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28.02.2026 -- 190.974 // Zuwachs zum 31.01.2026: 8.084

Stanislaw Alexejewitsch Lengle wurde am 30.10.1997 in der Stadt Tschernjachowsk in der russischen Exklave Kaliningrad geboren. Falls ihr den Namen der Stadt nicht kennt, sie hieß bis zum Ende des zweiten Weltkrieges Insterburg. Und auch der Nachname Lengle weist auf süddeutsche Vorfahren hin. Zudem hat Stanislaws Mutter einige Internetfreunde in Deutschland. Über Stanislaw selbst konnten wir wenig erfahren, seine Odnoklassniki-Seite hat er ab 2014 nicht mehr bedient. Mit 18 Jahren hat er sich beim russischen Militär verpflichtet und ist in seiner Karriere bis zum Hauptmann aufgestiegen. Beim Krieg gegen die Ukraine war er von Anfang mit dabei, bis er am 03.02.2025 irgendwo getötet wurde. Dort blieb er eine lange Zeit liegen, erst am 10. März 2026 wurde er bestattet. Das Gedenkessen fand im Café „Wir erinnern uns – Wir lieben“ statt.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.