30.09.2026 -- 241.171// Zuwachs zum 31.08.2026: 11.032
Russlands Präsident schickt die Jugend seines Landes in einen verbrecherischen Krieg. Wie viele russische Soldaten inzwischen in der Ukraine ihr Leben gelassen haben, können wir nicht komplett aufklären. Wir sammeln hier seit Beginn des Krieges im Februar 2022 die Todesmeldungen aus den Medien der Regionen und sozialen Netzwerken Russlands und verschaffen so zumindest einen ungefähren Überblick.
Im ersten Kriegsjahr haben wir noch die Meldungen im übersetzten Originaltext veröffentlicht, auf Grund der schieren Menge der Kriegstoten mussten wir später zur Tabellenform übergehen, jetzt führen wir nur noch reduzierte Listen. Eine Liste der Regionen und den dazu veröffentlichten Tabellen, finden Sie hier.
Monatlich veröffentlichen wir eine Zusammenfassung unserer Datenbank - die Liste mit allen Auswertungen finden Sie hier - Aktuell Auswertung zum 31.08.2026. | Karte der Regionen Russlands | Föderationssubjekte | Kontakt: info[ɛt]oskarmaria.de
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Fast ausschließlich Baschkiren wohnen im kleinen Dorf Werchnie Bischindy in Baschkortostan. Am 21.09.26 fand im Dorf das Begräbnis des Leutnants Marcel Mudarisowitsch Minullin statt, der im Krieg gegen die Ukraine getötet wurde.
Ob der vielen Gefallenen in Baschkortostan wurden solche Begräbnisse zur Routine und man gibt sich nur noch wenig Mühe, den Veranstaltungen zu etwas Würde zu verhelfen. Normalerweise erhalten Offiziere der russischen Armee eine prunkvolle Beisetzung mit Soldaten im Stechschritt und einem Trauermarsch einer Militärkapelle.
Die Ehrengarde tritt in ausgebeulten unterschiedlichen Uniformen an, die Uniformträger haben das Rentenalter locker erreicht und könnten Veteranen des Afghanistankrieges der Sowjetunion sein. Es wird wohl auch keine Ehrensalve und kein Marschlied einer Militärkapelle geben.
Etwa 40 km westlich von Ulan-Ude, der Hauptstadt Burjatiens, liegt das kleine Dorf Kalenowo mit 949 Bewohnern im Jahr 2010. Eine neuere Einwohnerzahl gibt es nicht. Zwölf Dorfbewohner sind inzwischen im Krieg gegen die Ukraine getötet worden. Die Todesrate des Dorfes ist damit etwa doppelt so hoch wie im Durchschnitt in ganz Burjatien.
Im Dorf wurde eine Ehrengasse für die Gefallenen gebaut, finanziert zu großen Teilen durch die Angehörigen und Spenden der Dorfbewohner. Zur Einweihung am 9. September 26 kam auch der Gouverneur von Burjatien.
Birobidschan ist die Hauptstadt des „Jüdischen Autonomen Gebiets“ im Fernen Osten Russlands. Direkt an dessen Stadtgrenze liegt das Dorf Ptichnik, was so viel wie Hühnerstall heißt. Im Dorfzentrum bekamen die Angehörigen von im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Soldaten Orden überreicht. Dazu gab es obige Tanzaufführung der Dorfjugend, die wohl den Tod eines Soldaten darstellen soll.
Als Zeichen des Tributs und der Dankbarkeit gegenüber unseren Soldaten und als Zeichen tiefen Respekts vor den Eltern der Verteidiger des Vaterlandes erhoben sich alle Anwesenden während der Zeremonie und riefen: „Ewiger Ruhm den Helden! Eine tiefe Verbeugung vor ihren Müttern und Vätern!“
Dorf Ulus-Tscherga in der Republik Altai -- Foto: katancev -- Lizenz: CC BY-SA 3.0
Ganz im Westen der russischen Teilrepublik Altai liegt der Bezirk Schebalino, der von drei Gebirgsketten durchzogen wird. Namensgeber ist das Dorf Schebalino mit etwa 5.000 Bewohnern. Eines der Dörfer in diesem Bezirk ist das Dorf Ulus-Tscherga mit etwa 300 Einwohnern, das malerisch auf einer Höhe von 600 Metern im Vorgebirgsland liegt. Die Menschen in diesem friedlich gelegenen Tal leben von der Tierhaltung und Landwirtschaft.
Die Bewohner des Dorfes gehören überwiegend zu der Ethnie der Teleuten, einem sehr kleinen indigenen Volk des russischen Nordens, dessen Ursprung in der Nomadenbevölkerung des südlichen Westsibiriens liegt.

Das Foto zeigt das Dorf Janranai im Autonomen Kreis der Tschuktschen - ganz im nordöstlichen Teil Russlands. Das Dorf war mal das nördlichste Dorf in Tschukotka, es lag am östlichen Eingang zur Tschaunbucht, bis es 2015 von staatlicher Seite aufgelöst wurde. Dabei war das Dorf noch jung, es wurde erst 1960 gegründet, als eine noch weiter nördliche Siedlung aufgegeben und mehrere Staatsfarmen zusammengelegt wurden. Die Haupterwerbszweige der Einheimischen waren Rentierzucht und Fischerei.
Weiterlesen: Das verlassene Dorf Janranai in Tschukotka und zwei im Krieg getötete Bewohner
Vorausgeschickt: Seit Beginn des russischen Angriffskrieges ermitteln wir die russischen Kriegstoten aus offenen Quellen. Wir machen das ohne Werbung, ohne Unterstützung von außen, sind politisch ungebunden und tragen die erheblichen Kosten selbst. Wir erstellen alle Informationen nach bestem Wissen und Gewissen.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat in den viereinhalb Jahren mehrere Wandlungen vollzogen. Zunächst war es eine klassische militärische Invasion mit schwerem Gerät, unterstützt durch Luftlandetruppen und Landeeinheiten der Marine.
Nach hohen Verlusten an Berufssoldaten und militärischem Material musste Russland bereits im Jahr 2022 seine Vorgehensweise anpassen. Die Söldnertruppe Wagner durfte ihre Einheiten aus den Insassen von Haftanstalten rekrutieren - nach dem Motto „je übler der Verbrecher, um so besser für die Truppe“. Die so formierten Sturmtruppen übernahmen unter hohen Opfern die gefährlichsten Angriffsoperationen. Allein 20.000 Sträflinge sollen laut ihrem Chef Prigoschin bei der Eroberung der Stadt Bachmut gefallen sein.
Die Gruppe Wagner wurde ob dieser Erfolge zu gefährlich für die Moskauer Nomenklatura und wurde eliminiert. Ab dem Jahr 2023 wurden deshalb in ganz Russland Zeitsoldaten mit viel Geld für die gefährlichen Angriffe rekrutiert. Statt klassischer Sturmangriffe mit gepanzerten Fahrzeugen wählte die russische Armee mit diesen Freiwilligen die Taktik der Infiltration. Auf Grund der zahlenmäßig unterlegenen ukrainischen Verteidiger wehrten sich diese mit dem Einsatz von „First Person View-Drohnen“ - also Drohnen, die ein Bild aus der Ich-Perspektive liefern. So wurden handelsübliche Spiel- und Sportflieger zu Waffen umgerüstet. Der Krieg der Drohnen begann.
An der Front haben sich im Jahr 2026 keine großen Veränderungen ergeben. Doch erneut trat der Krieg in eine neue Phase.
Seit dem zweiten Jahr des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine haben wir die Meinung vertreten, dass dieser Krieg nicht ausschließlich militärisch entschieden wird. Eine entscheidende Rolle spielt, wie sich die wirtschaftliche Situation der Kriegsparteien entwickelt. Die Ukraine hängt am Tropf der europäischen Staaten, solange diese Unterstützung bleibt, kann das Land knapp wirtschaftlich überleben.
Russland hat sich seit langer Zeit ökonomisch auf diesen Krieg vorbereitet. Durch die sprudelnden Einnahmen aus dem Export von fossilen Brennstoffen konnte das Land Rücklagen bilden - Russland hat eine geringe Staatsverschuldung, im „Nationalen Wohlfahrtsfond“ wurden Erträge aus dem Rohstoffexport angespart und die staatlichen Devisen- und Goldreserven aufgestockt. Zu Beginn des Krieges haben zudem die stark steigenden Rüstungsausgaben zu einem Wirtschaftsboom geführt, verbunden mit steigenden Einkommen der Arbeiter und Angestellten.
Manche Ökonomen hatten den baldigen Kollaps der der russischen Wirtschaft ob der hohen Ausgaben vorhergesagt, doch die die russische Wirtschaft blieb bisher einigermaßen resilient.
Wir veröffentlichen zur aktuellen Situation einen Beitrag von Dr. Janis Kluge von der Stiftung Wissenschaft und Politik, der sich wissenschaftlich mit der russischen Kriegsökonomie beschäftigt und über dessen Ergebnisse wir schon mehrfach berichtet haben.
Petropawlowsk-Kamtschatski, Hauptstadt von Kamtschatka -- Foto: kuhnmi -- Lizenz: CC BY 2.0
Die Halbinsel Kamtschatka ganz im Osten Russlands ist etwa so groß, wie Spanien und Portugal zusammen. Über 160 Vulkane gibt es auf der Insel, wovon 29 noch aktiv sind. Bewohnt wird die Insel von etwa 288.000 Menschen mit stark abnehmender Tendenz, im Jahr 1990 lebten dort noch 480.000 Personen. Knapp 60 % der Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski. Das Klima ist kalt bis gemäßigt (kalt) mit viel Niederschlag. Durchgehende Straßenverbindungen von Norden nach Süden gibt es nicht.
Und obwohl der Krieg Russlands gegen die Ukraine geografisch ganz weit weg liegt, sterben Männer aus Kamtschatka in der Ukraine. Bis Juli 2026 haben wir 933 Namen von getöteten Soldaten erfasst.
Weiterlesen: Die getöteten Soldaten aus Kamtschatka - 5. Update 22.08.2026

Volksfest im Dorf Kytmanowo zur Einweihung eines Brunnens
Der Kytmanowsky-Bezirk liegt im Nordosten der Region Altai. Insgesamt wohnten 9.370 Menschen im Jahr 2025 in diesem Bezirk. Zentrum ist das Dorf Kytmanowo mit rund 3.300 Einwohnern. Wer etwa 20 Minuten Zeit hat, kann auf YouTube eine trostlose Fahrt durch das Dorf mitmachen. Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftszweig im Bezirk. Unter Stalin wurden auch Wolgadeutsche in den Bezirk deportiert.
Die staatliche Bibliothek des Bezirks hat eine Liste mit 62 im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Männer des Bezirks veröffentlicht. Die Liste ist für die Jahre 2025 und 2026 nicht vollständig. Trotzdem gibt sie einen guten Einblick, wie die Landbevölkerung die Last des Krieges tragen muss.
Weiterlesen: Bezirk Kytmanowski in der Region Altai und sein Beitrag zum Krieg

Dorf Olinsk im Bezirk Nertschinski in Transbaikalien -- Foto: Ivanov M V -- foto-planeta.com
Wenn man mit der Transsibirischen Eisenbahn gen Osten fährt, so hält der Zug vielleicht am Streckenkilometer 6.490 an der Station Priiskowaja. Der Bahnhof ist nur 7 km von der Stadt Nertschinsk entfernt. Der Bezirk Nertschinsk wird von 26.000 Personen bewohnt, wovon 15.000 in der Stadt Nertschinsk leben.
Früher gab es mal etwas Industrie im Bezirk. Eine Firma stellte Elektromotoren für Haushaltsgeräte und Waschmaschinen her. Es gab auch eine Ziegelei und Tapetenherstellung. Doch all diese Betriebe schlossen in der Zeit nach der Perestroika. Geblieben sind landwirtschaftliche Produktion, Schafzucht und Forstwirtschaft. Und so wundert es nicht, dass viele Männer sich durch die Antrittsprämien und den hohen Sold verleiten ließen, in den fernen Krieg in der Ukraine zu ziehen. 196 Kriegstote meldet der Bezirk.
Weiterlesen: Bezirk Nertschinsk in Transbaikalien und der Krieg
Wir befinden uns in der Stadt Gukowo in der Oblast Rostow am Don im Süden Russlands. Die Stadt hat noch 58.000 Bewohner und liegt nahe der Grenze zur Ukraine. Früher gab es dort acht Zechen in denen Steinkohle abgebaut wurde, inzwischen wurden alle geschlossen und hinterließen beträchtliche Schulden.
Der Bürgermeister der Stadt und der Militärkommissar verteilten am 12. August Orden an die Familien von drei im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Soldaten. Danach wurde ein Foto mit den Hinterblieben aufgenommen. Leider gab der Bürgermeister nicht an, welches Foto zu welchem getöteten Soldaten gehört. Folgt man der Reihenfolge der Namen und der Fotos, dann müsste die obige Aufnahme die Angehörigen von Timur Renatowitsch Lekarew zeigen. Daraus ergibt sich dann folgende Geschichte:
Vorausgeschickt: Seit Beginn des russischen Angriffskrieges ermitteln wir die russischen Kriegstoten aus offenen Quellen. Wir machen das ohne Werbung, ohne Unterstützung von außen, sind politisch ungebunden und tragen die erheblichen Kosten selbst. Wir erstellen alle Informationen nach bestem Wissen und Gewissen.
Seit der zweiten Hälfte des Jahres 2023 rekrutiert das russische Militär in großem Stil Freiwillige, um die enormen Verluste im Krieg gegen die Ukraine zu ersetzen. Diese Freiwilligen machen die überwiegende Anzahl der russischen Kriegstoten aus. In der staatlichen Propaganda wird dies als Dienst für den Staat, zur Zerschlagung des Nazismus und zum Schutz der Bürger dargestellt. Aber in Wirklichkeit geht es um Geld: Um die hohen Antrittsprämien bei Unterzeichnung eines Militärvertrages, um den überdurchschnittlichen Sold an der Front, um die Tilgung von Schulden, um die vielen sozialen Vergünstigungen für Kriegsteilnehmer und natürlich um die Abfindungen bei Verletzungen oder im Todesfall.
Die Geldmittel die der Zentralstaat und die Regionen dafür aufwenden müssen, steigen deshalb kontinuierlich an.
Das russische Militär sucht verstärkt intelligente, technikaffine junge Leute für ihre Drohneneinheiten an der Front in der Ukraine. Versprochen wird ein Vertrag für ein Jahr, eine gründliche Ausbildung und danach Zugang zu staatlich finanzierten Ausbildungs- und Studienprogrammen (siehe Werbeanzeige links, deutsche Übersetzung).
Die Risiken dieses Militäreinsatzes werden nicht erwähnt oder heruntergespielt. Dabei sind Drohneneinheiten ein bevorzugtes Ziel der ukrainischen Abwehr, wie ein aktuelles Beispiel zeigt:
Timur, ein junger Mann aus der russischen Teilrepublik Altai, wurde nach seiner Ausbildung am Gnezdilow-Polytechnikum zum Wehrdienst eingezogen und dort als Drohnenpilot verpflichtet. Wir dokumentieren den übersetzten VKontakte-Bericht und einige ausführliche Leserkommentare dazu. Einen weiteren entsprechenden Fall findet ihr hier.

Dorf Letka im Priluz-Bezirk der Republik Komi
Wir befinden uns in der russischen Teilrepublik Komi ganz im Norden Europas. Komi ist dünn besiedelt und besitzt eine Taiga- und Tundra- Vegetation. Namensgeber der Republik sind die Komi, die zu den finno-ugrischen Völkern gehören. In der Region stellen sie mit etwas über 20% der Bevölkerung eine Minderheit dar, die Mehrzahl sind Russen mit knapp 70% der Bevölkerung.
Etwas anders sieht es im Bezirk Priluz im Süden der Republik aus. Im Bezirk stellen die Komi etwa 45% der Bevölkerung. Der Bezirk liegt etwa 800 km nördlich von Moskau, ist etwas mehr als 10% kleiner als Schleswig-Holstein und es leben gerade mal 18.000 Menschen in diesem Bezirk - Tendenz fallend. Der nächste Bahnhof ist 130 km entfernt, in die Hauptstadt der Republik Syktyvkar sind es 190 km.
Und trotz oder vielleicht gerade wegen der Abgeschiedenheit der Region kommen sehr viele Kriegstote im Krieg gegen die Ukraine aus diesem Bezirk. Wir veröffentlichen eine Liste mit 85 Gefallenen seit Beginn des Krieges im Februar 2022. Entsprechend unseres üblichen Faktors - Kriegstote auf 100.000 Bürger - kommt man in diesem Bezirk auf einen Wert von 507, doppelt so hoch wie für die ganze Republik Komi (224).
Weiterlesen: Der Priluz-Bezirk in der Republik Komi & der Krieg in der Ukraine

Übersetzter Text: VERTRAGSSERVICE – PRESTIGETRÄCHTIGER MÄNNERBERUF!
Anständiges und stabiles Einkommen, Sozialhilfepaket für Familien, Vorteile und Budgetplätze in Bildungseinrichtungen der Region, weitere Informationen: 758-980 oder auf dem einheitlichen Regierungsdienstportal.
Heute wollen wir über die Stadtsiedlung Omutninskoje berichten, die aus der Stadt Omutninsk und einigen kleinen Gemeinden besteht. Die Siedlung hatte im Jahr 2021 20.042 Bewohner - Tendenz fallend. Omutninsk liegt im Ural im Nordosten der Region Kirow. Der mit Abstand wichtigste Arbeitgeber ist das Omutninsky-Metallurgiewerk, das Gusseisen und Walzprodukte herstellt.
Die Stadtsiedlung hat eine Liste der Gefallenen im Krieg gegen die Ukraine veröffentlicht. Laut dieser Liste waren bis Herbst 2025 102 Soldaten aus Omutninskoje gefallen. Entsprechend unserer Statistik der Kriegstoten bezogen auf 100.000 Bewohner ergibt dies einen Wert von 520, der knapp doppelt so hoch ist, wie unser aktuell ermittelter Wert für die ganze Region Kirow.
Ust-Belaja von einem Quadcopter aufgenommen -- Foto: Thabigd -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Am Fluss Anadyr liegt das Dorf Ust-Belaja mitten im kalten Tschukotka. Die Hauptstadt Anadyr ist über 200 km Luftlinie entfernt. Das Dorf hatte im Jahr 2025 noch 574 Bewohner, um die Jahrtausendwende waren es noch etwa 900.
In Ust-Belaja gibt es eine weiterführende Schule, eine Kunstschule, einen Kindergarten, ein Postamt, ein Kommunikationszentrum, ein Geschäft, eine Bäckerei, ein Hotel und eine Rentierzuchtfarm, der große Arbeitgeber des Dorfes. Aber es gibt keine Straßenverbindung nach Ust-Belaja. Man erreicht es mit dem Hubschrauber von Anadyr aus oder im Sommer mit dem Motorschiff, das aber zwei bis drei Tage braucht.
Aus diesem keinen Tschuktschen-Dorf haben wir bereits neun zehn Kriegstote im Krieg gegen die Ukraine erfasst, ein extrem hoher Wert für solch ein kleines Dorf. Kein Wunder - die jungen Männer, gewohnt unter extremen Bedingungen zu leben, werden gezielt angeworben und natürlich lockt das viele Geld.
Wir haben den älteren Beitrag um die nächsten Kriegstoten aktualisiert und schieben ihn noch einmal auf unsere Titelseite.
Vorausgeschickt: Seit Beginn des russischen Angriffskrieges ermitteln wir die russischen Kriegstoten aus offenen Quellen. Wir machen das ohne Werbung, ohne Unterstützung von außen, sind politisch ungebunden und tragen die erheblichen Kosten selbst. Wir erstellen alle Informationen nach bestem Wissen und Gewissen.
Man kann den russischen Angriffskrieg in der Ukraine in einigen Punkten mit dem ersten Weltkrieg vergleichen. Die Wucht der russischen Angriffe hat die Lebensgrundlage vieler Ukrainer zerstört und zerschossenes, verwüstetes und geplündertes Land hinterlassen. Angreifer und Verteidiger hocken hinter aufwändig errichteten Stellungen, die Sturmangriffe auf diese Festungen kosten tausenden Soldaten das Leben, doch die Front bewegt sich kaum.
Im Juni und Juli 2024 kamen jedoch auch die geringen russischen Erfolge zum Stillstand. Aber die russischen Angriffe mit der Taktik der Infiltration der ukrainischen Stellungen gehen weiter und so sterben täglich hunderte Angreifer an der Front.
Doch der Krieg hat eine neue Dimension eingenommen. Er findet nicht mehr ausschließlich in der Ukraine und im Grenzgebiet zu Russland statt. Er hat sich auf das gesamte europäische und das westliche asiatische Russland ausgeweitet.
Weiterlesen: Getötete russische Soldaten -- Juni 26 // erfasst Juli 26
In diesem Beitrag fassen wir alle uns bekannten Zahlungen an die Freiwilligen zusammen, die mit dem russischen Militär einen Vertrag zum Dienst in der Kriegszone in der Ukraine abschließen. Viel hat sich in den letzten Monaten nicht geändert. Die Antrittsprämien für den Vertragsdienst bleiben auf hohem Niveau und überfordern manche Haushalte der Regionen. Es gibt Meldungen, dass das russische Militär nicht mehr genügend Freiwillige gewinnen kann, um die Verluste an der Front zu ersetzen. Belastbare Zahlen gibt es allerdings nicht.
All die vielen Rubel, die der russische Staat an die Freiwilligen ausschüttet, zerrinnen den Soldaten an der Front zwischen den Fingern. Da gilt es zunächst teure Ausrüstung wie Schutzwesten und Brillen, Helme und Schuhwerk zu besorgen, denn die Armee stellt nur das Notwendigste. Und dann gibt es noch ein mafiöses System an der Front, das die neu angekommenen Soldaten regelrecht finanziell aussaugt.
In diesem Beitrag fassen wir alle uns bekannten Zahlungen an die Freiwilligen zusammen, die mit dem russischen Militär einen Vertrag zum Dienst in der Kriegszone in der Ukraine abschließen. Seit unserer letzten Veröffentlichung Ende Juli haben einige Regionen ihre Antrittsprämien angepasst. Wenn eine Region Probleme hatte, ihre von Moskau vorgegeben Quoten zu erreichen, wurden die Zahlungen erhöht. Im Fall dass eine Region ausreichend Zeitsoldaten stellen kann, wurden die Zahlungen reduziert. Im Juli zahlten die Regionen im Durchschnitt 2.167.000 Rubel als Prämie, Anfang September 2026 erhöhte sich der Durchschnittsbetrag auf 2.339.000 Rubel.
Es gibt Meldungen, dass das russische Militär nicht mehr genügend Freiwillige gewinnen kann, um die Verluste an der Front zu ersetzen. Belastbare Zahlen gibt es allerdings nicht.
All die vielen Rubel, die der russische Staat an die Freiwilligen ausschüttet, zerrinnen den Soldaten an der Front zwischen den Fingern. Da gilt es zunächst teure Ausrüstung wie Schutzwesten und Brillen, Helme und Schuhwerk zu besorgen, denn die Armee stellt nur das Notwendigste. Und dann gibt es noch ein mafiöses System an der Front, das die neu angekommenen Soldaten regelrecht finanziell aussaugt.
Weiterlesen: Zahlungen für den russischen Vertragsdienst - Stand 07.10.26
Im Zusammenhang mit unseren Beiträgen über die Russlanddeutschen, die im Krieg gegen die Ukraine gefallen sind, wollen wir noch einen Bericht über den Russlanddeutschen Viktor Mayer nachschieben.
Viktors Großeltern wurden während der Stalinära nach Kasachstan zwangsumgesiedelt. Viktor wurde in Kasachstan am 03.04.1977 geboren. Als er sieben Jahre alt war, zog die große Familie in das Dorf Nowotsimljanskaja in der Region Rostow am Don. Dort wurde der Strom Don zu einem riesigen See aufgestaut, dessen Fläche 2.700 km² umfasst.
Das Foto zeigt eine Beisetzung in der Region Krasny Kut in der Oblast Saratow. Fjodor Gerlein, geboren am 26. Juni 1976 in Kasachstan, wurde am 11. August 24 im Dorf Schurawlewka begraben. Er war als Bauarbeiter in der Region tätig und hatte zwei Töchter. Fjodor gehörte zu den Soldaten, die im Herbst 2022 mobilisiert wurden.
Am Nachnamen kann man erkennen, dass Fjodor deutsche Vorfahren hatte. Diese waren nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion nach Kasachstan deportiert worden. Viele dieser Wolgadeutschen - die Region Saratow war deren Zentrum - sind nach 1989 von Kasachstan nach Deutschland ausgereist, die Familie von Fjodor hat es in die alte Heimat in Russland gezogen.
In der nachfolgenden Liste haben wir 1.833 Namen zusammengefasst, die deutschen Ursprungs sein können - vereinzelter Irrtum nicht ausgeschlossen. Das ist eine immens hohe Zahl, denn in Russland leben heute noch etwa 200.000 Russlanddeutsche, nachdem die Mehrzahl in den 90iger Jahren nach Deutschland ausgewandert ist.
Sucht man im Internet nach der Zahl der verbliebenen Russlanddeutsche, so erhält man sehr unterschiedliche Angaben. Nach der russischen Volkszählung von 2010 wären noch 394.138 Personen in Russland verblieben. Zehn Jahre später gibt die offizielle russische Statistik nur noch 195.256 Russlanddeutsche an.
Rechnet man diese Anzahl entsprechend unserer üblichen Statistik um, dann erhält man einen Faktor zwischen 920 und 730 Kriegstoten auf 100.000 Bürger. Zum Vergleich - der Spitzenreiter in unserer Tabelle der Regionen ist die Republik Tuwa mit aktuell 706 Kriegstoten auf 100.000 Menschen.
Weiterlesen: 1833 deutsche Namen unter den russischen Kriegstoten
Das ist die kurze Geschichte von Nikita Sergejewitsch Malyschew aus dem kleinen Dorf Poperetschnoje mit knapp 400 Bewohnern in Burjatien. Aus diesem Dorf sind mit Nikita bereits sechs Männer im Krieg in der Ukraine gefallen. Wir haben das Dorf zusammen mit allen übersetzten Nachrufen an anderer Stelle veröffentlicht.
Nikita ist der bisher jüngste russische Soldat, der im Krieg in der Ukraine gefallen ist.
Als Nikita am 07. April 2008 geboren wurde, da lief gerade die zweite Amtszeit von Präsident Wladimir Putin ab und er konnte nach der Verfassung nicht mehr kandidieren. Am 7. Mai 2008 übergab er für einen Wahlperiode an seinen Platzhalter Dimitri Medwedew.
Als Nikita sechs Jahre alt war, startete der erste Krieg Russlands - getarnt als Separatistenaufstand - im ukrainischen Donbass. Und als Nikita noch 13 Jahre alt war, griff die russische Armee im Februar 2022 die ganze Ukraine an.

Alexej Alexandrowitsch Filippow, geboren am 18.09.1980, war 20 Jahre lang im Staatsanwaltdienst tätig. So stieg er vom stellvertretenden Staatsanwalt des Bezirks Rjaschsk bis zum Leiter der Staatsanwaltschaft des Bezirks Saposchkowski in der Oblast Rjasan auf.
Vielleicht fehlte ihm bei dieser Arbeit Spannung und Nervenkitzel, vielleicht brauchte er dringend mehr Geld, vielleicht wurden ihm selbst Straftaten vorgehalten, Alexej meldete er sich im Januar 2025 freiwillig zum Krieg in der Ukraine.
Für die letztere Variante sprechen gute Gründe: Er wurde an der Front nicht geschont, sondern als Häuptling einer Angriffseinheit ganz nach vorne kommandiert - also dort, wo es am gefährlichsten ist und meist nur Kriminelle und Untaugliche geschickt werden. Am 13. März 25 trat der erwartbare Tod ein. Jetzt bekam er zumindest eine Plakette am Haus der Staatsanwaltschaft. Siehe auch hier.
An Themen für unsere Titelseite mangelt es uns wahrlich nicht. Leider frisst die Erfassung der vielen Kriegstoten einen Großteil unserer Zeit auf.
Damit wir nicht weiter in Rückstand geraten, konzentrieren wir uns im Moment auf die Erfassung all der vielen russischen Gefallenen.
Im Monat September 26 gibt es zudem eine Besonderheit. Von den über 10.000 erfassten Kriegstoten stammt die Mehrzahl nicht aus dem aktuellen Kriegsgeschehen, sondern aus dem Abgleich mit anderen regionalen und überregionalen Listen.
Die staatliche Berufsschule in der Großstadt Bijsk in der Region Altai hat eine Liste ihrer Absolventen veröffentlicht, die im Krieg gegen die Ukraine gefallen sind. Insgesamt 47 Namen haben wir gezählt. Darunter waren 13 Kurzzeitsoldaten.
Deren Namen haben wir heute in der Rubrik „Ohne viele Worte“ eingestellt, allerdings haben wir auf eine Strukturierung diesmal verzichtet. Wir haben die übersetzten Texte ohne Änderungen veröffentlicht. Sie sind recht kurz, da kann man es schon mal so machen.
Auch an diesem Beispiel bestätigt sich, dass etwa 30% aller Freiwilligen in kürzester Zeit an der Front getötet werden.
Es gibt auch einige Wagner-Söldner unter den Kurzzeitsoldaten, diese dürften alle aus den Haftanstalten stammen.
Die russischen lokalen Nachrichten- und Unterhaltungsseiten im Internet sind mit viel Werbung vollgepflastert. Ganz besonders ärgerlich ist eine besondere Werbeform - die Orginalseite, die man lesen möchte, verschwindet und wird durch eine Bildschirm füllende Werbeanzeige ersetzt. Man kann diese Werbung nur dadurch umgehen, dass man die Seite verlässt und danach neu aufruft. Aber damit nicht genug - man ruft eine Nachrichtenseite auf, zum Beispiel aus Saratow und bekommt Werbung zum Beispiel der „Deutschen Telekom“ oder von „Aldi Talk“ auf den Bildschirm gebeamt. Technisch ist das einfach zu realisieren. Man ist mit einer deutschen IP-Adresse unterwegs und die Werbung wird entsprechend angepasst.
Allerdings muss man sich fragen, warum Firmen wie die Telekom oder Aldi ihren Werbeagenturen erlauben, auf russischen Webseiten sehr dubiose Anzeigeninhalte zu schalten. Und letztlich auch zur Finanzierung dieser russischen systemkonformen Medien beitragen.
Die Liste der deutschen Namen unter den russischen Kriegstoten wird immer länger. Im August sind erneut 60 deutsch klingende Nachnamen dazu gekommen. Es ist zu erwarten, dass wir in wenigen Tagen die Zahl von 2.000 erreichen werden. Wir veröffentlichen dazu auch die regionale Verteilung dieser Namen. Diese stimmt grob auch mit den Siedlungsgebieten der in Russland verbliebenen Russlanddeutschen überein.
Sicher gibt es darunter auch Russen, die nur noch den Namen führen, aber mit russlanddeutscher Kultur nichts zu tun haben. In der Liste befinden sich wahrscheinlich auch jiddische Namen, die aus dem deutschen Sprachraum nach Osten gewandert sind, wie zum Beispiel der Nachname „Zuckermann“ in unserer Liste.
Die Opferlisten der russischen Regionen haben wir in den letzten Tagen bis Ende August 2026 aktualisiert.
Eine Zusammenfassung dieses Monats ist in den kommenden Tagen zu erwarten.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
OM, 16.09.26
Durch die ersten Erkältungskrankheiten sind wir im Moment etwas in Schwierigkeiten. Trotzdem habe ich heute den Monatsabschluss Juli 2026 freigeschaltet, obwohl er nur oberflächlich Korrektur gelesen wurde. Sollten noch Fehler im Fließtext sein, werden diese im Laufe des morgigen Tages korrigiert - versprochen. Die Tabellen & veröffentlichten Zahlen dagegen wurden überprüft.
CK, 25.08.2026
Die Opferlisten der russischen Regionen haben wir in den letzten Tagen bis Ende Juli 2026 aktualisiert. Eine Zusammenfassung des Monats Juli ist in den kommenden Tagen zu erwarten.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
OM, 24.08.26
Im kalten Winter 2022 in Ischewsk, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Udmurtien, sang eine Gruppe Friedensdemonstranten das Lied „Möge es immer Sonenschein geben“. Wir haben darüber berichtet. Das Lied, aus der Perspektive eines kleinen Jungen, ist ein Apell an uns Menschen, den Frieden zu sichern. Das Lied gehört(e) zur sowjetischen Jugendkultur und wurde auch von den jungen Pionieren in der DDR gerne gesungen. Hier eine Version von Pete Seeger.
Der russische Refrain lautet etwa so:
Möge es immer Sonnenschein geben,
möge es immer blauen Himmel geben,
möge es immer Mama geben,
möge es immer mich geben!
In Anbetracht dieses Jahrhundertsommers können wir feststellen: Den ewigen Sonnenschein und den immer blauen Himmel haben wir. Den Frieden dagegen noch nicht.
OM, 11.08.26
Wir haben unsere Liste mit den deutschen Namen der Kriegstoten bis zum Juni 2026 aktualisiert. Insgesamt sind es jetzt 1.855 Namen.
Bitte beachtet - all diese Kriegstoten müssen nicht unbedingt einen russlanddeutschen Hintergrund haben. Sicher gibt es darunter auch einige Russen, die nur noch den Namen führen, aber mit russlanddeutscher Kultur nichts zu tun haben. Es ist durchaus auch möglich, dass sich darunter auch jüdische Namen befinden, die aus dem deutschen Sprachraum nach Osten gewandert sind.
Typisches Beispiel dafür ist der Nachname „Katzenelnbogen“, den wir einigemale in Russland angetroffen haben. Katzenelenbogen ist eine Kleinstadt am Rande des Taunus, den Namen hat eine jüdische Dynastie angenommen, die dort im Mittelalter gegründet wurde.
Und natürlich - es ist auch möglich, dass wir uns bei einigen der Namen getäuscht haben und diese eine andere Herkunft haben.
CK, 07.08.26
Die Opferlisten der russischen Regionen haben wir in den letzten Tagen bis Ende Juni 2026 aktualisiert. Eine Zusammenfassung des Monats Juni ist in den kommende Tagen zu erwarten.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
OM, 02.08.26
Da wir jeden Tag mehrere Kurzzeitsoldaten unter den russischen Kriegstoten finden, haben wir etwas umgestellt. Diese Personalien sind aus unserer Rubrik „Personalien & Kurznachrichten“ verschwunden, wir haben dafür eine neue Rubrik „Ohne viele Worte“ erstellt. Dort findet man nur den Namen des Kurzzeitsoldaten und das Datum der Veröffentlichung. Mit einem Klick auf den Namen erhält man das übliche Profil dieses Menschen.
Zunächst haben wir unsere letzte Veröffentlichung der 12 Kurzzeitsoldaten dort eingestellt, der Beitrag ist deshalb von der Titelseite verschwunden. In den nächsten Tagen werden wir täglich mehrere neue Kurzzeitsoldaten veröffentlichen, die bisher auf Halde liegen.
Auf Anfrage einiger Leser haben wir unserer Tabelle mit den vermutlich russlanddeutschen Kriegstoten noch eine Liste der regionalen Verteilung hinzugefügt.
Wie zu erwarten kommen die meisten dieser Kriegstoten aus Sibirien: Region Altai, Omsk und Nowosibirsk.
Das Übersetzen der russischen Namen ins Deutsche ist ein Kapitel für sich. Wir machen das mit dem Übersetzungsprogramm von DeepL. Allerdings ist das Ergebnis so, dass man alle Namenübersetzungen überprüfen muss. Spätestens nach einigen Namen fällt das Programm wieder ins Englische zurück und die Ergebnisse sind nur schwer lesbar. Manchmal vergisst das Programm auch Endungen oder wirft Zeichen mit fremden, nicht deutschen Akzentzeichen aus.
Beim Durchgehen der übersetzten Namen markieren wir die deutschen mit einem Sonderzeichen, damit wir diese in eine extra Tabelle überführen können. Was macht DeepL zuletzt? Haben wir solch einen Namen markiert und verbessern in der Folge weitere Namen, dann markiert KI diese auch mit jenem Sonderzeichen. So rutschen auch russische Namen automatisch in unsere Tabelle der Russlanddeutschen.
Folglich - alles muss erneut korrigiert werden.
Es ist alles zusammen gekommen, die Hitze der letzten Tage, die unsere Arbeitsmoral untergraben hat, durch die hessischen Ferien bedingte dünne Besetzung und schließlich ist unsere EDV-Erfassung auch noch abgestürzt. So dauerte unsere Zusammenfassung des Monats Mai länger als geplant. Wir bitten um Entschuldigung.
Die Todeslisten aller russischen Regionen sind jetzt bis zum Monat Mai 2026 aktuell. Die übliche Zusammenfassung werden wir bis zum 16.07.26 vorlegen.
Folgende Regionallisten wurden neu angelegt:
Wir hatten etwas Probleme mit unserer internen IT, deshalb haben wir uns mit dem Monat April 2026 weiter verspätet und konnten auch keine aktuellen Themen einschieben. Die Zusammenfassung werden wir am morgigen Donnerstag vorlegen.
Alle russischen Regionen wurden bereits mit den Daten des Monats April 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats März 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Monat März 2026 und die erfassten Daten zum April 2026 werden wir bis spätestens 12. Mai vorlegen können.
CK, 11.05.2026
Wir sind gerade im Stress und bereiten den Abschluss des Monats März 2026 vor. So haben wir versehentlich einen unfertigen Beitrag online gestellt: „Für Glaube und Vaterland in Nowomoskowsk“. Wir bitten um Entschuldigung.
Wir haben den Beitrag wieder versteckt, er wird erst in den nächsten Tagen - dann hoffentlich komplett - veröffentlicht.
OM 07.05.2026
Am Abend des 5. Mai 2026 war unsere Domain „oskarmaria.de“ nicht zu erreichen. Nach hektischen Versuchen, das Problem auf unserem Webserver zu suchen, mussten wir feststellen, dass wir nichts unternehmen können. Die Namensauflösung für de-Domains war bei Denic gestört. Über unsere zweite Domain https://www.gibtsnet.eu sind wir weiterhin & ungestört zu erreichen.
Zum Beitrag über die beiden in Russland inhaftierten Frauen Natalia Leonhardt und Daria Jegerewa wollen wir noch einige Anmerkungen nachreichen.
Nach der Verhaftung der beiden Frauen wurde zunächst nur der Name von Daria Jegerewa bekannt. Die Familie von Frau Leonhardt wollte, dass ihr Name nicht genannt werden solle. Sie versprachen sich so bessere Chancen vor Gericht. Das ist nicht eingetreten.
Aber dazu passt: Wir hatten beim Unterstützerkomitee angefragt, ob wir ein Foto benutzen können, das beide Frauen zeigt. Am folgenden Tag haben wir die Erlaubnis bekommen, die dann wenig später zurückgezogen wurde. Die Verantwortliche hatte unsere Webseite besucht und meinte danach, dass eine Fotoveröffentlichung in unserem Kontext den beiden Frauen eher schaden würde. Wir wollen das nicht weiter kommentieren.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner

Daniil Nikolajewitsch, etwa 25 Jahre
Das Dorf Gremjatschiy hatte im Jahr 2006 mal 470 Bewohner. Wichtigstes Verkehrsmittel ist eine Forstbahn, an der das Dorf einen Bahnhof besitzt. Im Herbst 2019 randalierte der damalige 18jährige Daniil Nikolajewitsch Karpatschow angetrunken im Aufenthaltsraum der Lokomotivführer. Er forderte von den vier anwesenden Arbeitern jeweils 5.000 Rubel, damit sie mit seiner Genehmigung im Dorf arbeiten könnten. Einer der Arbeiter meinte, er hätte nicht so viel Geld. Dafür bekam er mit einer metallenen Badekelle einen Schlag auf den Kopf. Im Wachhäuschen des Bahnhofs brachte sich der Mann in Sicherheit. Daniil hatte bereits Vorstrafen und bekam dreieinhalb Jahre Strafkolonie. Die hat er bestimmt inzwischen abgesessen, klug ist er nicht geworden. Am 25.09. wurde sein Tod an der Front gemeldet.
Die Liste der russischen Regionen über die Prämien für den Abschluss von -unbefristeten- Zeitverträgen mit dem Militär haben wir aktualisiert. Weiterhin sind die Unterschiede in der Höhe der Zahlungen extrem unterschiedlich. Wenn eine Region Probleme hat, ihre von Moskau vorgegeben Quoten zu erreichen, werden die Zahlungen erhöht. Im Fall dass eine Region ausreichend Zeitsoldaten stellen kann, werden die Zahlungen reduziert. Wir haben die Veränderungen in der Liste mit einem Sternchen (*) markiert.
Die höchsten Zahlungen leisten im Moment St. Petersburg und die umgebende Oblast Leningrad mit 4.500.000 Rubel, umgerechnet etwa 47.000 €. Zahlreiche Regionen zahlen allerdings die Mindestsumme von 800.000 Rubel oder 8.400 €.
Zudem berechnen wir die Durchschnittsprämie über ganz Russland hinweg, allerdings ohne die von Russland besetzten Gebiete in der Ukraine. Größere Veränderungen könnten anzeigen, ob Russland Schwieigkeiten hat, genügend Zeitsoldaten zu rekrutieren. Das scheint nicht der Fall.
Im Juli 2026 zahlten die Regionen im Durchschnitt 2.167.000 Rubel als Prämie, Anfang September erhöhte sich der Durchschnittsbetrag leicht auf 2.339.000 Rubel und ist im September mit 2.280.000 Rubel wieder etwas gefallen.
Die Stadt Schelechow muss man nicht kennen, sie ist eine Satellitenstadt der Regionalhauptstadt Irkutsk und existiert hauptsächlich auf Grund eines großen Aluminiumwerkes. In der Stadt gibt es auch das „Irkutsker Anti-Pest-Institut“. Dort arbeitete Daria Schipilowa, eine 28jährige junge Frau, die von den Behörden mal als Labortechnikerin, mal als wissenschaftliche Mitarbeiterin bezeichnet wurde.
Höchst wahrscheinlich stimmt letztere Angabe, die junge Frau forschte zur Wirksamkeit von antibakteriellen Medikamenten gegenüber Pestbakterien. Sie nahm zudem am jährlichen Allrussischen Kongress für Infektionskrankheiten (März) und an den internationalen Übungen von Schnelleinsatzteams für Notfälle (August) teil.
Am 29. September wurde die Frau ins Krankenhaus eingeliefert mit Verdacht auf Pest, offizielle Diagnose: Lungenentzündung mit unbekannter Ursache. Daria starb am 1. Oktober - an Lungenpest. Angeblich wäre ihr ein Reagenzglas mit Pestbakterien zerbrochen - wobei die Betonung auf angeblich liegt.
Die Behörden stellen etwa 200 Personen unter Quarantäne, die mit ihr Kontakt hatten.
Die ganze Region um den Baikalsee geriet danach in Aufruhr, weil man den offiziellen Beschwichtigungen nicht glaubte. Weitere Erkrankungen wurden bisher nicht festgestellt. Allerdings mussten die Arbeiter im örtlichen Aluminiumwerk mit Schutzmasken zur Arbeit antreten.
Anmerkung: Vielleicht erinnert sich jemand unter unseren Lesern über jene geheimen Bio-Labore, die angeblich die USA in der Ukraine betreiben würden. Die Behauptungen darüber gehen auf eine langanhaltende Desinformationskampagne Russlands zurück, die auch im Zuge des Ukraine-Krieges immer wieder als Argument für die russische Invasion gebraucht wurden. Für deren Existenz gab und gibt es keinerlei Hinweise. Tatsächlich finden sich jetzt solche Labore in Russland.
Die Rekrutierung von Zeitsoldaten für den russischen Angriffskrieg ist straff organisiert. Jede Region hat eine bestimmte Quote an neuen Freiwilligen zustellen, die von der Zentralregierung festgelegt wird. Die Regionalregierungen wiederum geben diese Quoten weiter und schreiben den Bezirken und Städten vor, wie viele Freiwillige diese akquirieren müssen. Die Höhe der ausgelobten Antrittsprämie richtet sich danach, wie schwierig es für die Regionalregierungen ist, neue Zeitsoldaten zu gewinnen.
Der russische Exilpolitiker Andrej Piwowarow berichtet nun, dass ihm 61 Gerichtsurteile vorliegen, in denen Regionalbeamte bestraft wurden, weil sie die gesetzten Quoten nicht erfüllen konnten. Eines der Beispiele handelt vom stellvertretenden Verwaltungsleiter der Großstadt Newinnomyssk in der Region Stawropol. Die Stadt konnte nur 80% der Quote an Freiwilligen erfüllen, der Beamte erhielt deshalb Ende des Jahres 2025 vom zuständigen Friedensrichter eine Geldstrafe von 30.000 Rubel (etwa 300 €).
Wir haben die Liste der russischen Regionen mit den Prämien für den Abschluss von -unbefristeten- Zeitverträgen mit dem Militär aktualisiert.
Seit unserer letzten Veröffentlichung Ende Juli haben einige Regionen ihre Antrittsprämien angepasst. Wenn eine Region Probleme hatte, ihre von Moskau vorgegeben Quoten zu erreichen, wurden die Zahlungen erhöht. Im Fall dass eine Region ausreichend Zeitsoldaten stellen kann, wurden die Zahlungen reduziert. Wir haben die Veränderungen in der Liste mit einem Sternchen (*) markiert.
In der Summe sind die bezahlten Prämien weiter angestiegen. Im Juli zahlten die Regionen im Durchschnitt 2.167.000 Rubel als Prämie, Anfang September 2026 erhöhte sich der Durchschnittsbetrag auf 2.339.000 Rubel.
Neu dabei sind Sonderzahlungen, die manche Regionen für Drohnenpiloten ausloben. Die Regionen Inguschetien, Kaliningrad, Pskow und die Stadt Sewastopol auf der Krim weisen diese Extrazahlungen aus. Eine besondere Pointe setzt die Region Komi - die Zeitsoldaten erhalten extra 100.000 Rubel bei Rückkehr, wohl wissend, dass nicht viele lebend von der Front nach Hause kommen werden.
Die russischen Behörden versuchen auf allen Ebenen zu verhindern, dass Informationen über Kriegstote das Land verlassen. Seit Beginn des russischen Krieges verschicken russische Bürger aus den verschiedensten Regionen Fotos und Videoaufnahmen über neue Kriegsgräber. Und zwar nicht an Geheimdienste, sondern zu den Telegram-Kanälen, die solche Informationen sammeln. Solch offene Info-Kanäle werden natürlich auch von den Geheimdiensten aller Länder gerne besucht, auch wenn diese mit Agententätigkeit nichts zu tun haben.
Nachstehend eine Presseerklärung des Regionalgerichts Jaroslawl vom 08.09.26:
Neuigkeiten vom 8. September 2026
Ein Einwohner von Jaroslawl, der Informationen über tote Soldaten weitergegeben hatte, wurde wegen Hochverrats verurteilt.
Das Regionalgericht Jaroslawl verurteilte heute einen 48-jährigen Einwohner wegen Hochverrats (Artikel 275 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation).
Das Gericht stellte fest, dass der Angeklagte Nikolai Schtscherbakow ab Oktober 2024 regelmäßig den Gedenkfriedhof aufsuchte und dort heimlich die Gräber von Militärangehörigen fotografierte und filmte. Der in Jaroslawl lebende Mann übermittelte die gesammelten Informationen anschließend per Instant Messenger an Vertreter der ukrainischen Geheimdienste.
Kriminelle Aktivitäten wurden von Beamten der FSB-Direktion für die Region Jaroslawl identifiziert und gestoppt.
Mit Urteil des Gerichts wurde Shcherbakov N. des Hochverrats (Artikel 275 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation) für schuldig befunden und zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren in einer Strafkolonie mit strengem Regime verurteilt, gefolgt von einer Freiheitsbeschränkung von 1 Jahr und 6 Monaten.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Im Herbst 2022 hat die russische Armee 300.000 Reservisten für den Krieg in der Ukraine eingezogen. Diese mobilisierten Soldaten sind jetzt viereinhalb Jahre im Dienst in einem Krieg, bei dem kein Ende in Sicht ist.
Bei vielen Meldungen über im Krieg gefallenen Soldaten können wir nicht erfahren, ob der Kriegstote ein freiwilliger Zeitsoldat, ein Mobilisierter oder ein Berufssoldat war. Trotzdem finden wir jeden Tag Meldungen, die den Status des Gefallenen nennen. Und da sind einige mobilisierte Reservisten darunter.
Deshalb stellt sich die Frage, wie viele der mobilisierten Männer noch im Kriegsgebiet vorhanden sind? Janis Kluge, von der Stiftung Wissenschaft & Politik, hat dazu eine Antwort geliefert. Anhand der Zahlungen im Bundeshaushalt für die mobilisierten Soldaten, konnte er ihre Anzahl berechnen. Von den knapp 300.000 mobilisierten Männern waren im Juli 2024 noch 246.303 vorhanden, im Juli 2025 waren noch 168.594 verblieben. Neuere Zahlen gibt es noch nicht. Setzt sich der Schwund fort, so dürften aktuell nur noch etwa 100.000 Mobilisierte im Dienst sein.
Diese Mobilisierten wurden im letzten Jahr häufig unter Druck gesetzt, in einen Zeitvertrag zu wechseln (siehe hier). Der weit größere Teil wurde getötet oder ist kriegsuntauglich, also physisch oder psychisch schwer verletzt.
„Dies ist eine sehr ernste und verantwortungsvolle Angelegenheit. Wir unternehmen gemeinsam mit Ihnen und den Bürgermeistern der Gemeinden auf allen Ebenen größte Anstrengungen, diese Aufgabe mit Würde zu bewältigen“, sprach der Gouverneur von Irkutsk, Igor Kobzew (Foto links), zu den Parlamentariern der Regionalversammlung. Er meinte damit die Erfüllung der Quote an Freiwilligen für den Kriegsdienst, die der Region Irkutsk von Moskau auferlegt wurde. Auf seinen Antrag hin wurden die Prämien von 2,1 Millionen Rubel auf 1,8 Millionen reduziert. Verurteilte und Angeklagte erhalten eine Million Rubel und neu eingeführt wurde die Zahlung von 900.000 Rubel für Ausländer und Statenlose.
Der eingebrachte Gesetzesentwurf wurde überarbeitet und in zweiter Lesung angenommen. Die Behörden gehen wohl davon aus, dass sie ihre Vorgaben hauptsächlich durch die Strafverfolgungs- und Ausländerbehörden abdecken können. Das spart Geld.
In der russischen Teilrepublik Inguschetien im Kaukasus überbringt der Ministerpräsident die Beileidsbekundigungen für die im Krieg gegen die Ukraine getöteten Inguschen persönlich. Mitte August hatte er vier Familien aufzusuchen.
Laut Wladimir Slasteinin, dem Ministerpräsidenten, nehmen insgesamt mehr als zweitausend Einwohner Inguschetiens an den Kampfhandlungen bei der russischen Armee teil. Wir haben bisher 290 Kriegstote registriert, die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen.
Der Telegram-Kanal „Fortanga“ schreibt zu den Kriegsversehrten:
Mehrere hundert Menschen erlitten schwere Verletzungen. Allein im Jahr 2025 wurden in Inguschetien 464 Teilnehmer an den Kampfhandlungen behandelt. Die genaue Zahl der Verletzten und derjenigen, die im Laufe der Kampfhandlungen eine Behinderung erlitten, wird nicht genannt. Die Verwundeten erhalten nicht immer die ihnen zustehenden Prothesen und sind gezwungen, sich bei verschiedenen Behörden zu beschweren.
Eine Gruppe Lehrer hatten die Möglichkeit zu einer Audienz bei Wladimir Putin. Ein Mann berichtet von einem Ausflug zum Nordpol und auf Rückfrage berichtet er, zwei Eisbären gesehen zu haben. Das findet Wladimir interessant und erzählt, dass Orcas Eisbären in Stücke reißen und vertilgen würden (dafür konnte der Verfasser keine Belege finden). So wäre das Leben, meint Wladimir, der Stärkere frisst den Schwächeren, die Nahrungskette eben. Das sollen die Lehrer ruhig ihren Schülern beibringen. Und deshalb würde Russland ja auch die „Spezielle Militäroperation“ durchführen.
Jabloko ist die einzige Partei in Russland, die sich gegen den Angriffskrieg gegen die Ukraine ausspricht. Sie wurde durch Beschluss eines Moskauer Gerichts, von den kommenden Parlamentswahlen ausgeschlossen. Geklagt hatte die linksnationalistische Partei „Rodina“, die sich selbst nationalkonservativ nennt. Soviel zur allgemeinen Verwirrung.
In ihrer Klage warf Rodina der Partei Jabloko Uhrheberrechtsverletzungen vor. So hätte Jabloko ohne Genehmigung Zeilen aus dem Antikriegslied „Es soll immer Sonnenschein geben“ und die Zeile „Wenn es doch nur keinen Krieg gäbe“ aus Alexander Wolodins Theaterstück „Fünf Abende“ verwendet, sowie Umfragedaten des Lewada-Zentrums zitiert. Es gibt in der Klage weitere Vorwürfe ähnlicher Qualität.
Bliebe zum Schluss noch zu erwähnen: Der Sohn des Komponisten des Liedes „Es soll immer Sonnenschein geben“ hatte der Partei ganz offiziell die Erlaubnis zur Nutzung gegeben.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat Russland 43,5 Tonnen Gold verkauft. Aber es hat noch reichlich Reserven, Anfang Juli sollen sich noch 2.282 Tonnen Gold in den staatlichen Tresoren befunden haben. Trotzdem bedeutet dieser Verkauf den größten Rückgang der Goldreserven in den letzten 25 Jahre.
Der Goldverkauf dient in erster Linie der Deckung des russischen Haushaltsdefizits, der Staat muss immer höhere Ausgaben für den Krieg gegen die Ukraine finanzieren. Allerdings dürfte jenes verkaufte Gold meist im Land geblieben sein. In unsicheren Zeiten heben die Russen gerne ihre Rücklagen vom Konto ab und kaufen dafür Gold.
Die Kleinstadt Bad Ems liegt an der unteren Lahn und nur wenige Kilometer von der Stadt Koblenz entfernt. Bad Ems hatte seine Glanzzeit im 19. Jahrhundert. Es war die Kurstadt und Sommerresidenz von bedeutendem Adel und angesagten Künstlern. So führte zum Beispiel die Emser Depesche zum Französisch-Deutschen Krieg 1870/71.
Auch der russische Zar Alexander der II. verbrachte den Sommer gerne in Bad Ems. Dort unterzeichnete er am 30. Mai 1876 den „Emser Erlass“. Damit verbot er die Einfuhr und Veröffentlichung von Schriften in ukrainischer und belarussischer Sprache im Russischen Kaiserreich und stellte Zuwiderhandlungen unter Strafe. Eine kaiserliche Kommission hatte festgestellt, dass die Verwendung der ukrainischen Sprache staatsgefährdend wäre.
Dieses russische Überheblichkeitsdenken gegenüber den „Kleinrussen (Ukrainer)“ wirkt bis heute nach. Auf ihm basiert auch der propagandistische Überbau, mit dem der „Putinismus“ den russischen Angriffskrieg begründet.
Foto: Silin2005 -- Lizenz: Gemeinfrei -- Die Plakette wurde nach dem russischen Angriffskrieg 2022 von Unbekannten entfernt.
Wir hatten bereits über die Aussage der russischen Militätbloggerin Agnes Becker berichtet, die in ihrem Telegramkanal eine angeblich unabhängige Studie zitiert hatte. Danach würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Am letzten Mittwoch bestätigte der CIA-Direktor John Ratcliff diese Aussage:
„Unsere Erkenntnisse decken sich mit einigen Berichten aus offenen Quellen, die Sie möglicherweise im Zusammenhang mit der Ukraine gesehen haben: Die durchschnittliche Lebenserwartung eines russischen Rekruten, der derzeit auf dem Schlachtfeld in der Ukraine eintrifft, wird auf 20 bis 30 Minuten geschätzt.“
Durch den Einsatz von Drohnen mit KI-Unterstützung steigen jedoch die Verlustzahlen auch weit hinter der Front. Im folgenden Video sieht man solch eine Drohne, die zielgerichtet einen russischen Militärlaster ausschaltet. Vermutlich handelt es sich um die in Deutschland hergestellt HX-2 der Rüstungsfirma Helsing.
Die Kleinstadt Tschulym liegt etwa 130 km westlich der Hauptstadt Nowosibirsk. In der Stadt und im dazugehörigen Bezirk leben rund 20.000 Menschen - Tendenz rückläufig. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt, etwa ein Drittel aller Erwerbstätigen arbeiten in diesem Bereich.
Ein Denkmal erinnert an die Toten aus den sowjetischen und russischen Kriegen. Im Krieg in Afghanistan sind zwei Soldaten aus dem Bezirk getötet worden, in den Tschetschenienkriegen wurden acht Männer getötet und im aktuellen Krieg gegen die Ukraine wurden bisher 113 Namen eingraviert.
Setzt man jene 113 Kriegtoten ins Verhältnis zur Bevölkerung, so würde jene Region an zweiter Stelle aller russischen Regionen in unserer entsprechenden Tabelle stehen.
Peter Frankopan ist Professor für Weltgeschichte an der Universität Oxford. In einem Essey über Wladimir Putin zitiert er den exilrussischen Telegram-Kanal „Astra“. Astra selbst zitiert in einem Beitrag eine/n Z-Blogger/in „Agna Becker“ der/die den Telegram-Kanal „Haus unter Lorbeeren“ betreibt. Agna Becker wiederum zitiert „unabhängige Studien von 'N' “ und damit kommen wir zur eigentlichen Nachricht.
Nach dieser Studie würde die durchschnittliche Überlebensdauer eines Soldaten bei einem Angriff an den vordersten Positionen nur 20 - 35 Minuten betragen. Laut der selben Studie betrage die „durchschnittliche Lebenserwartung“ eines Soldaten von der Zeit seiner Ankunft auf dem Übungsplatz bis zu seiner Abreise in den Kampfgebiet von zehn Tagen bis zu drei Wochen.
Ganz unrealistisch sind diese Aussagen nicht, wie unsere vielen Beispiele über Kurzzeitsoldaten zeigen. Wir haben Agna Becker angeschrieben und um einen Link auf die Originalveröffentlichung gebeten. Eine Antwort ist nicht zu erwarten.
„Ich freue mich auf meinen Tod“ ist der Titel einer bekannten Kantate von Johann Sebastian Bach. Die ist dem Autor spontan zum unten veröffentlichten - KI-generierten - Video eingefallen. In diesem werden 46 russische Soldaten vorgestellt, die alle aus der Großstadt Artjom oder deren näheren Umgebung in der Region Primorje stammen. Zur Erinnerung - die Region Primorje liegt im Fernen Osten Russlands. Die Soldaten im Video werfen ihre Waffen weg, lachen dabei und schreiten ins Nirwana.
Wieviel sinnvoller wäre es gewesen, wenn all diese Soldaten sich diesem verbrecherischen Krieg verweigert und gemeinsam ihre Waffen niedergelegt hätten? Sie wären zumindest lebend nach Hause gekommen. So dürfte auch diese KI-generierte Schmonzette keine Hilfe und Trost für ihre Angehörigen darstellen.
Im ersten Quartal 2026 floss beinahe jeder zweite Rubel aus dem russischen Staatshaushalt in das Militär. Das berichtet ein Mitarbeiter der deutschen Stiftung Wissenschaft und Politik in seinem aktuellen Rundschreiben. Ganz genau betragen die militärischen Ausgaben inzwischen 46% des gesamten russischen Haushalts.
Am 01.08.1914 ist Deutschland in den Ersten Weltkrieg eingetreten, am 11. November 1918 unterzeichnete eine deutsche Delegation den Waffenstillstand. Berechnet man die Zeitspanne des Krieges, so kommt man auf 1.564 Tage Krieg.
Am 24.02.2022 begann die zweite russische Invasion der Ukraine. Bis zum heutigen Tag gerechnet sind das inzwischen 1.570 Tage Krieg, der Konflikt dauert also inzwischen länger als der Erste Weltkrieg - trotz zwischen 300.000 und 500.000 russischen und vermutlich 100.000 ukrainischen Kriegstoten, all den Kriegsversehrten und unermesslicher Zerstörung der Lebensgrundlage der Menschen in der Region. Und noch immer ist kein Ende in Sicht.
Und zur Erinnerung: Die erste russischen Invasion in der Ukraine fand bereits im Jahr 2014 statt, als Russland die Krim gewaltsam annektierte und russische Geheimdiensttruppen in den Donbass einsickerten.
Das Dorf Uinskoje liegt in der russischen Region Perm mit etwa 4.000 Bewohnern. Vermutlich wurde in diesem Dorf ein Versuchsballon gestartet. In einer Information auf der VKonatkte-Seite der „Verwaltung des Stadtbezirks Uinsky“ wurde eine Anzeige der Verwaltung veröffentlicht. Danach werden Frauen in der Region Perm für den Kriegseinsatz rekrutiert. Die Behörden versprechen ein Gehalt von 210.000 Rubel pro Monat und einen Bonus von 1,5 Millionen Rubel für die Unterzeichnung eines Vertrags mit dem russischen Verteidigungsministerium. Der Vertrag soll eine Laufzeit von einem Jahr beinhalten. (Allerdings können solche Verträge laut einem Erlass des Präsidenten so lange verlängert werden, solange die Mobilisierung nicht aufgehoben ist.)
Laut dem Informationstext können nur Frauen zwischen 18 und 35 Jahren einen Vertrag als Drohnenpilotin unterzeichnen, Frauen unter 45 Jahren dürfen sich für Positionen als Fahrerin für humanitäre Hilfstransporte bewerben.
Die Informationsseite wurde inzwischen gelöscht. Allerdings ist es uns gelungen, noch einen Screenshot der betreffenden Anzeige zu sichern (Original, deutsche Übersetzung.).
Die russische Zensur verbietet die genaue Berichterstattung über die vielen ukrainischen Drohnenangriffe auf Erdölraffinerien und Militärstützpunkte im ganzen Land. Die örtlichen Medien berichten deshalb nur sehr zögerlich über die Resultate und zitieren lieber staatliche Erfolgsmeldungen, dass wieder eine Vielzahl von Drohnen abgeschossen wurden.
In den Kommentaren zu den Berichten der großen lokalen Medien ließen die Bürger ihrer Wut freien Lauf und verspotteten Behörden und Regierung. Wir haben mehrfach solche Kommentare veröffentlicht.
In den letzten Tagen gab es erneut Drohnenangriffe auf die Region Krasnodar und St. Petersburg. Wieder wurde im Raum Krasnodar eine Erdöl verarbeitende Anlage in Brand gesetzt und bei St. Petersburg wurde ein Munitionslager angegriffen. Es kam zu Explosionen, die Bevölkerung in der Nähe wurde evakuiert.
Leserkommentare zu den Berichten von Fontanka in St. Petersburg sind jetzt nicht mehr möglich, die Funktion wurde deaktiviert.
Die russische Staatsbank hat eine neue Tabelle über ihre Währungsreserven bis einschließlich 1. Mai veröffentlicht. Danach verkauft die Zentralbank seit Jahresanfang monatlich eine beträchtliche Menge an Gold - insgesamt knapp 28 Tonnen.
Russland dürfte durch den Verkauf etwa 3,7 Milliarden Euro eingenommen haben. Das russische Staatsvermögen wird aber nur zu einem geringen Teil, wenn überhaupt, bei den Bürgern ankommen. Der Staat benötigt die Einnahmen, um seinen Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren.
„Udmurtien gegen Koruption“ ist ein Telegram-Kanal, über den wir auch Meldungen über russische Kriegstote aus der russischen Teilrepublik Udmurtien beziehen. Der Gründer des Kanals, Iwan Elisejew, hatte bis zum Jahr 2021 das regionale Büro Alexej Nawalnys geleitet. Ende 2021 verließ auch Elisejew Russland, um einer Verhaftung zu entgehen.
„Udmurtien gegen Koruption“ wurde inzwischen in das russische Register der „ausländischen Agenten“ aufgenommen. Iwan Elisejew wurde aktuell vom russischen Innenministerium zur Fahndung ausgeschrieben.