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30.09.2026 -- 241.171// Zuwachs zum 31.08.2026: 11.032

Alexej Alexandrowitsch Filippow, geboren am 18.09.1980, war 20 Jahre lang im Staatsanwaltdienst tätig. So stieg er vom stellvertretenden Staatsanwalt des Bezirks Rjaschsk bis zum Leiter der Staatsanwaltschaft des Bezirks Saposchkowski in der Oblast Rjasan auf.
Vielleicht fehlte ihm bei dieser Arbeit Spannung und Nervenkitzel, vielleicht brauchte er dringend mehr Geld, vielleicht wurden ihm selbst Straftaten vorgehalten, Alexej meldete er sich im Januar 2025 freiwillig zum Krieg in der Ukraine.
Für die letztere Variante sprechen gute Gründe: Er wurde an der Front nicht geschont, sondern als Häuptling einer Angriffseinheit ganz nach vorne kommandiert - also dort, wo es am gefährlichsten ist und meist nur Kriminelle und Untaugliche geschickt werden. Am 13. März 25 trat der erwartbare Tod ein. Jetzt bekam er zumindest eine Plakette am Haus der Staatsanwaltschaft. Siehe auch hier.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.