Maxim lebte in der sibirischen Großstadt Miass in der Oblast Tscheljabinsk. In der Umgebung gibt es Goldvorkommen, die zum raschen Wachstum der Stadt beigetragen haben. Mit dem schnöden Mammon hatte Maxim ein besonderes Verhältnis. Bereits mit 18 Jahren stand er vor Gericht, weil er ein Auto gestohlen hatte. Und im Jahr 2022 stand er erneut wegen Diebstahls vor Gericht. Neben einem Wolf auf der Brust hatte er sich ein Dollar-Zeichen auf den Ringfinger tätowieren lassen. Laut seinem VKontakte-Status hat er sich für Programmiersprachen interessiert, doch das schnelle Geld verdient ein Russe heute im Krieg - mit meist tödlichem Ausgang. Maxim Wiktorowitsch Kriwodanow (21.03.1992 - 22.01.2025).

Nadeschda schreibt: „Oh Gott, ich habe erst heute erfahren, dass Lord Lois bei der speziellen Militäroperation ums Leben gekommen ist. Wie kann das sein, mein Freund, du warst doch ein Pazifist! Ruhe in Frieden und ewige Erinnerung.“ Nadeschda, das fragen wir uns auch!

Todesurteil schnell vollstreckt! 
Wassili Walerjewitsch Schabartschin, geboren am 28.11.1987 in Sterlitamak in Baschkortostan, war bereits mehrfach vorbestraft, als er sich am 13.10.2022 ein Mobiltelefon erschwindelte. Im März 2023 bekam er deshalb vom Gericht ein weiteres Jahr in einer Strafanstalt des strengen Regimes. „In Sünden ertrinkend, träumen wir vom Paradies“, schrieb er in seinem VKontakte-Status. Doch statt das Jahr abzusitzen, unterschrieb er am 5.07.2023 in der Strafkolonie Nr. 7 in Meleus/Baschkortostan einen Vertrag zum Kriegsdienst. Seine Schwester suchte ihn: „Acht Mann des Zuges werden vermisst, vermutlich in der Nähe von Soledar/Kleschtschejewka oder Bachmut.“ Wassili wurde am 15.07.2023 getötet.

Alexander Nikolajewitsch Afanasjew war Leiter des Bezirks der russischen Kleinstadt Gornosawodsk. Im Jahr 2016 musste er zurücktreten, es wurde ein Strafverfahren wegen Amtsmißbrauch gegen ihn eingeleitet. Er wurde verurteilt und später begnadigt: Wahrscheinliche Gegenleistung, die Teilnahme am Krieg gegen die Ukraine. Im Dezember 2024 unterzeichnete er den Vertrag, am 14.11.2025 wurde er beigesetzt.

Oleg Anatoljewitsch Kiselew, geboren am 20.11.1977, lebte im Dorf Jam-Tesowo in der Oblast Leningrad. Er kam aus dem Krieg nur im Zinksarg zurück nach Hause. Der Nachruf spendete der Mutter nicht wirklich Trost: „Wir wünschen der Mutter des Soldaten Gesundheit, Geduld und Kraft, bis ihr zweiter Sohn aus dem Krieg zurückkehrt.“

Ruslan Anatoljewitsch Baranowski war 56 Jahre alt, als er im Krieg gegen die Ukraine getötet wurde. Er stammte aus Nowouralsk, einer geschlossenen Stadt, in der Atomwaffen fähiges Uran angereichert wird. Ruslan war auch kein friedlicher Bürger. Er schloss sich im Oktober 2022 der Söldnergruppe Wagner an, überlebte den „Fleischwolf“ bei der Stadt Bachmut und machte nach Auflösung der Gruppe Wagner gleich mit dem Töten weiter - diesmal für die russische Armee. Am 31.07.25 war damit Schluss.

Zurück zum Beginn des Krieges: Swetlana suchte ihren Bruder, der seit dem 12. März 2022 im Gebiet Kiew, Bezirk Butschanski, Siedlung Makarow als vermisst gilt. In Butscha und Umgebung wurde von russischen Truppen ein Massaker an Zivilisten durchgeführt. 280 Leichen mussten in Massengräbern beigesetzt werden, über 400 Bewohner wurden durch die russische Soldateska getötet. Leonid Alexejewitsch Lesnejew, geboren am 14.01.1994 aus Burjatien, gehörte zu diesen russischen Besatzungstruppen und wurde laut Kameraden verwundet. Das russische Erbschaftsregister hat aber seinen Tod bestätigt, er wird im Monat November 2025 in unserer Statistik erscheinen.

In der schwer auszusprechenden Großstadt Schtscholkowo in der Oblast Moskau lebte Wassili Igorewitsch Jakobi. Wassili wurde am 2. September 1985 geboren und war Offizier der Reserve. Im Herbst 2022 wurde er mobilisiert, stieg zum Oberleutnant auf und wurde am 16. April 2025 getötet. Seine ehemalige Schule stattete zu seinen Ehren einen „Heldenschreibtsch“ aus, wie in fast allen Schulen in ganz Russland. Der Schreibtisch steht jetzt im Klassenzimmer seiner Tochter, die sich jetzt werktäglich an ihrem toten Vater erfreuen darf.

Unser geliebter, treuer Unterstützer seiner Frau und seiner zwei Kinder, liebevoller Vater seines einzigen Sohnes, lieber Bruder seiner Schwestern, liebevoller Großvater seines Neffen und seiner Enkelkinder. Er hinterlässt viele Verwandte und Freunde. Ein fröhlicher Mensch, Schwiegersohn, Bruder seiner Freunde und Klassenkameraden, Monge Barlykowitsch Kawaa, geboren am 02.01.1964, fiel im Kampf für das Vaterland und ist nun für immer von seinen Lieben getrennt. Wir sind zutiefst betroffen.

Aus dem Dorf Jelimbetowo mit weit weniger als 400 Bewohnern kam Asamat Minijarowitsch Allaberdin. Er wurde am 12.12.1966 im Dorf geboren und erlernte den Beruf des Elektro- und Gasschweißers. Damit konnte er keine Arbeit finden, so wurde er Viehtreiber und später Traktorfahrer auf der Kolchose Kundrjak. Auch Asamat wollte kurz vor der Rente ordentlich Geld verdienen und meldete sich am 9.08.24 freiwillig.  Am 5.September 2025 wurde er getötet.

Danil Walerjewitsch Solschigrasow wurde am 25.04.1982 im Dorf Nerjuktjajinsk 1 in Jakutien (Sacha) geboren. Danil startete mit 12 Jahren eine sehr erfolgreiche Karriere im Boxen und Kickboxen. Er studierte Sport an der Universität in Jakutsk und wurde Meister des Sports Russlands im Boxen. Danach arbeitete er bei einer Firma für Autoteile.  Am 01.09.2023 unterschrieb er einen Militärvertrag und wurde am 5.12.2023 schwer verwundet. Im Sommer 2025 wollte er es noch einmal im Krieg versuchen, der Versuch endete am 2. November 2025.


Dimitri gehörte zur kriminellen Brigade „Pjatnaschka“, die ab 2014 im Donbass als sogenannte Separatisten gegen die ukrainische Armee kämpfte. Die Einheit wurde von abchasischen Kämpfern gegründet mit Bezug zu der dortigen Mafia. Als Russland im Jahr 2022 den Krieg gegen die Ukraine begann, waren auch die Pjatnaschka-Söldner wieder mit dabei. Ihnen allen wird Diebstahl, Schutzgelderpressung und Folter vorgeworfen. Dmitri Alexandrowitsch Jeremisin, geboren am 14.11.1989, stammte aus der Großstadt Jessentuki in der Region Stawropol. Bezeichnenderweise war sein Kampfname  „Machiavelli“. Sein Soldatentum wäre von hehren Idealen geprägt gewesen, schreiben seine Kameraden: „Dimitri kämpfte heldenhaft zum Schutz der friedlichen Bevölkerung des Donbass. Dima war im Leben sehr bescheiden, aber im Kampf mutig und entschlossen – immer in den ersten Sturmtruppen – dort, wo es am heißesten herging."

Wladimir Wjatscheslawowitsch Dimitriew, geboren am 28.07.1965, lebte im Dorf Brjansk in Burjatien. Beim Militär verdiente er sich den Rang eines Offiziers, als er 1987 aussschied, musste er als Bauarbeiter sein Brot verdienen. Seine Firma machte Pleite und Wladimir sich selbstständig. Das Geschäft lief wohl nicht besonders gut, im September 2025 verpflichtete er sich bei einer Bars-Einheit. Das Militärhandwerk lief noch schlechter für Wladimir - am 11.11.2025 war er tot.

Ilja Igorewitsch Janitski wurde am 7. April 1994 in Babuschkin, Republik Burjatien, geboren. Babuschkin (Großmutter) ist eine kleine Kleinstadt mit einem großen Bahnhof an der Transsibirischen Eisenbahn. Ilja wäre ein sensibles Kind gewesen, das Origami faltete, zeichnete und in einer Theatergruppe gewesen wäre. Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands konnte er kein Wehrdienst leisten. Das alles hinderte ihn aber nicht, sich im 30. Juli 2024 freiwillig zu melden und loszuziehen, ukrainische Soldaten in ihrem Heimatland zu töten. Doch Iljas Mission nahm den erwartbaren Ausgang, am 19. Oktober 2024 wurde er getötet.  Zurück dauerte es wesentlich länger - am 1.11.2025 wurde er bestattet.

Nikolai Nikolajewitsch Soldatow (15.08.1990 - 10.10.2025) stammte aus der Stadt Tschechow in der Oblast Moskau und hatte sich im April 2024 freiwillig zum Vertragsdienst beim russischen Militär gemeldet. Bei der Beisetzung predigten die Priester: „Niemand hat größere Liebe als die, sein Leben für seine Freunde hinzugeben.Der Krieger erfüllte mit seinem Leben das höchste Gebot – das Gebot der Liebe.“

Artem Nikolajewitsch Selbikow,

ein Soldat aus der Republik Altai, Oberfeldwebel und Oberschütze eines Selbstfahrlafettenzuges in einer Angriffsabteilung der 60. Selbstständigen Motorisierten Schützenbrigade der 5. Armee des Östlichen Militärbezirks, fiel bei einer Militäroperation .
Er wurde am 28. Mai 2000 im Dorf Mariinsk im Bezirk Schebalinski geboren. Nach seinem Schulabschluss trat er in die Armee ein und leistete seinen Wehrdienst. Von 2022 bis 2023 diente er in Syrien und wurde mit den Medaillen „Für die Stärkung der militärischen Zusammenarbeit“ und „Teilnehmer an der Militäroperation in Syrien“ ausgezeichnet. Seit 2023 war er im Nördlichen Militärbezirk stationiert und erhielt die Suworow-Medaille, die Medaille „Teilnehmer an einer Militäroperation“ und das Georgskreuz.
Er fiel am 22. Oktober 2025 bei einem Kampfeinsatz in der Volksrepublik Donezk.
Er war ein gerechter, mitfühlender, verantwortungsbewusster, gütiger und fürsorglicher Sohn, Bruder, Onkel, Neffe, Freund, Ehemann und Vater. Sein Andenken wird in den Herzen seiner Angehörigen für immer weiterleben.
Altai Telegram-Kanal vom 10.11.2025

Artem Aleksandrowitsch Kudinow (19.02.1980 - 25.10.2024) arbeitete als Kunst- und Techniklehrer im Kosinsky-Bezirk der Region Perm. Wahrscheinlich aus finanziellen Gründen meldete er sich im September 2024 freiwillig zum Kriegsdienst - ohne jede militärische Erfahrung. „Sein Leben, geprägt von seiner selbstlosen Teilnahme an einer militärischen Sonderoperation, wurde zum Inbegriff von Furchtlosigkeit und unerschütterlicher Hingabe zum Vaterland. Er bewies außergewöhnlichen Mut und unerschütterlichen Willen bei der Verteidigung nationaler Interessen“, predigt der Nachruf. Große Worte für einen Zeitsoldaten, der kaum sechs Wochen an der Front überlebte. So schnell der Tod von Artem auch kam, mit der Heimreise ließ er sich Zeit. Am 18.11.25 wurde er beigesetzt.

Ausschließlich Baschkiren leben in dem kleinen Dorf Turkmenewo in Baschkortostan. Im Jahr 2010 lebten noch 156 Personen im Ort, mit Churmat Sunagatowitsch Sabangulow ist es zumindest ein Bewohner weniger. Churmat, geboren am 24.03.1963, meldete sich freiwillig zum Krieg in der Ukraine und wurde am 25.12.2024 getötet. Im Januar wurde öffentlich nach Verwandten gesucht, die Beisetzung fand erst am 30.10.25 statt.

Stanislaw Wladimirowitsch Ukrainets, geboren am 29.09.1992, lebte in der Stadt Tuchwin in der Oblast Leningrad. Er wurde im Herbst 2022 mobilisiert. Sein Nachname heißt nichts anderes als „Ukrainer“  und so musste ein Ukrainer gegen die Ukraine in den Krieg ziehen. Im April 2024 wurde er als vermisst eingestuft, seine Frau suchte öffentlich nach ihm, er war da schon tot.. 

Stanislaw Wladimirowitsch Tschumakow, geboren am 18.07.1967, war ein umtriebiger Geschäftsmann in der Großstadt Taganrog, einer Hafenstadt am Asowschen Meer. Doch irgend ein mächtiger Mensch wollte ihn  weg haben. Das ging so: Stanislaw erhielt im Oktober 2022 von einem Bekannten 500.000 Rubel, um den Architekten der Stadt zu bestechen. Der sollte schnell eine Genehmigung für ein Bauprojekt erteilen. Doch kurz nach der Geldübergabe, wurde Stanislaw festgenommen. Um den Stadtarchitekten zu  belasten, sollte Stanislaw sich mit ihm in einem Restaurant treffen und die Bestechung durchführung. Dort wurden beide dann verhaftet. Stanislaw wurde im März 2024 zu fünf Jahren Strafkolonie verurteilt. Auch er wollte das Gefängnis vermeiden und unterschrieb einen Militärvertrag. Im November 2024 wurde sein Tod vermeldet.

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