Verfallende Kirche im Dorf Swatitsa

 Verfallende Kirche im Dorf Swjatitsa -- Foto: Aleksandr10663 -- Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Oblast Kirow liegt im östlichen Teil des europäischen Russlands. Sie ist wirtschaftlich schwach, die Menschen wandern ab. Seit dem Jahr 2000 hat etwa ein Viertel der Bevölkerung die Region verlassen. Der Falensky-Bezirk liegt am östlichen Rand der Oblast. Dieser Bezirk hat in diesem Zeitraum etwa die Hälfte seiner Bevölkerung eingebüßt.

Wo die wirtschaftliche Situation düster ist, versuchen die Männer ihr Glück im Krieg gegen die Ukraine. Mindestens 50 Bewohner des Bezirks sind bereits gefallen, wie jenes Video aus der Region zeigt.

Znamenskoye

Das Dorf Snamenskoje liegt etwa fünf Kilometer von der Stadt Suchoi Log entfernt an den östlichen Ausläufern des Urals in der Oblast Swerdlowsk und damt bereits im asiatischen Teil Russlands. Das Dorf hat rund 1.500 Bewohner. Anfang Mai 2026 wurde  ein Denkmal für die im Krieg gegen die Ukraine getöteten Bewohner eingeweiht. Das Plakat wurde für 20 Kriegstote konzipiert, doch während der Produktion kamen noch zwei weitere Gefallene hinzu, die am unteren Rand eingeflickt wurden.

Nasywajewsk Bahnhof

Bahnhof der Kleinstadt Nasywajewsk an der Transsibirischen Eisenbahn, Streckenkilometer 2.562 ab Moskau
Foto: Petar Milošević -- Lizenz: CC BY-SA 3.0

In unserer Reihe der getöteten Soldaten aus der russischen Provinz wollen wir heute den Bezirk Nazywajewsky im Westen der Oblast Omsk vorstellen. Der Bezirk hatte im Jahr 2023 noch etwa 18.000 Bewohner - Tendenz fallend, darunter auch rund 600 Russlanddeutsche. Zentrum des Bezirks ist die Kleinstadt Nasywajewsk mit etwa 10.000 Bewohnern und auch das Zentrum der Landwirtschaftsbetriebe im Bezirk

 Wie in allen ländlichen Gebieten ist im Bezirk Nazywajewsky  die Todesrate im Krieg gegen die Ukraine gemessen an der Bevölkerung überdurchschnittlich hoch. Bis Anfang November 2025 lag sie bei 311 Kriegstoten auf 100.000 Bewohner.

Arsenjew

Blick auf Stadt Arsenjew -- Foto: Andshel  -- Lizenz: CC BY-SA 3.0

Dieser Beitrag stammt eigentlich vom 9. April 2024, wir haben ihn mehrfach aktualisiert. Wenn man die Namen und die Kurzlebensläufe der getöteten Soldaten durchgeht, bekommt man einen guten Überblick,  aus welchen Bevölkerungsgruppen die meist freiwilligen Soldaten stammen.

Die Stadt Arsenjew liegt in der Region Primorje im Fernen Osten Russlands und hat knapp 47.000 Einwohner mit abnehmender Tendenz. Von der Hauptstadt Wladiwostok ist sie etwa 300 km entfernt. Wichtigster Arbeitgeber der Stadt ist die Hubschrauberfabrik "Progress", die hauptsächlich für das russische Militär arbeitet.

Trotz der großen Entfernung (9.000 km Fahrstecke, Luftlinie über 7.000 km) wurden nicht wenige Bürger von Arsenjew im Krieg gegen die Ukraine getötet. Die Zentralbibliothek der Stadt veröffentlicht eine Liste der Kriegstoten aus der Stadt und Umgebung mit 237 Fällen. Diese Liste dürfte ziemlich vollständig sein und liefert uns zusätzliche Erkenntnisse, über die Entwicklung der russischen Verluste im Krieg gegen die Ukraine.

Bezirk Toptschicha

Bezirk Toptschicha -- Foto: Nikolai Tschuwajew -- Lizenz: CC0

Wir befinden uns im zentralen Teil der Region Altai im Bezirk Toptschicha. Der Bezirk hatte im Jahr 2021 noch 18.500 Bewohner, Tendenz stetig fallend. Verwaltungszentrum ist das Dorf Toptschicha mit 7.800 Einwohner. Das Klima ist kontinental mit kalten Wintern bei Durchschnittstemperaturen um -18° Celsius.

Der Bezirk hat eine Liste mit ehemaligen Bewohnern des Bezirks veröffentlicht, die im Krieg gegen die Ukraine getötet wurden. Insgesamt 131 Namen wurden veröffentlicht - das bedeutet  dass 0,7% der Bevölkerung gefallen sind, ein extrem hoher Wert. Die wirtschaftliche Lage im Bezirk dürfte so miserabel sein, so dass viele Männer versucht haben, im Krieg richtig viel Geld zu verdienen.

Der Bezirk liefert zudem eine interessante Begründung für den Krieg gegen die Ukraine:

Es herrscht erneut Vaterländischer Krieg, Krieg um unser Vaterland, um das Erbe unserer Väter und Großväter, um unsere orthodoxen Werte, gegen einen starken und hinterhältigen Feind, der mit den Bandera-Anhängern und den getäuschten ukrainischen Brüdern gegen uns kämpft.

Bredy 1

Gedenktafel an der Schule Nr. 1 in Bredy 
Links die Gefallenen aus dem 2. Weltkrieg, Mitte die Opfer im Afghanistankrieg und rechts im Krieg gegen die Ukraine

Wir befinden uns im Dorf Bredy im Süden der westsibirischen Oblast Tscheljabinsk. Das Dorf ist nur 30 km von der kasachischen Grenze entfernt, hat knapp 9.000 Bewohner und fünf Schulen. Wir wollen die „Bredinskaja-Mittelschule Nr. 1“ besuchen, die eine Gedenktafel an einer Außenwand befestigt hat. Auf der Tafel sind die Absolventen der Schule aufgeführt, die in den russischen/sowjetischen Kriegen gefallen sind.  Das sind hier der 2. Weltkrieg, der Afghanistan-Krieg und der Krieg gegen die Ukraine. Inzwischen sind mehr ehemalige Schüler im Krieg gegen die Ukraine gefallen, als im zweiten Weltkrieg.

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