31.03.2026 -- 199.201// Zuwachs zum 28.02.2026: 8.227
Russlands Präsident schickt die Jugend seines Landes in einen verbrecherischen Krieg. Wie viele russische Soldaten inzwischen in der Ukraine ihr Leben gelassen haben, können wir nicht komplett aufklären. Wir sammeln hier seit Beginn des Krieges im Februar 2022 die Todesmeldungen aus den Medien der Regionen und sozialen Netzwerken Russlands und verschaffen so zumindest einen ungefähren Überblick.
Im ersten Kriegsjahr haben wir noch die Meldungen im übersetzten Originaltext veröffentlicht, auf Grund der schieren Menge der Kriegstoten mussten wir später zur Tabellenform übergehen, jetzt führen wir nur noch reduzierte Listen. Eine Liste der Regionen und den dazu veröffentlichten Tabellen, finden Sie hier.
Monatlich veröffentlichen wir eine Zusammenfassung unserer Datenbank - die Liste mit allen Auswertungen finden Sie hier - Aktuell Auswertung zum 31.01.2026 & erfasst zum 28.02.2026. | Karte der Regionen Russlands | Föderationssubjekte | Kontakt: info[ɛt]oskarmaria.de
Unsere Webseite oskarmaria.de und die dazu gehörigen IP-Adressen wurden durch die russische Aufsichtsbehörde für das Internet "Roskomnadsor" am 26. August 2024 gesperrt. Details dazu erfahren Sie hier. | Alternativ-Link: gibtsnet.eu
Anfang April hat Russland den Tod von sechzehn Söldnern aus Kamerun bestätigt. Das Außenministerium des afrikanischen Landes teilte dies im staatlichen Rundfunk mit und forderte die betroffenen Familien auf, Kontakt mit den Behörden aufzunehmen.
Die veröffentlichten Todesfälle sind aber nur ein kleiner Teil der Todesfälle von Söldnern aus Kamerun. Bereits im September 2025 veröffentliche die ukrainische staatliche Initiative „Ich will leben“ eine Liste mit 124 Söldnern aus Kamerun, die sich als Zeitsoldaten beim russischen Militär verdingt hatten.
Heute legte die Initiative nach und veröffentlichte eine Liste mit 93 toten Soldaten aus Kamerun. Wir können diese Liste natürlich nicht verifizieren. Aus unserer Erfahrung heraus mit der Überprüfung von russischen Kriegstoten aus verschiedenen Einheiten, die von der Initiative veröffentlicht wurden, können wir sagen, dass jene Informationen bisher immer korrekt waren.
Das Video links zeigt afrikanische Soldaten in russischen Diensten vor einem Einsatz. Aus welchem Land die Söldner kommen, wissen wir nicht.

Afrikanische Söldner bei der russischen Armee -- Foto: Ukraine Frontline Daily
Über 1.000 kenianische Staatsbürger wurden für die Reihen der russischen Armee rekrutiert und werden im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt. Mitte Februar war deshalb der kenianische Außenminister Musalia Mudavadi in Moskau mit der Bitte, dass keine Staatsbürger seines Landes mehr für die russische Armee rekrutiert werden. Das wurde vom russischen Außenminister Lawrow zugesagt, führte aber zu einer schnellen Reaktion der russischen Armee.

Russland mangelt es an Soldaten im Krieg gegen die Ukraine. Deshalb sollen jetzt Studenten als Drohnenpiloten die Lücken füllen. Die russische Zentralregierung erwartet von allen höheren Bildungseinrichtungen im Land, dass sie zwei Prozent ihrer Studenten als Drohnenpiloten für den Krieg gegen die Ukraine rekrutieren.
Kuhherde -- Foto: Tobias Nordhausen -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Von Sibirien aus breitet sich in Russland eine Rinderseuche aus und erfasst immer mehr Regionen. Massenweise werden über das ganze Land Rinderbestände getötet, Bauern aus Nowosibirsk sind verzweifelt, verstecken ihre Rinder oder blockieren Straßen, die Behörden schweigen ob der Ursache. Halbamtlich wird über Pasteurellose-Fälle berichtet, aber diese Rinderkrankheit ist beherrschbar. Vermutlich handelt es sich um die gefährliche Maul- und Klauenseuche, amtlich bestätigt wird das nicht. So kursieren zahlreiche Verschwörungstheorien unter den betroffenen Bauern.

Militärische Drohne -- Foto: VKontakte
Seit Anfang des Jahres 2026 wurden in der russischen Teilrepublik Tatarstan 300 Personen rekrutiert, die als Drohnenpiloten ausgebildet werden und die die Angriffe der russischen Armee in der Ukraine unterstützen sollen.

Heute besuchen wir das große Dorf Idrinskoje in der Region Krasnojarsk. Das Dorf hat rund 5.000 Bewohner und liegt ziemlich abgelegen. Der nächste Bahnhof ist 120 km entfernt.
Aber auch diese Dorfschule zeigt, wie eng verwoben jene militär-patriotische Erziehung mit dem Schulsystem ist. Die Jugendarmee „Junarmija“ ist Teil des schulischen Freizeitangebots, der Krieg gegen die Ukraine Teil der schulischen Erziehung.
Mitte Februar 2026 wurden zwei „Heldenschreibtische“ eröffnet. Wir geben den Bericht der Schule übersetzt wieder:
Weiterlesen: Die Dorfschule von Idrinskoje in der Region Krasnojarsk

Im Februar 2026 zahlte die Oblast Leningrad noch drei Millionen Rubel, wenn ein russischer Bürger in einem Militärbüro der Region einen Zeitvertrag abschloss. Jetzt wurde die Antrittsprämie auf 4,5 Millionen Rubel (etwa 48.000 €) angehoben, wie in der angrenzenden Stadt St. Petersburg auch.
Ukrainische Drohnen haben in der Nacht vom 24. auf 25. März 2026 drei Betriebe in der Umgebung von St. Petersburg angegriffen, die für den russischen Erdöl- und Gasexport extrem wichtig sind. In der Kleinstadt Primorsk, etwa 140 km nordwestlich von St. Petersburg, befindet sich der größte Ölverladehafen der Ostsee. Er brennt noch immer - mehrere Tage nach dem Angriff. Dazu wurde die Ölraffinerie „KINEF“ in Kirischi attackiert. Die Stadt liegt etwa 110 km südöstlich von St. Petersburg. Das dritte Ziel war die Ölraffinerie in der Siedlung Ust-Luga, etwa 100 km westlich von St. Petersburg.
Seither zieht eine schwarze Rauchwolke über St. Petersburg und dürfte die Luftqualität der Stadt drastisch verschlechtern. Das zusätzliche Problem: Die Presse darf nicht daüber berichten - all das fällt unter die Zensur. So schreibt „Fontanka“ heute:
Könnten wir mit unserer Berichterstattung über den russischen Angriffskrieg noch einmal von vorne beginnen - also zum Anfang des Krieges zurückspringen, dann würden wir eine extra Rubrik für Waisen eröffnen. Wir wissen nicht, wie viele Waisen auf russischer Seite gefallen sind, aber es sind sehr viele. In den Waisenhäusern Russlands werden die Heranwachsenden gezielt zum Militärdienst erzogen, um „richtige“ Männer aus ihnen zu machen.
Eigentlich müsste der Staat den jungen Leuten ein Zimmer oder eine Wohnung zur Verfügung stellen, wenn sie aus der Obhut der Waisenhäuser entlassen werden. Aber das findet häufig nicht statt oder wird an die Unterzeichnung eines Militärvertrags geknüpft. Zudem fehlt es den Waisen im Berufsleben meist an Unterstützern, so dass sie nur als einfache Hilfsarbeiter eine Anstellung finden.
Andrej Zlygostew (Foto links) aus Mirny in Jakutien (Sacha) ist so ein Fall.
Heute sind wir in der Hochschule für Verkehrstechnologie in Nowosibirsk. Im Februar 2026 waren Rekrutierer des russischen Militärs eingetroffen und versuchten Studenten zu überzeugen, einen Vertrag als Drohnenpilot zu unterschreiben. Doch nur wenige Studenten gingen auf das Angebot ein - wenn überhaupt.

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Rim Ildarowitsch Agzamow wurde am 13.09.2025 in Ufa geboren. Er unterzeichnete einen Vertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium und ging in den Krieg in der Ukraine, wo er starb. Er wurde am 18.07.1996 in seiner Heimatstadt begraben. |
Unsere wichtigste Informationsquelle aus Baschkortostan hat ihre Veröffentlichungen eingestellt. Das obige Foto und der Text dazu war ihr letzter Beitrag.
Wir haben die Initiative „Fremder Krieg“ bereits mehrfach hier vorgestellt (Teil I, Teil II). Erst durch die Arbeit dieses Telegram-Kanals wurde öffentlich, dass Baschkortostan die höchsten Verluste aller russischen Regionen zu verzeichnen hat. Ende Januar 2026 hatten wir knapp 9.000 Namen aus dieser Region in unserer Liste der getöteten Soldaten.
Weiterlesen: „Fremder Krieg“ aus Baschkortostan wird eingestellt

Nachdem wir in der Regel von getöteten russischen Soldaten berichten, wollen wir hier fünf Fahndungsplakate nach lebenden Soldaten aus dem von Russland zerstörten Mariupol zeigen. Sie wurden aktuell an Bushaltestellen ausgehängt und zeigen fünf gesuchte Deserteure der russischen Armee. Es handelt sich um vier Männer aus der von Russland besetzten Ukraine und einem jungen Mann aus der russischen Oblast Uljanowsk.
Weiterlesen: Fünf Deserteure - gesucht im russisch besetzten Mariupol

Bisher war Ilja Remeslo, russischer Rechtsanwalt und Propagandist, ein treuer Anhänger des russischen Angriffskrieges und der Präsidentschaft von Wladimir Putin. Am 17. März 2026 veröffentlichte er auf seinem Telegram-Kanal eine schonungslose Kritik am Krieg gegen die Ukraine und am russischen Präsidenten. Die gesamte internationale Presse hat seine Stellungnahme aufgegriffen. Remeslo betonte zudem, dass sein Telegram-Kanal nicht gehackt worden wäre und dass er das wirklich so meine.
Zwei Tage später meldet die uns als seriös bekannte St. Petersburger Internetzeitung „Fontanka“, dass Ilja Remeslo in die psychiatrische Klinik „Skwortsowa-Stepanowa Nr. 3“ in St. Petersburg eingeliefert worden wäre. Eine durchaus gewöhnliche Praktik im totalitären Russland für kritische Stimmen, die man nicht gleich ins Gefängnis werfen will.
8. Gebäude des Kasaner Luftfahrtinstitutes - (ehemals Deutsch-Russisches Institut für Neue Technologien, heute Chinesisch-Russisches Ingenieurinstitut) -- Foto: Ksenia Balberova -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Im vergangenen Dezember begann Russland mit der Rekrutierung von Studenten für den Krieg in der Ukraine. Zunächst wurde in den besten technischen Universitäten akquiriert, danach bemühte man sich um Studienabbrecher und Studenten vor der Zwangsexmatrikulation. Und weil man damit noch immer nicht genügend Zeitsoldaten bekam, wurden an fast allen Hochschulen Russlands alle volljährigen Studenten angesprochen. Wir haben darüber mehrfach berichtet.
Aktuell wurde am Kasaner Luftfahrtinstitut (KAI) ein Fragebogen zu dieser Thematik an die Studiengruppen verteilt und diese wurden dringend aufgefordert, die Formulare auch auszufüllen. (Link 1, 2) Kasan ist die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tatarstan.
Weiterlesen: Das Kasaner Luftfahrtinstitut (KAI) fragt seine Studenten
Elista, Hauptstadt Kalmückiens -- Foto: Alexxx1979 -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Kalmückien ist eine russische Teilrepublik im südlichen Teil Russlands, die im Südosten an das kaspische Meer angrenzt. Das Land ist stark versteppt als Resultat von intensiver Viehhaltung aus Zeiten der Sowjetunion. Immer mehr Land wurde und wird zur Wüste. Dazu kommt noch die Versalzung des Trinkwassers und des Sandes als Folge des Rückgangs des Wasserpegels des Kaspischen Meeres. Die Öl- und Gasvorkommen am Kaspischen Meer werden von russischen staatlichen Konzernen ausgebeutet.
Die Kalmücken sind ein ehemaliges Reitervolk aus dem Westen der Mongolei, das sich in dieser Region angesiedelt und den buddhistischen Glauben mitgebracht hatte. Die Kalmücken stellen mehr als 60% der Bevölkerung.
Wir veröffentlichen zum zweiten Mal eine Liste aller im Krieg gegen die Ukraine gefallenen ethnischen Kalmücken, Sie ist nicht identisch mit unserer normalen Liste, die alle Bürger Kalmückiens umfasst. Auffällig hier ist, dass deutlich mehr ethnische Kalmücken unter den Kriegstoten zu finden sind. Bis Januar 2026 haben wir 156 Kriegstote auf 100.000 Einwohner Kalmückiens berechnet. Nimmt man nur die ethnischen Kalmücken, so kommen wir auf 259 Kriegstote auf 100.000 Kalmücken.
Weiterlesen: Das kalmückische Volk wird immer weniger / Teil II
Vorausgeschickt: Seit Beginn des russischen Angriffskrieges ermitteln wir die russischen Kriegstoten aus offenen Quellen. Wir machen das ohne Werbung, ohne Unterstützung von außen, sind politisch ungebunden und tragen die erheblichen Kosten selbst. Wir erstellen alle Informationen nach bestem Wissen und Gewissen.
Durch die hohen Todeszahlen der russischen Armee sind wir mit der Auswertung der erfassten Daten mit über einen Monat in Rückstand geraten. Wir werden deshalb unsere monatlichen Zusammenfassungen etwas umstellen. Da die erfassten Daten relativ exakt sind, werden wir unsere Abschätzungen der vermutlichen Verletzten- und Todeszahlen auf Basis dieser aktuellen Daten vornehmen. Der Rest bleibt wie gehabt.
Jeden Monat rekrutiert der russische Staat zwischen 30.000 und 35.000 neue Soldaten für den Krieg in der Ukraine. In drei Monaten in Folge übertrafen die verletzten und getöteten Soldaten deutlich die Zahl der Neurekrutierungen. Das ist der russischen Taktik der Infiltration geschuldet, die hohe Verluste bei den Angriffsbemühungen in Kauf nimmt. Zum anderen sind jene rekrutierten Zeitsoldaten häufig wenig kriegstauglich, schlecht ausgebildet, mit geringer körperlicher Belastbarkeit und wenig motiviert. Kein Wunder wenn hauptsächlich die Außenseiter und Verlierer der russischen Gesellschaft zum Kriegsdienst bereit sind.
Weiterlesen: Getötete russische Soldaten -- Stand: 31.01.26 // erfasst 28.02.26
Dieses Video wurde Anfang März von der staatlichen Universität Wjatka veröffentlicht. Wjatka ist ein Fluss im östlichen Teil des europäischen Russlands und der historische Begriff für die heutige Region Kirow. Anfang März 2026 hat die Universität eine Initiative gestartet, um ihre Studenten als Drohnenpiloten für den russischen Angriffskrieg zu rekrutieren.
Weiterlesen: Wjatka Universität: Rekrutieren statt studieren
Studentenrat der Kasaner Innovationsuniversität (KIU)
Russland hat im Moment Probleme mit der Rekrutierung neuer Zeitsoldaten. Jeden Monat müssen 30.000 bis 35.000 neue Soldaten akquiriert werden, um die Verluste an verletzten und getöteten Soldaten auszugleichen.
Zudem hat das bisherige System der Anwerbung ein schwerwiegendes Problem - die verpflichteten Soldaten gehören nicht gerade zum Bild eines gut trainierten und motivierten Soldaten, sondern sind häufig zu alt, mit bescheidener Gesundheit und Physis und wollen meist nur irgendwie dem schnellen Tod entgehen.
An einer staatlichen Fachhochschule in Kasan, der Hauptstadt von Tatarstan, wurde Anfang des Jahres 2026 ein neues System der Rekrutierung versucht. Alle Studenten der Abschlussklassen, die älter als 18 Jahre alt waren, wurden einfach exmatrikuliert, egal ob säumige oder durchgefallene Studenten, egal ob Prüfungen und Arbeiten noch offen waren. Denn aktuell braucht die Armee junge Kämpfer - Wiederholungskurse, Abschlussarbeiten und Prüfungen könnten nach dem Ende des Krieges nachgeholt werden.
Michail Kalinkin, 19 Jahre, wurde im Krieg gegen die Ukraine getötet. Er stammte aus Wladiwostok, hatte seinen Wehrdienst abgeleistet und danach einen Vertrag mit dem russischen Militär abgeschlossen. Der Nachruf verbreitete die übliche Legende, dass er bei der Evakuierung von Verwundeten von den hinterhältigen Ukrainern getötet wurde. Michails kurzer Lebensweg war vorbestimmt, er wurde schon als Jugendlicher zum Soldaten und zum Töten herangezogen.
Jeden Tag starten in Russland hunderte von sogenannten Schahed-Drohnen gen Ukraine und versuchen, die dortige Luftabwehr zu übersättigen. Was auch gelingt, einige kommen immer durch. Wir wollen zeigen, wo und wie in Russland diese Drohnen gefertigt werden.
Jelabuga ist eine Stadt mit etwa 74.000 Einwohnern in der russischen Teilrepublik Tatarstan. Im Norden der Stadt gibt es die Sonderwirtschaftszone Jelabuga, in der sich zahlreiche westliche Industrieunternehmen angesiedelt hatten. Die meisten dieser Investitionen dürften inzwischen durch den russischen Staat enteignet worden sein. Dafür wurde dort eine neue Produktionslinie etabliert - die Drohnenherstellung.
Da in Russland ein Arbeitskräftemangel besteht, besonders bei hoch qualifizierten Arbeitskräften, akquirieren die Unternehmen mit Werbefilmen in ganz Russland minderjährige junge Leute, die schulbegleitend in der Serienproduktion von Drohnen eingesetzt werden. Das obige Video ist ein Beispiel dafür.
Blick auf Stadt Arsenjew -- Foto: -- Lizenz: CC BY-SA 3.0
Dieser Beitrag stammt eigentlich vom 9. April 2024, wir haben ihn mehrfach aktualisiert. Wenn man die Namen und die Kurzlebensläufe der getöteten Soldaten durchgeht, bekommt man einen guten Überblick, aus welchen Bevölkerungsgruppen die meist freiwilligen Soldaten stammen.
Die Stadt Arsenjew liegt in der Region Primorje im Fernen Osten Russlands und hat knapp 47.000 Einwohner mit abnehmender Tendenz. Von der Hauptstadt Wladiwostok ist sie etwa 300 km entfernt. Wichtigster Arbeitgeber der Stadt ist die Hubschrauberfabrik "Progress", die hauptsächlich für das russische Militär arbeitet.
Trotz der großen Entfernung (9.000 km Fahrstecke, Luftlinie über 7.000 km) wurden nicht wenige Bürger von Arsenjew im Krieg gegen die Ukraine getötet. Die Zentralbibliothek der Stadt veröffentlicht eine Liste der Kriegstoten aus der Stadt und Umgebung mit 237 Fällen. Diese Liste dürfte ziemlich vollständig sein und liefert uns zusätzliche Erkenntnisse, über die Entwicklung der russischen Verluste im Krieg gegen die Ukraine.
Weiterlesen: Arsenjew - eine Stadt im fernen Osten Russlands
Das Tofalanen-Dorf Alygscher im Ostsayan -- Foto: Rusinserg -- Lizenz: CC BY-SA 3.0
Wir haben die sibirische Ethnie der Tofalaren bereits im Januar 2026 vorgestellt. Die Tofalaren sind eine turksprachige Ethnie, die früher nomadisch gelebt hat und die durch andere Ethnien in das abgelegene Gebiet im Ostsayan abgedrängt wurde. Das Volk ist klein, es gibt nur noch 800 Menschen, die sich als Tofalare bezeichnen können. Im abgelegenen Tofalaren-Dorf Alygdscher im Bezirk Nischneudisk der Oblast Irkutsk lebten zuletzt noch weniger als 400 Menschen.
Jetzt sind erneut zwei sehr junge Tofalaren aus dem Dorf Alygdscher im Krieg gegen die Ukraine in den Tod geschickt worden. Sergej Denisowitsch Tokuew, geboren am 20. Juni 2007, getötet am 31.12.2025 und Arseni Josifowitsch Smeschikow, geboren am 26. Februar 2003, getötet am 14.April 2025. Wir veröffentlichen die Meldungen im übersetzten Original.

In ein paar Sätzen kann man die Lebensgeschichte von Nikolai Petrowitsch Pychtin kaum erzählen. Nikolai, 51 Jahre, arbeitete als Schuhmacher für Bedürftige in der Stadt Tscheremchowo, etwa 75 km von Irkutsk entfernt. Hinter ihm lag eine Haftstrafe wegen Mordes und Raubes von 11 Jahren. Nach der Entlassung gab er an, er hätte zu Gott gefunden, änderte seinen Namen in „Geschenk Gottes (Dar Bog)“ und eröffnete eine Werkstatt zur Reparatur von Schuhen für Arme, Behinderte und Obdachlose. Im Winter konnten Obdachlose auch dort schlafen. Im Oktober 2023 unterzeichnete er freiwillig einen Vertrag und zog in den Krieg in die Ukraine. Nikolai sagte, als Christ müsse er dort sein, wo die Not am größten sei. Am 4. Juli 2025 wurde er getötet.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Februar 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Februar 2026 und die erfassten Daten zum März 2026 werden wir bis spätestens 10. April vorlegen können.
OM, 09.04.2026
Vielleicht ist euch aufgefallen, dass wir sehr häufig Personen aus Burjatien vorstellen. In unserer Rubrik der Kurzzeitsoldaten (Ohne viele Worte) sind überwiegend Gefallene aus Burjatien vertreten. Das hat einfache Gründe - in Burjatien werden gewohnheitsmäßig ausführliche Nachrufe auf die im Krieg getöteten Landeskinder veröffentlicht. So erfahren wir viele Details. Das kommt in anderen Regionen eher selten vor, häufig werden auch mißliebige Daten gezielt verheimlicht. So zum Beispiel dass die getöteten Soldaten aus der Haft an die Front entlassen wurden, dass sie nur eine kurze Überlebensdauer hatten, usw. In einigen Regionen wie Baschkortostan sind inzwischen solche detaillierten Nachrichten verboten, häufig wird sogar das Alter verschwiegen.
So muss Burjatien als Beispiel herhalten, wenn es um Kurzzeitsoldaten, jugendliche Dummköpfe und Häftlinge geht. Es wird in allen anderen Regionen nicht viel anders sein.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Januar 2025 aktualisiert.
Es wurden neun neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Januar 2026 und die erfassten Daten zum Februar 2026 werden wir bis spätestens 13. März vorlegen können.
OM, 12.03.26
Der Trend bei den Nachrufen hält an - konkrete Daten werden nicht mehr angegeben. So will es die russische Regierung. Damit kann man nicht mehr abschätzen, wie lange der Zeitvertrag mit dem Militär dauerte oder besser, wie schnell der Soldat nach Vertragsunterzeichnung getötet wurde. Auch wird die Feststellung verhindert, wie lange der getötete Soldat irgendwo an der Front liegen blieb.
Normalerweise haben wir max. einen Kurzzeitsoldaten pro Tag in unserer Rubrik „Ohne viele Worte“ veröffentlicht. Das haben wir heute ausnahmsweiße verändert und alle Kurzzeitsoldaten gelistet, die uns im Zeitraum vom 19. bis 20. Januar 26 aufgefallen sind. Als Beleg dafür, dass auch weiterhin viele russischen Freiwilligen nur kurze Zeit an der Front überleben, auch wenn diese Tatsache unterdrückt werden soll.
CK, 23.02.26
Nach aktuellen Berichten wurden von der russischen Behörde für das Internet "Roskomnadsor" alle „Sozialen Netzwerke“ des Meta-Konzerns abgeschaltet. Folglich sind Facebook, Instagram und der Nachrichtendienst Whatsapp in Russland nicht mehr zu erreichen. Für uns ist das beinahe bedeutungslos. Nur aus der russischen Teilrepublik Nordossetien-Alanien kamen manchmal Informationen via Instagram.
Schwieriger stellt sich die Situation bei Telegram dar. Viele Meldungen von unabhängigen & kritischen Gruppierungen kommen aus Russland über Telegram. Und auch staatliche Akteure nutzen dieses Medium häufig zur Präsentation und Dokumentation ihrer Arbeit. Im Moment berichten Nutzer aus Russland, dass sich Videos und Fotos nur langsam aufbauen - wenn überhaupt. Telegram ist also noch nicht ganz abgeschaltet, aber der Zugriff deutlich erschwert. Wir werden weiter berichten.
OM, 11.02.26
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Dezember 2025 aktualisiert. Es wurden sechs neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Dezember 2025 und die erfassten Daten zum Januar 2026 werden wir bis spätestens 4. Februar vorlegen können.
CK, 01.02.26
Noch zwei Tage und wir sind endlich mit den Kriegstoten vom Dezember 2025 durch. Dann müssen die Namen noch übersetzt und alles in unsere Tabellen eingetragen werden, was zusätzlich zwei bis drei Tage in Anspruch nimmt. Zum gleichen Zeitpunkt werden dann auch die erfassten Zahlen vom Januar 2026 verfügbar sein.
Ein Blick in unsere Datenbank zeigt - es wird keine großen Überraschungen geben. Baschkortostan und Tatarstan, führend bei den Kriegstoten nach Regionen, werden ihren Vorsprung weiter ausbauen. Dahinter kommt die Region Swerdlowsk usw. Und wenn man die Kriegstoten ins Verhältnis zur Bevölkerung der Regionen stellt, bauen die ethnisch bestimmten Regionen wie Tuwa, Burjatien, Tschukotka, Altai und Jakutien ihren Abstand zu den russisch geprägten Regionen weiter aus.
OM, 28.01.26
Zu unserer Berichterstattung über den russischen Angriffskrieg passt der Bürgerprotest über den Abriss eines Gebäudes in St. Petersburg vordergründig nicht. Wir meinen aber, der Artikel passt sehr gut.
Zum einen ist er einer der wenigen breit aufgestellten Bürgerproteste seit Beginn des russischen Angriffskrieges. Auf Anhieb fallen uns dazu nur noch die Proteste im baschkirischen Baimak Anfang 2024 ein.
Zum anderen dokumentiert er sehr gut die verschiedenen Meinungen und Vorurteile der Stadtbürger von St. Petersburg. Die „Migranten“ im Beitrag sind keine Migranten in unserem Sinne, sondern ganz normale russische Staatsbürger, deren Geburtsregion der russische Kaukasus ist. Dagestan ist die größte, überwiegend muslimisch geprägte russische Teilrepublik im Kaukasus.
Und vielleicht, vielleicht ein ganz klein wenig, existiert der zivile Ungehorsam in Russland immer noch. Und konnte auch durch die seit Beginn des Krieges ständig erweiterte Repression nicht ganz ausgerottet werden.
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats November 2025 aktualisiert. Es wurden 21 neue Listen angelegt:
Bei den Fotos zu den neuen Tabellen haben wir auf Kritik reagiert und möglichst keine Postkartenmotive ausgewählt. Denn diese bilden die Lebenswirklichkeit der Menschen in diesen Regionen nicht ab.
Die große Zahl an russischen Kriegstoten lässt uns kaum noch Zeit zu aktuellen Berichten. Wir können etwa 300 Kriegstote pro Tag bearbeiten, da darf aber nichts dazwischen kommen - wie zum Beispiel persönliche Angelegenheiten. Tatsächlich haben wir im Moment durchschnittlich etwa 400 Fälle in unseren Listen.
Heute haben wir den 20. November bearbeitet, es wird also mindestens noch 11 Tage dauern, bis wir den November abgeschlossen haben.
Die hohe Zahl an Kriegstoten resultiert nicht aus dem aktuellen Kampfgeschehen. Durch das Erbschaftsregister können viele Suchanfragen auf VKontakte und Telegramkanälen geschlossen werden - Soldat tot.
Das alles hindert uns nicht, in den nächsten Tagen einen Zwischenstand zum 15. Dezember zu veröffentlichen.
Wir haben heute alle russischen Regionen mit den Daten des Oktobers aktualisiert. Es wurden drei neue Listen angelegt:
Wir werden für eine kurze Zeit nicht erreichbar sein - einfach später wieder kommen.
Unter den Positionen 1021 und 1022 der Region Krasnojarsk haben wir die im Beitrag „Die Särge sind natürlich geschlossen“ genannten Alexej und Michail Leschok bereits gelistet. Der Originalbeitrag über Alexej ist nicht mehr verfügbar, deshalb haben wir auf eine Zweitveröffentlichung verlinkt. Der Status von Michail Leschok auf VKontakte ist allerdings weiterhin online, dort findet man noch weitere Fotos. Den dritten Bruder Wladimir haben wir bisher noch nicht in unserer Datenbank.
Am 8. November 1939 explodierte um 21:20 h im Bürgerbräukeller in München eine Bombe. Sie galt Adolf Hitler, der zwei Monate zuvor den Angriffskrieg gegen Polen gestartet hatte. Allerdings hatte der „Führer" wegen schlechten Wetters seine Zeitplanung umgestellt und war bereits auf der Rückreise. Wäre das Attentat erfolgreich gewesen, wäre der Welt - vielleicht - jener zweite Weltkrieg erspart geblieben und jene begonnen Kampfhandlungen wären eingestellt worden.
Der schwäbische Tischler Georg Elsner hatte jenes Attentat akribisch geplant, er wurde kurz vor Kriegsende im KZ Dachau ermordet.
Jenes Attentat hat auch im deutschen Grundgesetz Eingang gefunden. In Artikel 20 Absatz 4 der Verfassung heißt es: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“
Auch in Russland bedarf es dringend solch mutiger Menschen, die jenem blutigen & verbrecherischen Gemetzel in der Ukraine ein Ende setzen.
Günter W. Berger, 08.11.25
Die hohen Verlustzahlen der russischen Armee stellen uns aktuell vor unlösbare Probleme. Wir können pro Tag etwa 300 Meldungen verarbeiten bei sechs Arbeitstagen in der Woche. Folglich kommen wir im Moment jeden Tag mit etwa 100 bis 150 Meldungen in den Rückstand.
Aktuell haben wir etwa 7.000 Kriegstote aus dem Oktober bearbeitet - also die regionale Herkunft, das Alter und weitere Informationen in unsere Datenbank eingetragen. Es wird also noch mindestens 12 Tage dauern, bis wir den Monat Oktober 2025 komplett abschließen können.
An den von uns bereits veröffentlichten Zahlen wird sich allerdings nur marginal etwas ändern.
Alle russischen Regionen wurden jetzt mit den Daten des Monats September 2025 aktualisiert.
Folgende neue Listen wurden angelegt:
Die Monatszusammenfassung 09/25 werden wir bis zum 14.10.25 auch fertig bekommen.
Uff....
Aus aktuellem Anlass wollen wir darauf hinweisen, dass wir in unserer Statistik der russischen Kriegstoten in der Regel keine ausländischen Söldner erfassen, die auf der Seite von Russland kämpften. Wir wissen, dass nordkoreanische Einheiten in der Region Kursk am Krieg teilgenommen haben, dass Russland in Nepal, Indien, China, in afrikanischen Staaten und in Kuba aktiv Söldner angeworben hat und viele dieser Männer im Einsatz auch getötet wurden. Und auf Baustellen und in Wirtschaftsbetrieben gibt es Razzien auf Arbeiter ohne russischen Aufenthaltstitel. Da es aber keine öffentlichen Meldungen der russischen Armee über die eigenen Verluste gibt, erfahren wir nichts über diese Kriegsopfer.
Ausnahmen sind dann gegeben, wenn die Ukraine den Tod von Söldnern öffentlich macht oder wenn die ausländischen Soldaten in Russland gelebt und verwurzelt waren. Dann gibt es Meldungen in den lokalen Medien und auch eine Beisetzung auf russischem Boden.
Ein Ableger der staatlichen Initiative „Ich will (jemanden) finden" mit Namen „Ich will leben“ hat heute eine Liste mit gefallenen Söldnern aus Tadschikistan veröffentlicht, die 446 Namen enthält. Die Initiative schreibt dazu:
„Russische Nationalisten haben gemeinsam mit der Polizei eine Jagd auf (Arbeits-)Migranten organisiert: Gefangene werden gezwungen, Verträge zu unterzeichnen, um im Krieg zu kämpfen. Ihnen drohen Abschiebung oder Gefängnis. Duschanbe ignoriert all das weiterhin.“
Stand 30.09.2025 wurden im September 8.626 Kriegstote neu in unsere Datenbank aufgenommen - so viele wie noch nie. Die hohe Zahl an getöteten russischen Soldaten überfordert uns im Moment. Für all diese Namen müssen ja noch die persönlichen Daten festgestellt werden - also Herkunft, Alter, usw. Im Moment haben wir etwa 6.000 davon bearbeitet, wir werden also noch mindestens 12 Tage für unsere übliche Monatszusammenstellung benötigen. Eine vorläufige Zusammenstellung veröffentlichen wir in den kommenden Tagen.
Die monatlich im Jahr 2025 erfassten Toten:
| Januar | 5.360 |
| Februar | 5.578 |
| März | 5.018 |
| April | 3.894 |
| Mai | 3.245 |
| Juni | 4.592 |
| Juli | 7.084 |
| August | 7.224 |
| September | 8.626 |
| Summe 2025 | 50.621 |
| Durchschnitt Monat | 5.625 |
An der Front in der Ukraine wären die Kampfhandlungen leicht zurück gegangen oder zumindest nicht eskaliert, lesen wir aus den Mitteilungen der beiden Kriegsparteien heraus. Doch mit unserer Statistik der Kriegstoten können wir das nicht bestätigen. Natürlich wissen wir, dass die Informationen sehr zeitversetzt bei uns ankommen, aber die Zahlen gehen ständig weiter nach oben. Und im September 2025 gibt es keine außergewöhnlichen Sonderinformationen, wie die vorgestellten Listen der staatlich ukrainischen Initiative "Ich will finden" in den Monaten zuvor.
Doch wenn wir die von uns bisher erfassten Zahlen auf den ganzen Monat hochrechnen, dürften im September mehr als 8.000 neue Kriegstote dazu kommen. Der höchste Wert seit Beginn des Krieges.
24.09.25
In der ersten Hälfte des Septembers 2025 haben wir 4.022 getötete russische Soldaten neu erfasst. In einem halben Monat sind mehr Gefallene zusammengekommen als im Monat April 25 oder Mai 25. Wie üblich sind auch ein paar Auswertungen von Videos und Denkmälern dabei mit Gefallenen der vorherigen Jahre, aber der Anteil ist nicht sehr hoch.
Daraus ergeben sich die folgenden Zahlen nach unseren bewährten Schätzungen:
| Kriegstote 15.09.25 | 137.845 |
| Geschätzt (nur 60% erfasst) |
230.000 |
| Versehrte Soldaten | 804.000 |
| Kriegsopfer gesamt | 1.034.000 |
Die monatlich im Jahr 2025 erfassten Toten:
| Januar | 5.360 |
| Februar | 5.578 |
| März | 5.018 |
| April | 3.894 |
| Mai | 3.245 |
| Juni | 4.592 |
| Juli | 7.084 |
| August | 7.224 |
| bis 15. September | 4.022 |

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner

Timerjan Maratowitsch, 22 Jahre
Aelita schreibt auf einer VKontakte-Suchseite am 12.10.24: „Suche meinen Bruder Timerjan Maratowitsch Fazullin. Geburtsdatum: 05.07.2002, Militäreinheit: 91711, Rufzeichen: „Kreuz“, verwundet am rechten Arm (unbeweglich), letzter Kontakt: 23.09.2024.“ Timerjan kam aus der Stadt Murawlenko im Süden des Automomen Kreises der Jamal-Nenzen. Auch wenn sein rechter Arm unbeweglich ist, dann hat er immer noch den linken, der ein Gewehr halten kann. Timerjan musste wieder zum Angriff antreten und war, wie wir heute wissen, am 25. September 2024 tot.
Überall in Russland wird Werbung für den Vertragsdienst beim russischen Militär geschaltet, denn Russland benötigt jeden Monat mehr als 30.000 frische Soldaten, um die Verluste an Verletzten und getöteten Soldaten an der Front in der Ukraine wieder wett zu machen. Die in den Anzeigen ausgelobten Beträge sind häufig reine Fiktion, sie entsprechen nicht den Vertragsbedingungen. Die hohen Summen bei Vertragsunterzeichnung gibt es nur in wenigen Regionen, der angegebene monatliche Verdienst wird nur dann bezahlt, wenn man an vorderster Front bei den Sturmtruppen aktiv ist. Ist der Soldat verletzt und befindet sich in Behandlung wird nur ein Bruchteil bezahlt. Zudem stellt die Armee nur eine bescheidene Ausrüstung, Schutzwesten, Brillen, Handschuhe usw müssen die Soldaten selbst bezahlen. Auch die Kommandeure verlangen einen großen Obolus für die Regimentskasse, weil sonst der Nachschub nicht gewährleistet wird.
Aktuell ist eine Anzeige aufgetaucht, die 17,5 Millionen Rubel für eine Vertragsunterzeichnung verspricht. 17,5 Millionen Rubel sind umgerechnet knapp 200.000 €, kaufkraftbereinigt sogar noch deutlich mehr. Bei solchen Summen kann man schon mal schwach werden und das Risiko eines Vertragsdienstes auf sich nehmen. Bei einem genaueren Blick auf die Details erfährt der Soldat, dass die vielen Rubel nur dann rollen, wenn er -vertragsgemäß- tot von der Front nach Hause kommt. Ein kriegsunterstützender Telegram-Kanal schreibt zur Anzeige: „In der Werbung wird der jährliche Verdienst zusammen mit der Sterbegeldversicherung angegeben. Könnte jemand Verantwortlicher diesen Werbetreibenden endlich eine Abfuhr erteilen?“
Innokentij Konstantinowitsch Rojew (Rufzeichen „Max“), 41 Jahre
Status: Gefallen
Geburtsdatum: 11.04.1984
Todesdatum: 08.08.2025
Geburtsort: Dorf Neryuktayinsk-1, Ulus Olekminsky
Sterbeort: Unbekannt
Dienstart: Zeitdienst seit Sommer 2025
Kinder (Anzahl): 3
Zivilberuf: Förster
Wohnte in: Pokrowsk, Hangalasski Ulus
Originalnachricht des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha“
Den Medien in Russland ist es verboten, über die Resultate ukrainischer Drohnenangriffe zu berichten. Es werden deshalb ausschließlich Erfolgsmeldungen veröffentlicht - wie zum Beispiel „42 Drohnen abgeschossen“. In der Nacht vom 3. auf 4. April 2026 gab es einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Chemiewerk in der Stadt Toljatti in der Region Samara. Um etwas über die Stimmung unter der Bevölkerung zu erfahren, lohnt es sich, die Kommentare zu den Presseberichten zu lesen:
Das russische Militär braucht dringend frische Zeitsoldaten, um die Verluste an der Front in der Ukraine auszugleichen. Für technikaffine junge Leute gibt es deshalb die Möglichkeit, als Drohnenpilot ausgebildet zu werden. Bisher wurden hauptsächlich junge Studenten, die über 18 Jahre alt waren, an den Hochschulen und Fachschulen gezielt angesprochen. In Wolgograd machen jetzt bereits einige Schulen Werbung zum Vertragsdienst als Drohnenpilot.
Spätestens mit 16 Jahren endet in Russland die Schulzeit, so auch in den beiden Sekundarschulen Nr. 57 und 83. in Wolgograd. Und doch fand sich auf den VKontakte-Seiten der beiden Schulen am 13. Februar 2026 eine Werbeanzeige für den Vertragsdienst in der russischen Armee, speziell als Drohnenpilot. Die Schule Nr. 57 hat die Anzeige inzwischen entfernt, auf den Seiten der Schule Nr. 83 ist die Anzeige immer noch zu finden.
Die Werbeanzeige der Schule Nr. 57, die Anzeige der Schule Nr. 83.
Kirill Dmitrijew ist der eigentliche Außenminister Russlands. Kirill wurde im Jahr 1975 in Kiew in der Ukraine geboren und war einer der ersten sowjetischen Austauschschüler in den USA. Dort erhielt er einen Universitätsabschluss und arbeitete anschließend als Investmentbanker in den USA und Europa. Im Jahr 2000 ging er zurück nach Russland und verwaltete große russische und ukrainische Vermögen. Aktuell ist er Wladimir Putins persönlicher Gesandter bei den Verhandlungen mit der Ukraine. Gute Ratschläge gibt er bei Twitter (X) gerne gratis. So schreibt er angesichts der Verwerfungen durch den US-amerikanischen Krieg gegen den Iran:
„Die EU warnt 15 JAHRE ZU SPÄT: Sie ist nicht auf einen „lang anhaltenden Energieschock“ vorbereitet. Die EU hat es versäumt, die Energieströme zu diversifizieren; sie ließ sich von russophober, grüner und woker Ideologie leiten. Immer noch nur Warnungen, keine wirklichen Lösungen. Nur Ideen: Preiserhöhungen an der Zapfsäule auf eine pro Tag begrenzen und Energieverbrauch senken.“
Kirill irrt wie meist, denn jene angeblich russophobe, grüne und woke Ideologie hat dazu geführt, dass Deutschland sich in Sachen Gas und Erdöl komplett von Russland unabhängig gemacht hat und nicht mehr erpressbar ist. Und zudem - je mehr grüne Energie in Deutschland selbst hergestellt wird, um so weniger sind wir von den aktuellen und zukünftigen Verwerfungen auf dem internationalen Energiemarkt abhängig.
Das russische Militär benötigt ständig neue Zeitsoldaten, um die großen Verluste an der Front zu ersetzen. Der Gouverneur der Region Rjasan, Pawel Malkow (Foto), verpflichtet jetzt Firmen, eine gewisse Quote ihrer Mitarbeiter an die Front abzustellen.
Der entsprechende Erlass sieht vor, dass Unternehmen mit einer Belegschaft von 150 bis 300 Mitarbeitern zwei Zeitsoldaten abstellen müssen, Firmen mit einer Belegschaft von 300 bis 500 Mitarbeitern müssen drei und Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen fünf Vertragssoldaten stellen.
Rechtliche Grundlage ist ein Erlass des russischen Präsidenten aus dem Jahr 2022, die den Leitern der Regionen die Befugniss erteilt, „Maßnahmen zur Deckung des Bedarfs“ der russischen Streitkräfte umzusetzen.
Meldung des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha“
Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Manturowo in der Region Kostroma Igor Leonidowitsch Ustuschanin schloss einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium, nachdem er wegen Korruptionsvorwürfen verurteilt worden war. Am 16.02.2026 wurde sein Tod gemeldet. Igor führte die Stadtverwaltung nur zwei Jahre lang.
Wie das Gericht feststellte, erhielt Ustuschanin persönlich von November 2021 bis März 2023 über einen bevollmächtigten Vertreter große Bestechungsgelder von drei Unternehmern. Die Gesamtsumme betrug 760.000 Rubel (etwa 8.100 €). Im Gegenzug ermöglichte er ihnen, immobiles Eigentum eines Werks zu demontieren.
Igor wurde zu einer Freiheitsstrafe von 8,5 Jahren verurteilt - in einer Kolonie mit strengem Regime. Statt die Strafe zu verbüßen unterschrieb er einen Zeitvertrag mit dem Militär und ging an die Front. Dort nahm Igor ein Video auf, in dem er erklärte, man habe ihn hereingelegt. Es sei ihm nicht gelungen, eine Überprüfung des Falls zu erreichen und seine Unschuld zu beweisen. Seiner Behauptung zufolge wurde er beseitigt, um die Stelle für eine andere Person freizumachen.
Der Getötete hinterließ eine Frau und fünf Kinder. Die Abschiedszeremonie fand am 17. Februar 2026 in der Stadt Manturowo statt.
Die St. Petersburger Internetzeitung „Fontanka“ berichtet, dass Ilja Remeslo sich noch immer in der geschlossenen Abteilung der psychiatrischen Klink befindet. Das gab sein Anwalt bekannt: „Die Familie teilte mit, dass Ilja Borissowitsch seine Behandlung fortsetzt und bittet darum, Takt und Diskretion walten zu lassen – nicht gestört zu werden.“ Die Berichte um seine Freilassung sind falsch.
„Sie behandeln die Wahrheit“, kommentiert ein Leser den Beitrag auf „Fontanka“.