Alexej Alexandrowitsch Filippow, geboren am 18.09.1980, war 20 Jahre lang im Staatsanwaltdienst tätig. So stieg er vom stellvertretenden Staatsanwalt des Bezirks Rjaschsk bis zum Leiter der Staatsanwaltschaft des Bezirks Saposchkowski in der Oblast Rjasan auf.
Vielleicht fehlte ihm bei dieser Arbeit Spannung und Nervenkitzel, vielleicht brauchte er dringend mehr Geld, vielleicht wurden ihm selbst Straftaten vorgehalten, Alexej meldete er sich im Januar 2025 freiwillig zum Krieg in der Ukraine.
Für die letztere Variante sprechen gute Gründe: Er wurde an der Front nicht geschont, sondern als Häuptling einer Angriffseinheit ganz nach vorne kommandiert - also dort, wo es am gefährlichsten ist und meist nur Kriminelle und Untaugliche geschickt werden. Am 13. März 25 trat der erwartbare Tod ein. Jetzt bekam er zumindest eine Plakette am Haus der Staatsanwaltschaft. Siehe auch hier.

Eine steile Karriere hatte Konstantin Alexejewitsch Poleschajew  (14.08.1972 - 21.09.2026) hinter sich. Im Jahr 1996 beendete er sein Studium in der Ukraine als Bauingenieur für Straßen- und Flugplatzbau. Bereits neun Jahre später war er Leiter der Straßenbaubehörde in Belgorod. Schließlich wurde er im Jahr 2015 zum Bürgermeister der Großstadt Belgorod gewählt und vier Jahre später wurde er  zum stellvertretenden Gouverneur der Oblast Belgorod ernannt. Aber auch Konstantin ließ sich schmieren, er nahm einen Porsche Panamera und einen Range Rover gegen Gefälligkeiten von einem Bauunternehmen an. Im August 2024 wurde er zu fünf Jahren Haft in einer Hochsicherheitsstrafanstalt verurteilt. Statt in den Knast ging Konstantin an die Front. Eine ukrainische Drohne beendete sein Leben.

Wladimir Putin erfuhr am Morgen aus Medienberichten, dass Gerhard Schröder sich in Moskau aufhielt, um geschäftliche Angelegenheiten der Firma "Globus" zu erledigen. 
Der Präsident lud seinen alten Freund zu sich nach Hause ein. Gerhard Schröder war zusammen mit Vladimir Putin, als der Staatschef gestern seinen Geburtstag feierte.

Offizieller Telegram-Kanal des Kreml vom 08.10.2026

„Wo ist das Geld, verdammt? Wo ist das Geld, verdammt? 17 Millionen, verstehen Sie? Wie kann man 17 Millionen für den Tod eines Menschen bekommen und damit nichts für ihn tun?“, beschwert sich Olga in einem öffentlichen Video. 17  Millionen Rubel sind nach aktuellem Kurs knapp 180.000 €.
Olga ist die Tochter von Dmitri Iwanowitsch Peremyschlnikow, geboren am 30.09.1967, aus der Hafenstadt Nachodka in der Region Primorje. Dimitri wurde vor zwei Jahren im Krieg gegen die Ukraine getötet. Die Witwe hatte wohl die staatlichen Abfindungen schnell beantragt, kein Geld für ein ordentliches Grab ausgegeben und auch die Beute nicht mit den anderen berechtigten Angehörigen geteilt. Sie hat sich stattdessen ein Eigenheim zugelegt. Die Geschichte erinnert an das System der „Schwarzen Witwen“, über das wir schon mehrach berichtet haben.

In der Frauenklinik Nr. 22 in St. Petersburg gab es Druck auf die Angestellten einen Militärvertrag zu unterschreiben. Der Chefarzt kam der Aufforderung des örtlichen Militäramtes nach, unbedingt Personal für die Front abzustellen. Die Ärztin Xenia Andrejewna Kisielewa, geboren am 14. Mai 1990, brauchte wohl das Geld und meldete sich „freiwillig“. Nur - wozu braucht man eine Gynäkologin an der Front? Am 19. September endete auch Xenias Beitrag zum Krieg.

Olga, die Mutter des im Krieg gefallenen Soldaten Andrej Igorewitsch Dolganow, stellte sich für eine Fotoserie der „Bewegung der Mütter und Ehefrauen der Helden des Urallandes“ zur Verfügung. Eigentlich kommen die Gefallenen nicht aus dem gesamten Ural sondern aus der westsibiriischen Oblast Tscheljabinsk. Es bedarf keiner Russischkenntnisse, um die Ironie jener Fotografie ihres Sohnemanns zu erkennen. Andrej, der Terminator, wurde am 29.11.2024 terminiert.

Diana ist in der römischen Mythologie die Göttin Jagd. Im russischen Angriffskrieg war Diana Jurjewna Frolowa eine geschickte Drohnenpilotin, wenn man den Überresten der Freiwilligeneinheit „Hispaniola“ glauben darf. Sie machte Jagd auf ukrainische Soldaten. Die Hooligans von Hispaniola schreiben voller Ehrfurcht: „Die Kleine. Zerbrechlich im Äußeren, aber stählern im Inneren. Sie war Drohnenpilotin. Ihre Augen sahen den Feind, bevor er feuern konnte. Ihre Hände lenkten Drohnen, wo andere sich nicht hintrauten. Sie sicherte uns aus der Luft den Rücken und schlug präzise zu.“
Eine ukrainische Drohne beendete ihr Leben.

Alina Ramilewna Wolkowa stammte aus dem großen Dorf Kuschnarenkowo in Baschkortostan. Warum sie sich freiwillig für den Krieg in der Ukraine gemeldet hatte, wissen wir nicht. Sie wurde als Sanitäterin in einer Evakuierungseinheit eingesetzt. Ob sie überhaupt eine medizinische Ausbildung hatte, bleibt im Dunkeln. Sicher ist nur, dass der Nachruf auf Alina mit falschen Behauptungen den Angriffskrieg versucht zu rechtfertigen. „In einer historischen Krise, als die Sicherheit unseres Landes bedroht war, meldete sich Alina Ramilewna freiwillig an die Front“, schreibt der Bürgermeister des Bezirks, Marat Latypow. Am 12.09. wurde Alina in ihrem Heimtdorf bestattet.

Heute jährt sich zum 29. Mal der Geburtstag des Gefreiten Díaz César Orestes Échavarria.
Er diente im Militär als Funker in einer Fallschirmjägerkompanie des Garde-Fallschirmjägerregiments der Garde-Luftlande-Division.
Er wurde posthum mit dem Orden des Tapferkeits ausgezeichnet.

Telegram-Nachricht der Bundesgedenkstätte „Pantheon der Verteidiger des Vaterlandes“ des russischen Verteidigungsministeriums zu einem kubanischen Söldner vom 15.09.26. Der Friedhof befindet nördlich von Moskau im Stadtgebiet von Mytischtschi.

Sergej Sergejewitsch Reschetnikow, geboren am 12.06.1987, lebte in Wolgograd. Er absolvierte eine Ausbildung zum Ingenieur an einer technischen Hochschule für Architektur und Bauingenieurwesen. Zuletzt hatte er als Rettungsschwimmer und Immobilienmakler gearbeitet. Wegen einer Augenverletzung musst er keinen Wehrdienst ableisten, aber für den Krieg war er allemal tauglich. Am 4.10.24 unterschrieb Sergej einen Militärvertrag. Er wurde verletzt, kam wieder zum Krieg zurück und wurde zum Offizier (Leutnant) befördert. Einen Tag später ging es wieder an die Front, Sergej kam nicht mehr zurück, er wurde am 12.02.2026 getötet.

Die kurze Geschichte handelt von zwei jungen Kirgisen, die ihr Land verlassen und in Jekaterinburg eine Ausbildung abgebrochen hatten. Schakschylyk Tursunbekowitsch Abdiew, geboren am 9.6.1990, gab in seinem VKontakte-Status an, verheiratet zu sein und am Institut für Wirtschaftswissenschaften die Fächer „Finanzierung und Kredit“ studiert zu haben. Doch die Ehe ging schief, Schakschylyk wurde mit 25 Jahren zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt und danach bestimmte Alkohol und Hanf seine Freizeit.
Die zweite Person ist eine junge Kirgisin, die vier Jahre zuvor nach Jekaterinburg gekommen war, um Volkswirtschaft zu studieren . Ihrer Familie sagte sie, dass sie jetzt als Floristin arbeiten würde, was nicht zutraf.
Im Februar 2021 war Schakschylyk mit einem Kumpel auf Sauf- und Kifftour unterwegs und suchte danach noch etwas sexuellen Beistand. Er rief jene junge Kirgisin an, verabredete Zeit & Bezahlung. Angekommen im Arbeitsappartement der jungen Frau, verweigerte sie dem besoffenen Kerl den Beischlaf. Aus Frust ob der Abfuhr griff Schakschylyk zu einem herumliegenden Cuttermesser und schnitt ihr die Kehle durch. Das Gericht verhängte eine Strafe von neun Jahren.
Auch Schakschylyk zog die „Sie kommen aus dem Gefängnis frei“-Karte und unterschrieb einen Militärvertrag, der am 31. Mai 2024 mit seinem Tod endete.

Dmitri Alexandrowitsch Dawidenko 

  • Geboren am 17.07.1983
  • Militäreinheit 61424
  • Vermisst seit dem 26.11.2025
  • Für tot erklärt (Sterbeurkunde ausgestellt am 15.06.2026);
  • Gebiet Dnepropetrowsk, Rajon Pokrowskoje, Dorf Janwarskoje
  • Kein Leichnam vorhanden, keinerlei Informationen

Suchanfrage in einem Telegram-Kanal am 08.07.26

Über das Dorf Kurumkan in Burjatien haben wir schon häufig berichtet. Wie in vielen Regionen im Osten Russlands ist es für die Jugend schwierig, eine angemessene Arbeit in den ländlichen Gebieten zu finden. Bato-Muncho Alexandrowitsch Malakschinow gehörte auch dazu. Bato wurde am 17. Juni 2002 in Kurumkan geboren, besuchte dort die Schule und absolvierte danach ein Studium zum Sportlehrer. Fertig mit der Ausbildung wurde er zum Wehrdienst eingezogen und danach - kam nichts. Um über die Runden zu kommen musste  Bato-Muncho im Schichtdienst in Kamtschatka arbeiten. Auch er entschied sich im Jahr 2024 für das viele Geld beim Kriegsdienst in der Ukraine, es hat sich nicht gelohnt. Am 15. August 2026 war auch für Bato „Schicht im Schacht“. Am 4. September wurde er in Kurumkan beigesetzt. Man müsste all die vielen Soldatengräber dort zählen.

Mehrere VKontakte-Seiten berichteten Anfang September über den Tod von Roman Alexejewitsch Andronikow, gefallen im Krieg gegen die Ukraine. Der junge Mann, geboren am 06.06.2007, stammte aus der Stadt Sokol in der Oblast Wologda. Eine Frau rief zu einer Spendensammlung auf.
Romans Vater stellt richtig: „Ich bin der Vater meines Sohnes Roman Alexejewitsch Andronikow, und er kehrte am 21. Juni vom Militärdienst zurück!!! In der Nacht zum 29. August verstarb er bei einem Verkehrsunfall. Ein Foto ist beigefügt! Mit freundlichen Grüßen und Verständnis!“ Roman war mit einem kleinen Motorrad gegen eine Betonabsperrung gerast und starb bei dem Unfall. 
Mit der Spendensammlung wollte jemand sich am Leid der Familie bereichern.

Sergej Sergejewitsch Kasimirow, geboren am 16.01.2003, war ein Waisenkind und wuchs bei einer Pflegefamilie im Dorf Bolchuny in der Oblast Astrachan auf. Das Dorf hatte 2025 noch knapp 1.300 Bewohner, um die Jahrtausendwende lebten doppelt so viele Menschen dort. Und nach Schule und Wehrdienst wollte auch Sergej nicht mehr in Bolchuny bleiben. Er arbeitete im Schichtdienst in der Region Moskau. Auch Sergej ließ sich durch die gute Bezahlung zum Kriegsdienst locken und unterzeichnete einen entsprechenden Militärvertrag. Es wurde ein kurzes Engagement. Im Sommer 2024 trat er seinen Dienst an, am 17.09.2024 schied er aus dem Leben. Sergej war unverheiratet und ohne Eltern, keine Ahnung wer seine drei Orden posthum überreicht bekam.

Dmitri Gennadjewitsch Terski (07.08.1987 - 29.08.2026) stammte aus einer alten Kosakenfamilie, die ursprünglich aus einem Kosakendorf im Kaukasus stammte.  Über einen Zwischenstopp in Abchasien zog die Familie schließlich nach St. Petersburg und bereicherte dort die Kosakengemeinschaft. Als im Jahr 2014 der erste russische Angriff auf die Ukraine stattfand, wollte auch Dimitri dabei sein. Im Jahr 2015 schloss er sich den „Separatisten des Donbass“ von der  Prizrak(Geister)-Brigade an. Und natürlich war Dimitri auch beim zweiten Überfall auf die Ukraine mit dabei. „Ein Kosakenkrieger von unglaublicher Ausstrahlung und Lebensfreude, der eine lange Militärkarriere hinter sich hat“, schreiben seine Kollegen im Nachruf.

Oleg Anatoljewitsch Ganzurow, geboren am 9. Mai 1991, stammte aus dem kleinen Dorf Bolschoi Lug (Große Wiese) in Burjatien. Nach seinem Wehrdienst blieb er bei der Armee und stieg auf bis zum Leutnant mit einer stolzen Sammlung Orden. Seine kriegerische Laufbahn wurde am 22.07.2026 beendet. Natascha schreibt dazu in einem Kommentar:
Alles schön und gut, alles klar, Medaillen, alles wie es sein soll …, aber der Verdienst gebührt gerade den Jungs, die er wissentlich in den sicheren Tod geschickt hat – solche Kommandeure darf es nicht geben! Die Jungs, die er dorthin geschickt hat, können bis heute nicht evakuiert werden, und das dauert, nur mal kurz, ein halbes Jahr und länger …, und hier wurden sie so schnell evakuiert, dass er noch nicht einmal Zeit hatte, „verdorben“ zu werden, während die Angehörigen der einfachen, gewöhnlichen Soldaten warten müssen – vielleicht wird ja etwas von eurem Bruder, Ehemann oder Sohn zurückgebracht! Früher oder später kommt alles wie ein Bumerang zurück – möge er im Jenseits für die zahlreichen Leben Rechenschaft ablegen!

Als Lehrerin begann die berufliche Laufbahn von Ljubow Eduardowna Ponomarewa  (09.01.1972 - 23.08.2026) aus der städtischen Siedlung Oparino in der Region Kirow (Foto mit Tochter). Doch die Dorfbevölkerung wandert ab, seit der Perestroika hat Oparino die Hälfte seiner Einwohner verloren. Und auch Ljubow wollte nicht mehr bleiben, ging in den Polizeidienst und arbeitete in den verschiedensten Regionen Russlands. Zuletzt war sie beim Spezialeinsatzkommando der russischen Nationalgarde in der von Russland besetzten ukrainischen Region Cherson im Rang eines Polizeioberstleutnants tätig. Die Einsatzzentrale der Nationalgarde wurde durch einen Drohnenangriff zerstört, Ljubow war unter den Opfern.

„Unser geliebter Sohn, Ehemann, Bruder, Neffe und Freund Boris Andrejewitsch Schaurow starb im Einsatz während einer militärischen Spezialoperation. Im Oktober 2022 wurde er in die SWO-Zone abkommandiert. Fast vier Jahre lang diente er seinem Land und war stets seinen Kameraden zur Seite. Er war ein gütiger, fröhlicher Mann mit einem großen Herzen. Er hatte viele Pläne für sein Leben, die er leider nicht mehr verwirklichen konnte,“ schreiben die Angehörigen im Nachruf. Boris wurde am 20. September 1991 geboren und lebte in Barnaul, der Hauptstadt der Region Altai.

Russisches Plakat zum Krieg in der Ukraine

Text: Zermalmt diesen faschistischen Bastard!  ZA SIEG!

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