zu annektieren, machte sich eine Gruppe Omsker Kosaken, einschließlich Maxim, auf den Weg in die Ukraine. Dort wollten sie, als Separatisten verkleidet, die russische Sache unterstützen. Später schaffte es Maxim sich in Luhansk an der Universität einzuschreiben und er erwarb den Master in Geschichte. Das brachte ihm eine Karriere als Taxifahrer in Omsk ein. Also zog er im Jahr 2022 wieder in den Krieg - diesmal als russischer Armeepolizist. Maxim wurde am 08.02.25 getötet.

Dem Namen nach könnte Andrej Andrejewitsch Steitz russlanddeutscher Abstammung sein. Aber außer dem Nachnamen haben wir keine andere Verbindung  zu Deutschland gefunden. Andrej, geboren am 15.03.1990, lebte in Abakan, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Chakassien. Auf dem Foto zeigt er eine Fahne mit der Ikone des gekreuzigten Jesus mit der Überschrift: „Für den Glauben, den Zaren und die heilige Dreifaltigkeit - Rus“. Am 18.11.25 meldete sein Bruder Eduard den Tod von Andrej.

Vergesst mich nicht, ich bin immer noch derselbe MAESTRO, der sich selbst angesichts des Todes nicht unterkriegen lässt, ich werde lächeln und den Tod zum Teufel schicken, bis der Herr beschließt, mich zu sich zu holen, ich werde leben, ich habe nicht vor, zu sterben!!“, schrieb Artur voller Angst, als er die Realitäten des Krieges erleben musste. Kurz danach im Dezember 2024 wurde Artur Wladimirowitsch Rout, geboren am 16. Juli 1995 in Tomsk, zum Angriff in ein Waldgebiet geschickt und kam nicht zurück. Seine Mutter meldete seinen Tod am 17.04.2025. Diese Mutter dürfte auch der Grund sein, für Arturs Soldatentum. Ein Jahr zuvor schwenkte sie die Fahne der Söldnergruppe Wagner.

Suchanfrage nach dem Vater Andrej Wladimirowitsch Tschernyschew. Todeszeitpunkt und Wohnort konnten wir nicht in Erfahrung bringen. 

Wladimir Nikolajewitsch Chlysow wurde am 2.10.1991 im Dorf Kamensk in Burjatien geboren. Nach der Schule arbeitete er für eine Hausverwaltungsgesellschaft. Ohne militärische Erfahrung meldete er sich am 02.05.2024 zum Kriegsdienst in der Ukraine.

  • Am 16.09.24 wurde er verwundet: Diagnose Schussverletzung in der Brust, Lunge und Schulter wurden geschädigt. Nach Krankenhausaufenthalt zurück an die Front.
  • Am 20.03.2025 erneut verletzt: Diagnose Kopf- und Arm- und Beinverletzungen. Nach Krankenhausaufenthalt am 26.05.25 zurück an die Front.
  • Am 12.07.2025 wurde Waladimir bei einem weiteren Kampfeinsatz in der Region Kursk getötet.

Jewgenis Heldenbrust ziert in der Mitte ein Swastika-Zeichen, ein indischer Glücksbringer. In vielfacher Verwendung ist das aber auch ein leicht verbrämtes nationalsozialistisches Hakenzeichen, das häufig auf eine rechtsradikale Gesinnung schließen lässt. Kumpel Albert fragt Jewgeni auf dessen Statusseite: „Hallo Jewgeni! Wann kommst du nach Hause?“ Jewgeni antwortet: „Albert, hallo! Wenn wir alle Schwuchteln und Nazis vernichtet haben, dann gehen wir nach Hause!“ 
Allerdings hat Jewgeni dann die Heimreise früher angetreten - im Zinksarg. Jewgeni Alexandrowitsch Danilow (22.01.1976 - 08.09.2023), Kampfname Hacker, lebte in Tscheljabinsk.

Go to top