"Ein Krieger zu sein bedeutet, ewig zu leben!" - unter diesem völlig falschen Motto steht ein Projekt der Region Amur im fernen Osten Russlands. Denn diese Soldaten/Krieger sind tot und bald vergessen. Das trifft auch auf den Sohnemann auf jenem Foto zu. Peter Sergejewitsch Malkin, geboren am 19.06.1982, lebte in Blagoweschtschensk, der Hauptstadt der Region Amur. Er war Hauptmann der russischen Armee und wurde am 12.05.24 durch einen Raketenangriff getötet.

Oberstleutnant Dmitri Wladimirowitsch Dmitrijew, geboren am 2.10.1981, erwarb bereits  im Jahr 2002 sein Offizierspatent und danach ging es für ihn beim Militär stetig aufwärts. Als die Armee in die Ukraine einmarschierte, wechselte er zur Gruppe Wagner, die wohl besser bezahlte und für die er eine Drohneneinheit leitete. Nach deren Auflösung ging er zurück zum Militär und war Stabschef einer Fallschirmjägerbattaillons. Apropos Drohnen - am 24.10.24 fuhr er im Auto durch das Kriegsgebiet. Eine Drohne zerstörte den Wagen, Dimitri wurde getötet.

Maria Sokolowa, 43 Jahre, lebt in Surgut, einer Großstadt im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen. Sie hatte Wadim beim Spielen im Internet kennen- und lieben gelernt. Wadim war 45 Jahre alt, geschieden und lebte in Moskau. Als Oberstleutnant der Reserve war er im Jahr 2022 zum Krieg mobilisiert worden. Beide wollten zusammen ein Kind, dafür ließ Wadim sein Sperma einfrieren. Am 2. Juni 25 wurde Wadim getötet. Jetzt muss Maria vor Gericht gehen, um das Sperma einzufordern. Denn Wadim kann seine Zustimmung nicht mehr geben.

Andrej Pawlowitsch Golnew, geboren am 27.04.1998, stammte aus der sibirischen Großstadt Omsk. Er war Fallschirmjäger und wollte ein harter Hund sein. Sein Motto: „Wenn du niedergeschlagen wirst, kämpfe auf den Knien; wenn du nicht laufen kannst, greife im Liegen an.“ Am 5. Mai 25 wurde er in der Ukraine getötet.

Roman Pavlovich Gubenin wurde am 29. Januar 1973 im Dorf Ust-Egita geboren. Nach acht Klassen Schule machte er den Führerschein und arbeitete danach auf der Kolchose Pobeda. Am 19. Juni 2024 meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst, am 31. Juli war er tot.

Andrej Alexandrowitsch Tschikunow, geboren am 11.02.1973 in der Stadt Gorki (heute Nischni Nowgorod), getötet als Freiwilliger in der Ukraine. Die Stadt Sewerobalsk in Burjatien schreibt im Nachruf: "Er arbeitete als Bauarbeiter, Betonarbeiter, Holzfäller, Gleisbauer, er hatte keine Angst vor der Arbeit und nahm jeden Job an."

Russischer Wegweiser an der Front mit einem angenagelten Quadcopter - der Spaten zeigt nach rechts mit der Inschrift: Rechte Flanke - es gibt nur den Tod.

Darja Aleksandrowna Trofimow, geboren am 27. März 1994, lebte in der Stadt Wyschni Wolotschok in der Oblast Twer. Sie meldete sich freiwillig an die Front, gehörte zur kämpfenden Truppe und bekam den Kampfnamen "Belka". Am 30. Juli 2025 wird sie beigesetzt.

Michail Walerjewitsch Makarow wurde am 16.09.1994 in der Stadt Belorezk in Baschkortostan geboren. Sein Vater war ein orthodoxer Pfarrer, Michael entschied sich für eine Lehre als Automechaniker. In Technik war er gut, er konnte leicht Autos und Computer reparieren. Zum Wehrdienst wurde er aus gesundheitlichen Gründen nicht herangezogen. Aber für den Fleischwolf an der Front in der Ukraine war er gut genug. Er meldete sich im Jahr 2025 freiwillig, bereits am 1. März 25 war er tot. (Link)

Vor 12 Jahren war die Welt des Wadim Akajomow noch scheinbar in Ordnung, wie jenes Foto mit Frau und Tochter zeigt. Wadim wurde am 16. April 1968 geboren und lebte in der Stadt Tscheljabinsk.  Er rauchte und trank nicht, doch seine Ehe ging in die Brüche. Frau und Tochter zogen ins baschkirische Salawat. Und Wadim zog in den Krieg gegen die Ukraine, den er nicht überlebte. Am 22. Februar 25 organisierte seine Ex-Frau seine Bestattung.

Jewgeni Petrowitsch Kutlumetow, geboren am 7. Februar 1981 im baschkirischen Dorf  Baimursino, gehört zur Gruppe der Verlierer. Im Jahr 2007 ging er zum Militär (Foto oben), doch nach einem Jahr war damit Schluss. Danach schlug er sich mit Zeitarbeiterjobs durch. Er hatte zwei Kinder, aber seine Ehe ging kaputt. Also zog er in den Krieg: Dienstantritt 17. Juli 2024, getötet 7.09.2024.

Kirill Untschuk, geboren 1988 in der tatarischen Stadt Tschistopol, trat mit 15 Jahren in die nationalbolschewistische Partei Limonow ein und gehörte zu den "Separatisten", die mit Igor Girkin den Krieg im Donbass auslösten. Da konnte er beim Krieg gegen die Ukraine nicht zuhause bleiben. Am 13. Juni 25 beendete eine Drohne sein Treiben.

Alexey Leonidowitsch Podkamenny, geboren am 19.07.1969, wurde in der städtischen Siedlung Selenginsk in Burjatien geboren. Die letzten 15 Jahre arbeitete er als Lehrer in der Region Irkutsk. Im August 2024 zog er in den Krieg, begraben am 16.07.25 in seinem Geburtsort.

Das noch vorhandene Bein eines unbekannten russischen Soldaten zeigt das Foto. Auf der Wade sieht man eine Tätowierung. "Ein Bein hier, das andere in Awdijiwka“, lautet der übersetzte Text.

Michail Alexandrowitsch Chalimbarow, geboren am 24. November 1991, kam aus der Stadt Wichorewka in der Oblast Irkutsk. Vielleicht war Violetta der Grund dafür, dass er in den Krieg zog. Auf seiner VKontakte-Seite schreibt er, dass er in sie verliebt wäre und es gibt auch Fotos von den beiden. Nur Violetta widmet ihm keine Zeile. Am 8. Oktober wurde Michail im Krieg getötet, das Begräbnis hat seine Schwester Anna organisiert.

Ruslan Galimzanowitsch Achmetsjanow, geboren am 24. März 1981, lebte in der Stadt Meleus in Baschkortostan. Er war wohnsitzlos, ohne Arbeit, wahrscheinlich Alkoholiker und hatte keine Verwandten. Im Juli 2021 hatte er nach einem Besäufnis ein Mobiltelefon mitgehen lassen. Im Februar 2024 wurde er zu einem Jahr Haft verurteilt, dazu kamen noch Bewährungsstrafen aus früheren Vergehen. Um der Haft zu entgehen, schloss er einen Sturm-V-Vertrag.  Im Oktober 24 suchte man Angehörige zu seinem Begräbnis.

Denis Borisowitsch Koloskow, geboren am 29.07.1975, wohnte in der Großstadt Rjasan. Er war pleite, wurde im Jahr 2021 mehrfach zu Zahlungen verurteilt. Im Jahr 2022 wurde sein Renault Logan zwangsversteigert. Also zog er in den Krieg, den er nicht überlebte.

Alexej Egorowitsch Petlin, geboren am 27.04.1959, wohnte in der geschlossenen Großstadt Sewersk in der Region Tomsk.

Wassili Michailowitsch Kalazimow, geboren am 9. November 1963, Beruf Traktorfahrer, lebte im Dorf Stary Picheur (586 Bewohner im Jahr 2010), Region Uljanowsk, begraben am 06.07.25 in seinem Heimatdorf

Ruschan Rjaschitowitsch Abdullin, Alter und Beruf unbekannt, Dorf Stary Mostjak (969 Bewohner im Jahr 2010), Region Uljanowsk, begraben am 21.06.25

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