30.09.2026 -- 241.171// Zuwachs zum 31.08.2026: 11.032
|
In diesem Forum kann nur gelesen werden (registrierte Benutzer)
|

„Wo ist das Geld, verdammt? Wo ist das Geld, verdammt? 17 Millionen, verstehen Sie? Wie kann man 17 Millionen für den Tod eines Menschen bekommen und damit nichts für ihn tun?“, beschwert sich Olga in einem öffentlichen Video. 17 Millionen Rubel sind nach aktuellem Kurs knapp 180.000 €.
Olga ist die Tochter von Dmitri Iwanowitsch Peremyschlnikow, geboren am 30.09.1967, aus der Hafenstadt Nachodka in der Region Primorje. Dimitri wurde vor zwei Jahren im Krieg gegen die Ukraine getötet. Die Witwe hatte wohl die staatlichen Abfindungen schnell beantragt, kein Geld für ein ordentliches Grab ausgegeben und auch die Beute nicht mit den anderen berechtigten Angehörigen geteilt. Sie hat sich stattdessen ein Eigenheim zugelegt. Die Geschichte erinnert an das System der „Schwarzen Witwen“, über das wir schon mehrach berichtet haben.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.